StKorth_privat
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Wandertag am 9.1.2024
…und wieder habe ich Tyrion auf die Spur geschickt, lange keine klare Nacht gehabt, der Winter meint es hierzulande im Rheinland nicht gut mit uns. Sei´s drum, auf geht´s. Am Start: Mein 12“-Dobson mit 1.500 mm – Brennweite und mit der wunderbaren Martini-Rockerbox (nicht geschüttelt, oh je, welch ein Kalauer…).
Melotte 31
Die markante Fünfergruppe um 16 – 19 Aurigae passt wunderbar in die 1,2 Grad Sehfeld meines 22mm-Nagler-Boliden. Bei 68x sind dann auch im 12“-Reflektor alle Sterne – von Seeing-Einflüssen unberührt – nadelfein im „Raum“ vor mir. Einfach nur schön zum Eingrooven!
Teutsch 89
Eine sehr kompakte Sterngruppe gut 15 Bogenminuten nördlich von IC 410, schon oft fotografier, visuell eher unbekannt – aber lohnenswert! Auffälliges Dreieck mit Sternen 9 – 11. Größe, HD 34925 als hellster davon ist auch Mehrfachstern, südlich davon eine lose Gruppe von Sternen 12 – 14. Größe, insgesamt gut 10 – 15 Sterne (115x). Als Haufen wurde dieses Objekt erst 2006 „bekannt“.
NGC 1893
Ca. 40 Sterne 9. – 14. Größe – der Haufen in der HII-Region IC410. Er windet sich als breite Sternenkett von Süden nach Nordwesten, ist sehr locker und hat im Zentrum auffällige Doppelsterne.
IC 410
Per OIII-Filter ist dieser galaktische Nebel „um“ NGC 1893 als verschwommene Aufhellung auch schon direkt zu erkennen, bei indirektem Sehen wird er auch etwas fleckig. Das H-beta-Filter hat hier das nachsehen (68x und 115x).
Dolidze 18
Ein sehr loser Sternhaufen unmittelbar östlich von NGC 1893 und IC 410, ca. 15 Sterne 10. – 13. Größe (115x). Trotz der Größe von gut 20 Bogenminuten ist er noch gut als Haufen wahrnehmbar, sollte man immer mitnehmen, wenn man in der Gegend unterwegs ist.
14 Aurigae = Struve 653
Ein wunderschönes Vierfachsystem, in Summe ein Stern 5. Größe, die weiteren Komponenten sind 7 – 11 mag hell und 10 bis 181 Bogensekunden voneinander getrennt. Liest sich dürr, muss man sehen, so ein Objekt lohnt auch bei Dunst! Die Sterne sind wie ein kleines Kettchen in NO-SW-Richtung aufgereiht (115x).
M 38
Schön, immer wieder schön, muss man nicht viel drüber sagen, mehr als 100 Einzelsterne recht gleichmäßig verteilt. Ich sehe dort eine Art „Schaukelpferd“ im SW -Quadranten (je nach Orientierung), dazu viele Sterne mit weißlicher und mit rötlicher Färbung, etliche auch als Doppelstern (115x). Hier lohnt auch das Durchprobieren unterschiedlicher Vergrößerungen, da kann man dann auch viele Doppelsterne finden und durch den Haufen schwenken – wenn man dann bis 214x geht.
ASCC 15
Ca. 1,5 Grad nordwestlich von M 38 ist dieses Sternhäufchen zu finden, das zum ersten Mal 2005 beschrieben wurde. Am Westrand steht ein Stern 9. Größe (HD 281027), die restlichen knapp 20 Sterne sind ca. 11. – 14. und fächern sich nach NO auf. Locker, aber trotzdem noch als Haufen erkennbar (115x).
Stock 10
Offener Sternhaufen gute 3 Grad nordöstlich von M 38, ziemlich auffällige Sternengruppe. Am Nordrand steht eine Dreierkette mit weißlichen Sternen 7. Größe, nach SW hin gruppieren sich locker weitere 25 Sterne bis ca. 13. Größe (115x).
M 36
„The Frog“ hat man diesen hübschen Sternhaufen im englischsprachigen Raum genannt – (Messier war´s nicht!), das hat diese knackige Sternansammlung nicht verdient. Für mich sieht er eher wie ein fliegender Vogel aus, knapp 80 Sterne 9. – 14. Größe kann ich abschätzen (zählen kann man das kaum nennen…), zentrumsnah sieht man drei auffallende Doppelsterne (115x).
