Wandertag am 18./19. Juli und ein Filter-Showdown...

StKorth_privat

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Also dann, endlich wieder einmal eine Dobson-Nacht…

Am Start: Mein 12“-GSO-Dob auf Martini-Rockerbox, Brennweite 1.500mm. Dazu dann heute noch Nagler 31mm, Ethos 21mm, Nagler 13mm / 9mm / 7mm / 3.5mm. Im Filterkoffer lagen bereit: Lumicon OIII / Gen.3, Baader OIII / 4nm, Baader H-beta 3.5nm.

Der Dämmerungshimmel war noch diesig, das war auch noch nach Dämmerungsende so. Na gut, zum Warmlaufen wieder die Sternhaufenrunde durch Ophiuchus und Serpens. Die fange ich immer bei der markanten Speerspitze von 66 / 67 / 68 / 70 Oph an, die Gruppe nennt sich auch Melotte 186 – eher etwas für Ferngläser und den Sucher.

Direkt östlich die beiden sehr losen Haufen Ren 37 und LeDrew 7 – die kenne ich erst, seit ich mit dem interstellarum DeepSkyAtlas arbeite. Ziemlich frugale Haufen und auf jeden Fall etwas Katalognerds. Immerhin kann man sie dank 1,4° Sehfeld des 21mm-Ethos so gerade noch als Sternhaufen wahrnehmen. Dann weiter zu NGC 6633, schönes Teil, feine Sternkette. IC 4756 ist dann wieder sehr locker sortiert, dafür gibt es knapp ein Grad südwestlich mit Struve 2342 einen hübschen Doppelstern. Nun geht´s Richtung Westen – oh, ein PN?

NGC 6572 fällt bei 71x schon als türkisfarbener und leicht defokussiert wirkender Stern auf. Man kann dank der Flächenhelligkeit auch mit viel höherer Vergrößerung ran an das Teil, selbst bei 214x ist er noch gefärbt. Nebelfilter braucht man nicht, den Zentralstern kann ich nicht packen, spannend dann der Anblick im Staranalyzer – mind. zwei spektrale Nebelbilder kann ich sehen, aber was da außer OIII meine Netzhaut noch anspricht, weiß ich nicht so recht.

Dann weiter zu IC4665 – hell, locker, über 1 Grad Durchmesser – ein bisschen wie Praesepe in klein. Bevor ich dann die Kugelhaufen M 10 und M 12 ansteuer, nehme ich noch den Doppelstern Struve 2202 = 61 Oph unweit von Gamma Oph mit.

M 10 leidet sehr unter dem Horizontdunst, zeigt aber immer noch ein paar Dutzend Einzelsterne – M 12 ist da etwas geiziger. Vier Grad nördlich kann ich mich an der kleinen Sterngruppe um den Doppelstern Struve 2096 und 19 Oph erfreuen – ja, so etwas sieht auch unter meinem Osterather Dunsthimmel ganz nett aus.

Nach Mitternacht lässt sich dann von meinem Garten aus auch die Sommermilchstaße in Ansätzen erahnen, langsam wird es klarer. Bortle? SQM? Mir egal, ich nehme, was ich kriegen kann und lass mich auf einen Filtertest ein.

Startobjekt: NGC 6888, die wunderbare Nebelsichel im Schwan. Weil das Ethos 21mm das neueste Pferd in meinem Okularstall ist, schraube ich da den Lumicon OIII hinein. Nebel: Sitzt, sofort erkenne ich den hellern Teil des Bogens, die „Blase“ ist allerdings nicht wirklich zu sehen. Jetzt gilt´s, her mit dem aberwitzig schmalbandigen Baader-CMOS-OIII – eigentlich ja für ambitionierte Pixeljäger gemacht. Die Himmelshelligkeit? Fast weg. Der Nebel … uff, aus dem zarten Nebelbogen ist eine kräftige OIII-Gurke geworden. H-beta bringt bei diesem Nebel nichts, der Baader-OIII hat den Dreikampf deutlich gewonnen!

Die Nebel um Gamma Cygni hebe ich mir für später auf, jetzt will ich einen echten OIII-Zweikampf – Cirrus-Nebel!

