Wahrnehmung Sternfarben

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gateway

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Hallo liebe Astrokollegen,

ich hab mal meine Beobachtungsaufzeichnungen der letzten Monate durchgeblättert und vor allem DS Beobachtungen mit den Beobachtungen hier im Forum bzw. auch von anderen Quellen abgeglichen.
Dabei ist mir aufgefallen, dass ich etliche Male einen gelbfarbenen Stern als weiß notiert habe.

Jetzt beschleicht mich das Gefühl, dass ich, wenn die Sterne zu hell sind, die Farbe nicht mehr richtig interpretieren kann.

Spezielles Beispiel:
Bevor ich mir dieses Jahr den Lacerta 80/500 gekauft habe, habe ich ein paar Mal mit dem 102/500 SW Doppelsterne beobachtet.
Zeta1 Cancri hab ich z.B. mit weiß und weißblau notiert - beobachtet mit eine 5mm Delite Okular, also 100x
Mit dem neuen Apo hab ich noch nicht allzuviel beobachtet (vor allem leider keine Vergleichsbeobachtung von Zeta Cancri), aber natürlich denk ich mir, dass die Farbe aufgrund der besseren Korrektur im Strahlengang deutlicher sein muss, aber ich habe gefühlt auch die Farbe deswegen nicht gesehen, weil die Abbildung noch zu hell war... kann das sein?

Insgesamt schwirren deswegen einfach ein paar Fragen in meinem Kopf herum, auf die ich auf in diverser Literatur und im Internet nicht wirklich Antworten gefunden habe. Deswegen hoffe ich auf die Experten hier im Forum.
Vielleicht entsteht hieraus ja auch eine interessante Diskussion über Tipps und Tricks zur Doppelsternbeobachtung.

- Wie geht ihr mit hellen Sternen um, die auch bei z.B. 5mm Okular noch zu hell sind bzw. wie weiter vergrößert ihr um das Maximum aus euer Beobachtung rauszuholen (ND Filter? Barlow? Öffnung mit Schablone verkleinern?)
- Welche Geräte präferiert ihr für die DS Beobachtung, ich bin da immer in Diskussion mit mir selbst welches Teleskop zum Einsatz kommen soll, hab aber mit etwas mehr als 50 dokumentieren Doppelstern-Beobachtungen nicht die große Erfahrung und tu mir deswegen schwer (Ich hab ein 80/500mm Apo, ein 100/900mm Apo, ein 127/1500mm Mak, ein 150/750mm Newton und ein 254/1200mm Dobson zur Wahl)
- Wie beurteilt ihr den Vorteil von Linsen gegenüber Spiegel im Hinblick auf das Licht in den Beugungsscheibchen. Also der Vorteil von der großen Öffnung von den Reflektoren wird ja (teilweise?) von den helleren Beugungsscheibchen zunichte gemacht, zumindest soweit ich das verstanden habe bzw. sieht man das auch ganz gut im Vergleich. Was sind da eure Präferenzen?
- Gibts sonst noch unbezahlbare Tipps der Experten für die Verbesserung der visuellen Beobachtung?

Ich weiß das sind viele Fragen auf einmal, aber vielleicht findet sich jemand der mir weiterhelfen kann und möchte?

Vielen Dank schon mal vorab!

Liebe Grüße
Philipp
 
Hallo Philipp,
ich würde mich auch nicht als der Experte für DS bezeichnen, habe sie aber in den vergangenen rd. 2 Jahren zunehmend für mich entdeckt. Die Farbwahrnehmung variiert bei mir mich auch gelegentlich. Bei der Beobachtung notiere ich den Farbeindruck, um dann und wann festzustellen, dass die Literatur anderer Meinung ist.

Du wirst aber auch feststellen, dass versch. Beobachter beim selben Stern unterschiedliche Farbeindrücke haben. Auch kann sich der Farbeindruck mit der Vergrößerung ändern, und das muss nicht immer mit den tatsächlichen Spektralfarben überein stimmen. Da würde ich kein persönliches Defizit draus machen. Wenn es Dein Eindruck ist, ist er das. Aber das macht die Sache mit Doppelsternen ja spannend.

Bei Epsilon Equ hatte ich le. Woche bei kleine Vergrößerung den Eindruck weiß-blau/weiß mit steigender Vergrößerung habe ich mich dann für gelb/weiß entschieden (so steht es auch geschrieben ?). im Nachbarforum gibt es übrigens den Thread "farbige Doppelsterne 2.0".

Viele Grüße
Uwe
 
Die Farbwahrnehmung bei Doppelsterne verbessert sich, oh Wunder, mit der zunehmenden Beobachtung dieser. Bzw. mit jeweiligem Vergleich, was die Zahlen hergeben, was z.B. mit Skysafari direkt im Feld zu machen ist.

Abhängig ist die Farbwahrnehmung von:
- Öffnung. Für mein 110/660 Refraktor ist ca. ab 8.5-9.0m Ende mit einer sauberen Einschätzung, darüber wird es spekulativ.
- Vergrösserung. Entgegen (einiger?) Meinungen ist je kleiner die Vergrösserung, m.E. die Farbe desto besser erkennbar bzw. einzustufen, sogar in Nuancen z.B. ob ein weiss gegen das blaue geht (blau, das ich kaum je erkennen kann), oder aber ins gelbe. Für obige Öffnung ist 65x ein zuverlässiger Richtwert. Inbesondere bei Marxis..., äh Roten wird es mit kleinerer Vergrösserung nur immer "besser". Nach meiner Erfahrung "bleicht" zunehmende Vergrösserung allermeist nur aus.
- Refraktor ist das Mittel der Wahl meine ich. Nur kurz mit einem C5 SC experimentiert, fand die Ästhetik/Bild übelst. Der Abtörner schlechthin, um das Gerät fürs Erste in die Ecke zu stellen. Begründet auch meine Skepsis gegenüber Spiegel im Allgemeinen.
- Bei sehr hellen Sternen dürfte u.U. wohl auch noch der Farbfehler hineinspielen, aber jene helle sind ja eher an einer Hand abzuzählen.

Gruss
 
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