Von Plato bis Hortensius

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

oliver_p

Aktives Mitglied
Hallo,

neue Aufnahmen konnte ich im letzten Jahr kaum fabrizieren, aber bei einigen Trockentests mit der DMk fand ich noch einige unbearbeitete Mond-AVIs vom 06.01.2009 auf der Platte des Aufnahmelaptops und erinnerte mich langsam wieder: Während der Aufnahme war es lausig kalt, ich musste die Terasse erst von einer dicken Schneeschicht befreien. Der erste Aufnahmeversuch mit der 2x Barlow im C11 an Plato zeigte lausiges Seeing - sinnlos. Also versuchte ich noch einige Aufnahmen direkt im Fokus des C11 fuer ein Mosaik. Kälte und eine bereits aufkommende Grippe liessen mich schnell abbrechen, aber fuer 8 schnelle AVIs mit 60fps bei 1/77s reichte es noch. Die Anordnung ist etwas chaotisch geworden. Hier nun das Resultat aus 8 AVIs, jeweils 156 Frames aus 4444 in AVIStack gestackt. Sooo schlecht ist es garnichtmal geworden, die kurze Integrationszeit konnte etwas retten.
Voransicht, Link im Bild fuer die Vollversion:

Link zur Grafik: http://www.astro-imaging.de/astro/images/moon_2090106_fullthumb.jpg


Die Verwendung von nur 156 Frames = 3,5% brachte bei Tests den besten Kompromiss aus Schaerfe und Rauschen, was das nicht so tolle Material verdeutlicht. Bei den Tonwerten bin ich etwas unsicher, da ich auf einem neuen Monitor bearbeitete, mit dem mir die Erfahrung fehlt. Möglicherweise ist das ganze etwas duster ausgefallen, Hinweise sind sehr willkommen!
Eine testweise angestartete 2x Bearbeitung brachte bisher kein bessers Resultat, aber der Prozessflow ist noch nicht ganz ausgegoren...

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Oliver,

na, da hat sich die "Resteverwertung" doch gelohnt - ein schönes Mosaik trotz der Lücken!

Daß das Seeing für Dein C11 nicht ganz mitspielen wollte, zeigt die Auflösung z.B. rund um Timocharis oder an der auslaufenden Stadius-Kraterkette, trotz des gut sichtbaren Plato-Kraterquartetts.
Die Tonwerte kommen auf meinem suboptimalen "weichen" 17"-HP-Notebookschirm ganz okay 'rüber.
Interessant fände ich noch einen stärker aufgehellten und kontrastierten Ausschnitt des Dreiecks zwischen Bessarion, Mayer und Hortensius - die Schattenwürfe und (Ex-)"Milichius Pi" sehen toll aus! Und selbst die nicht so lichtwinkelbegünstigten Hortensius-Dome scheinen dann deutliche Krater-Pünktchen zu tragen ...

Beste Grüße+cs,
Dietmar
 
Hallo Oliver,

Da kannst Du aber mal einen drauf lassen, dass dieses Mosaik sooo schlecht nicht ist...
Wenn ich mir die Plato-Kraterlets anschaue behaupte ich mal, dass die Auflösung sehr gut ist.
Vom Gefühl her würde ich es vielleicht ein klein wenig heller machen, wenngleich dann die Gefahr besteht,
die sehr schönen weichen Tonwerte zu verlieren.

Wirklich super Arbeit !

Gruß,
Torsten
 
Hallo Dietmar & Torsten,

vielen Dank für den Zuspruch!
Einen Hauch werde ich wohl noch aufhellen ohne den Charakter groß zu verbiegen. Die Auflösung zwischen den Einzelbildern variiert auch merklich mit dem Seeing, Plato ist mit am schärfsten, Sinus Iridum am weichsten.
Das "Dreieck" ziehe ich gerne nochmal optimiert raus, ich dürfte wohl morgen dazu kommen.

Beste Grüße & CS,
Oliver
 
Hallo Oliver,

ich finde die Aufnahme klasse, vor allem die Hortensius Dome. So schlecht kann das Seeing doch nicht gewesen sein, sogar die kleinen Gipfelkrater der Dome sind mit dabei. Wenn ich mir überlege, wie lang ich da manchmal auf einen günstigen Seeingmoment warten muss, damit die visuell gehen ...

