Warum eigentlich Einzelokulareinstellung!??

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stereoskop

Mitglied
Hallo nochmal!

An dieser Stelle erst einmal vielen Dank all den netten Mitgliedern, die auf meine beiden vorangegangenen Posts geantwortet haben.

Ich habe gerade ein kleines Fernglas ausgepackt, welches ich per Annonce "mal so auf Verdacht" gekauft habe, weil es meiner Einschätzung nach nicht teuer war, ich ihm aber durchaus gute optische Leistungen zutraue.
Ich rede von einem Hartmann/Wetzlar 8x30 Porlerom-Weitwinkel aus den 60er Jahren.
Jetzt kam es heute an und ich war erstaunt, denn es ist neu und unbenutzt und sogar noch in seinem originalen Hartmann-Verkaufskarton. So weit, so gut.
Ich dachte zuerst, der Inserent hätte sich vertippt und statt "Porlerim", "Porlerom" geschrieben.
Stimmt aber nicht, denn es heißt wirklich Porlerom und unterscheidet sich wie viele seiner Mitbewerber im Namen nur durch den einen veränderten Buchstaben, der ausdrückt, dass das eine einen Mitteltrieb und das andere Einzelokulareinstellung hat.
Dies ist mein erstes Fernglas mit Einzelok. und ich frage mich jetzt, was das eigentlich soll?
Man dreht doch jetzt total umständlich ständig an beiden Okularen herum, um die jeweiligen Entfernungen scharfzustellen.
Warum wurde so etwas umständliches gebaut, wo es doch mit Mitteltrieb viel einfacher geht? Für welchen Einsatzzweck wurden diese Ferngläser einem mit Mitteltrieb vorgezogen?
Würde mich echt mal interessieren.......
Davon ab ist die Qualität des Fernglases übrigens ausgezeichnet, ich habe es zwar noch nicht bei allen Gelegenheiten ausprobiert, aber es scheint locker Zeiss-Qualitäten zu besitzen, von späteren Vergütungsverbesserungen mal abgesehen.
 
Hallo und Glückwunsch zum Glas - viel Freude damit.


Verschiedene Fokussierprinzipien, ihre Vor- und Nachteile:

Eines der wichtigsten Probleme im Fernglasbau ist die Abdichtung gegenüber Schmutz, Staub und Feuchtigkeit.
Bereits geringste Spuren von Feuchtigkeit, z.B. lassen die Glasoberfläche und die Prismen trübe werden.
Pilzbefall, verursacht ebenfalls durch Klima und Feuchtigkeit, Schmutz und Staub im Fernglasinnern behindern die optische Leistung und allg. die mechanische Funktion, vermindern die Transmission der Lichts und können im Extremfall sogar die Entfernungseinstellung erschweren.


Die Fixfokuseinstellung:
Bei diesem Prinzip gibt es keine Möglichkeit der Entfernungseinstellung.
Hierbei wird die Akkommodationsfähigkeit des Auges ausgenutzt, um einen bestimmten Bereich von nah bis fern innerhalb der Schärfenzone zu erhalten.
Vorteile sind die relativ einfache Bauweise und die preiswerte Herstellung. Die Bedienung ist sehr schnell, da ja nicht nachfokussiert werden muß.

Nachteile sind die schnelle Ermüdung der Augen, da sie sich ständig auf verschiedene Entfernungen anpassen müssen. Hinzu kommt, daß, bedingt durch die Akkommodationsfähigkeit des Auges, die Naheinstellung begrenzt ist. (meist >20m!).
Für verschiedene Benutzer, wie Ornithologen, ist dieses Prinzip ungeeignet, weiterhin kann nicht über unendlich hinaus fokussiert werden.
(Z.B. für die Stern- und Mondbeobachtung bei schwankenden Temperaturen!)