Der Baader-OIII ist noch im Okular, der Sturmvogel ist auf beiden Seiten von 52 Cygni gut abzufahren – klasse, auch viele Feinstrukturen sieht man! Den Dobson leicht um ein knappes Grad nach Nordosten geschubst: Da steht Pickerings Dreieck! Zuhause ist mir das noch nie so einfach gefallen, das Teil zu erspähen. Wie mag das wohl unter einem besseren Himmel aussehen… Ich kann hin- und herschwenken, zwischen den Feldsternen glimmen immer wieder verwaschene Filamente auf. Weiter dann zur „Knochenhand“ = NGC 6992. Das Ding steht wie auf den Himmel gemeißelt vor mir – Donnerwetter! So deutlich sah ich das nur vor Jahren auf dem Vogelsberg. Und weiter dann, südlich von IC 1340, „mein“ Nebelfetzen = Korth 1 – ganz einfach und gut abgesetzt als Nebelchen zu sehen.

Die gleiche Runde mache ich dann auch mit dem Lumicon OIII – keinesfalls schlecht, nur eben nicht so kontrastreich wie das Baader-OIII-Pendant. Alles in allem hat dieser Teil des Wandertages gute 30 Minuten in Anspruch genommen – jede davon habe ich genossen!

Dann wieder zurück zu Gamma Cygni. Der Nebelpart östlich und südlöstlich (IC1318B???) soll lt. DeepSky-Atlas am besten mit UHC-Filter zu sehen sein. Kann ich nicht bestätigen, H-beta macht hier das Rennen, besser auch als das Baader OIII. Auch NGC 6914 (ca. 1,5 Grad nordwestlich von Gamma Cygni) ist mit H-beta besser, eigentlich nichts Neues für mich.

Weiter dann zu Nordamerika und Pelikan, das Baader OIII-Filter ist noch im Okular. Ja, alles da, aber nicht zu toppen der Anblick durch´s H-beta aus gleichem Stall. Gerade der Golf von Mexico (!!!) und die anschließenden Teile des Nordamerika-Nebel sind gut zu fassen – wobei ich hier jetzt zum 31mm-Nagler gewechselt habe, das hat mit 1,6 Grad Sehfeld noch einmal etwas mehr Umfeld. Kleiner Schwenk noch extra für Thomas Wahl: M 29 darf auch heute nicht fehlen! Immer hübsch anzusehen, wenn auch die HII-Hintergrundnebel viel zu schwach für den visuellen Beobachter sind.

Jetzt werde ich dann doch etwas mutiger und surfe durch die Schwan´schen Sternwolken Richtung NGC 6871 (noch so ein großer Fernglassternhaufen) und dann weiter zum Tulpen-Nebel Sharpless 101. Kein leichtes Objekt, ein hauchfeiner Vorsprung für das Baader OIII-Filter. Aber die Aufhellung um die beiden Sterne 7. und 9. Größe inmitten des Nebels ist unverkennbar.

Mittlerweile geht es auf 1:30 Uhr zu, es deuten sich von Südwesten kommend wieder Zirren an – also schwenke ich noch Richtung Hantel-Nebel, einem Paradeobjekt für OIII-Filter. Im Lumicon OIII-Filter sieht es bei 71x gut und klar abgetrennt aus. Aber auch hier haut mich das Baader OIII um, der Nebel steht wie ein leuchtender Kokon und mit seinen „Henkeln“ vor mir, der Kontrastgewinn ist enorm. Und als ich dann die Brennweite des Dobson per 2,5x – Barlow noch auf 3.750mm verlängere (179x), da wird die Hantel dann auch noch flockig. Klasse, so noch nie gesehen!

Als der Dunst dann immer höher kommt, mache ich noch schnell einen Schwenk zum Ring-Nebel – noch einmal das 13mm-Nagler mit StarAnalyzer. Mehr als genau einen Ring inmitten lauter Sternspektren sehe ich da aber nicht. Nun, das wird noch einmal ein Extrathema.

Fazit des Abends: Das Baader-OIII-Filter hat mir mächtig Spaß bereitet und macht Bock auf echte Objektherausforderungen in klareren Nächten. Und wieder einmal hat sich gezeigt: Stadthimmelspechteln hat auch seine Highlights!

