OnlyTheSky
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Hallo!
ich möchte mich kurz vorstellen. Mein Name ist Dominik und ich schaue für mein Leben gerne in den Nachthimmel.
Das Interesse für Astronomie hat während meiner Schul- und Jugendzeit begonnen. Von unserem Planetensystem, den Sternen, Galaxien, Nebeln, Supernovae, Schwarzen Löchern und der endlosen Weite war ich schon immer begeistert und fasziniert. Ich verschlinge noch heute viele Dokumentationen und Bücher zu dem Thema.
Entfacht wurde das ganze als ich mein erstes Teleskop, als Geburtstagsgeschenk, mein eigen nennen durfte. Es war natürlich nicht das allerbeste. Im Nachgang betrachtet recht einfach. Die einfache "Holz" Montierung würde man wohl heute eher als Brennholz verwenden. Die ersten Gehversuche waren sicherlich schwierig aber einfach wunderbar und es war unglaublich den Mond (so nah), Jupiter und Saturn mit eigenen Augen zu sehen. Wenn auch etwas zitterig und wackelig und geprägt von mangelnder Sachkenntnis. Schon damals merkte ich aber wie wichtig eine gewisse Stabilität ist und wie schwierig es ansonsten wird das Ziel im Zentrum zu halten. Vom anfänglichen richtigen fokussieren ganz zu schweigen. Heute muss ich noch schmunzeln das ich überhaupt was gesehen und gefunden hab.
Nach Abi, Berufsausbildung, dem Job und Familiengründung habe ich ein wenig den Bezug verloren. Für ein aufwändiges Hobby fehlte mir auch einfach die Zeit.
Da die Kinder nun fasst aus dem Haus sind möchte ich aber nun gerne die alte Leidenschaft wieder zum Leben erwecken und würde diesbezüglich gerne in die DSO Astrofotografie einsteigen. Mir ist bewusst das die Lernkurve sehr hoch ist und das ganze, gerade für den Anfänger, mit viel Frustration und Leid verbunden sein kann. Es gibt wie immer im Leben viel zu lernen. Ich begreife das aber eher als langfristiges Hobby und möchte das Step by Step angehen. Ich verspüre jetzt auch keinen Zeitdruck. Deswegen habe ich auch beschlossen mich vorab erstmal gründlich zu informieren bevor ich irgendwelche Dinge kaufe oder anschaffe. Ich denke es ist wichtig das man sich die Zeit dafür nimmt. Wenn was nicht passt ist Frustration und die Fehlerrate einfach zu hoch.
Mittlerweile habe ich mir hunderte Beiträge, Forenartikel aber auch Blogs, Videos (zB. Frank Sackenheim, Astrobackyard etc...) angeschaut. Ich bin auch dabei ein Buch zu kaufen um die Grundsätze und Techniken erstmal genauer zu verstehen und um mir eine Basis anzueignen. Ich wäre diesbezüglich sehr dankbar für eine gute Empfehlung.
Natürlich weiß ich das die Praxis (probieren, fallen und aufstehen) immer die beste Möglichkeit ist was zu erlernen, jedoch finde ich es nicht schlecht die grundsätzlichen Dinge erstmal zu verstehen und soviel Wissen wie möglich aufzusammeln.
Ich habe daher auch ein paar Schlussfolgerungen und würde gerne wissen ob ich da richtig liege.
Ist es richtig, das es für einen Anfänger wie mich, besser ist mit einem kleinen APO mit kleiner Brennweite (300-600mm) zu beginnen? Nach all den Informationen denke ich das dieses Setup weniger Ansprüche an die Montierung stellt und das "Widefield" Aufnahmen Probleme oder Schwierigkeiten mit dem guiden eher verzeihen. Ich hab mir diesbezüglich natürlich schon das FOV in Bezug auf Brennweite und Kamera (DSLR) zu verschiedenen Zielen bei Astronomy.tools angeschaut. Eine eierlegende Wollmilschsau gibt es nicht und es kommt wohl immer darauf an was man fotografieren möchte. Deshalb ist es auch klar das sich das Equipment eher erweitert/ergänzt als verkleinert. Ein portables mobiles Setup ergänzt dann später eine eher schwere unhandliche Lösung. Ziel sind erstmal die dankbaren lichtstarken und nahen Objekte (Galaxien, Nebel etc...) die Bezüglich APO und Kamera auch geeignet sind. Korrigiert mich wenn ich da falsch liege.