Einstellung über den Mitteltrieb:
(Außenfokussierung)

Beide Okulare bewegen sich über den Mitteltriebknopf zur Entfernungseinstellung im Fernglaskörper. Damit wird die Baulänge verändert.
Vorteile sind die einfache und preisgünstige Fertigung (Standard bis zu Beginn der 60 èr Jahre des letzten Jahrhunderts!), d. h. gleichzeitige Fokussierung beider Okulare.
Nachteile sind bei dieser heute veralteten Konstruktion die nicht mögliche Abdichtung gegenüber äußeren Einflüssen. Staub und Feuchtigkeit werden durch eine Pump- und Saugwirkung in das Innere des Fernglaskörpers gezogen. Hinzu kommt eine hohe Stoßempfindlichkeit gegenüber Dejustierungen.


Pseudo Innenfokussierung über den Mitteltrieb:
Hierbei bewegen sich Linsen des Okularsystems innerhalb des Okulartubus.
Die Baulänge verändert sich nicht.
Dieses Bauprinzip ist nicht ganz so empfindlich gegenüber Stoß und Schlag, bzw. Dejustierung. Da sich aber die äußeren Okularlinsen oder das Objektiv - je nach Ausführung - bewegen, kann Schmutz, Staub und Feuchtigkeit angesaugt werden und damit die Leistung entscheidend vermindern. Dies ist übrigens ein Konstruktionsprinzip, das noch heute auch von bekannten Herstellern benutzt wird.
Mit Hilfe spezieller Dichtungen und sog. "O-Ringe" versucht man diesem Mangel abzuhelfen.


Die echte Innenfokussierung über den Mitteltrieb:
Okulare und Objektive sind fest mit dem Fernglaskörper verbunden, zur Scharfeinstellung wird im Fernglasinneren ein Linsensystem/bzw. eine Linse bewegt. (Eine weltweit erste Leitz Erfindung!)

Vorteile sind:
Solche Systeme sind - bei großem fertigungstechnologischen Aufwand - absolut luftdicht, daher besteht keine Gefahr der Verschmutzung und des Beschlagens der Innenflächen der optischen Systeme. Solche Ferngläser können sogar absolut wasserdicht gebaut werden. Die Stoßempfindlichkeit ist sehr gering; diese Bauweise ermöglicht eine fortschrittliche, langzeitstabile und robuste Konstruktion.
Nachteile sind:
Ein sehr hoher konstruktiver Aufwand ist erforderlich, dadurch verteuern sich die Fertigungskosten extrem.

Ferngläser dieser Bauweise wurden erstmals zu Beginn der 60 èr Jahre des letzten Jahrhunderts von Ernst Leitz/Wetzlar mit der "TRINOVID-Serie" angeboten und erleben seit 1990 mit Vorstellung der "Ultra-Serie", Trinovid BA, BN und Ultravid eine bis heute nicht bekannte Perfektion. Ebenso Zeiss und Swaro.

Es gibt zwar heute auch andere Hersteller, die bei ihren Ferngläsern solche Merkmale beanspruchen, es ist aber festzuhalten, daß in der Kombination der besonderen Merkmale einer echten Innenfokussierung mit der entsprechenden Materialauswahl - und -Güte die Ferngläser der heutigen TRINOVID-Serie eine einzigartige Markenposition besitzen und immer wieder kopiert wurden und noch werden.
(Mangels damaliger rechtzeitiger bzw. nicht beachteter Patentanmeldung!)

Die Einzelokulareinstellung:
Beide Okulare werden zur Scharfeinstellung individuell bewegt.
(Im Leica Fernglasprogramm besaß das erste GEOVID dieses Merkmal)
Vorteile sind die sehr gute Eignung für die Seefahrt und den militärischen Gebrauch da sich solche Ferngläser relativ leicht abdichten lassen und sich die zu beobachtenden Objekte in der Regel im Unendlichbereich befinden.
Nachteile sind, daß durch die individuelle Verstellung der Okulare für das linke und das rechte Auge die Anpassung zur Entfernungseinstellung relativ langsam ist. (vor allem bei wechselnden Benutzern!)