CS,
Stefan Korth
 
Hallo Stefan,
schöner Bericht! Mal ne Frage vom weniger geübten Gelegentheitsbeobachter: wie sieht für Dich im Okular der Nordamerika Nebel aus? Ich kann da eigentlich immer nur den Golf von Mexiko erkennen, bzw. sehen, dass da ein klar abgegrenzter sternloserer Bereich ist. Beim Cirrus kann ich mit OIII hier unter Landhimmel auch ganz klar die Strukturen erkennen. Sollte das so in diesem Maße auch mit NGC 7000 funktionieren?
CS
André
 
Hallo Stefan,
toller Bericht, das motiviert mich total, bei nächster Gelegenheit mal wieder mein Dobson rauszuholen! Visuell bin ich immer noch völliger Anfänger, Nebel (bis auf M42) waren bisher immer Fehlanzeige.
VG Wolfgang
 
Hallo Stefan,
schöner Bericht! Mal ne Frage vom weniger geübten Gelegentheitsbeobachter: wie sieht für Dich im Okular der Nordamerika Nebel aus? Ich kann da eigentlich immer nur den Golf von Mexiko erkennen, bzw. sehen, dass da ein klar abgegrenzter sternloserer Bereich ist. Beim Cirrus kann ich mit OIII hier unter Landhimmel auch ganz klar die Strukturen erkennen. Sollte das so in diesem Maße auch mit NGC 7000 funktionieren?
CS
André
NGC 7000 ist schon deutlich diffuser und eigentlich auch zu groß für 1,6° Sehfeld. Aber ich schubse mich dann vom "Golf von Mexico" nach Norden, da kommt dann der Rest nach und nach zum Vorschein. Und dann nach Westen, da ist ja auch noch der hellere Teil vom Pelikan. Ich kann leider nicht zeichnen, das würde die Erläuterung erleichtern...

CS,
Stefan
 
Eigentlich müsste ich meinen Dob permanent in der Garage lagern, so dass ich den nicht erst die enge Treppe runterwuchten muss. Der hat schon so viele Dellen bekommen. Ein Wunder, dass ich mich damit noch nicht auf die Nase gelegt habe :) Jedenfalls bin ich jetzt wirklich motiviert auch noch mal auf Himmelswanderung zu gehen und NGC 7000 einen Besuch abzustatten.
CS
André
 
Hallo Stefan, danke für diesen Bericht. Trotz der Länge und Detaillierung kurzweilig und spannend! Dass Du bei einer Austrittspupille von ca. 2mm noch Gewinn aus dem 4nm OIII Filter ziehst finde ich interessant - na gut, an einem der flächenhellsten Nebel am Himmel, aber immerhin, hätte ich nicht gedacht!

André, meine schönsten Sichtungen der Gesamtgestalt des Nordamerikanebels sind regelmäßig mit Handferngläser. Großes Feld, hinreichend Austrittspupille und eine zur Situation (Daten des Geräts, Transparenz des Himmels) passende Wahl der Filter-Halbwertsbreite bringen Aha-Erlebnisse. Am Schönsten finde ich den Nebel als Gesamtobjekt unter meinem vorstädtischen Himmel eigentlich im 6x24 Fernglas mit 12° Feld und 6nm OIII auf beide Objektive - herrlich, wie Nordamerika in weitem Feld schwebt.

Noch doller wird es mit dem handgehaltenen Nachtsichtgerät bei 6x in 8° Feld mit 3,5nm H-alpha Filter. Na gut, das ist gemogelt - ich nenne das Teil liebevoll mein Mogelgerät - aber beeindruckend und erkenntnisreich in Bezug auf potenzielle Ziele für H-beta.

Denn H-beta und H-alpha sind in der Intensität direkt gekoppelt und, wie Stefan sagt, Nordamerika hat einen starken Signal in H-beta und folglich auch in H-alpha. Dies ist im südlichen Bereich (Golf von Mexico und vor allem Great Wall) in H-beta ausgeprägt zu erkennen. Mit Mogelgerät und H-alpha wird die gesamte Figur von Nordamerika stark und sogar Nebelfetzen südlich vom Cygnus Arc IC 5068 werden fassbar. Hängt ja alles zusammen in Westerhout 80 (ein wenig nach unten auf der Seite scrollen).

Beste Grüße, Christopher
 
Zuletzt bearbeitet:
André, meine schönsten Sichtungen der Gesamtgestalt des Nordamerikanebels sind regelmäßig mit Handferngläser. Großes Feld, hinreichend Austrittspupille und eine zur Situation (Daten des Geräts, Transparenz des Himmels) passende Wahl der Filter-Halbwertsbreite bringen Aha-Erlebnisse. Am Schönsten finde ich den Nebel als Gesamtobjekt unter meinem vorstädtischen Himmel eigentlich im 6x24 Fernglas mit 12° Feld und 6nm OIII auf beide Objektive - herrlich, wie Nordamerika in weitem Feld schwebt.
...und demnächst steht bei mir ein 70mm-Bino mit Wechselokularen auf dem Hof. Dann muss ich mir auch da Gedanken über die Filter (vor allem die Halbwertsbreite) machen - und natürlich das größtmögliche Sehfeld. Okularseitig schränken da Baugröße und Beobachter-Nase die Auswahl etwas ein, hast Du dazu Tipps als alter Binonaut?

CS,
Stefan
 
Wolfgang, ich habe Hülsen mit 1,25-Innengewinde einfach vorne auf die Objektive gesteckt. Ich hatte ein paar Adapterhülsen die zufällig genau passten. Heute geht das sehr preiswert und einfach mit 3D-Druckteile. Mit ca. 25mm lichte Öffnung passen 1,25-Zoll Filter perfekt zur 24mm Öffnung des Fernglases. Ich lasse die Filterhalter stets auf dem Glas weil sie auch physischen Schutz für die Objektive und Schutz gegen Tau und Streulicht geben.

Stefan, Okuwahl ist eine sehr persönliche Sache. Ich scheue mich, da allgemeine Empfehlungen zu geben. Denn es geht ja auch um die Vorlieben am Himmel und die diffusen Erwartungen des Einzelnen.

Doch ich weiß, dass wir beide unter ähnliche Bedingungen beobachten und als astronomische Allesfresser ähnlich unterwegs sind. Daher empfehle ich Dir - allen Ernstes - was ich an meinen Binos praktisch immer nutze: die Docter 12,5mm UWA. Brutal teuer inzwischen, ja. Doch ich habe sehr viel ausprobiert und viel Lehrgeld bezahlt. Bei den Docters weint man nur einmal beim Kauf, der Rest ist Freude. Die Austrittspupille passt gut zu meinem vorstädtisch geprägten Standort und vermutlich auch zu Deinem.

Der Vollständigkeit halber ist zu sagen, dass APM die Docter kopiert hat und als "HI-FW 12,5mm" anbietet. Ich habe das Original nicht mit der Kopie verglichen. Und werde den Teufel tun, Chinakopien zu empfehlen. Doch nachdem die Docter praktisch Unobtainium geworden sind, wie die Amis sagen, darf die Kopie erwähnt werden.

Bei Okubrennweiten >20mm habe ich in 1,25-Zoll nichts gefunden, was mich wirklich zufriedenstellt: die 24mm Panoptic sind nicht brillentauglich und haben massive Randverzeichnung; die 24mm APM UFF haben eine bemerkenswert gute Randschärfe doch ihnen fehlt m.E. die letzte Transmission.

Bei >30mm finde ich die Televue Plössls nervös, mit den 35mm Hyperions wurde ich nicht warm (im Gegensatz zu den 31mm und 36mm Hyperions, wohlgemerkt, die eine sehr gute Blautransmission haben und ein sehr gutmütiges Einblickverhalten; doch jene sind 2-Zoll Okus). Vielleicht die Tak TPL 33mm für max. Austrittspupille bei Filternutzung? Aber ich habe damit keine Erfahrung. Und Du kommst offenbar auch mit kleinere AP gut klar.

Aber das ist alles wie gesagt nur anekdotisch und persönlich gefärbt. Probieren geht über Studieren!

Beste Grüße, Christopher
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank für Deine Tipps, Christopher! Die Panoptics hatte ich in der Tat in der Vorauswahl, aber die Serie an sich hat mich nie so ganz überzeugt (bei TeleVue bin ich halt "versaut" = besseres gewohnt). Im Brennweitenbereich um 12,5mm habe ich ein paar Nagler6 mit 13mm am Start - dabei bleibe ich wohl auch. Aber dann, 20mm aufwärts: Da fallen mir noch die Hyperions mit 21mm und 24mm ein, nur - bekommt man da noch die Nase zwischen die Okulare??
So oder so - ich werde berichten...