M 37
Immer wieder der Beste von den „Fuhrmann“-Haufen! Die hellsten Sterne sind vielleicht etwas schwächer als bei den Geschwistern, aber die Menge und Dichte begeistert! Und wie ein himmlischer Glimmstengel funzelt einen im Zentrum HD 39183 als rötliche Hauptkomponente eines netten Doppelsterns an, im 12-Zöller gut gefärbt zu erkennen. M 37 ist immer wieder mein Nachtanker, wenn ich vorher meine Netzhaut mit Lichtschwachem gequält habe (was heute nicht der Fall war), schnell gefunden lädt er zur Pause und zum Genießen ein (115x). Auch hier gilt: Einmal den Okularkoffer rauf- und runterwechseln!
Basel 4
Basel 1 bei M 11 im Schild ist immer ein nettes Kontrastprogramm für M 11, Basel 4 gute zwei Grad südlich von M 37 hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm – aber der interstellarum Deep-Sky-Atlas (der bei mir den Tirion 2000.0 abgelöst hat!) hat mich auf die Fährte gebracht. Ein wenige Bogenminuten kleiner Haufen, länglich ausgerichtet in SW-NO-Richtung, zwei Sterne 12. Grüße, der Rest bis ca. 15. Größe, da muss 214x her!
M 33
Heute geht´s auf HII-Jagd in der Nachbargalaxie. HII? Na, wohl eher nicht, aber dazu gleich mehr. Erst einmal ohne Filter, man sieht … nichts! Da stört der Restdunst etwas und die übliche rheinische Lichtglocke besonders – nein, für den Vorstadthimmelbeobachter ist diese Spirale ein sehr ödes Objekt, weil riesengroß und flächenschwach. Die Sternwolken, die man von Fotos kennt, sind einfach zu schwach. Aber gut – ich will ja auch auf die Nebel gehen…
NGC 604 – was Leichtes zum Anfang. Im Baader H-beta-Filterwunder kann man das Ding indirekt gut ausmachen (68x und 115x). Aber im Lumicon OIII-Filter wird er viel leichter! Also eine HII-Region mit viel Sauerstoff – das lassen aber Schmalbandfotos auch schon fast erwarten. Das hellste Nebelgebiet dieser Galaxie ist eine unregelmäßig geformte und auch schon mit direktem Sehen auszumachende Wolke nahe einem Vordergrundstern 11. Größe (115x). Das war einfach…
IC 143 (wer das einmal nachfahren möchte – ich könnte eine Karte liefern, lässt sich aber bestimmt auch in AstroBin dank Overlay nachvollziehen). Sehr schwierig, bestenfalls indirekte sichtbare, schwache Aufhellung (115x, OIII). Das Teil braucht klareren Himmel…
IC 142 - bei 115x und mit OIII-Filter sofort indirekt sichtbar, etwas länglich.
NGC 595 - nach NGC 604 das nächstleichtere Nebelgebiet, so gerade eben direkt sichtbar, indirekt einfach zu halten, wenn man es einmal gefunden hat. Rundliche Form, gleichmäßige Helligkeit (115x, OIII).
NGC 592 - unregelmäßige Auffhellung, verwaschener Rand (115x, OIII).
IC 136 – formlose, nur indirekt wahrnehmbare Aufhellung – aber sicher geknackt (115x, OIII).
IC 405
Tja, noch so eine HII-Region, die im OIII besser funzt als im H-beta-Filter… Der „Flaming Star“ ist eine auch von Meerbusch aus erkennbare ausgedehnte Aufhellung, ein Klassiker in Sachen „Indirektes Sehen“ – geht nicht ohne (68x)!
IC 417
Hätte ich einmal in den BafK (Beobachteratlas für Kurzentschlossene) geschaut – dann hätte mir das UHC-Filter vielleicht noch besser als OIII helfen können, diese diffuse Aufhellung beim Sternhaufen Stock 8 einzufangen. Nächstes Mal – so bleibt da eben nur ein schwaches Glimmen… (68x)
NGC 1931
Ohne Filter bei 68x und 115x ein kompakter Sternhaufen, Nebel kann ich nicht erahnen – aber da hilft mir OIII einmal mehr. Aber mehr als eine strukturlose Auffhellung kann ich da nicht sehen, da soll wohl auch viel Reflexionsnebel im Spiel sein, das bekomme ich meist nicht mit. Das Objekt wird auf jeden Fall in einer klaren Nacht noch angefahren – und auch ein Remotefoto gönne ich mir da einmal.
Auf dem Schreibtisch liegen noch die Notizen vom 12.2. - jawoll, Rosenmontagsspechteln war ich. Ich wohne zwar im Rheinland, bin aber als gebürtiger Holstein eben nicht mit jenem Gendefekt gesegnet, der dann da zur Karnevalszeit die Hormone in Wallung bringt und den Schunkelreflex auslöst. Aber mehr zu jener Beobachtungsnacht dann ein anderes Mal, ich mache jetzt den Rechner aus...
CS,
Stefan
…und wieder habe ich Tyrion auf die Spur geschickt, lange keine klare Nacht gehabt, der Winter meint es hierzulande im Rheinland nicht gut mit uns. Sei´s drum, auf geht´s. Am Start: Mein 12“-Dobson mit 1.500 mm – Brennweite und mit der wunderbaren Martini-Rockerbox (nicht geschüttelt, oh je, welch ein Kalauer…).
Melotte 31
Die markante Fünfergruppe um 16 – 19 Aurigae passt wunderbar in die 1,2 Grad Sehfeld meines 22mm-Nagler-Boliden. Bei 68x sind dann auch im 12“-Reflektor alle Sterne – von Seeing-Einflüssen unberührt – nadelfein im „Raum“ vor mir. Einfach nur schön zum Eingrooven!
Teutsch 89
Eine sehr kompakte Sterngruppe gut 15 Bogenminuten nördlich von IC 410, schon oft fotografier, visuell eher unbekannt – aber lohnenswert! Auffälliges Dreieck mit Sternen 9 – 11. Größe, HD 34925 als hellster davon ist auch Mehrfachstern, südlich davon eine lose Gruppe von Sternen 12 – 14. Größe, insgesamt gut 10 – 15 Sterne (115x). Als Haufen wurde dieses Objekt erst 2006 „bekannt“.
NGC 1893
Ca. 40 Sterne 9. – 14. Größe – der Haufen in der HII-Region IC410. Er windet sich als breite Sternenkett von Süden nach Nordwesten, ist sehr locker und hat im Zentrum auffällige Doppelsterne.
IC 410
Per OIII-Filter ist dieser galaktische Nebel „um“ NGC 1893 als verschwommene Aufhellung auch schon direkt zu erkennen, bei indirektem Sehen wird er auch etwas fleckig. Das H-beta-Filter hat hier das nachsehen (68x und 115x).
Dolidze 18
Ein sehr loser Sternhaufen unmittelbar östlich von NGC 1893 und IC 410, ca. 15 Sterne 10. – 13. Größe (115x). Trotz der Größe von gut 20 Bogenminuten ist er noch gut als Haufen wahrnehmbar, sollte man immer mitnehmen, wenn man in der Gegend unterwegs ist.
14 Aurigae = Struve 653
Ein wunderschönes Vierfachsystem, in Summe ein Stern 5. Größe, die weiteren Komponenten sind 7 – 11 mag hell und 10 bis 181 Bogensekunden voneinander getrennt. Liest sich dürr, muss man sehen, so ein Objekt lohnt auch bei Dunst! Die Sterne sind wie ein kleines Kettchen in NO-SW-Richtung aufgereiht (115x).
M 38
Schön, immer wieder schön, muss man nicht viel drüber sagen, mehr als 100 Einzelsterne recht gleichmäßig verteilt. Ich sehe dort eine Art „Schaukelpferd“ im SW -Quadranten (je nach Orientierung), dazu viele Sterne mit weißlicher und mit rötlicher Färbung, etliche auch als Doppelstern (115x). Hier lohnt auch das Durchprobieren unterschiedlicher Vergrößerungen, da kann man dann auch viele Doppelsterne finden und durch den Haufen schwenken – wenn man dann bis 214x geht.
ASCC 15
Ca. 1,5 Grad nordwestlich von M 38 ist dieses Sternhäufchen zu finden, das zum ersten Mal 2005 beschrieben wurde. Am Westrand steht ein Stern 9. Größe (HD 281027), die restlichen knapp 20 Sterne sind ca. 11. – 14. und fächern sich nach NO auf. Locker, aber trotzdem noch als Haufen erkennbar (115x).
Stock 10
Offener Sternhaufen gute 3 Grad nordöstlich von M 38, ziemlich auffällige Sternengruppe. Am Nordrand steht eine Dreierkette mit weißlichen Sternen 7. Größe, nach SW hin gruppieren sich locker weitere 25 Sterne bis ca. 13. Größe (115x).
M 36
„The Frog“ hat man diesen hübschen Sternhaufen im englischsprachigen Raum genannt – (Messier war´s nicht!), das hat diese knackige Sternansammlung nicht verdient. Für mich sieht er eher wie ein fliegender Vogel aus, knapp 80 Sterne 9. – 14. Größe kann ich abschätzen (zählen kann man das kaum nennen…), zentrumsnah sieht man drei auffallende Doppelsterne (115x).