Die Mechanik.
Neben der optischen Leistung verdient die Mechanik eines Fernglases besonderes Augenmerk:
Werden zum Bau nicht hochwertige Materialien eingesetzt, kann nicht nur die Funktion beeinträchtigt werden sondern auch die präzise Justierung im Dauergebrauch behindert werden.
Eine solide Ganzmetallkonstruktion ist daher Voraussetzung für eine optimale und dauerhafte Justierung und sorgt gleichzeitig für besten Schutz mechanischer und optischer Bauelemente. Besondere Aufmerksamkeit muß der stoßfesten Halterung der Prismen geschenkt werden (Prismenstuhl!).
(wie auch die zentrale Fokussierungsstange vom Trinovid aus Messing bzw. beim Ultravid aus Titan!)
Heutige Hochleistungsferngläser sind wasserdicht (z.B. Leica, Swarowski und Zeiss, etc.) und mit einer speziellen Armierung gegen äußere Einflüsse geschützt, die gleichzeitig das Innere des Glases gegen Stoß und Schlag schützt.

Schön dass Zeiss und Swarowski die Vorteile der ersten Trinovid BA ab 1990 auch erkannt und sich zu Nutzen gemacht haben und wesentliche Innovationen übernommen haben!

H.H. 27.10.2006
__________________
Einige Anmerkungen vom Autor dürften mitlerweile überholt sein. Grundsätzlich aber alles gut ;)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Keine Fragen mehr, Euer Ehren........;o))


Gruß
Wolfgang
P.S.: ......außer vielleicht noch zur Firma Hartmann, gibt es Erfahrungswerte bezgl. der Porlerim Gläser?
War/ist Hartmann eine gute Schmiede?
 
Zitat von stereoskop:
Keine Fragen mehr, Euer Ehren........;o))


Gruß
Wolfgang
P.S.: ......außer vielleicht noch zur Firma Hartmann, gibt es Erfahrungswerte bezgl. der Porlerim Gläser?
War/ist Hartmann eine gute Schmiede?

Zur Klarstellung: Der Text kam nicht von mir. Ich bediene mich nur. H.H. ist ein ehemaliger Abtl.-und Schulungsleiter von Leica-Ferglasabteilung. Ich arbeite mich gerade mit leider wenig Unterstützung von Leica in das Thema Leitz/Leica ein. H.H. hat mir seine Zugesichert. Das Thema Ferngläser ist für mich schwer zu ergründen, technisch wie historisch-auf Leica/Leitz bezogen.

Zu deiner Frage:

Aus meinen Unterlagen geht hervor, lt. Werbung in dem Buch
"Feldstecherfibel" Ewald Blatterer 1960
! Hartmann Optik - Wetzler 117 (?) - Der gute Deutsche-Feldstecher - Karl Hartmann OHG - Wetzler Postfach 117 !

Und ich denke, wer die deutsche Optikgeschichte um Wetzler kennt - ja, es sollte ein gutes altes Schätzchen sein.
Wie die von Hensold, Hertel und Reus aus Kassel, Nickel aus Marburg, Steinheil München oder acu Beck aus Kassel.U.a.
Made in Germany eben.
 
Zitat von leicam62003:
Verschiedene Fokussierprinzipien, ihre Vor- und Nachteile:

.
.
.

H.H. 27.10.2006
__________________
Einige Anmerkungen vom Autor dürften mitlerweile überholt sein. Grundsätzlich aber alles gut ;)
Hallo Dominique, verrätst Du uns denn noch, wo Du diesen langen Textextrakt gefunden hast und wer sich untem dem Kürzel "H.H." verbirgt?

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Zitat von P_E_T_E_R:
Zitat von leicam62003:
Verschiedene Fokussierprinzipien, ihre Vor- und Nachteile:

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H.H. 27.10.2006
__________________
Einige Anmerkungen vom Autor dürften mitlerweile überholt sein. Grundsätzlich aber alles gut ;)
Hallo Dominique, verrätst Du uns denn noch, wo Du diesen langen Textextrakt gefunden hast und wer sich untem dem Kürzel "H.H." verbirgt?