Viele Grüße
Reiner
 
Hallo Oliver,

gratuliere zu dieser sehr gelungenen f/10-Studie mit Deinem C11! Einerseits liebe ich ja selbst diese weiten Ebenen auf dem Mond mit den sich fein abhebenden Zeichnungen. Andererseits interessieren mich natürlich - wie Du weißt - aus technischen Gründen Videoaufnahmen, die bei f/10 aufgenommen wurden.

Etwas überraschend finde ich die Belichtungszeit von 1/77 s, die kommt mir bei f/10 schon etwas lang vor. Hattest Du denn Filter eingesetzt?

Interessehalber habe ich eben mal zwei Ausschnitte - mit Kopernikus bzw. Plato - in Fitswork auf 130% vergrößert (dSinc) und mittels Gauss ein wenig nachgeschärft. Das bringt m.E. schon eine erkennbare Verbesserung der Wahrnehmung kleiner Details. Ein Faktor 2 muss es ja nicht unbedingt sein, wenn das Wetter nicht entsprechend war.

Allerdings hatte ich natürlich hier nur Deine JPG-Datei für den Versuch zur Verfügung und ich denke, dass Du bei Anwendung einer 130%-Vergrößerung im FIT-Format noch besseres herausbekommen kannst.

Außerdem könntest Du vielleicht versuchen, im Hinblick auf die Nachvergrößerung bei AviStack die Einstellung "minimum distance" von 10 (default) auf 5 zurückzusetzen und dann deutlich mehr Bilder stacken. Am Ende bringt dann sogar noch eine Nachvergrößerung auf 150% einen weiteren Gewinn ...

Gruß, Jan
 
Moin, Oliver,
tolles Mosaik :super:

Zu den Domen:
Ich hatte 2003 mit dem C8 auch mal eine Aufnahme aus demselben Gebiet rund um Milichius gemacht, gerade wegen der Dome:
Link zur Grafik: http://www.frank-specht.de/astronomy/images/moon/2003/20030920-milichius.jpg
Allerdings bei entgegengesetzter Beleuchtung.
Trotzdem gut zum Vergleich.

Das Spannende ist, dass ein Laie (wie ich) oft nicht zwischen offensichtlichen Vulkankratern und Einschlagskratern unterscheiden kann...
 
Hallo zusammen,

danke für die netten Worte.
Hier ein kurzer Ausschnitt des 2x Barlow Plato Videos (XVid Codec, ~10MB), um einen Eindruck des Seeing zu vermitteln. Ich lasse gerade AVIStack einmal darueberlaufen - mal schauen, was herauskommt...

Arg, ich wollte gerade die Tonwerte noch leicht anheben, aber 3 LCD Display bringen 3 total verschiedene Charakteristiken. Hier muss ich mir erstmal einen Standard schaffen :augenrubbel:

Frank: Danke für das Vergleichsbild mit entgegengesetzter Beleuchtung. So etwas bringt immer neue Sichten am ansonsten total statischen Mond.

Jan: Ich habe mit Rotfilter und mit relativ wenig Gain gearbeitet, daher "nur" 1/77. Die 2x Aufnahme entstand mit viel mehr Gain und 1/60s.
Mein erster Versuch war ein Hochrechnen auf 2x mit Ninox vor AVIstack, was aber komische Artefakte brachte. Ich versuche bei etwas mehr Zeit mal eine 3/2 Skalierung, die Rechenzeitem steigen aber exorbitant mit hochskaliertem Rohmaterial.
Danke fuer's Probieren. Ein Faktor 1.3 bis 1.5 sollte wohl sinnvoll sein. Für's genaue Austüfteln der optimalen Parameter fehlt mir momentan leider etwas die Zeit, aber wenn das Wetter weiter so bleibt, ergibt sich wohl etwas Zeit zum optimieren :krank:

Viele Gruesse & CS,
Oliver

P.S.: Das 2x Barlow Material gibt nicht viel her...
 