Was ich auch gelesen habe ist der Hinweis das Teleskop, Montierung und das restliche Equipment zu einander passen müssen. Gerade im Hinblick auf die Stabilität, sowie Balance und das korrekte austarieren des Equipment. Inwiefern ist das von Wichtigkeit? Ich habe diesbezüglich auch gelesen das viele hingehen und gezielt die Balance verschieben um "Fehler" der Achsen und der Schnecke zu korrigieren.
Zudem hatte ich einen Newton erstmal in Frage gestellt. Gerade im Hinblick auf das Gewicht, Fläche (Wind, Vibrationen) - das Rohr ist halt windanfälliger, Equipment (Kamera am kurzen ggf. wackeligen OAZ, Koma Korrektor) und bezüglich Besonderheit der Justage stellt dieses Equipment für mich doch höhere Anforderungen an den Benutzer und die Montierung. Für die Fotografie benötigt man für das Equipment wohl auch erstmal eine schwerere Montierung und das macht das ganze für mich in Summe dann erstmal nicht einsteigerfreundlich, portabel und oft nutzbar.
Ich denke am Anfang ist es für mich als Anfänger das A und O das Equipment so oft wie möglich zu benutzen. Auch wenn man nur wenige Stunden Zeit hat. Je schwerer und größer das Equipment desto mehr laufe ich meiner bescheidenen Meinung wohl in Gefahr es nicht zu nutzen bzw. nutzen zu können. Es setzt dann nach meiner Vorstellung ein noch höheres Maß an Planung voraus und die Abhängigkeit von optimalen Bedingungen ist ggf ein vielfaches größer.
Bei der Montierung selbst bin ich mir noch unschlüssig und teilweise irritiert was die Qualtität und Guidingleistung betrifft. Ich würde gerne mit einer Montierung beginnen die ich oft nutzen kann. Der Lernfaktor wäre für mich dann größer. Sofern man aus seinen Fehlern lernt und auch nachfragt. Daher sollte für mich die Montierung erstmal leicht sein aber soweit stabil, das ein vernünftiges Guiding durchgeführt werden kann. Was mir auch noch nicht klar ist inwiefern man bei RA- und DEC Achse (Backlash, Worm Gear etc) oder generell bei der Montierung selbst Hand anlegen muss was die Justage und das Tuning angeht. Ich denke auch das diese Probleme beim Guiding die größten Probleme verursachen und das sich das Lichtsammeln dadurch erheblich verkürzen kann. Ich lese auch oft von großen Streuungen in der Produktion. Das betrifft wohl alle Hersteller besonders im unteren und mittleren Segment. Auch die verwendeten Materialien zB. Fette, Läger etc...sollen nicht so gut sein. Ich habe zwar keine linken Hände. Bei einer mir noch unbekannten Montierung in der Größenordnung von 1500 - 3000 Euro hätte ich dann aber doch schon eher Hemmungen dran rumzuschrauben.
Während meiner Ausbildung habe ich mal alte Nadeldrucker repariert inkl. Riemenantrieb und Zahnräder. Das ist aber schon ewig her. Wie hoch ist da der Aufwand und wie regelmäßig müsste ein solches Tuning vollzogen werden? Macht ihr das (regelmäßig) selbst oder durch Dienstleister wie zb. CG-5? Machen sowas auch die Astro Shops unabhängig vom Hersteller? Ist es sinnvoll das bei Kauf abzuschließen und vorab durchführen zu lassen? Und wie schaut es mit der Regelmäßigkeit solcher Maßnahmen aus?
Für mich persönlich steht daher erstmal der (Grund)Prozess an erster Stelle. Planung, Aufbau, Nivellierung, Ausrichtung, Einnorden, Star Alignment, Fokussierung und das korrekte Anfahren und Finden des Zielobjektes und auch das stabile Guiding. Dh. üben üben üben. Auch bezüglich meiner DSLR (Canon 600d) gibt es in diesem Bereich wohl einige Dinge die ein wenig anders laufen. Auch hier sind noch nicht alle Einstellungen klar. Insbesondere was das fokussieren (Teleskop und DSLR) betrifft. Ein dunkler Nachthimmel ist auch eine andere Nummer. Mein Gedankengang ist daher diese Abläufe erstmal zu verinnerlichen, Fehler im Laufe der Zeit zu minimieren und das Equipment erstmal kennen zu lernen.