Mit freundlichen Grüßen,
Peter
Ich denke nicht, das ihm das recht wäre. Bitte Verständnis. Wenn es so weit ist, was ich hoffe, wird eh viel veröffentlicht.
Ich habe noch einige Artikel von/über Leitz/Leica. Dennoch zu wenig.
 
Hallo Dominique,

schön, dass hier einmal auf den Ausgangspunkt der neueren Fernglasgeschichte hingewiesen wird. Der befand sich in vielerlei Beziehung (noch in weiteren in dem Textausschnitt nicht genannten Punkten, z.B. Baukastenprinzip, Kenngrößenensemble) tatsächlich bei Leitz/Leica bzw. bei einem dort einst tätigen Konstrukteur (hinter wirklichen Innovationen stecken meist nur ganz wenige Köpfe. Meist ist es nur einer). Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob man sich dessen bei dieser Firma selbst immer ganz bewusst war oder ist...

Steve

Zitat von leicam62003:
Hallo und Glückwunsch zum Glas - viel Freude damit.


Verschiedene Fokussierprinzipien, ihre Vor- und Nachteile:

Eines der wichtigsten Probleme im Fernglasbau ist die Abdichtung gegenüber Schmutz, Staub und Feuchtigkeit.
Bereits geringste Spuren von Feuchtigkeit, z.B. lassen die Glasoberfläche und die Prismen trübe werden.
Pilzbefall, verursacht ebenfalls durch Klima und Feuchtigkeit, Schmutz und Staub im Fernglasinnern behindern die optische Leistung und allg. die mechanische Funktion, vermindern die Transmission der Lichts und können im Extremfall sogar die Entfernungseinstellung erschweren.


Die Fixfokuseinstellung:
Bei diesem Prinzip gibt es keine Möglichkeit der Entfernungseinstellung.
Hierbei wird die Akkommodationsfähigkeit des Auges ausgenutzt, um einen bestimmten Bereich von nah bis fern innerhalb der Schärfenzone zu erhalten.
Vorteile sind die relativ einfache Bauweise und die preiswerte Herstellung. Die Bedienung ist sehr schnell, da ja nicht nachfokussiert werden muß.

Nachteile sind die schnelle Ermüdung der Augen, da sie sich ständig auf verschiedene Entfernungen anpassen müssen. Hinzu kommt, daß, bedingt durch die Akkommodationsfähigkeit des Auges, die Naheinstellung begrenzt ist. (meist >20m!).
Für verschiedene Benutzer, wie Ornithologen, ist dieses Prinzip ungeeignet, weiterhin kann nicht über unendlich hinaus fokussiert werden.
(Z.B. für die Stern- und Mondbeobachtung bei schwankenden Temperaturen!)


Einstellung über den Mitteltrieb:
(Außenfokussierung)

Beide Okulare bewegen sich über den Mitteltriebknopf zur Entfernungseinstellung im Fernglaskörper. Damit wird die Baulänge verändert.
Vorteile sind die einfache und preisgünstige Fertigung (Standard bis zu Beginn der 60 èr Jahre des letzten Jahrhunderts!), d. h. gleichzeitige Fokussierung beider Okulare.
Nachteile sind bei dieser heute veralteten Konstruktion die nicht mögliche Abdichtung gegenüber äußeren Einflüssen. Staub und Feuchtigkeit werden durch eine Pump- und Saugwirkung in das Innere des Fernglaskörpers gezogen. Hinzu kommt eine hohe Stoßempfindlichkeit gegenüber Dejustierungen.