Clear Skies,
Stefan
 
Hallo Stefan,

Bevor Du die Hyperions nimmst, probiere ruhig mal die 24er APMs aus. Bei mir habe sie die 24er Panos abgelöst weil sie den sehr viel angenehmeren Einblick bieten. Die Transmission fand ich jetzt nicht so viel schlechter, als bei den Panos. Jedenfalls sind die 24er nicht so Lichtdiebe wie die 30 mm APMs.

Aber wie schon gesagt wurde: Okulare für Binos sondern noch viel individueller, als im Zyklopenmodus...

VG, Andreas
 
Ciao Stefan (& all),

danke für Deinen prima Bericht ! :y:;) - mit einigen für mich sehr interessanten Anregungen darin...
Ein paar Bemerkungen dazu:

a. Zu den GCs in Oph kannst Du auch hier was lesen (nicht wirklich sehr tiefgehend, aber ein bisschen, CMD und so):

b. StarAnalyzer - aha !
Dazu würde man natürlich sehr gerne mehr erfahren ... ! Welchen hast Du 100 oder 200 ? Was sind noch weitere Erfahrungen und Objekte, die Du schon ansehen konntest ? Highlights & Enttäuschungen ? Hast Du darüber 'elsewhere' schon berichtet ?

c. Zum Thema Nordamerika et al will ich nur anmerken, dass man grosse Felder (für grosse Objekte, die vor nacktem Hintergrund im Kontrast erscheinen) natürlich auch sehr gut mit einem 6" f/5 o.ä. plus UWW-Okularen (82°+ sGF) beobachten kann - es MUSS kein Bino sein (obwohl es beide Augen sehr angenehm bedient, sicher !). So ein (ich weiss: Zyklopen-) Teleskop liefert immerhin 3.5° grosse Felder - das macht schon Spass und en fernglas-artiges Feld (ich weiss Binos sind toll, aber eben vergleichsweise teuer, hohe Okularkosten und immer so wenig Öffnung ;-(. Aber ja: siehe dazu Christopher's Link natürlich ... Westerhout 80

Gleichzeitig muss ich zugeben, schau ich auch die grossen Objekte wie Nordamerika und Cirrus sehr gerne auch im grossen Dob (20" f/4) an, d.h. mit kleinem Feld ABER eben mit (viel Licht und dann) höherer Vergrösserung. Mein absoluter Okular-Favourite ist dabei das 20mm T5 Nagler (meist) mit OIII (ich habe Astronomik), wo ich dann bei f/4 eine AP=5mm habe.

Mit (meinem eher breitbandigen) OIII ist aber immer noch der Eindruck deutlich von Transparenz/Himmel abhängig - erstaunlich eigentlich wegen der doch engen Filterwirkung... Erst kürzlich hatte ich den besten Blick ever auf Nordamerika, Pelikan & Cirrus, hier (Bericht nur ganz kurz):

lg, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Servus Stefan,

danke für den coolen Bericht! Es freut mich, dass du auch Freude amn Offenen Sternhaufen hast. Kann ich sehr gut nachvollziehen ;-).

NGC 6914 im H-beta-Filter, interessant. NGC 6914 ist ja ein Reflexionsnebel, sollte also nicht durch einen Schmalbandfilter besser werden. Kann es nicht eher sein, dass du dadurch die großen H-alpha-Regionen besser sehen kannst, wenn der "helle" Reflexionsnebel ausgeblendet ist?

Muss ich jedenfalls unbedingt probierem. Das steht bei mir eh noch auf der Bucket-List, denn ich wollte die hellen H-alpha-Partien heuer mal in aller Ruhe im H-beta-Filter betrachten und bin schon gespannt, was ich dann erkennen kann.

