StKorth_privat
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Beobachtungsbericht 5.8.2024
Teleskop: 12“-Dobson / F = 1.500mm
Okulare: Nagler 31mm / 22mm / 13mm / 9mm / 7mm / 3,5mm
Bortle 6
Der Start – Arktur als Justiersupport für Sucherfernrohr und auch den Laserkollimator. Ungewöhnlich, ohne weiteren Eingriff kann es sofort losgehen. Normalerweise der 12“-GSO eine Justierbitch, einmal rein und rausgetragen muss ich eigentlich immer Hand an den Hauptspiegel legen. Heute nicht – ein gutes Omen! Die Dämmerung war eher diesig, aber es lässt sich immerhin etwas Milchstraße erahnen.
Epsilon Lyrae
Schon bei 115x sehr schön scharf und absolut deutlich getrennt. Bei 214x wird der Zwischenraum dann richtig „breit“, bei allen vier üblich sichtbaren Komponenten sehe ich auf Anhieb vollständige Beugungsringe! Das ist mir mit dem Dob seit Januar 2020 so noch nie geglückt… Und bei 429x wird es dann richtig geräumig.
Wenn also die Transparenz nur mäßig ist, dann geht es eben auf Objekte, die stellar geprägt sind und auch Höchstvergrößerungen vertragen – für den Anfang sollen es Kugelhaufen sein.
M 13
Schon das 115x-Bild begeistern – könnte aus einer alten Diasammlung sein, nur in Echtzeit beobachtet! Hoch auf 214x ist auch ein Traum: Bei mäßigem Seeing wabert der Sternhaufen immer ganz leicht, heute aber sind die Einzelsterne in´s Firmament gestanzt und man kann mit Leichtigkeit bis in das Zentrum alles auflösen. Schwachen Hintergrundschimmer sehe ich da kaum, aber Einzelsterne ohne Ende. Was den Bildeindruck auch einer guten Astrofotografie überlegen macht, das ist die sehr feine Abstufung der Sternhelligkeiten. 429x geht auch sehr gut, ein Gänsehauterlebnis, dem Haufen bei der Sehfelddrift zuzuschauen!
NGC 6207
Bei 115x und 214x ist diese Spiralgalaxie nahe M 13 ohne Probleme als ovaler Schimmer zu sehen und mit 11,4 mag auch keine Herausforderung für den Zwölfzöller – auch wenn die Transparenz immer noch nicht optimal ist. IC 4617 mit einer Helligkeit jenseits der 14 mag ist heute definitv nicht drin.
M 92
Per Sucherfernrohr schnell lokalisiert – und bei 115x fällt die im Vergleich zu M 13 deutlich höhere Helligkeitszunahme zum Zentrum hin sofort auf, das gilt auch für die Sterndichte dort. Das muss auch den örtlichen Gegebenheiten entsprechend, denn M 92 ist gerade einmal 15% weiter entfernt. Direkt mit 429x weiter beobachtet – so locker habe ich den Haufen noch nie aufgelöst. Jede Menge Einzelsterne bis in das Zentrum, nur ein Restschimmer der nicht auflösbaren Sterne bleibt. Klasse!
NGC 6229
Während M 92 noch „nur“ knapp 30.000 Lichtjahre entfernt ist, ist dieser Haufen schon rund 100.000 Lichtjahre weg. Das heißt für den Okularanblick: Noch komprimierter, noch schwächere Einzelsterne – aber sie sind da! Auch hier war das 13mm-Nagler mit 115x „nur“ das Einstellokular, mit dem 3,5mm-Geschwister macht der Haufen richtig Spaß bei 429x. Und die Sterne sind immer noch an den Himmel genagelt. Weil leicht per Starhopping zu finden sollte auch dieser Haufen in ein Volkssternwartenbeobachtungsprogramm irgendwo auf dem Lande oder mit einem großen Stadtfernrohr stehen, unbedingt!
