Hi Peter, bei Deinen Plop-Überlegungen denkst Du in die falsche Richtung. Wenn dort beispielsweise von 18 Punkten die Rede ist, dann sind das nicht 18 feste, sondern 18 beweglich gelagerte Auflagepunkte.
Zum besseren Verständnis kannst Du Dir einen Stuhl mit vier Beinen vorstellen. Der wackelt eigentlich immer, wenn auch nur in geringem Maße, weil niemals alle vier Beine exakt gleich lang sind und/oder der Boden 100% eben ist. Von den vier oder mehr Beinen stehen eigentlich immer nur drei Beine exakt auf.
Ein einigermaßen genau gefertigter Stuhl hört erst dann auf zu wackeln, wenn man sich drauf setzt. Er verformt sich dabei unter Last soweit, bis alle vier Beine den Boden berühren. Das gleiche gilt auch für 5- oder mehrbeinige Stühle. Und es gilt sinngemäß auch für die Lagerung eines Spiegels auf mehr als 3 festen Lagerpunkten. Die damit verbundene Verformung des Spiegels soll unterbunden oder zumindest minimiert werden.
Der einzige kinematisch wirklich wackelfreie Stuhl ist der 3-Beiner. Da ist es egal, wie uneben der Boden ist, oder wie unterschiedlich lang die Beine sind. Deshalb sind auch Stative mit 3 und nicht mit 4 Beinen ausgestattet. Und deshalb haben einfache Spiegelzellen auch 3 (nicht ganz punktförmige) Auflagerpunkte.
Natürlich drücken sich die drei Auflagerpunkte in den Spiegel und verformen ihn, was bei kleinen und dicken Spiegeln aber vernachlässigbar gering ist. Zumindest dann, wenn die Position der Auflagerpunkte optimiert ist.
Bei größeren und dünneren Spiegeln sind eine höhere Anzahl von Auflagerpunkten erforderlich. Damit aber nicht die obige Problematik des Aufliegens auf nur drei Punkten eintritt, werden Mehrpunktlagerungen immer in Form von Wippen ausgeführt, die sich selbst an eine wie auch immer geartete nicht exakte Rückseite des Spiegel anschmiegen. Die Wippen können geometrisch so ausgelegt werden, dass alle Auflagerpunkte die gleiche Auflagerlast sehen, unabhängig davon, wie krumm oder eben die Spiegelrückseite ist.
Genau das rechnet Plop, und genau das ist der Grund, warum Plop keine plane Auflage rechnet. Das theoretische Ergebnis eines rückseitig exakt planen Spiegels auf einer ebenfalls exkat planen flächigen Auflage ist trivial: Es stellt sich keine Verformung ein. Da gibt's gar nichts zu rechnen. Sobald aber Abweichungen von der Idealform vorliegen, fehlt es an einem selbsttätigen Geometrie-Ausgleich in Form von Wippen. Und dann hast Du wieder die Stuhlwackel-Problematik. Die kann Plop deswegen nicht rechnen, weil niemand weiß, wo und wie krumm die Spiegelrückseite und die "plane" Auflagefläche ist. Eine beliebig hohe Anzahl von Plop-Auflagerpunkten ist nicht das gleiche wie eine mehr oder weniger ebene Auflagefläche.
Als Ersatz für eine Dreipunktzelle könnt man tatsächlich eine ebene Auflage in Betracht ziehen. Aus obigen Überlegungen ergibt sich, dass die nicht ganz perfekte Spiegelrückseite auf der nicht ganz perfekten Auflage sowiewo auf drei Punkten aufliegt. Das Problem hierbei ist nur, dass niemand weiß, wo genau diese drei (oder im Verfomten Zustand mehrere) Punkte liegen. Es bleibt dem Zufall überlassen, ob sich dadurch eine Verbesserung gegenüber der optimierten Dreipunktzelle einstellt.
Dies gilt umso mehr bei thermischer Verformung der "ebenen" Auflage. Der Spiegel ist ja klemmfrei gelagert und behält bei Temperaturänderungen (nach Temperaturanpassung) seine Form bei. Er wird einfach nur kleiner oder größer. Die "ebene" Auflage muss aber irgendwie in der Spiegelzelle befestigt sein. Selbst wenn sie für eine bestimmte Temperatur hinreichend eben ist, wird sie es bei einer abweichenden Temperatur mit Sicherheit nicht bleiben. Und dann hast Du keine Idee mehr, wo der Spiegel eigentlich aufliegt.
Das ganze wird auch nicht dadurch entschärft, dass Du eine weiche Auflage wie Styropor oder Kork wählst. Man hat dann zwar keine punktförmigen Auflagen mehr. Es ändert aber nichts am Prinzip, dass es Stellen mit lokal erhöhter Flächenpressung und eben auch niedrigerer Flächenpressung geben wird. Mag sein, dass dies für kleine und dickere Spiegel ausreicht. Der damit einhergehende unbestimmte Spannungszustand löst bei mir allerdings Unbehagen aus.
Ganz sicher ist aber die "ebene" Auflagefläche kein Ersatz für die Lagerung von dünnen und großen Spiegeln. Bei einer 18-Punkt-Zelle hast Du die Last gleichmäßig auf alle 18 Lagerpunkte verteilt. Um dies zu überbieten, müsstest Du nicht nur eine ebene Auflagefläche haben. Du müsstest auch sicherstellen, dass diese ebene Auflagerfläche auch unter allen Bedingungen eben bleibt. Und ich melde mal Zweifel an, dass Dir dies gelingen wird.