Liebe Grüße,
Christoph
 
b. StarAnalyzer - aha !
Dazu würde man natürlich sehr gerne mehr erfahren ... ! Welchen hast Du 100 oder 200 ? Was sind noch weitere Erfahrungen und Objekte, die Du schon ansehen konntest ? Highlights & Enttäuschungen ? Hast Du darüber 'elsewhere' schon berichtet ?
Hi Peter - Danke für die spannenden Anmerkungen, werde ich am virtuellen Kamin noch in Ruhe durchlesen und dann kommentieren.
Zum StarAnalyzer - ich habe mit für die 100er Version entschieden, mir geht´s da hauptsächlich um das Auffinden von Mini-PNs. Viel Erfahrung habe ich noch nicht gesammelt, aber das wird sich dann im Spätsommer / Herbst hoffentlich ändern. So oder so werde ich berichten!

CS,
Stefan
 
Hallo Stefan,

und großen Dank für den Filtershowdown!

Der Baader OIII 4nm liegt zwischen meinen alten Astrodon Filtern 5nm und 3nm, von Chroma habe ich nur den 3nm. Und alle für visuell.
Aus der Erfahrung bin ich auch der Meinung, dass die ultraschmalen Filter die bessere Wahl sind, insbesondere wenn es um die Herausforderungen geht, wie z.B. der HU-6 SNR in Monoceros, oder der Monogemring.

Nun warten wir mal ab, bis die Lumicon Stimmen laut werden, um uns zu belehren,
Jiri
 
Geht ihr visuell auch auf die Ultra-Varianten mit 3-4nm? Sieht man damit überhaupt was? Ich habe bisher an meinem Dobson einen 8nm-Baader O-III im Einsatz.
 
NGC 6914 im H-beta-Filter, interessant. NGC 6914 ist ja ein Reflexionsnebel, sollte also nicht durch einen Schmalbandfilter besser werden. Kann es nicht eher sein, dass du dadurch die großen H-alpha-Regionen besser sehen kannst, wenn der "helle" Reflexionsnebel ausgeblendet ist?
Muss ich jedenfalls unbedingt probierem. Das steht bei mir eh noch auf der Bucket-List, denn ich wollte die hellen H-alpha-Partien heuer mal in aller Ruhe im H-beta-Filter betrachten und bin schon gespannt, was ich dann erkennen kann.
Christoph, ich vermute anhand der Lagebeschreibung - anderthalb Grad NW von Gamma Cyg - dass Stefan eigentlich IC 1318A (auch DWB 82 oder auch Delfinnebel genannt) meint. Das ist ja der in H-Beta am Einfachsten zu beobachtender Teil des gesamten Nebelkomplexes um Gamma Cyg herum und lässt sich gut auf einer solchen flotten Rundtour mitnehmen.

Beste Grüße, Christopher
 
Geht ihr visuell auch auf die Ultra-Varianten mit 3-4nm? Sieht man damit überhaupt was? Ich habe bisher an meinem Dobson einen 8nm-Baader O-III im Einsatz.
Ich mache nur visuell, meine Astrophotographie endete mit dem Preisanstieg der klassischen Filme.

Die OIII Beobachtungen mit den Teleskopen mache ich mit dem Baader OIII Super G 9nm, Astrodon OIII 5nm und Chroma OIII 3nm. Und die H-beta: Baader H-beta 5,4nm.
Sie sitzen alle auf dem Filterrad meines 6" F/5 achros, oder auf dem 4" F/5.6 Leica Telyt zum Teleskop konvertiert.

LG,
Jiri
 
Servus Christopher,

Stefan schrieb ja bereits über IC 1318, erwähnte aber getrennt davon explizit NGC 6914, deswegen meine Nachfrage an Stefan. Hier sein Zitat:

Dann wieder zurück zu Gamma Cygni. Der Nebelpart östlich und südlöstlich (IC1318B???) soll lt. DeepSky-Atlas am besten mit UHC-Filter zu sehen sein. Kann ich nicht bestätigen, H-beta macht hier das Rennen, besser auch als das Baader OIII. Auch NGC 6914 (ca. 1,5 Grad nordwestlich von Gamma Cygni) ist mit H-beta besser, eigentlich nichts Neues für mich.
Deswegen meine Vermutung, dass er eventuell LBN 273 meint, also den H-alpha-Nebel in der gleichen Region. Vielleicht äußert sich Stefan ja noch dazu. Mich würde es wundern, wenn ein Reflexionsnebel im H-beta-Filter zu sehen wäre. Ich denke eher, dass er "weg" ist und die H-alpha-Anteile erkennbar werden.

