Vorstellung und Anfängerfragen

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Loeffel
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Loeffel

Neues Mitglied
Hallo zusammen

Ich muss mich erst mal vorstellen, denn ich bin der „neue“. Mein Name ist Stephan , bin 40 Jahre alt und seit dem ich denken kann vom All, Astronomie und Raumfahrt fasziniert. Ich wohne südwestlich von München.
Nachdem mein kleiner Sohnemann hier wohl voll in meine Fussstapfen tritt habe ich mich entschieden uns ein Teleskop zu kaufen. Gut momentan wird es wohl eher etwas für mich sein aber er will halt auch schon ein bischen Gucken. Anfänglich wäre ich beinahe auf ein vermeintliches Schnäppchen bei Ebay reingefallen und ich hätte mir wohl etwas besorgt was nicht lange Freude gemacht hätte. Was ich vermeiden will ist das nach einigen Versuchen das Ding in der Ecke landet und nicht mehr benutzt wird.
Nach meinen Recherchen im Web geht meine Tendenz wohl in Richtung Dobson. Es scheint mir das einfachere Prinzip zu sein und die man erhält mehr Optik als bei anderen Montierungen. Ausserdem kann man dann später immer noch umrüsten.
Mein Ziel ist es sowohl Planeten zu beobachten und etwas im Deep Sky zu stochern. Dass es hier nicht die optimale Lösung gibt ist mir klar.
Ich möchte ich von meinem Garten aus (Ortsrand kleines Dorf) schauen. Habe aber durch die Ausrichtung keinen Sichtkontakt zum Polarstern. Da steht ein Haus im Weg.

In die engeren Auswahl ist derzeit ein Orion Teleskop N 203/1200 SkyQuest XT8 IntelliScope DOB oder das Orion Dobson Teleskop N 203/1200 SkyQuest XT8g DOB GoTo. Das Skywatcher 200/1200 wäre auch klasse nur gefällt mir beim Orion der kleine Computer IntelliScope Locator als Naviagtionshilfe sehr gut.
Erst nachdem ich mich nahezu für das XT8 entschieden habe fand ich auch das identische Teleskop mit GoTo. Denkt Ihr das wäre eine sinnvolle Investition. Falls ja hätte ich noch zwei Fragen.
Kann man das Teleskop auch trotzdem noch „manuell“ führen? Nur für den Fall das man mal irgendwo in der Natur, fern ab einer Stromquelle gucken möchte.
Wird durch das GoTo das Teleskop automatisch nachgeführt?

Bei den Teleskopen sind zwei Okulare dabei 2“ DV 28mm und Plössl 1 ¼“ PL 12,5 (bei der manuellen Ausführung SPL 25mm, SPL 10mm). Ich dachte mir vielleicht noch ein Omegon Flatfield 5mm dazu und einen Polfilter zur Mondbeobachtung. Dann halt noch Sternscheibe und etwas Rotlicht. Gefunden habe ich das alles astroshop.de hier.
Was ich noch gefunden hätte wäre das Skywatcher Skyliner 200PX 8" F6 Gitterrohr GoTo Dobson. Ist gebraucht für 600€ vom Händler.
Ich weiss nicht ob ich hier evtl. etwas übertreibe und es geht auch was günstigeres.

Was denkt Ihr über diese Geräte und Grundausstattung? Habt Ihr vielleicht alternative Vorschläge? Ich wäre dankbar für jede Ergänzung oder Verbesserung.

Danke schon mal für eure Antworten und ich hoffe auf viel Feedback

MfG

Stephan
 
Hallo Stephan,

willkommen im Forum.

Ein 200/1200 Dobson ist eine gute Wahl. Mit einem 8-Zoller geht schon viel im Bereich DeepSky und auch Planeten und Mond lassen sich damit gut beobachten. Außerdem ist ein Teleskop dieser Größe nicht so ein Trumm, den man nur ungern nach draußen schleppt.

Ein Neutral-Grau- oder auch ein Polfilter zur Mondbeobachtung (der blendet ganz ordentlich) ist ebenfalls eine gute Anschaffung. Genau wie eine Taschenlampe mit dunklem Rotlicht und eine drehbare Sternkarte. Wichtig sind noch ein höhenverstellbarer Stuhl, z.B. ein Arbeitshocker mit Gasfeder, eine Bügelhilfe oder ein spezieller Astrostuhl. Auch ein Tisch ist wichtig (ein Klapptisch oder so), da man ja irgendwo seine Sternkarten und sonstigen Kleinkram ablegen muss. Ein Koffer für die Okulare ist ebenfalls ganz sinnvoll, damit man die mitunter teuren Okulare nach dem Benutzen sicher ablegen kann. So einen Koffer kann man sich aus einem billigen Alukoffer aus dem Baumarkt und zurechtgeschnittenen Schaumstoff günstig selbst bauen.