Ein weiteres Ziel ist es auch das ganze elektronisch zu steuern. Hier kommt mir mein Job zu gute. Rasp-PI, Linux oder auch ein Mini-Pc unter Windows mit Nina sollten daher kein Problem darstellen. Knackpunkt wird hier wohl eher die korrekte Integration und die Ansteuerung des Equipment (Treiber) sein sowie generell auch der Umgang mit der Software sowie die Nutzung der korrekten Einstellungen. In den Videos fand ich das durchaus verwirrend, da einige Einstellungen bei unterschiedlichen Nutzern völlig unterschiedlich waren. Ich gehe mal davon aus das ist Equipment und vieles läuft auf Try und Error hinaus. Auch was die Einstellungen zu PHD2 angeht scheint es sehr individuell von den eigenen Bedingungen / Montierung abzuhängen.
Von daher habe ich anfangs keine großen Erwartungen was die Qualität der Bilder angeht. Es wäre auch vermessen zu glauben das dies alles so leicht von der Hand geht. Fokus liegt in Richtung Grundprozess, Automatisierung und Fehler Minimierung. Wobei mir natürlich klar ist das auch mit Erfahrung vieles schief gehen kann.
Bezüglich des Equipment habe ich mir daher nun folgende Gedanken gemacht:
1. APO 60-72/300-500 mm (1,5 - 2,5 kg) - Tipps willkommen, ich dachte an TS Optics 60/360 oder 72/432 Doublet mit FPL53 + Adapter DSLR, + 1.0x Flattener (Arbeitsabstand!), Rotator 360°
2. Montierung: ES Exos-2 od. ES i-Exos 100, Skywachter EQ 3 Pro GoTo / od. EQM35 Pro Goto (Stativ!), IOptron Cem26 oder Gem bis 28 + ggf. Tuning + Optimierung (RA/DEC etc.) Wobei ich denke das die IOptron für den APO für den Anfang übertrieben sind, ich die Qualität noch nicht abschätzen kann und das Hobby mich länger begleiten wird. Ich seh die ersten 1-4 Jahre als absolute Lernphase
3. Guidescop plus Guiding Cam (30-50mm + ASI 120mm mini)
4. Mini-PC w. N.I.N.A / Rasp-PI 4 + Stellarmate OS (beides hätte ich schon zur Verfügung)
5. DSLR Canon 600d (zur Verfügung) ggf. später Umbau Astromod
6. Software Siril, GIMP, DSS über Tipps würde ich mich freuen. Mit Pixinsight, Photoshop u.ä. beschäftige ich mich erst wenn die Grundqualität des Lichtsammeln stimmt und ich den Prozess verinnerlicht hab.
Round about liege ich mit dem Equipment inkl. DSLR und Adapter irgendwo zw. 3.5 - 4.5 Kg. Ich werde mir natürlich diesbezüglich vor Wahl einer Montierung eine genaue Tabelle mit den Gewichten anlegen.
Bei der Standortwahl habe ich keine Probleme. Im Gegenteil! bezüglich DSO Fotografie finde ich das eher ideal. Sofern man bei der Lichtverschmutzung in Deutschland überhaupt davon sprechen kann. In meinem Garten (Bortle 5, SQM 19,93) hätte ich viel Platz. Polarstern ist immer in Sicht und auch der Blick in verschieden Himmelsrichtung ist nicht versperrt. Hier könnte ich mir später sogar eine Festmontierung vorstellen.
Zudem hätte ich noch die Auswahl am Arbeitsplatz (Bortle 4, SQM 21,04) in einer ländlichen geprägten Gegend. Hier könnte ich mein Equipment in das Auto legen und müsste abends nur noch aufbauen (Portabilität). Zudem steht mir noch ein Mobilhome (Übernachtungsmöglichkeit) auf einem kleinen Campingplatz zur Verfügung. Der Stellplatz liegt am Rand zu einem größeren Feld aus flachem Gras. Das liegt in der Nähe eines größeren Naturpark ebenfalls mit Bortle 4 SQM 21,25. Mit vernünftigem WLAN könnte ich das sogar aus dem Mobilhome bedienen.
Alles in allem wären also die Voraussetzungen für brauchbare und gute Bilder nicht schlecht. Das wichtigste ist so wie ich das verstanden hab immer noch das Seeing. Von daher den größten Respekt vor den Leuten die aus Bortle 7-9 Regionen die schönsten Bilder raushauen.
Ich bin dankbar für jede Menge Tipps und Anregungen.