NGC 6791
Bei 115x ist dieser rund 17.000 Lichtjahre entfernte Sternhaufen kaum zu erahnen, die hellsten Einzelsterne sind jenseits der 13 mag – aber bei 214x macht sich dann im Sehfeld eine große Anzahl an Einzelsternen 14 bis 15 mag bemerkbar, sicherlich 2 – 3 Dutzend. Das habe ich schon besser zuhause gesehen, da muss dann noch einmal eine richtig klare Nacht heran. Aber das Seeing hat vielleicht doch etwas geholfen, die sichtbaren Sterne zu fixieren.
M 56
Auch ein alter Bekannter in einem sehr schönen sternreichen Feld – schon bei 115x in viele Einzelsterne aufgelöst, 214x und 429x machen die Beobachtung zu einem Genuss. M 56 ist relativ locker aufgebaut, kein Problem, bis in das Zentrum dutzende von Einzelsternen zu erfassen. Und immer noch steht die Luft!
NGC 6765
…und wenn man schon einmal in der Gegen ist, dann reicht ein kleiner Schwenk herüber zu diesem Planetarischen Nebel – OIII-Filter ist schon eingeschraubt. Damit ist der PN sofort zu sehen, ideal bei 167x: Dann sieht man einen länglichen, leicht eingeschnürten Nebelfleck.
M 11
Die „Fliegenden Enten“, einer meiner Lieblinge unter den Offenen Sternhaufen. Sicherlich weit über 100 Einzelsterne und die zwei Sterne 10. Größe im Zentrum stehen da über xx Bogenminuten verteilt vor einem, auch so ein Objekt profitiert von der stillstehenden Luft. 115x passt gut, 169x liefert dann noch eine kontrastreichere Abbildung, weil der Himmelshintergrund heruntergedrückt wird. Die relativ „eckige“ Sternhaufenkontur fällt auf – leider ist mein Beobachtungsfenster in diese Richtung ziemlich kurz, Walnussbäume und Haselstrauch in den südlichen Nachbargärten schnüren mir da den Himmel unterhalb des Himmelsäquators zunehmend ab, leider…
Basel 1
Innerhalb der Sternraute 8. Größe unmittelbar westlich von M 11 steht dieser Mini-Sternhaufen – ich schwenke da immer gerne wieder hin, um ihn mir bei guter Durchsicht und auch ruhiger Luft anzuschauen. Mit Glück komme ich auf 15 Einzelsterne, nicht viel, aber der Haufen hebt sich trotzdem gut vom Hintergrund ab.
NGC 6960
1A-Seeing und Sturmvogelfasern passen sehr gut zusammen – was die Feinstrukturen im Zirrus-Nebel angeht, so ist der Bildeindruck atemberaubend. Foto, ganz einfach. Aber – NUR mit OIII-Filter! H-beta hilft überhaupt nicht, die Wasserstoff-Komponenten des Nebels abzugreifen, sie sind sichtbar, aber viel Schwächer als die im OIII. Mit einem Vergleich der beiden Spektralbereiche wird es also nichts. Für den Überblick ist 68x perfekt, für die Details dann heute 115x.
Pickerings Triangle
Da mein H-beta-Versuch nicht zündet und auch die Transparenz ein wenig knirsch, „rutsche“ ich da nur einmal kurz ´rüber – sichtbar sind ein paar Nebelfetzen, 68x und natürlich OIII-Filter. Da gehe ich intensiver noch einmal in einer richtig klaren Nacht ´ran.
NGC 6992
Auch hier bringt H-beta keinen Erkenntnisgewinn, obwohl da fotografisch OIII als auch H-alpha im Wettstreit liegen. Bei 115x ist die Knochenhand mit ihren sehr feinen Filamenten und auch „Grau“-Abstufungen ein absoluter Genuss, auch 169x sieht sehr gut aus – eben ein Nebel, der einem auch Vorstadthimmerl verzeiht.
IC 1318 A = DWB 82
Bei den Nebeln um gamma Cygni muss man mit der Identifizierung und Zuordnung schon gut aufpassen, da hilft der AGN von Vehrenberg / Neckel auch gut weiter. Da kann auch heute bei leichtem Dunst das H-beta-Filer im 31mm-Nagler glänzen. Das hier ist die hellste Komponente von IC 1318 nordwestlich von Sadr, hat eine bananenähnliche Kontur, ist indirekt auf Anhieb zu sehen, später dann auch direkt.