Bei den Okularen sollte man bei einem 8-Zoller eins zur Übersicht im 30mm-Bereich haben und dann noch eins um die 15mm und 9mm für höhere Vergrößerungen. Für Planeten ist dann noch ein Okular mit 6- bis 4mm ganz praktisch, da man diese durch Ihre Helligkeit stärker Vergrößern kann, was bei guten Seeing mehr Details sichtbar werden lässt.

Und schon mal zum Vormerken für den nächsten Winter: warme (und ich meine richtig warme) Kleidung. Sternklare Nächte sind bitterkalt.


Das "Orion Dobson Teleskop N 203/1200 SkyQuest XT8 IntelliScope DOB" führt nicht automatisch nach, das "Orion Dobson Teleskop N 203/1200 SkyQuest XT8g DOB GoTo" hingegen schon. Die Motoren sorgen natürlich für einen Widerstand, was das Nachführen von Hand nicht so geschmeidig macht wie bei einem rein manuellen Dobson, bei dem man nur den Widerstand des Teflon- oder Rollenlagers überwinden muss.

Eine elektronische Aufsuchhilfe oder ein Goto-System kann natürlich vor allem am Anfang hilfreich sein. Jedoch kann man mit einem am Teleskop montierten Telrad-Sucher oder einem guten optischen Sucher und einem Sternatlas (z.B. Atlas für Himmelsbeobachter oder der Deep Sky Reiseatlas) die Objekte mit ein wenig Übung auch selbst finden. Das ist nicht schwer und man kann beim Verzicht auf eine Motorisierung das gesparte Geld in die Optik stecken. Zum Beispiel in ein gutes zusätzliches Okular. Und die Optik ist letztlich das, worauf es ankommt. Das selber Suchen mittels Starhopping hat auch den Vorteil, dass man sich nach und nach gut am Sternhimmel auskennt.

Ich werfe mal noch ein paar Alternativen von anderen Fachhändlern in den Raum:

https://www.fernrohrmarkt.de/product_info.php?info=p1209_Galaxy-D8-K-MCF-8---f-6-Dobson-Teleskop.html&XTCsid=40145015b5572ad431dceb5810f82398

http://www.teleskop-spezialisten.de/shop/Dobson/200mm-8-Zoll/GSD200C-GSO-Dobson-200-1200mm-Aktionsmodell-ab-12-Jahren::337.html

http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p1191_GSO-Dobson-680---8----200-1200mm-Teleskop---Deluxe-Version.html

Bei der Ausstattung kann man natürlich mit den Händlern reden, falls man anstelle eines Optischen lieber eine Telrad-Sucher haben möchte oder noch ein Okular extra braucht. Dort arbeiten in der Regel Menschen, die selbst erfahrene Hobbyastronomen sind und einen Interessenten gut beraten.

Natürlich möchte ich dir die Orions oder Goto-Systeme nicht ausreden. So eine automatische Nachführung hat auch für einen erfahrenen Beobachter seinen Charme. Aber ein paar Denkanstöße können ja nicht schaden.

Bei dem angesprochenen Gitterohr-Dobson muss man beachten, das dort Licht von der Seite einfallen kann und sich dadurch der Kontrast verschlechtert. Man muss dann einen Überzug über das Teleskop ziehen, damit die offenen Seiten abgedeckt werden und es im Teleskop dunkel bleibt. Auch die Justagestabilität kann bei einer solchen Konstruktion anfällig sein. Ein Gitterrohr-Dobson sollte man sich also nur dann zulegen, wenn man ein zerlegbares Gerät braucht, um es besser zu einem guten Beobachtungsplatz transportieren zu können oder sonstige Platzprobleme hat.
 
Hallo Stephan,

an deiner Stelle würde ich mir wirklich noch überlegen, ob es den Elektronik-Schnickschnack wirklich braucht oder ob das Geld nicht anderweitig besser investiert ist. Ich habe ein Teleskop mit wesentlich geringerem Gesichtsfeld als die vorgeschlagenen Dobsons oben und konnte bisher dennoch relativ "umwegslos" meine begehrten Ziele finden. Ich denke sogar, dass ich wesentlich weniger Freude an dem Hobby hätte, wenn das Suchen nicht wäre (aber da hat wohl jeder seine eigenen Vorlieben). Außerdem habe ich schon viele meiner Lieblingsobjekte abgespeichert, ohne noch eine Karte konsultieren zu müssen, andere "Kollegen" durfte ich schon erleben, die waren geradezu ein "himmlisches Navi".