Vielen Dank!
ich möchte mich kurz vorstellen. Mein Name ist Dominik und ich schaue für mein Leben gerne in den Nachthimmel.
Das Interesse für Astronomie hat während meiner Schul- und Jugendzeit begonnen. Von unserem Planetensystem, den Sternen, Galaxien, Nebeln, Supernovae, Schwarzen Löchern und der endlosen Weite war ich schon immer begeistert und fasziniert. Ich verschlinge noch heute viele Dokumentationen und Bücher zu dem Thema.
Entfacht wurde das ganze als ich mein erstes Teleskop, als Geburtstagsgeschenk, mein eigen nennen durfte. Es war natürlich nicht das allerbeste. Im Nachgang betrachtet recht einfach. Die einfache "Holz" Montierung würde man wohl heute eher als Brennholz verwenden. Die ersten Gehversuche waren sicherlich schwierig aber einfach wunderbar und es war unglaublich den Mond (so nah), Jupiter und Saturn mit eigenen Augen zu sehen. Wenn auch etwas zitterig und wackelig und geprägt von mangelnder Sachkenntnis. Schon damals merkte ich aber wie wichtig eine gewisse Stabilität ist und wie schwierig es ansonsten wird das Ziel im Zentrum zu halten. Vom anfänglichen richtigen fokussieren ganz zu schweigen. Heute muss ich noch schmunzeln das ich überhaupt was gesehen und gefunden hab.
Nach Abi, Berufsausbildung, dem Job und Familiengründung habe ich ein wenig den Bezug verloren. Für ein aufwändiges Hobby fehlte mir auch einfach die Zeit.
Da die Kinder nun fasst aus dem Haus sind möchte ich aber nun gerne die alte Leidenschaft wieder zum Leben erwecken und würde diesbezüglich gerne in die DSO Astrofotografie einsteigen. Mir ist bewusst das die Lernkurve sehr hoch ist und das ganze, gerade für den Anfänger, mit viel Frustration und Leid verbunden sein kann. Es gibt wie immer im Leben viel zu lernen. Ich begreife das aber eher als langfristiges Hobby und möchte das Step by Step angehen. Ich verspüre jetzt auch keinen Zeitdruck. Deswegen habe ich auch beschlossen mich vorab erstmal gründlich zu informieren bevor ich irgendwelche Dinge kaufe oder anschaffe. Ich denke es ist wichtig das man sich die Zeit dafür nimmt. Wenn was nicht passt ist Frustration und die Fehlerrate einfach zu hoch.
Mittlerweile habe ich mir hunderte Beiträge, Forenartikel aber auch Blogs, Videos (zB. Frank Sackenheim, Astrobackyard etc...) angeschaut. Ich bin auch dabei ein Buch zu kaufen um die Grundsätze und Techniken erstmal genauer zu verstehen und um mir eine Basis anzueignen. Ich wäre diesbezüglich sehr dankbar für eine gute Empfehlung.
Natürlich weiß ich das die Praxis (probieren, fallen und aufstehen) immer die beste Möglichkeit ist was zu erlernen, jedoch finde ich es nicht schlecht die grundsätzlichen Dinge erstmal zu verstehen und soviel Wissen wie möglich aufzusammeln.
Ich habe daher auch ein paar Schlussfolgerungen und würde gerne wissen ob ich da richtig liege.
Ist es richtig, das es für einen Anfänger wie mich, besser ist mit einem kleinen APO mit kleiner Brennweite (300-600mm) zu beginnen? Nach all den Informationen denke ich das dieses Setup weniger Ansprüche an die Montierung stellt und das "Widefield" Aufnahmen Probleme oder Schwierigkeiten mit dem guiden eher verzeihen. Ich hab mir diesbezüglich natürlich schon das FOV in Bezug auf Brennweite und Kamera (DSLR) zu verschiedenen Zielen bei Astronomy.tools angeschaut. Eine eierlegende Wollmilschsau gibt es nicht und es kommt wohl immer darauf an was man fotografieren möchte. Deshalb ist es auch klar das sich das Equipment eher erweitert/ergänzt als verkleinert. Ein portables mobiles Setup ergänzt dann später eine eher schwere unhandliche Lösung. Ziel sind erstmal die dankbaren lichtstarken und nahen Objekte (Galaxien, Nebel etc...) die Bezüglich APO und Kamera auch geeignet sind. Korrigiert mich wenn ich da falsch liege.
Was ich auch gelesen habe ist der Hinweis das Teleskop, Montierung und das restliche Equipment zu einander passen müssen. Gerade im Hinblick auf die Stabilität, sowie Balance und das korrekte austarieren des Equipment. Inwiefern ist das von Wichtigkeit? Ich habe diesbezüglich auch gelesen das viele hingehen und gezielt die Balance verschieben um "Fehler" der Achsen und der Schnecke zu korrigieren.
Zudem hatte ich einen Newton erstmal in Frage gestellt. Gerade im Hinblick auf das Gewicht, Fläche (Wind, Vibrationen) - das Rohr ist halt windanfälliger, Equipment (Kamera am kurzen ggf. wackeligen OAZ, Koma Korrektor) und bezüglich Besonderheit der Justage stellt dieses Equipment für mich doch höhere Anforderungen an den Benutzer und die Montierung. Für die Fotografie benötigt man für das Equipment wohl auch erstmal eine schwerere Montierung und das macht das ganze für mich in Summe dann erstmal nicht einsteigerfreundlich, portabel und oft nutzbar.
Ich denke am Anfang ist es für mich als Anfänger das A und O das Equipment so oft wie möglich zu benutzen. Auch wenn man nur wenige Stunden Zeit hat. Je schwerer und größer das Equipment desto mehr laufe ich meiner bescheidenen Meinung wohl in Gefahr es nicht zu nutzen bzw. nutzen zu können. Es setzt dann nach meiner Vorstellung ein noch höheres Maß an Planung voraus und die Abhängigkeit von optimalen Bedingungen ist ggf ein vielfaches größer.
Bei der Montierung selbst bin ich mir noch unschlüssig und teilweise irritiert was die Qualtität und Guidingleistung betrifft. Ich würde gerne mit einer Montierung beginnen die ich oft nutzen kann. Der Lernfaktor wäre für mich dann größer. Sofern man aus seinen Fehlern lernt und auch nachfragt. Daher sollte für mich die Montierung erstmal leicht sein aber soweit stabil, das ein vernünftiges Guiding durchgeführt werden kann. Was mir auch noch nicht klar ist inwiefern man bei RA- und DEC Achse (Backlash, Worm Gear etc) oder generell bei der Montierung selbst Hand anlegen muss was die Justage und das Tuning angeht. Ich denke auch das diese Probleme beim Guiding die größten Probleme verursachen und das sich das Lichtsammeln dadurch erheblich verkürzen kann. Ich lese auch oft von großen Streuungen in der Produktion. Das betrifft wohl alle Hersteller besonders im unteren und mittleren Segment. Auch die verwendeten Materialien zB. Fette, Läger etc...sollen nicht so gut sein. Ich habe zwar keine linken Hände. Bei einer mir noch unbekannten Montierung in der Größenordnung von 1500 - 3000 Euro hätte ich dann aber doch schon eher Hemmungen dran rumzuschrauben.
Während meiner Ausbildung habe ich mal alte Nadeldrucker repariert inkl. Riemenantrieb und Zahnräder. Das ist aber schon ewig her. Wie hoch ist da der Aufwand und wie regelmäßig müsste ein solches Tuning vollzogen werden? Macht ihr das (regelmäßig) selbst oder durch Dienstleister wie zb. CG-5? Machen sowas auch die Astro Shops unabhängig vom Hersteller? Ist es sinnvoll das bei Kauf abzuschließen und vorab durchführen zu lassen? Und wie schaut es mit der Regelmäßigkeit solcher Maßnahmen aus?
Für mich persönlich steht daher erstmal der (Grund)Prozess an erster Stelle. Planung, Aufbau, Nivellierung, Ausrichtung, Einnorden, Star Alignment, Fokussierung und das korrekte Anfahren und Finden des Zielobjektes und auch das stabile Guiding. Dh. üben üben üben. Auch bezüglich meiner DSLR (Canon 600d) gibt es in diesem Bereich wohl einige Dinge die ein wenig anders laufen. Auch hier sind noch nicht alle Einstellungen klar. Insbesondere was das fokussieren (Teleskop und DSLR) betrifft. Ein dunkler Nachthimmel ist auch eine andere Nummer. Mein Gedankengang ist daher diese Abläufe erstmal zu verinnerlichen, Fehler im Laufe der Zeit zu minimieren und das Equipment erstmal kennen zu lernen.
Ein weiteres Ziel ist es auch das ganze elektronisch zu steuern. Hier kommt mir mein Job zu gute. Rasp-PI, Linux oder auch ein Mini-Pc unter Windows mit Nina sollten daher kein Problem darstellen. Knackpunkt wird hier wohl eher die korrekte Integration und die Ansteuerung des Equipment (Treiber) sein sowie generell auch der Umgang mit der Software sowie die Nutzung der korrekten Einstellungen. In den Videos fand ich das durchaus verwirrend, da einige Einstellungen bei unterschiedlichen Nutzern völlig unterschiedlich waren. Ich gehe mal davon aus das ist Equipment und vieles läuft auf Try und Error hinaus. Auch was die Einstellungen zu PHD2 angeht scheint es sehr individuell von den eigenen Bedingungen / Montierung abzuhängen.
Von daher habe ich anfangs keine großen Erwartungen was die Qualität der Bilder angeht. Es wäre auch vermessen zu glauben das dies alles so leicht von der Hand geht. Fokus liegt in Richtung Grundprozess, Automatisierung und Fehler Minimierung. Wobei mir natürlich klar ist das auch mit Erfahrung vieles schief gehen kann.
Bezüglich des Equipment habe ich mir daher nun folgende Gedanken gemacht:
1. APO 60-72/300-500 mm (1,5 - 2,5 kg) - Tipps willkommen, ich dachte an TS Optics 60/360 oder 72/432 Doublet mit FPL53 + Adapter DSLR, + 1.0x Flattener (Arbeitsabstand!), Rotator 360°
2. Montierung: ES Exos-2 od. ES i-Exos 100, Skywachter EQ 3 Pro GoTo / od. EQM35 Pro Goto (Stativ!), IOptron Cem26 oder Gem bis 28 + ggf. Tuning + Optimierung (RA/DEC etc.) Wobei ich denke das die IOptron für den APO für den Anfang übertrieben sind, ich die Qualität noch nicht abschätzen kann und das Hobby mich länger begleiten wird. Ich seh die ersten 1-4 Jahre als absolute Lernphase
3. Guidescop plus Guiding Cam (30-50mm + ASI 120mm mini)
4. Mini-PC w. N.I.N.A / Rasp-PI 4 + Stellarmate OS (beides hätte ich schon zur Verfügung)
5. DSLR Canon 600d (zur Verfügung) ggf. später Umbau Astromod
6. Software Siril, GIMP, DSS über Tipps würde ich mich freuen. Mit Pixinsight, Photoshop u.ä. beschäftige ich mich erst wenn die Grundqualität des Lichtsammeln stimmt und ich den Prozess verinnerlicht hab.
Round about liege ich mit dem Equipment inkl. DSLR und Adapter irgendwo zw. 3.5 - 4.5 Kg. Ich werde mir natürlich diesbezüglich vor Wahl einer Montierung eine genaue Tabelle mit den Gewichten anlegen.
Bei der Standortwahl habe ich keine Probleme. Im Gegenteil! bezüglich DSO Fotografie finde ich das eher ideal. Sofern man bei der Lichtverschmutzung in Deutschland überhaupt davon sprechen kann. In meinem Garten (Bortle 5, SQM 19,93) hätte ich viel Platz. Polarstern ist immer in Sicht und auch der Blick in verschieden Himmelsrichtung ist nicht versperrt. Hier könnte ich mir später sogar eine Festmontierung vorstellen.
Zudem hätte ich noch die Auswahl am Arbeitsplatz (Bortle 4, SQM 21,04) in einer ländlichen geprägten Gegend. Hier könnte ich mein Equipment in das Auto legen und müsste abends nur noch aufbauen (Portabilität). Zudem steht mir noch ein Mobilhome (Übernachtungsmöglichkeit) auf einem kleinen Campingplatz zur Verfügung. Der Stellplatz liegt am Rand zu einem größeren Feld aus flachem Gras. Das liegt in der Nähe eines größeren Naturpark ebenfalls mit Bortle 4 SQM 21,25. Mit vernünftigem WLAN könnte ich das sogar aus dem Mobilhome bedienen.
Alles in allem wären also die Voraussetzungen für brauchbare und gute Bilder nicht schlecht. Das wichtigste ist so wie ich das verstanden hab immer noch das Seeing. Von daher den größten Respekt vor den Leuten die aus Bortle 7-9 Regionen die schönsten Bilder raushauen.
Ich bin dankbar für jede Menge Tipps und Anregungen.
Vielen Dank!
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