Liebe Grüße,
Christoph
 
Servus Stefan,

danke für den coolen Bericht! Es freut mich, dass du auch Freude amn Offenen Sternhaufen hast. Kann ich sehr gut nachvollziehen ;-).

NGC 6914 im H-beta-Filter, interessant. NGC 6914 ist ja ein Reflexionsnebel, sollte also nicht durch einen Schmalbandfilter besser werden. Kann es nicht eher sein, dass du dadurch die großen H-alpha-Regionen besser sehen kannst, wenn der "helle" Reflexionsnebel ausgeblendet ist?

Muss ich jedenfalls unbedingt probierem. Das steht bei mir eh noch auf der Bucket-List, denn ich wollte die hellen H-alpha-Partien heuer mal in aller Ruhe im H-beta-Filter betrachten und bin schon gespannt, was ich dann erkennen kann.

Liebe Grüße,
Christoph
Zu NGC 6914 muss ich mich berichtigen - den habe ich in der Tat NICHT beobachtet, gemeint war IC 1318 A. Dazu unten noch mehr...

CS,
Stefan
 
Nachwort:
Ach ja, die Sache mit den Bezeichnungen. Ich habe mich noch einmal (Regenwetter sei Dank) in Ruhe hingesetzt, Vehrenberg/Neckel - Atlas Galaktischer Nebel + interstellarum Deep-Sky-Atlas auf den Tisch gepackt und auch noch Aladin auf den Rechner geholt. Jetzt habe ich einen etwas besseren Durchblick. Zusätzlich habe ich dann auch noch remote eine H-Alpha-Aufnahme der Gegend remote mit einem Samyang 135mm-Objektiv angefertigt, 6 x 600 Sekunden belichtet. Klar, tiefer geht immer, aber ich wollte mir ja bewusst eine Landkarte der Region machen. Anhängend das Resultat, ich hoffe, der Admin schmeisst mich damit nicht ins Foto-Forum.
Gesehen habe ich in der bewussten Nacht auf jeden Fall:
- IC 1318 B
- DWB 72 / 81
- IC 1318 A (und nicht NGC 6914)
- NGC 6888
- Sh 2-101

DWB 65 habe ich bei anderen Nächten schon ausmachen können, im 60mm-Mini-Refraktor (einem Weitfeld-Zyklopen im Surma´schen Sinne) auch schon LDN 889.

Was mir definitiv noch fehlt, aber zu knacken sein sollte:

- DWB 59
- B 343
- DWB 34
- Sh 2-104

Außerhalb des Feldes wäre noch Simeis 57 = Propeller-Nebel interessant.

All das natürlich unter bestmöglichen Vorstadtsichthimmelbedingungen und mit H-beta-Filter .... und vielleicht dann auch irgendwann einmal in der Eifel oder dem Erzgebirge.....

Wer noch weitere Anmerkungen zur visuellen Beobachtung in dieser Gegend hat, der darf auch gerne mein Bild weiter verzieren oder ergänzen.

Sternhaufen, PNs und Doppelsterne habe ich da jetzt einmal nicht eingezeichnet, da hilft ein richtiger Atlas mehr weiter...

CS,
Stefan Korth
 

Anhänge

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Hallo Stefan,

danke für das schöne Übersichtsbild. Meine Anmerkungen zu Deiner ToDo-Liste, alles unter Vorstadthimmel wie bei Dir:

- DWB 59: Ist visuell schwierig wegen des nach allen Seiten diffusen Übergangs in die neblige Umgebung. Nirgends ist eine harte Kontrastkante. Ist mir normal-visuell noch nie gelungen (mit Nachtsicht-Mogelgerät in H-Alpha dagegen stets, immerhin)

- B 343: Ich hatte mal eine richtig schöne Sichtung mit einem 10-Zöller bei mittlerer Vergrößerung plus Baader UHC-S. Ein solcher breiter UHC-Filter ist häufig der Schlüssel zu Dunkelnebel unter Vorstadthimmel, da er einen guten Teil der Lichtverschmutzung wegnimmt und somit den Dunkelnebel richtig dunkel werden lässt, alle Emissionsnebligkeit und fast alle Sterne in der Umgebung jedoch durchlässt. Bei Barnard 343 funktioniert dieser Ansatz besonders gut; damit wird er zum eindrucksvollsten Dunkelnebel in der ganzen Region.

- DWB 34: Ich bin mal mit einem 25x80 Fernglas plus UHC auf beide Seiten des Fernglases regelrecht über diesen Nebel gestolpert ohne vorher zu wissen, dass er da war.
Das Sehfeld von 3,2° hat sicher sehr geholfen, denn mit DWB 39 und 40 zusammen bildet DWB 34 einen immerhin ein Grad grossen Bogen. Dieser Bogen ist nach Süden und Osten besonders gut abgesetzt. Er braucht wegen seiner Größe mindestens 2° Feld, besser 3°, um gut erfasst zu werden.

Die damalige, relativ einfache Sichtung war einer der zündenden Momente die zu einer jahrelangen Jagd auf solche Nebel führte. DWB 34 reagiert auch gut auf H-Beta. M.E. ist er der zweiteinfachster großflächiger Emissionsnebel in der Region nach IC 1318A. Deshalb schaue ich immer zuerst nach IC 1318A, und wenn er gut sichtbar ist versuche ich DWB 34/39/40. Erst wenn das geht versuche ich die anderen Nebel überhaupt. Man muß sich ja nicht frustrieren. Wohlgemerkt: der zweiteinfachster großflächiger Emissionsnebel. Die kompakten Kerle wie NGC 6888 (Crescent Nebula - Sichelnebel) haben eine andere Beobachtungslogik.

- Sh 2-104: Habe ich noch nie versucht. Sieht gut abgegrenzt aus, aber weniger flächenhell als z.B. Sh 2-101 (Tulip Nebula - Tulpennebel). Und er ist klein. Er wird Vergrößerung brauchen, folglich Öffnung um genug Austrittspupille zu haben, plus sehr gute Transparenz.

Beste Grüße, Christopher
 
Hallo Stefan,

du schreckst mal wieder vor nichts zurück und wagst dich trotz mäßigen Himmels an schwierigste Objekte, ganz stark!

Insgesamt verlinke ich mal meine Zeichnung um Gamma Cyg mit 4" Bino. Das Gerät ist zwar absolut nicht mit deiner Ausrüstung vergleichbar, die relativen Nebelhelligkeiten aber durchaus.

IC1318.jpg


Zusammenfassend ist zu sagen, dass du mit dem Hß richtig lagst. Die IC Nebelanteile, wie ich die helleren DWB's sind auffällig, fast auffälliger, als der Schmetterling selbst. B 343 fiel mir dagegen so gut wie gar nicht auf, der Filter war zu eng und die Vergrößerung mit 14x wohl noch zu niedrig.

Sh 2-101 ist schwierig, aber ebenfalls ein klassisches Hß Objekt. Die ovale Figur sollte aber machbar sein.

Bei Simeis 57 kann ich mich an eine historische (fast hätte ich hysterisch geschrieben) Beobachtung mit 16", aber gutem Himmel erinnern. Mit großer Öffnung macht das Objekt natürlich auch was her, solange das Objekt im möglichen, erreichbaren Feld gerahmt bleibt.

Insgesamt habe ich die Erfahrung gemacht, dass je schlechter der Himmel ist, desto besser ein enger Linienfilter greift, völlig unabhängig von der verwendeten Öffnung. Bei dunklen Himmel um die 7mag ist praktisch keine Verbesserung bei 5nm zu erkennen. Wird es noch dunkler, greift man sogar wieder zu den breitbandigeren Filtern wie UHC, CLS oder NPB.

Okulartechnisch bewegst du dich bei f/5,5? Klarer Fall von 25mm ZAOI. Scherz beiseite, die neuen TPL, die Christopher ins Spiel gebracht hat, gefallen mir gut - ein Freund hat die im Einsatz und ist begeistert. Ich hatte vor ewiger Zeit mal 20mm Widescan III Okulare am Bino. Die Transmission, der Einblick und die physische Größe waren beinahe ideal. Als Erfle wird es bei f/5,5 am Rand einbrechen und selbst am Gebrauchtmarkt findet man die Okulare nur noch selten. Du hast da aber sicher noch bessere Beziehungen und Quellen.

Viele Grüße, uwe
 
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