Mein Vorschlag/Denkansatz für dich wäre:

- "analoger" Dobson
- Telrad
- Deep Sky Reiseführer
- Deep Sky Reiseatlas
- Der Starhopper

Der unbestreitbare Vorteil der Bücher: bei schlechtem Wetter kannst du schon mal planen (OMG! Wie viel ich diesen Winter planen konnte!) und dir auch zu Gemüte führen, was du da eigentlich siehst. Den Starhopper finde ich für den Einstieg klasse, weil du dir da zunächst das Planen sparen kannst und einfach mal ein paar Objekte nebst Erklärung präsentiert bekommst.

Also dann: Erforsche deine Gefühle, Stephan! ;)

Viele Grüße
Markus
 
Hallo Stephan,
zu den Teleskopen wurde ja schon einiges geschrieben. Ich wollte dir noch ein paar Links zum lesen geben.

Hier ein paar Links was du durch ein Teleskop ungefähr siehst:
http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/teleskopvergleich_jupiter.htm

http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/teleskopvergleich_saturn.htm

http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/teleskopvergleich_mars_real.htm

http://www.binoviewer.at/testberichte/baader_o3.htm

http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/teleskopvergleich_deepsky.htm

http://www.clarkvision.com/visastro/m51-apert/index.html

http://www.svenwienstein.de/HTML/was_sieht_man_im_teleskop_.html


Hier noch 2 Links die ich als Einsteiger sehr hilfreich fand:
http://www.svenwienstein.de/

http://www.deepsky-brothers.de/


Hier noch ein Teleskop und Okularrechner:
http://www.sternfreunde-muenster.de/orechner.php#


Hier ein interessanter Link über die verschiedenen Teleskopgrößen:
http://www.joern-lenhardt.de/benny/art_scopes.html


Hier das Prgramm Stellarium zur Orientierung:
http://www.stellarium.org/de/


Hier ein Mondatlas zum Downloaden (ich benutze das: "LRO WAC High resolution" Texturpaket):
http://www.ap-i.net/avl/en/download
und ein Onlinemondatlas (zoomen mit Mausrad):
http://wms.lroc.asu.edu/lroc_browse/view/wac_nearside


Hier ein Link über die Sichtbarkeit der Planeten (Drück auf den Pfeil und verschiebe die grünen Knöpfe):
http://www.theplanetstoday.com/


Hier ein Link für die Sichtbarkeit der ISS:
http://planetarium.hs-bremen.de/astroinfo/aktuell/iss.php


Zum Schluss der wichtigste Link über praktische Erfahrung:
http://www.deepsky-brothers.de/Warum praktische Erfahrungen.htm


Grüße
David
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo an alle

Uiuiui. Das gibt arbeit. Erst mal Danke für die Tipps und Links. Gut das ich in zwei Wochen in den Urlaub gehe. Da kann ich das alles lesen. Das mit dem Gitterrohr dachte ich mir schon so. Die Elektronik ist einerseits genial aber andererseits muss man sich schon auch was "zu Fuss" erarbeiten. Sonst wird das nichts vernünftiges.
Ich denke ich werde noch viele Internetseiten durchstöbern und dann auch mal bei den TS vorstellig werden. Ist von meinem Büro gerade mal 20-25 min weg. Lieber gebe ich ein paar Euro mehr aus und bin aber gut beraten. Ich bin Gott sei Dank in der glücklichen Lage zwei-drei namhafte Händler und Hersteller in der Nähe zu haben
Ich bin euch für eure Tipps und Offenheit richtig dankbar. Vielleicht kommt ja noch was dazu. Bin dankbar für jedes Input.

Grüße

Stephan
 
Hallo Stephan,

wenn ich noch einen Tipp in den Raum werfen darf: basiere nicht die Kaufentscheidung auf dem Preis sondern auf der Qualität. Schau dir die Geräte am besten live an - vor dem Kauf. Ein Bekannter hatte gerade die Erfahrung mit einem recht günstigen Dobson bei dem Der Tubus so schwabbelig war dass er schon bei etwas schwereren Okularen wackelt.

CS,
Martin
 
Hallo Martin

Deinen Rat werde bzw. habe ich bereits befolgt. Wenn es anders wäre dann hätte ich schon was hier stehen. Ich denke ich wurde bereits gut beraten. Ich werde auf jeden Fall noch nach München zu TS fahren und dann irgendwie zuschlagen. Ich denke zwei fachmännische Meinungen sind hier richtig. Ich will mich nicht im nachhinein ärgern. Die Investition sollte sitzen und nicht umsonst sein. dafür ist es zuviel Geld. ob jetzt 500€ oder 800€ ist dann auch schon egal. Hauptsache man hat vernünftig. Das Motto wer billig kauft kauft zweimal stimmt meistens. Aber ich denke ist wird ein Dobson 200/1200 ab jetzt aus Landsberg oder München ist egal.
Ich denke damit hat man einen sehr guten Grundstein gelegt.

Grüße
Stephan
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben