Miji
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Hallo,
vor etwa 30 Minuten endete meine bisher spektakulärste Astronacht!
Zusammen mit einem Freund wollten wir heute dem täglichen Nacht-Nebel entkommen und sind dazu etwa 20km in ein höher gelegenes Gebiet in unserer Nähe, den Stauden, gefahren. Dort kannte ich bereits einen Platz, der umgeben von Wald auf einem Hügel liegt und absolut keine Ortschaft direkt oder auch nur indirekt durch Streulicht sichtbar ist!
Dort angekommen -Das Galaxy Dobson im Gepäck- eine Pracht von Sternen über uns! Die Milchstraße leuchtete hell und die Pleiaden schienen regelrecht zu glühen! Auch der Orionnebel war schon mit bloßem Auge hell und deutlich! Der Nebel legte sich tatsächlich durchgehend unterhalb unseres Hügels ab und war nur für wenige Minuten hinderlich am Beobachten. So hatten wir ab einer Höhe von ca. 20° scharfe Sternabbildungen!
Das Seeing schätzten wir auf 4/5 und die Durchsicht war nur wegen des Nebels in Horizontnähe bei ebenfalls etwa 4/5! Beim Grenzwert festlegen sind wir leider sehr ungeübt, aber wir schätzen auf durchgehend mindestens 4m aber hoch bis zu 6m im Zenit ist durchaus wahrscheinlich!
Wir beobachteten also zunächst M31, was nicht sonderlich spektakulär war, aber trotzdem ein schöner Einstieg. Dann folgte M15, der schon recht tief stand und deswegen auch nur in den Randgebieten aufgelöst war. Da mein Freund noch gar keine Erfahrung mit praktischem DS beobachten hatte, wollte ich ihm auch noch M57 zeigen, allerdings stand der Ringnebel schon so tief, dass ich nur mit Müh und Not den Ring als solchen erkennen konnte.
Um neue Objekte kennenzulernen versuchten wir uns auch an M81 und M82, allerdings fiel uns nur ein schwach leuchtender Nebel auf, der möglicherweise einer der Galaxien sein könnte.
Jetzt aber wollten wir den Orion-Nebel sehen. Schon bei kleinster Vergrößerung war er rießig und seine Arme erstreckten sich über das gesamte Gesichtsfeld (1,33°!!). Er war fantastisch strukturiert. Die Dunkelwolke war sehr deutlich und auch M43 sehr hell. Doch das war noch nicht genug. Bei 75 facher Vergrößerung war sogar die Dunkelwolke durchstrukturiert und erschien sogar plastisch. Das ganze sah einer Cumuluswolke ähnlich (von der Form), nur eben dunkel! Sie schien sich richtig in den Nebel hineinzufressen. Wahnsinn!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" />
Doch auch das war noch nicht alles! Die helleren Bereiche des Nebels waren auch bis ins Feinste durchstrukturiert. Hellere und dunklere Bereiche waren gestochen scharf voneinander zu trennen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Auch die Trapezsterne waren schon bei 38x zu trennen und gestochen scharf!
Wir versuchten auch Fotos zu machen. Auf diesen ist sogar Farbe, leider sind es aber Strichspuren, wegen der Dobson-Montierung. Die Methode: Kamera auf Stativ hinters Okular!! [Vielleicht kann ich die Fotos bald ins Netz stellen! Wen es interessiert dem kann ich sie auch gerne per Mail schicken!]
Den Orion so zu zeichnen, wie wir ihn heute sehen konnten, trau ich mir gar nicht zu! So viele Einzelheiten könnte ich nicht annähernd so schön zeichnen, wie sie zu sehen waren!! Es wäre einfach nicht gut genug! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />
Zum Vergleich: Das Orion-Bild im Einband des Karkoschka von 1997 zeigt zwar mehr Farbe, als unser visueller Eindruck, ist aber wesentlichst Detailärmer und unschärfer, sowohl was die hellen als auch die dunklen Bereiche betrifft!
Die Beschreibung im Karkoschka empfinde ich fast noch als zu wenig! Bis auf die blau-grüne Farbe war wirklich alles so oder gar besser zu sehen und absolut "unbeschreiblich"!
Zu guter Letzt wollten wir noch den Saturn anschauen und ein wenig fotografieren versuchen. Das Problem dabei war: ab 80x war ein rießige leuchtendes Gebiet um Saturn. Woher könnte das kommen? Nebel? Schlechte Okulare (Plössl)? Kein Filter? Es waren auch zwei Monde zu sehen. Leider weiß ich nicht welche es gewesen sein könnten. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> Die Cassini-Teilung war ab 130x deutlich zu sehen, aber auch vorher schon angedeutet.
Alles in Allem war dieser Abend ein rießiges Erlebnis. Vor Allem Orion zeigte mehr, als ichmir je erträumt hätte! Das visuelles Beobachten von DS soo viele Details zeigen kann, hätte ich nicht geglaubt!
Der Beobachtungsplatz wird von uns nun wohl öfters angefahren werden!
Jetzt kann ich auf jeden Fall zufrieden und voller Glück ins Bett gehen und von einer Dunkelwolke träumen die unglaubliche 1400Lj entfernt ist.
vor etwa 30 Minuten endete meine bisher spektakulärste Astronacht!