M 37
Immer wieder der Beste von den „Fuhrmann“-Haufen! Die hellsten Sterne sind vielleicht etwas schwächer als bei den Geschwistern, aber die Menge und Dichte begeistert! Und wie ein himmlischer Glimmstengel funzelt einen im Zentrum HD 39183 als rötliche Hauptkomponente eines netten Doppelsterns an, im 12-Zöller gut gefärbt zu erkennen. M 37 ist immer wieder mein Nachtanker, wenn ich vorher meine Netzhaut mit Lichtschwachem gequält habe (was heute nicht der Fall war), schnell gefunden lädt er zur Pause und zum Genießen ein (115x). Auch hier gilt: Einmal den Okularkoffer rauf- und runterwechseln!
Basel 4
Basel 1 bei M 11 im Schild ist immer ein nettes Kontrastprogramm für M 11, Basel 4 gute zwei Grad südlich von M 37 hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm – aber der interstellarum Deep-Sky-Atlas (der bei mir den Tirion 2000.0 abgelöst hat!) hat mich auf die Fährte gebracht. Ein wenige Bogenminuten kleiner Haufen, länglich ausgerichtet in SW-NO-Richtung, zwei Sterne 12. Grüße, der Rest bis ca. 15. Größe, da muss 214x her!
M 33
Heute geht´s auf HII-Jagd in der Nachbargalaxie. HII? Na, wohl eher nicht, aber dazu gleich mehr. Erst einmal ohne Filter, man sieht … nichts! Da stört der Restdunst etwas und die übliche rheinische Lichtglocke besonders – nein, für den Vorstadthimmelbeobachter ist diese Spirale ein sehr ödes Objekt, weil riesengroß und flächenschwach. Die Sternwolken, die man von Fotos kennt, sind einfach zu schwach. Aber gut – ich will ja auch auf die Nebel gehen…
NGC 604 – was Leichtes zum Anfang. Im Baader H-beta-Filterwunder kann man das Ding indirekt gut ausmachen (68x und 115x). Aber im Lumicon OIII-Filter wird er viel leichter! Also eine HII-Region mit viel Sauerstoff – das lassen aber Schmalbandfotos auch schon fast erwarten. Das hellste Nebelgebiet dieser Galaxie ist eine unregelmäßig geformte und auch schon mit direktem Sehen auszumachende Wolke nahe einem Vordergrundstern 11. Größe (115x). Das war einfach…
IC 143 (wer das einmal nachfahren möchte – ich könnte eine Karte liefern, lässt sich aber bestimmt auch in AstroBin dank Overlay nachvollziehen). Sehr schwierig, bestenfalls indirekte sichtbare, schwache Aufhellung (115x, OIII). Das Teil braucht klareren Himmel…
IC 142 - bei 115x und mit OIII-Filter sofort indirekt sichtbar, etwas länglich.
NGC 595 - nach NGC 604 das nächstleichtere Nebelgebiet, so gerade eben direkt sichtbar, indirekt einfach zu halten, wenn man es einmal gefunden hat. Rundliche Form, gleichmäßige Helligkeit (115x, OIII).
NGC 592 - unregelmäßige Auffhellung, verwaschener Rand (115x, OIII).
IC 136 – formlose, nur indirekt wahrnehmbare Aufhellung – aber sicher geknackt (115x, OIII).
IC 405
Tja, noch so eine HII-Region, die im OIII besser funzt als im H-beta-Filter… Der „Flaming Star“ ist eine auch von Meerbusch aus erkennbare ausgedehnte Aufhellung, ein Klassiker in Sachen „Indirektes Sehen“ – geht nicht ohne (68x)!
IC 417
Hätte ich einmal in den BafK (Beobachteratlas für Kurzentschlossene) geschaut – dann hätte mir das UHC-Filter vielleicht noch besser als OIII helfen können, diese diffuse Aufhellung beim Sternhaufen Stock 8 einzufangen. Nächstes Mal – so bleibt da eben nur ein schwaches Glimmen… (68x)
NGC 1931
Ohne Filter bei 68x und 115x ein kompakter Sternhaufen, Nebel kann ich nicht erahnen – aber da hilft mir OIII einmal mehr. Aber mehr als eine strukturlose Auffhellung kann ich da nicht sehen, da soll wohl auch viel Reflexionsnebel im Spiel sein, das bekomme ich meist nicht mit. Das Objekt wird auf jeden Fall in einer klaren Nacht noch angefahren – und auch ein Remotefoto gönne ich mir da einmal.
Auf dem Schreibtisch liegen noch die Notizen vom 12.2. - jawoll, Rosenmontagsspechteln war ich. Ich wohne zwar im Rheinland, bin aber als gebürtiger Holstein eben nicht mit jenem Gendefekt gesegnet, der dann da zur Karnevalszeit die Hormone in Wallung bringt und den Schunkelreflex auslöst. Aber mehr zu jener Beobachtungsnacht dann ein anderes Mal, ich mache jetzt den Rechner aus...
CS,
Stefan