Pseudo Innenfokussierung über den Mitteltrieb:
Hierbei bewegen sich Linsen des Okularsystems innerhalb des Okulartubus.
Die Baulänge verändert sich nicht.
Dieses Bauprinzip ist nicht ganz so empfindlich gegenüber Stoß und Schlag, bzw. Dejustierung. Da sich aber die äußeren Okularlinsen oder das Objektiv - je nach Ausführung - bewegen, kann Schmutz, Staub und Feuchtigkeit angesaugt werden und damit die Leistung entscheidend vermindern. Dies ist übrigens ein Konstruktionsprinzip, das noch heute auch von bekannten Herstellern benutzt wird.
Mit Hilfe spezieller Dichtungen und sog. "O-Ringe" versucht man diesem Mangel abzuhelfen.


Die echte Innenfokussierung über den Mitteltrieb:
Okulare und Objektive sind fest mit dem Fernglaskörper verbunden, zur Scharfeinstellung wird im Fernglasinneren ein Linsensystem/bzw. eine Linse bewegt. (Eine weltweit erste Leitz Erfindung!)

Vorteile sind:
Solche Systeme sind - bei großem fertigungstechnologischen Aufwand - absolut luftdicht, daher besteht keine Gefahr der Verschmutzung und des Beschlagens der Innenflächen der optischen Systeme. Solche Ferngläser können sogar absolut wasserdicht gebaut werden. Die Stoßempfindlichkeit ist sehr gering; diese Bauweise ermöglicht eine fortschrittliche, langzeitstabile und robuste Konstruktion.
Nachteile sind:
Ein sehr hoher konstruktiver Aufwand ist erforderlich, dadurch verteuern sich die Fertigungskosten extrem.

Ferngläser dieser Bauweise wurden erstmals zu Beginn der 60 èr Jahre des letzten Jahrhunderts von Ernst Leitz/Wetzlar mit der "TRINOVID-Serie" angeboten und erleben seit 1990 mit Vorstellung der "Ultra-Serie", Trinovid BA, BN und Ultravid eine bis heute nicht bekannte Perfektion. Ebenso Zeiss und Swaro.

Es gibt zwar heute auch andere Hersteller, die bei ihren Ferngläsern solche Merkmale beanspruchen, es ist aber festzuhalten, daß in der Kombination der besonderen Merkmale einer echten Innenfokussierung mit der entsprechenden Materialauswahl - und -Güte die Ferngläser der heutigen TRINOVID-Serie eine einzigartige Markenposition besitzen und immer wieder kopiert wurden und noch werden.
(Mangels damaliger rechtzeitiger bzw. nicht beachteter Patentanmeldung!)

Die Einzelokulareinstellung:
Beide Okulare werden zur Scharfeinstellung individuell bewegt.
(Im Leica Fernglasprogramm besaß das erste GEOVID dieses Merkmal)
Vorteile sind die sehr gute Eignung für die Seefahrt und den militärischen Gebrauch da sich solche Ferngläser relativ leicht abdichten lassen und sich die zu beobachtenden Objekte in der Regel im Unendlichbereich befinden.
Nachteile sind, daß durch die individuelle Verstellung der Okulare für das linke und das rechte Auge die Anpassung zur Entfernungseinstellung relativ langsam ist. (vor allem bei wechselnden Benutzern!)

Die Mechanik.
Neben der optischen Leistung verdient die Mechanik eines Fernglases besonderes Augenmerk:
Werden zum Bau nicht hochwertige Materialien eingesetzt, kann nicht nur die Funktion beeinträchtigt werden sondern auch die präzise Justierung im Dauergebrauch behindert werden.
Eine solide Ganzmetallkonstruktion ist daher Voraussetzung für eine optimale und dauerhafte Justierung und sorgt gleichzeitig für besten Schutz mechanischer und optischer Bauelemente. Besondere Aufmerksamkeit muß der stoßfesten Halterung der Prismen geschenkt werden (Prismenstuhl!).
(wie auch die zentrale Fokussierungsstange vom Trinovid aus Messing bzw. beim Ultravid aus Titan!)
Heutige Hochleistungsferngläser sind wasserdicht (z.B. Leica, Swarowski und Zeiss, etc.) und mit einer speziellen Armierung gegen äußere Einflüsse geschützt, die gleichzeitig das Innere des Glases gegen Stoß und Schlag schützt.

Schön dass Zeiss und Swarowski die Vorteile der ersten Trinovid BA ab 1990 auch erkannt und sich zu Nutzen gemacht haben und wesentliche Innovationen übernommen haben!

H.H. 27.10.2006
__________________
Einige Anmerkungen vom Autor dürften mitlerweile überholt sein. Grundsätzlich aber alles gut ;)
 
Zitat von steve11:
............bei Leitz/Leica bzw. bei einem dort einst tätigen Konstrukteur (hinter wirklichen Innovationen stecken meist nur ganz wenige Köpfe. Meist ist es nur einer). Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob man sich dessen bei dieser Firma selbst immer ganz bewusst war oder ist...

Steve

Hallo Steve,
danke, dass du den Beitrag hinter-und unterfragt hast.
Was willst du mit deiner letzten Bemrkung aussagen?
Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass die Aufarbeitung der Leitz Historie sich als unzugänglich oder als sehr schwer erweist. Und das sage ich bei meiner Interessenlage mit großen Bedauern.
 
Hi Dominique,

was "Genau" moechtest du denn ueber Leitz/Leica wissen ?

Es gibt da ein interessantes Buch ueber die Geschichte.

Gruss

Mike
 
Zitat von MikeS55:
Hi Dominique,

was "Genau" moechtest du denn ueber Leitz/Leica wissen ?

Es gibt da ein interessantes Buch ueber die Geschichte.

Gruss

Mike

Die Historie über Leitz/Leica Feldstecher in Buchform?
Titel!
M.W. gibt es eine Auflage von 300 Stück, die in Japan veröffentlicht wurde. Mehr ist MIR nicht bekannt. Meine Anfrage bei Leica, mich im Vorhaben sich auf Leitz/Leica FG zu speziallisieren, wurde mit der Zusendung des neusten Prospektes beantwortet.
 
Also das Buch dass ich meine traegt den Titel : "Die Leitz-Werke in Wetzlar"..

Aber ich denke dich interessieren speziell die Fernglaeser..
Ueber die Geschichte "Jener" hab ich kuerzlich noch was gelesen im Web,werde versuchen die Seite zu finden..

Das von dir beschriebene Werk ist mir nicht bekannt,aber ich werde mal meinen Bruder fragen,vielleicht besteht die Moeglichkeit da noch mehr herauszufinden.
Ein paar alte Kataloge kriegen wir aber evtl zusammen,kann dir aber nicht sagen wie alt Diese sind.Und du muesstest dich ein wenig gedulden..

Gruss

Mike
 
Leica Katalog

Hallo Dominique,

solltet Ihr einen interessanten älteren Leica Fernglas-Katalog in die Hände bekommen, könnten wir mal überlegen, diesen zu scannen und online zu stellen - solche Dokumente wären für viele Fernglasfreunde von Interesse.

Viele Grüße,
Holger
 
Hallo Dominique,

Du hast doch wohl hoffentlich nicht die Wanderausstellung zu 100 Jahre Leica vor vier Jahren mit vielen fantastischen Original-Exponaten versäumt? Eine Idee davon gibt noch diese Website: http://de.leica-camera.com/culture/history/100_Years_Leica_Binoculars/

In Buchform kann ich ansonsten noch Folgendes empfehlen, weil es auch ein lesenswertes Kapitel über Ferngläser von Leitz/Leica enthält: Ernst Leitz - Wegbereiter der Leica. Ein vorbildlicher Unternehmer und mutiger Demokrat, s.a. hier: http://ernst-leitz.com/html/bild6.html

Gruß
Steve
 
100 Years Leica Binoculars

Sieht ja ganz so aus, als wenn bei Leitz die Porro-Gläser zu den Kollateralschäden von WWII gehören ...

 
Re: 100 Years Leica Binoculars

Hallo Peter,

wie kommst du denn darauf? Schau mal hier .
Über die Google-Bildersuche kann man sich schnell einen Eindruck darüber verschaffen, um welches Prismensystem es sich jeweils handelt, sofern von Peter Abrahams nicht notiert.

Steve
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Leica Katalog

Hallo Holger ;), Steve und Peter und alle anderen:

1907:
Das erste kommerziell hergestellte Fernglas hatte die Nummer 101* mit den technischen Daten 6x18, die Auslieferung erfolgte am 14.5.1907. (Katalog Ernst Leitz/ New York)
Aus diesem ersten offiziellen Fernglaskatalog sind auch die folgenden Ferngläser zu entnehmen:
Nr. 170/77* ein 8x16 September 1907 zweites Modell* (ab diesem Datum
Nr. 467/469 ein 8x24 August 1908 drittes Modell von Leitz geliefert)
Nr. 491 ein 4x16 September 1908 viertes Modell
Nr. 535 ein 6x21 Oktober 1908 fünftes Modell

*: hieraus ist zu entnehmen, dass wie auch bei den Kameras als gängige Praxis mindestens 100 Ferngläser als unterschiedliche Ausführungen/Prototypen schon vorher gefertigt wurden, jedoch nicht in den Lieferbüchern vermerkt worden sind.
Dies gründet sich zumindest bei den Ferngläsern auf eine Erfahrungen, als ein Sammler 1998 in Japan ein Ernst Leitz/Wetzlar Fernglas mit den Daten 7x16 und entsprechender Gravur 11.9.1899 selber in Augenschein nehmen konnte!
Ein Porroprismenglas No.174!!!!, also gab es vorher schon 173!??? Stück.)
Diese fünf Modelle erschienen für Europa im ersten Ernst Leitz/Wetzlar Fernrohrkatalog 1909.


Prospekte, ja liegen vor, jedoch leider erst solche der 70er, frühere bekomme ich vll. am Ende 08/11. Sind zumindets mir versprochen worden. Ich frage mich ja eh, wie schon im Jülich Forum aufgeführt-warum gibt es nicht eine Gemeinschaftsseite mit Datenbankcharakter wie wewewe .Fernglas.XYZ.
 
Re: Leica Katalog

Zitat von leicam62003:
Ich frage mich ja eh, warum gibt es nicht eine Gemeinschaftsseite mit Datenbankcharakter wie wewewe .Fernglas.XYZ.

Tja, von allein kommt so etwas leider nicht zustande. Der Arbeits- und Zeitaufwand eines solches Vorhabens schon allein für die Recherche ist nicht zu unterschätzen. Das müsste jemand machen mit reichlich freier Zeit und Freude daran, diese für das Internet zu verwenden. Da fällt mit spontan der Name Holger Merlitz ein.

Steve
 
Re: Leica Katalog

Nicht nur, aber auch :-)

Ein Leica Katalog aus den 70er Jahren wäre nicht langweilig, das ist auch schon bald 40 Jahre her ...

Viele Grüße,
Holger
 
Re: Leica Katalog

Zitat von holger_merlitz:
Nicht nur, aber auch :-)

Ein Leica Katalog aus den 70er Jahren wäre nicht langweilig, das ist auch schon bald 40 Jahre her ...

Viele Grüße,
Holger

Mal sehen, vll. mache ich eine Website mit Katalogdaten und Scanns. Die kann dann wachsen, mit der Zeit.

;)
 

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Re: Leica Katalog

Ja, das ist eine gute Idee, dort möge dann jeder, der noch alte Kataloge oder Broschüren findet, seine Scans ablegen!

Ich habe ein paar solcher Kataloge auf meiner Webseite, die kannst Du natürlich verlinken oder kopieren.

Viele Grüße,
Holger
 
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