Zusammen mit einem Freund wollten wir heute dem täglichen Nacht-Nebel entkommen und sind dazu etwa 20km in ein höher gelegenes Gebiet in unserer Nähe, den Stauden, gefahren. Dort kannte ich bereits einen Platz, der umgeben von Wald auf einem Hügel liegt und absolut keine Ortschaft direkt oder auch nur indirekt durch Streulicht sichtbar ist!
Dort angekommen -Das Galaxy Dobson im Gepäck- eine Pracht von Sternen über uns! Die Milchstraße leuchtete hell und die Pleiaden schienen regelrecht zu glühen! Auch der Orionnebel war schon mit bloßem Auge hell und deutlich! Der Nebel legte sich tatsächlich durchgehend unterhalb unseres Hügels ab und war nur für wenige Minuten hinderlich am Beobachten. So hatten wir ab einer Höhe von ca. 20° scharfe Sternabbildungen!
Das Seeing schätzten wir auf 4/5 und die Durchsicht war nur wegen des Nebels in Horizontnähe bei ebenfalls etwa 4/5! Beim Grenzwert festlegen sind wir leider sehr ungeübt, aber wir schätzen auf durchgehend mindestens 4m aber hoch bis zu 6m im Zenit ist durchaus wahrscheinlich!
Wir beobachteten also zunächst M31, was nicht sonderlich spektakulär war, aber trotzdem ein schöner Einstieg. Dann folgte M15, der schon recht tief stand und deswegen auch nur in den Randgebieten aufgelöst war. Da mein Freund noch gar keine Erfahrung mit praktischem DS beobachten hatte, wollte ich ihm auch noch M57 zeigen, allerdings stand der Ringnebel schon so tief, dass ich nur mit Müh und Not den Ring als solchen erkennen konnte.
Um neue Objekte kennenzulernen versuchten wir uns auch an M81 und M82, allerdings fiel uns nur ein schwach leuchtender Nebel auf, der möglicherweise einer der Galaxien sein könnte.
Jetzt aber wollten wir den Orion-Nebel sehen. Schon bei kleinster Vergrößerung war er rießig und seine Arme erstreckten sich über das gesamte Gesichtsfeld (1,33°!!). Er war fantastisch strukturiert. Die Dunkelwolke war sehr deutlich und auch M43 sehr hell. Doch das war noch nicht genug. Bei 75 facher Vergrößerung war sogar die Dunkelwolke durchstrukturiert und erschien sogar plastisch. Das ganze sah einer Cumuluswolke ähnlich (von der Form), nur eben dunkel! Sie schien sich richtig in den Nebel hineinzufressen. Wahnsinn!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" />
Doch auch das war noch nicht alles! Die helleren Bereiche des Nebels waren auch bis ins Feinste durchstrukturiert. Hellere und dunklere Bereiche waren gestochen scharf voneinander zu trennen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Auch die Trapezsterne waren schon bei 38x zu trennen und gestochen scharf!
Wir versuchten auch Fotos zu machen. Auf diesen ist sogar Farbe, leider sind es aber Strichspuren, wegen der Dobson-Montierung. Die Methode: Kamera auf Stativ hinters Okular!! [Vielleicht kann ich die Fotos bald ins Netz stellen! Wen es interessiert dem kann ich sie auch gerne per Mail schicken!]
Den Orion so zu zeichnen, wie wir ihn heute sehen konnten, trau ich mir gar nicht zu! So viele Einzelheiten könnte ich nicht annähernd so schön zeichnen, wie sie zu sehen waren!! Es wäre einfach nicht gut genug! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />
Zum Vergleich: Das Orion-Bild im Einband des Karkoschka von 1997 zeigt zwar mehr Farbe, als unser visueller Eindruck, ist aber wesentlichst Detailärmer und unschärfer, sowohl was die hellen als auch die dunklen Bereiche betrifft!
Die Beschreibung im Karkoschka empfinde ich fast noch als zu wenig! Bis auf die blau-grüne Farbe war wirklich alles so oder gar besser zu sehen und absolut "unbeschreiblich"!
Zu guter Letzt wollten wir noch den Saturn anschauen und ein wenig fotografieren versuchen. Das Problem dabei war: ab 80x war ein rießige leuchtendes Gebiet um Saturn. Woher könnte das kommen? Nebel? Schlechte Okulare (Plössl)? Kein Filter? Es waren auch zwei Monde zu sehen. Leider weiß ich nicht welche es gewesen sein könnten. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> Die Cassini-Teilung war ab 130x deutlich zu sehen, aber auch vorher schon angedeutet.
Alles in Allem war dieser Abend ein rießiges Erlebnis. Vor Allem Orion zeigte mehr, als ichmir je erträumt hätte! Das visuelles Beobachten von DS soo viele Details zeigen kann, hätte ich nicht geglaubt!
Der Beobachtungsplatz wird von uns nun wohl öfters angefahren werden!
Jetzt kann ich auf jeden Fall zufrieden und voller Glück ins Bett gehen und von einer Dunkelwolke träumen die unglaubliche 1400Lj entfernt ist.