CS,
Stefan
Teleskop: 12“-Dobson / F = 1.500mm
Okulare: Nagler 31mm / 22mm / 13mm / 9mm / 7mm / 3,5mm
Bortle 6
Der Start – Arktur als Justiersupport für Sucherfernrohr und auch den Laserkollimator. Ungewöhnlich, ohne weiteren Eingriff kann es sofort losgehen. Normalerweise der 12“-GSO eine Justierbitch, einmal rein und rausgetragen muss ich eigentlich immer Hand an den Hauptspiegel legen. Heute nicht – ein gutes Omen! Die Dämmerung war eher diesig, aber es lässt sich immerhin etwas Milchstraße erahnen.
Epsilon Lyrae
Schon bei 115x sehr schön scharf und absolut deutlich getrennt. Bei 214x wird der Zwischenraum dann richtig „breit“, bei allen vier üblich sichtbaren Komponenten sehe ich auf Anhieb vollständige Beugungsringe! Das ist mir mit dem Dob seit Januar 2020 so noch nie geglückt… Und bei 429x wird es dann richtig geräumig.
Wenn also die Transparenz nur mäßig ist, dann geht es eben auf Objekte, die stellar geprägt sind und auch Höchstvergrößerungen vertragen – für den Anfang sollen es Kugelhaufen sein.
M 13
Schon das 115x-Bild begeistern – könnte aus einer alten Diasammlung sein, nur in Echtzeit beobachtet! Hoch auf 214x ist auch ein Traum: Bei mäßigem Seeing wabert der Sternhaufen immer ganz leicht, heute aber sind die Einzelsterne in´s Firmament gestanzt und man kann mit Leichtigkeit bis in das Zentrum alles auflösen. Schwachen Hintergrundschimmer sehe ich da kaum, aber Einzelsterne ohne Ende. Was den Bildeindruck auch einer guten Astrofotografie überlegen macht, das ist die sehr feine Abstufung der Sternhelligkeiten. 429x geht auch sehr gut, ein Gänsehauterlebnis, dem Haufen bei der Sehfelddrift zuzuschauen!
NGC 6207
Bei 115x und 214x ist diese Spiralgalaxie nahe M 13 ohne Probleme als ovaler Schimmer zu sehen und mit 11,4 mag auch keine Herausforderung für den Zwölfzöller – auch wenn die Transparenz immer noch nicht optimal ist. IC 4617 mit einer Helligkeit jenseits der 14 mag ist heute definitv nicht drin.
M 92
Per Sucherfernrohr schnell lokalisiert – und bei 115x fällt die im Vergleich zu M 13 deutlich höhere Helligkeitszunahme zum Zentrum hin sofort auf, das gilt auch für die Sterndichte dort. Das muss auch den örtlichen Gegebenheiten entsprechend, denn M 92 ist gerade einmal 15% weiter entfernt. Direkt mit 429x weiter beobachtet – so locker habe ich den Haufen noch nie aufgelöst. Jede Menge Einzelsterne bis in das Zentrum, nur ein Restschimmer der nicht auflösbaren Sterne bleibt. Klasse!
NGC 6229
Während M 92 noch „nur“ knapp 30.000 Lichtjahre entfernt ist, ist dieser Haufen schon rund 100.000 Lichtjahre weg. Das heißt für den Okularanblick: Noch komprimierter, noch schwächere Einzelsterne – aber sie sind da! Auch hier war das 13mm-Nagler mit 115x „nur“ das Einstellokular, mit dem 3,5mm-Geschwister macht der Haufen richtig Spaß bei 429x. Und die Sterne sind immer noch an den Himmel genagelt. Weil leicht per Starhopping zu finden sollte auch dieser Haufen in ein Volkssternwartenbeobachtungsprogramm irgendwo auf dem Lande oder mit einem großen Stadtfernrohr stehen, unbedingt!
NGC 6791
Bei 115x ist dieser rund 17.000 Lichtjahre entfernte Sternhaufen kaum zu erahnen, die hellsten Einzelsterne sind jenseits der 13 mag – aber bei 214x macht sich dann im Sehfeld eine große Anzahl an Einzelsternen 14 bis 15 mag bemerkbar, sicherlich 2 – 3 Dutzend. Das habe ich schon besser zuhause gesehen, da muss dann noch einmal eine richtig klare Nacht heran. Aber das Seeing hat vielleicht doch etwas geholfen, die sichtbaren Sterne zu fixieren.
M 56
Auch ein alter Bekannter in einem sehr schönen sternreichen Feld – schon bei 115x in viele Einzelsterne aufgelöst, 214x und 429x machen die Beobachtung zu einem Genuss. M 56 ist relativ locker aufgebaut, kein Problem, bis in das Zentrum dutzende von Einzelsternen zu erfassen. Und immer noch steht die Luft!
NGC 6765
…und wenn man schon einmal in der Gegen ist, dann reicht ein kleiner Schwenk herüber zu diesem Planetarischen Nebel – OIII-Filter ist schon eingeschraubt. Damit ist der PN sofort zu sehen, ideal bei 167x: Dann sieht man einen länglichen, leicht eingeschnürten Nebelfleck.
M 11
Die „Fliegenden Enten“, einer meiner Lieblinge unter den Offenen Sternhaufen. Sicherlich weit über 100 Einzelsterne und die zwei Sterne 10. Größe im Zentrum stehen da über xx Bogenminuten verteilt vor einem, auch so ein Objekt profitiert von der stillstehenden Luft. 115x passt gut, 169x liefert dann noch eine kontrastreichere Abbildung, weil der Himmelshintergrund heruntergedrückt wird. Die relativ „eckige“ Sternhaufenkontur fällt auf – leider ist mein Beobachtungsfenster in diese Richtung ziemlich kurz, Walnussbäume und Haselstrauch in den südlichen Nachbargärten schnüren mir da den Himmel unterhalb des Himmelsäquators zunehmend ab, leider…
Basel 1
Innerhalb der Sternraute 8. Größe unmittelbar westlich von M 11 steht dieser Mini-Sternhaufen – ich schwenke da immer gerne wieder hin, um ihn mir bei guter Durchsicht und auch ruhiger Luft anzuschauen. Mit Glück komme ich auf 15 Einzelsterne, nicht viel, aber der Haufen hebt sich trotzdem gut vom Hintergrund ab.
NGC 6960
1A-Seeing und Sturmvogelfasern passen sehr gut zusammen – was die Feinstrukturen im Zirrus-Nebel angeht, so ist der Bildeindruck atemberaubend. Foto, ganz einfach. Aber – NUR mit OIII-Filter! H-beta hilft überhaupt nicht, die Wasserstoff-Komponenten des Nebels abzugreifen, sie sind sichtbar, aber viel Schwächer als die im OIII. Mit einem Vergleich der beiden Spektralbereiche wird es also nichts. Für den Überblick ist 68x perfekt, für die Details dann heute 115x.
Pickerings Triangle
Da mein H-beta-Versuch nicht zündet und auch die Transparenz ein wenig knirsch, „rutsche“ ich da nur einmal kurz ´rüber – sichtbar sind ein paar Nebelfetzen, 68x und natürlich OIII-Filter. Da gehe ich intensiver noch einmal in einer richtig klaren Nacht ´ran.
NGC 6992
Auch hier bringt H-beta keinen Erkenntnisgewinn, obwohl da fotografisch OIII als auch H-alpha im Wettstreit liegen. Bei 115x ist die Knochenhand mit ihren sehr feinen Filamenten und auch „Grau“-Abstufungen ein absoluter Genuss, auch 169x sieht sehr gut aus – eben ein Nebel, der einem auch Vorstadthimmerl verzeiht.
IC 1318 A = DWB 82
Bei den Nebeln um gamma Cygni muss man mit der Identifizierung und Zuordnung schon gut aufpassen, da hilft der AGN von Vehrenberg / Neckel auch gut weiter. Da kann auch heute bei leichtem Dunst das H-beta-Filer im 31mm-Nagler glänzen. Das hier ist die hellste Komponente von IC 1318 nordwestlich von Sadr, hat eine bananenähnliche Kontur, ist indirekt auf Anhieb zu sehen, später dann auch direkt.
CS,
Stefan