Warnung: Grossfernglasmontierung kann brechen

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tommy_nawratil

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hallo liebe Leute,

um euch ähnliches Missgeschick zu ersparen sei gewarnt:
die bei Grossferngläsern zB von TS übliche Montierung mit der Mittelstange und dem Klemmknopf hat eine gefährliche Schwachstelle. Wenn man den Klemmknopf fest anzieht, was ich gerne tat weil da ein schmaler Plastikring drin war der das Fernglas wackeln liess, so kann die Fassung der Mittelstange brechen. Die ist an der schmalsten Stelle nur ca. 0,5mm dick!
Genau dieses ist mir passiert, und mein 20x100 landete gottseidank in der Wiese, nicht am Beton. Und das Ding ist ziemlich schwer!
Habe dann bei TS nach Alternaiven gefragt, kam aber nichts raus dabei. Bin dann in den Baumarkt und habe mit Hilfe von Rohrklemmen doch was stabiles zuwege gebracht.
Link zur Grafik: http://www.vibes.co.at/images/Bruchstelle.jpg
 
Hallo Tommy,

dass es bei Deiner Fernglashalterung Bruch gegeben hat, liegt meiner Meinung nach eher daran, dass das Fernglas schlecht ausbalanciert war und dann noch eine zusätzliche Belastung eingewirkt hat. Wenn man die Klemmvorrichtung gut handfest anzieht und nicht mit der Zange, dürfte soetws eigentlich nicht passieren. Vielleicht könntest Du uns ja noch einmal schildern, in welcher Situation das Teil zu Bruch gegangen ist. Direkt beim Zudrehen oder nachher während des Gebrauchs?

Ich kenne die Konstruktion nicht im Detail und weiß nicht, ob man die Knickbrücke zerlegen muss, um den Schieber von der Stange zu bekommen. Auf alle Fälle würde ich versuchen, wenn ich so ein "Wackelteil" hätte, das Übel an der Wurzel zu bekämpfen und dafür sorgen, dass das Spiel in der Passung verringert wird (wenn man selbst nicht die Möglichkeiten dazu hat, dann in Zusammenarbeit mit einem Mechaniker). Brutale Anzugsdrehmomente sind dann nicht nötig.

Gruß,
Bernhard
 
Hallo

Wenn man ein Fernglas schon ausbalancieren muss, irgendwann hört der Spaß auf. Wenn es an der Bruchstelle 0,5mm dick ist, dann würde ich da nie ein Ferglas draufhängen. Die Montierung muss schon so stabil sein, dass man ohne Ausbalancieren auskommt. Bei Teleskopen gut, aber bei Ferngläsern, da hört für mich der Spaß an der Beobachtung auf!

cs

Markus
 
zusätzliche Belastung ist korrekt diagnostiziert: Das Fernglas war auf einem mittelschweren Fotostativ befestigt, der Stativkopf etwas zu locker festgeklemmt, das Fernglas bekam Übergewicht und kippte nach vorn. Der Drehmoment als es dann am Anschlag gestoppt wurde liess besagten Klemmkopf brechen. Ging sehr schnell, ehe ich zugreifen konnte.

Der Plastikring den ich vorher gar nicht bemerkte, denn ich zerlege ja nicht alles per se was ich habe, diente offenbar die kleine Schraube zuzudecken mit der der Klemmkopf angeschraubt ist - wie am Bild ersichtlich. Eine denkbar ungünstige Konstruktion. Wäre diese Schraube versenkt, brauchte man den Plastikring nicht und das Teil wäre 10x stabiler.

Fazit: ohne Gegengewicht ist diese Art der Montierung potentiell Fernglastötend! Darauf sei hingewiesen. Es gibt sicher noch eine Menge Leute die diese vorgesehene Montierungsweise arglos benutzen.
 
Hier drängt sich mir der Name eines größeren Asiatischen Landes auf, in dem solche Sachen hergestellt werden.
Wie hieß das noch mal..... ?
Wer bei Stativen " no name " kauft muß mit so was rechnen. Ist mir selbst auch passiert. Seitdem nur noch Manfrotto, Berlebach und Co.

Stephan
 
Der Plastikring den ich vorher gar nicht bemerkte, denn ich zerlege ja nicht alles per se was ich habe, diente offenbar die kleine Schraube zuzudecken mit der der Klemmkopf angeschraubt ist - wie am Bild ersichtlich. Eine denkbar ungünstige Konstruktion. Wäre diese Schraube versenkt, brauchte man den Plastikring nicht und das Teil wäre 10x stabiler.

Eine sinnvolle Variante hätte bessere Materialstärken an den Seiten und eine kraftschlüssige Verbindung zwischen der Mittelstange des Fernglases und den Backen der Halterung selbst, statt, wie anscheinend hier, einem unterdimensionierten Plastikteil bzw. der oberen Klemmschraube. Fazit: klarer Fall von Fehlkonstruktion und eigentlich ein Reklamationsgrund.. Was sagt denn der Verkäufer dazu?
 
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Hallo Markus,

das erste was man tun sollte, wenn man ein mehrere Kilogramm schweres Fernglas auf´s Stativ gebracht hat, ist, dass man es ausbalanciert - zumindest wenn man die Möglichkeit dazu hat. Schraube lösen - Fernglas verschieben und ins Gleichgewicht bringen - Schraube zudrehen. Wo ist denn da das Problem? Sicherlich ist die Wandung der Bohrung recht schwach, aber wenn man so ein preisgünstiges Fernglas gekauft hat, bei dem diese Halterung qusi Teil des Fernglases ist, muss man sich in der Bedienung des Glases auf das Material einstellen (man sollte dies auch tun, wenn man einen hochwertigen Gebrauchsgegenstand benützt). Ein Glas auszubalancieren, dass die Möglichkeit dazu bietet, ist nun wirklich das Allergeringste!

Gruß,
Bernhard
 
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Unterschiedliche Versionen !!!

Hallo Herr Nawratil,

bei den alten Modellen 20x100 und 15x80 war die Hülse tatsächlich relativ dünn.

Bei den neuen Modellen 20x80 und 25x100 ist die Fassung wesentlich dicker ausgeführt, wir haben hier noch nie einen Bruch gehabt. Der Hersteller ist auch ein anderer.

Herzliche Grüße

Wolfi Ransburg
Teleskop-Service
www.teleskop-service.de
 
Re: Unterschiedliche Versionen !!!

Hallo Tommy,

ich finde es gut, dass Du auf die Schwachpunkte dieser Fernglashalterung hinweißt und wie so ein Teil enden kann, wenn man nur für einen Moment unachtsam ist (Neigekopf nicht in Friktion).

Ich habe mir das Glas mal auf der TS-Homepage angesehen und komme zu der Feststellung, dass die Abmessungen der verschiebbaren Halterung wirklich nicht glücklich gewählt sind. Die Stange ist zu dick und dafür ist die Wandung der Bohrung zu dünn – wenn dann noch die Qualität des Materials zu wünschen übrig lässt.....

Es ist unbedingt notwendig, solch ein Brocken von ca. 2,5 kg auf dem Stativ auszutarieren - es sei denn man steht immer am Stativ und hält das Glas schön fest - aber wer will das schon. Man möchte ja mal in die Sternkarte gucken oder mit einem schwächer vergrößernden Fernglas Freihand beobachten. Wer das nicht beherzigt und sein Stativ beim Hantieren anrempelt, befördert seine Ausrüstung (schlimmstenfalls) auf den Asphalt oder mit den Objektiven voran in den Schotter!

Steht das Glas ausbalanciert auf dem Stativ, wird außerdem der Neige- bzw. Kugelkopf geschont.

Natürlich wird das Gleichgewicht verändert, wenn man die Neigung des Glases verändert, deshalb ist es ja so wichtig, eine gut funktionierende Verstellung zu haben, mit der man das Fernglas der jeweiligen Betrachtungssituation anpassen kann!

Und so habe ich die Sache bei meiner Fernglashalterung gelöst. Vor allem wird durch das verstellbare Gegengewicht der kleine Leitz Kugelkopf geschont. (Bild im Anhang)

Gruß,
Bernhard
 
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