Hallo Oliver,

mir gefällt diese Aufnahme auch ausgesprochen gut!
Bin überrascht, was mit f10 und der DMK21 noch an Auflösung möglich ist. Diesen Domen bin ich auch schon lange auf der Spur, meist passte aber das Wetter nicht an solchen Tagen.
Die Belichtungszeit ist aber nicht schwer zu halten bei f10, kann ohne Filtereinsatz sogar noch kürzer ausfallen,
aber mit Barlow klettert diese schnell auf 1/30, was dann die Bildrate drückt.
Da man bei SC`s zum Fokussieren ja den Hauptspiegel verschiebt, kann man durch eine gewisse Anzahl von Verlängerungshülsen an der Okularklemmung hinten eine gewisse Velängerung der Brennweite noch rauskitzeln, aber ob man da an 1,5fach kommt, glaub ich nicht.

Gruß Manfred

Gruß Wolf Manfred
 
Hallo Oliver,

Mit Rotfilter und geringem Gain ist die relativ lange Belichtung natürlich leicht erklärt, und der Vorteil von f/10 wird nicht wirklich genutzt. Bei dem von Dir bei der 2-fach vergrößerten Aufnahme eingestellten Gain hättest Du 1/240 s belichten können.

Bei dem damals herschenden Seeing hättest Du aber vermutlich mit der kürzeren Belichtungszeit auch nicht viel gewinnen können, denn - wie man beim "Duchblättern" Deines Videos - z.B. in VirtualDub - sieht, enthält dieses einen großen Anteil von Einzelframes mit Geisterbildern. Die bekommt man durch noch so kurze Belichtungszeiten nicht getrennt, vgl. z.B. hier.

Der Datenumfang Deines Videos kommt mir sehr groß vor. Die auf meiner Website geposteten Videoausschnitte gleicher Länge beanspruchen typischerweise nur wenige hundert KB.

Verstehe ich richtig, dass Du die Nachvergrößerung bereits im Videoformat vornimmst? Ich bringe die Nachvergrößerung jedenfalls immer erst nach dem Stacken in AviStack an, d.h. am fertigen Summenbild.

Gruß, Jan
 
Hallo Manfred,

danke für Deinen Kommentar. Bei solchen Bedingungen wäre mal ein Vergleich mit und ohne Rotfilter interessant, ob eher eine noch kürzere Integrationszeit oder der Filter das Seeing besser in den Griff bekommt. Jans Hinweis unten gibt ja schon eine gute Indikation.
Durch Motorfokussierer und Filterrad bin ich wohl schon etwas überhalb der einfachen Brennweite vom C11 bzw. C9. Viel durch Hülsen verlängern mag ich da nicht mehr, da soweit abseits des berechneten Fokus gerüchteweise die Abbildung leidet. Eine kurze Hülse fuer die 2x Barlow ist aber bald da, mit der dann ca. 1.5 fach möglich ist.
Ich bekam noch eine nette Rückmeldung, dass auf einem professionell kalibriertem System das Bild arg dunkel ist, hier werde ich wohl nochmal nachlegen...

Viele Grüße & CS,
Oliver


 
Hallo Jan,

sorry, die Beispieldatei ist wohl unnötig groß geworden. Ich wollte eigentlich DivX nehmen, aber der Codec weigerte sich unter VirtualDub, sodass ich da es spät war einen alten XVid nahm. Für eine Demonstration des Seeing hätte sicher eine kleinere Datei gereicht...

Ja, die Versuche gingen erstmal in Richtung Hochrechnen des Ausgangsmaterials vor dem Stacken (-> Subpixelregistrierung etc.). Bei diesem material habe ich zumindest mit meinem Prozeß damit keinen Erfolg gehabt. Anthony "Bird" Wesley z.B. bearbeit seine aktuellen hervorragenden Jupiter- und Marsaufnahmen mit 3x Upsampling vor dem Stacken und rechnet nach der kompletten Bearbeitung wieder auf einen sinnvollen Maßstab herunter. Sein Tool Ninox macht dies hervorragend, zentriert auch Planeten in der Mitte der Rohbilder, schneidet unnötigen Hintergrund weg und sortiert auch nach Qualität vor.

Viele Grüße,
Oliver





 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben