Warum Fernglas?

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01010011

Mitglied
Hallo Leute!

Ich bin Astronomie-Neuling, und wollte mir für den Start in das neue Hobby ein ordentliches Fernglas zulegen (bis jetzt nur sehr billiges 10x25 von Lidl/Aldi oder so, und Venus sehe ich damit auch nicht besser als mit dem bloßen Auge, weil das Ding extrem unscharf ist). Ich habe mir in den letzten Wochen mal einen groben Überblick über Hersteller, Modelle und natürlich Technik und Funktionsweise (Zusammenhang zwischen Öffnung, Vergrößerung zur AP und so weiter...) verschafft. Da kam mir die Frage auf, wofür braucht man eigentlich so ein Fernglas in der Astronomie? Wenn ich mit meinem 10er in die Landschaft gucke, kann ich mit dem Auge auch alles so gut erkennen, wie mit dem Billig-Glas. Und wenn ich mich dann für eine noch niedrigere Vergrößerung (z.B. 8, was ja durchaus auch hier für astronomische Beobachtungen genutzt wird) entscheiden würde, nützt mir das Glas ja fast garnichts mehr, oder?

Wäre nett, wenn mich hier jemand eines Besseren belehren würde <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Hi,

Dieses Thema ist hier schon des öfteren abgehandelt worden.

Schau mal hier:

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php?Cat=&Board=Fernglaeser&Number=169845&page=4&view=collapsed&sb=5&o=&fpart=1

und nutze die Suchefunktion.

Es gibt grob gesagt drei Gründe für ein Fernglas zur astronomischen Beobachtung:

=> Es ist immer dabei. Was nützt Dir ein Teleskop, wenn Du es im Jahr nur 6x benutzt? Ein Fernglas wirst Du viel häufiger zum "Spontanspechteln" einsetzen als ein Teleskop. Auch bei Flugreisen ein schlagendes Argument.

=> Für den groben Überblick ist ein Fernglas unschlagbar! Das Gesichtsfeld von 7° und mehr ist einem Teleskop immer überlegen, hinzu kommt das binokulare Sehen, daß die Objekte heller und plastischer erscheinen läßt.

=> Bestimmte Objekte sind nur mit dem Fernglas optimal zu beobachten. Beispiele sind die Sommermilchstraße und -ganz aktuell- der Komet NEAT Q4. Dieser ist in einem 10x50 oder gar 10x70-Glas am besten aufzufinden und bringt maximalen Beobachtungsgenuß.

carpe noctem
Matthias
 
danke für den Link! hab ich aber schon gelesen. Ich schwanke jetzt zwischen Zeiss Dekarem 10x50 und Zeiss Jenoptem 10x50. Weiß einer den genauen unterschied?
 
> Da kam mir die Frage auf, wofür braucht man eigentlich so ein Fernglas in der Astronomie?

Hallo 01010011,

zu dem was Matthias gesagt hat, gibt es nicht viel hinzuzufuegen. Du musst Dir halt ueberlegen, womit Du ins neue Hobby einsteigen willst. Ein Teleskop zeigt Dir deutlich mehr Objekte wie ein Fernglas und damit siehst Du erst Details auf unseren Planeten. Ein Fernglas hat seine Vorzuege in der relativ unkomplizierten Handhabung und dem meist sehr grossen Sehfeld. Damit eignet es sich vorzueglich fuer die Orientierung am Sternhimmel und fuer die Beobachtung ausgedehnter Sternfelder, Milchstrassenwolken etc. Wenn Du fragst: "wofür braucht man eigentlich so ein Fernglas in der Astronomie?", dann lege Dich mal in einer klaren, mondlosen Sommernacht mit einem guten Fernglas in einem Liegestuhl unter die Pracht der Milchstrasse. Wenn Du Dir die Frage dann nicht selbst beantworten kannst, dann brauchst Du kein Fernglas <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Der Einstieg in die astronomische Beobachtung mit einem guten Fernglas hat zudem zwei Vorteile: man kann so erstmal in Ruhe den Sternhimmel und die helleren Himmelsobjekte kennenlernen und ein gutes Fernglas wird man in der Regel auf lange Zeit behalten. Daruberhinaus kann man das Fernglas natuerlich noch fuer Bebachtungen am Tag nutzen. Hat man sich etwas "eingearbeitet" und Spass an der Sache gefunden, dann kommt ohnehin bald ein Teleskop ins Haus. Das Fernglas kannst Du dann weiter nutzen, insbesondere dort, wo ein Fernglas halt seine Vorteile hat (siehe die Antwort von Matthias).

> Wenn ich mit meinem 10er in die Landschaft gucke, kann ich mit dem Auge auch alles so gut erkennen, wie mit dem Billig-Glas.

Wenn das zutrifft, dann hast Du entweder unwahrscheinlich gute Augen mit integrierter Zoomfunktion oder das 10x25 ist so grottenschlecht, dass es Dir nicht mehr zeigt wie bei der Beobachtung mit blossem Auge. Trifft die zweite Vermutung zu, dann musst Du unbedingt mal in einen Fotoladen gehen und ein paar gute Fernglaeser ausprobieren. Wenn die Dir auch nicht helfen mehr zu sehen, dann bin ich ratlos <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Hallo Frank und Matthias!

Vielen Dank für eure Beiträge. Nachdem ich im Topic (Link von Matthias) mal die ersten 4 Seiten durchgelesen habe, traue ich mich nicht mehr ein altes Zeiss-Fernglas bei ebay zu ersteigern. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" /> Ich werde mir dann doch ein neues Glas anlegen. Wahrscheinlich Nikon Action oder sowas ähnliches.

MfG
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

Nachdem ich im Topic (Link von Matthias) mal die ersten 4 Seiten durchgelesen habe, traue ich mich nicht mehr ein altes Zeiss-Fernglas bei ebay zu ersteigern

Vor zwei Wochen habe ich bei ebay ein Dekarem ersteigert; es entspricht voll der Beschreibung und ich bin von der optischen Leistung begeistert! Das o. g. Thread habe ich auch gelesen; man muss schon Glück haben aber die oben geschilderten Fälle müssten eher die Ausnahme als die Regel sein. Meine persönlichen Erfahrungen mit ebay sind bisher durchweg positiv.
Mit dem neuen Dekarem war das Komet Q4 Neat ein Genuss!
Für das Geld für ein Dekarem (ca. 150 bis 200 Euro für ein sehr gutes Exemplar - kürzlich ist ein neues Dekarem original verschweißt und ungebraucht für 212 Euro weggegangen) bekommt man mit Abstand nichts vergleichbares!

Ich schwanke jetzt zwischen Zeiss Dekarem 10x50 und Zeiss Jenoptem 10x50. Weiß einer den genauen unterschied?
Auf deine Frage wurde bereits über den angegebenen Thread ausführlich geantwortet, ich will dazu noch folgendes Detail hinzufügen: Dekarem hat Mittenfokussierung (also beide Augen werden zusammen mit dem Rädchen zwischen dem beiden Objektiven scharfgestellt), Dekaris hat Einzelfokussierung (man muss für jedes Auge einzeln fokussieren). Mittenfokussierung ist natürlich bequemer und schneller, Enzelfokussierung hat den Vorteil, dass man die Porro-Gläser wasserdicht machen kann und die sind auch etwas leichter. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass die Dekaris-Gläser absolut wasserdicht sind - da weiss Frank bestimmt besser Bescheid.

Binokulare Grüße,

Gabriel
 
Sorry, das mit dem Unterschied muss dann wohl hinter der 4. Seite sein. Ich dachte, da käme dann nur noch die Fortsetzung der ganzen Geschichte und hab nicht weiter gelesen... Also ich meine nicht den Unterschied zwischen Dekarem und Dekaris sondern Dekaris/Dekarem und Jenoptem!
Aber wo kriegt man ein so altes, original verpacktes Zeiss her?! Das ist ja eine echte Rarität! Und auf so etwas warten wollte ich auch nicht... Ich habe bei ebay jedoch etwas gefunden (Dekarem/Jenoptem, auch ungebraucht, der Verkäufer versteigert gleich mehrere) aber da steht dabei, dass bei den meisten noch eine Justierung vorgenommen werden muss.
Gibt es da nur diese Firma in Eisfeld, die das macht? Weil das wird mir dann glaub ich doch zu teuer...
 
Hallo,

der Wahrnehmungszugewinn zwischen bloßem Auge und Fernglas macht bei Annahme von 7mm AP und z.B. einem 7*50 etwa 4,3 Größenklassen gegenüber dem bloßen Auge bei einem 6mag-Himmel. Um diesen Schritt zwischen dem Fernglas und einem Teleskop hinzulegen sind 14-Zoll fällig. Der Zugewinn mit dem Fernglas ist also nur schwer ein zweites mal in dieser Größe zu machen. Wenn Du aber mit dem 14-Zöller die minimal sinnvolle Vergrößerung nicht unterschreiten willst bedeutet das 50-fache Vergrößerung. Die bei vereinfachter Berechnung des wahren Gesichtsfeldes selbst bei einem eGF von 82° des Okulars nur 1,64° am Himmel erfassen. Ein 7*50 kann je nach Konstruktion 7,5° erfassen.

Also wenn man solche großen Teleskope hat ist man eigentlich ganz gut beraten wenn man noch etwas darunter hat und wenigstens ein wGF von 5° erreichen kann.

Es gibt viele Objekte die Du eigentlich nicht mehr ins Telskop bekommst, wie z.B. Hyaden oder selbst die Plejaden, die m.E. in einem vernünftigen Fernglas wesentlich schöner zur Geltung kommen als im Teleskop. Von diesen Objekten gibt es eine ganze Reihe, besonders wnn Du (was mir bislang vergönnt blieb) unter südlichem Himmel beobachten kannst gibt es eine Menge sehr ausgedehnter Objekte.

Ein Fernglas ist auch eine gute Hilfe um sich am Himmel vorzuorientieren. Das Bild ist aufrecht und seitenrichtig, im Sucher sieht das anders aus, hast oft eine sehr unbequeme Einsichtposition und man verliert wenn man das nicht gewohnt ist aufgrund der Fülle von Sternen die im Fernglas oder Sucher hervortreten die Orientierung. Die vereinfachte Darstellung im FG ist da sehr hilfreich.

Wenn Du Dir ein konkretes Zeiss herausgepickt hast kannst Du anhand der Produktionsnummer hier die Auskunft übers Baujahr holen.

Die alten Zeisgläser haben einen geringen Augenabstand und mit Brille etwas unbequem. Ich habe meines auch über ebay und bin zufrieden damit. Trotzdem sind die Gläser von Nikon eine gute Wahl.

Noch ein Rat, der wichtig ist, wenn dort so etwas wie Zeiss oder gar Leica der neueren Generation liegt, bloß nicht durchsehen. Damit kann man sich den Spaß an anderen Teilen gründlichst versauen. Ich hatte das mal mit einem Steiner gegen ein Leica gemacht, der Unterschied war eigentlich nur ein Tick. Aber ehrlich gesagt wollte ich nicht darauf verzichten und so schiebt sich der Wunsch vor einem her, bis zu dem Tag an dem man gewillt ist sich zu ruinieren.

Wenn das Dein erstes Fernglas ist würde ich mich in Richtung 8*42 orientieren. Ein 10x ist freihändig selbst am Tage nicht so ganz einfach. Ein 7*50 kannst Du eigentlich nur unter ganz dunklem Himmel voll nutzen und ist schon recht unhandlich. Wenn es dann noch sowas wie das Fujinon ist auch noch ziemlich schwer. Für Tagbeobachtungen nutzt man das aufgrund des Gewichtes nicht so gerne.

Mit den Ferngläsern ist das fast noch schlimmer wie mit den Teleskopen, hat man erst mal Gefallen daran gefunden. Ich habe mittlerweile 3 ständig in Gebrauch und weitere 3 die ich aufgrund der Qualität nicht nutze.

Viele Grüße
Adrian Herrmann
 
danke für deinen Beitrag! Aber ich denke, ein 10x50 solls schon sein. Obwohl ich mir da auch nicht 100%ig sicher bin. Ein Stativ müsste ich ja dann evtl. auch noch kaufen, aber dann könnte ich mir ja gleich ein Teleskop zulegen! Sonst bringt es doch irgendwie nicht so viel, oder? Wenn ich ehrlich sein soll: ich werde immer unsicherer. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" /> Hatte sogar schon an ein Docter Nobilem 10x50 (neu) gedacht, nur die 650 € sind doch ne ganze Menge für ein Fernglas... Oder alternativ eben das Nikon, ist eben nur ein kleiner Unterschied zwischen beiden Gläsern. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> . Diese enorme Vielfalt an Ferngläsern macht einen verrückt!
 
Hallo,
Aber ich denke, ein 10x50 solls schon sein

warum kommst Du zu der Entscheidung? Wenn Du mehr Vergrößerung willst solltest Du Dich zuerst nach einem Teleskop umsehen.

Ein Fernglas ist eine schöne Sache, wenn Du Dir aber jetzt nicht sicher bist und Du schon nach einem Teleskop schielst kann ein Fernglas nur dann in Frage kommen, wenn der finanzielle Spielraum für beides da ist.

Insbesondere wenn Du Dir unsicher bist empfehle ich Dir unbedingt etwas mit anderen Sternenfreunden, im Treffpunkt, in der Sternenwarte, wo auch immer etwas auszumachen und mit rauszugehen. Du solltest schon wissen, wie dunkel und kalt es wirklich ist und ob das Dein Ding ist. Selbst ein Fernglas würde ich heute nicht mehr uneingeschränkt einfach nur mal zum testen ob's was ist empfehlen. Ferngläser die vornehmlich in der Astronomie eingesetzt werden sind nun mal etwas größer und schwerer als die sonst üblichen Wegbegleiter.

Die meisten die sich für die Sache begeistern lassen, wollen, wenn Sie erst mal Mond und Planeten gesehen haben meist in Richtung Deepsky mehr sehen und der Wunsch nach Öffnung setzt sich mehr und mehr durch. Deshalb unbedingt erst mal miterleben und dann entscheiden. Alles andere führt mit großer Sicherheit nicht zum Ziel. Gute Ferngläser kommen sehr schnell an den Preis vernünftiger Einsteigerteleskope.

Im Übrigen ist jedes Fernglas egal welcher Vergrößerung auf einem Stativ immer weitaus besser als frei Hand. Mit Ausnahme der bildstabilisierten Teile. Der Wahrnehmungszugewinn ist enorm. Bei Tagbeobachtungen fällt mir das nicht ganz so schwer, aber in der Nacht merkst Du auch das Zittern an 7*50.

Viele Grüße
Adrian Herrmann
 
Hallo Sebastian,

ist am Anfang schon eine schwierige Entscheidung, aber ich denke mir dem Dekarem (oder mit gleicher Konstruktion
und etwas modernerer Vergütung Nobilem) wirst Du sicher keinen Fehler machen (außer Du erwischst eine "Gurke",
die Chance ist leider nicht zu vernachlässigen und meine Fernglaserfahrungen bei e-bay sind leider vorwiegend
negativ. Vielleicht machst Du also lieber mal einen Versuch hier im Forum über die "Suche" Seite?).

Am wichtigsten ist am Anfang allerdings überhaupt ein Fernglas - schon das Lidl 10x50 für 18€ zeigt Dir am Himmel
eine neue Welt. Wie weit Du dann einzelne weitere Sachen mit weiteren 100erten € zu bezahlen bereit bist, wird
die Zukunft zeigen. Kaum ein mir bekannter Astrofan ist zum Beispiel um ein Großfernglas der 70er bis 80er Objektiv-
größe herumgekommen und ob Du Dir später mal ein "SUPER" tolles und 1500€ teures Zeiss, Leica oder so leisten
willst steht auch in den Sternen.
Für mich waren das Lidl 10x50 (zugegeben kein Vergleich mit einem Dekarem) und ein Olympus 7x35 der Einstieg,
inzwischen habe ich noch viele andere (ganz toll zum Beispiel das Canon 10x30 IS). Und mit einem sauteuren Glas
anzufangen wäre meiner Meinung nach so etwa wie wenn man einem Fahranfänger gleich einen Ferrari aufschwätzt.
Sammle Deine Erfahrungen mit verschiedenen Gläsern (wie die meisten hier) und lasse die Frage "welches ist das
ultimativ Beste" mal am Anfang ganz einfach weg - im Endeffekt taugen fast alle was und selbst die "Flaggschiffe"
für bis zu 2000€ haben auch Nachteile.
Venus wird übrigens mit den meisten Ferngläsern schlechter sein als mit bloßem Auge, da sie extreme Anforderungen
an die Reflexfreiheit der Optik stellt - da ist eher ein Teleskop angesagt und mit dem siehst Du auch nicht viel mehr
als eben die Phasen, da die Oberfläche keine Struktur zeigt (total weiß bewölkt).

Gruß
 
> Hatte sogar schon an ein Docter Nobilem 10x50 (neu) gedacht, nur die 650 € sind doch ne ganze Menge für ein Fernglas...

Hi,

das Docter Nobilem ist schon was feines. Nur ist es auch relativ schwer und gehoert eigentlich auf ein Stativ. Dazu kommt, dass man es sich meist reiflich ueberlegt, ob man das Glas tagsueber beim Wandern durch die Gegend traegt. Ein Dekarem ist schon etwas leichter und kompakter und es laesst sich freihaendig noch gut nutzen. Fuer den Einstieg waere so ein Dekarem eine Ueberlegung wert. Selbst wenn man der Astronomie nicht treu bleibt, kann man es auf Jahre behalten und fuer Naturbeobachtungen einsetzen oder man guckt sich halt nur sporadisch den Mond, einen Kometen oder die sommerliche Milchstrasse an. Eine Investition von 500 oder 600 Euro wuerde ich mir sehr genau ueberlegen. In dem Preissegment gibt es noch mehr Alternativen: allein fuer die Astronomie kommt das Fujinon 10x50 oder als Universalglas fuer Tag und Nacht ein schoenes 8x42 bzw. 10x42 Dachkantglas infrage.

Noch was zu den Zeiss Jena Fernglaesern auf ebay. Ich wuerde mir zuerst den Anbieter, seine Produktbeschreibung und die Fotos sehr genau anschauen. Bei manchen merkt man, dass Sie wissen, wovon sie sprechen. Bei anderen kann man seine Zweifel haben. Ich wurde mir dann einen Anbieter suchen, der auf konkrete Fragen auch vernuenftige Antworten gibt (rechtzeitig anfragen, nicht drei Stunden vor Auktionsende <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...). Klar kann man das Risiko nicht ausschliessen. Aber wie sagte jemand hier im Forum so schoen: no risk, no fun.

Wenn Du das Risiko nicht eingehen willst, dann ist so ein Nikon oder Minolta Glas mit Garantie vom Hersteller auch kein Fehler. Die Fernglaeser um 200 Euro Neupreis sind keine Docter Optik Nobilems, sie sind aber fuer astronomische Beboachtungen allemal gut genug, um Spass an der Sache zu haben. Also lass Dich von der Vielzahl der Angebote nicht verwirren, der Blick zum naechtlichen Sternhimmel lohnt etwas Aufwand bei der Recherche. Das Forum hier ist dazu eigentlich eine recht gute Informationsquelle.

Ein Fernglas haben wir noch vergessen. Es ist bestimmt nur eine Frage der Zeit, bis hanz Dir das Canon 10x30 Stabi ans Herz legt. Auch das ist eine Ueberlegung wert. Suche mal nach Canon 10x30, da solltest Du genug Infos finden.

Frank.
 
Hallo Frank,

also offensichtlich auch "Suppe" am Himmel des Ostens - froh daß ich nicht zum ITV gefahren bin. Das Canon 10x30IS
habe ich schon erwähnt (da hast Du wahrscheinlich gerade Deinen Beitrag getippt) - es ist gut, aber aus meiner
Sicht kein Anfängerglas - zu speziell und zu teuer (bringt speziell für Astro nicht genug - obwohl es viel bringt).
Da man auch aus meiner Erfahrung heraus mit einem Glas, das einen nicht irgendwie fasziniert (theoretisch oder praktisch
oder vom Objekt her, das man damit endlich mal besser sehen will) sicher nicht viel Freude hat, empfehle ich lieber
mal vor dem Kauf durchzugucken und am Anfang unter 200€ zu bleiben.
Und wenn Planeten auch eine Rolle spielen, wäre ein Tento 20x60 mit (leider teurem) gebrauchtem 2m-Videostativ
von e-bay sicher die beste Alternative für jemand, der (noch?) kein Teleskop hat und keine Nutzung bei Tag oder
der Jagd anstrebt.
Eigentlich gab es in der Fernglasentwicklung seit ich mich damit befasse nur 3 echte Revolutionen:
1) die Taschengläser 8x20 und 10x25, die erstmals das "immer dabei" Glas auf Hemdentaschengröße und 300g
brachten - zuerst 400DM bei Leitz und Zeiss, inzwischen beim Discounter ab 10€ (aber besser für ab 100€).
2) die Stabigläser - das geht gerade jetzt erst so richtig los, aber ist zu groß/unhandlich für allgemein. Was
ich nicht verstehe, ist warum die Vogelfreunde da nicht schon 100% drauf stehen - ist eigentlich "ihr Glas".
Bei Astro sind die 50er Canons vielleicht auch revolutionär - kenne ich aber noch nicht und sind zu schwer
und groß für andere Anwendungen. Das Prinzip in einem leichten 20x80 wäre dann wohl das "ultimative" Astroglas.
3) die Verbilligung der reinen Astro-70er und 80er Gläser durch China-Produktion, da ist astronomisch eine
neue Ära angebrochen, da man sich die Dinger jetzt leisten kann. Und sie sind nicht schlecht - ein Bekannter
hat das TS 20x80 und ist glücklich damit - auf alle Fälle bessere (Multi)Vergütung als mein 11x80 Danubia
und integrierten Stativadapter.
Die 50er Dachkantgläser haben meiner Meinung nach dagegen nichts gebracht - so schwer wie Porros und auch
fast so groß, nur die Naheinstellbarkeit ist besser (aber zu was braucht man die bei einem 50er Glas), und auch
die 40er sind mir doch eigentlich auch schon zu schwer (800g ist halt für dauernd dabei recht viel), aber die
haben doch noch einen ganz guten "Allgemeinwert".

Gruß

Rettet den UKW-Analogrundfunk: 2010 ist sonst Schluß!
 
Hi,
das TS 10x60 sollte man sich auch mal genauer anschauen, als Anfänger (so wie ich es bin) legt man das nach der ersten Nacht nicht mehr weg. Der Preis von rd. 70 EUR ist für diese Qualität super, das hätte ich mir nie so vorgestellt.

Grüße
Torsten
 
> Das Canon 10x30IS habe ich schon erwähnt (da hast Du wahrscheinlich gerade Deinen Beitrag getippt) ...

Hallo hanz,

hatte ich gelesen. Ich dachte nur, Du empfiehlst das Glas eindringlicher. Wenn nicht, auch gut <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Ich teile Deine Meinung, fuer den Anfang sollte man sich mal mit den kleinen Preisen versuchen. Es sei denn, wan weiss von vornherein genau, was man will. Es gibt ja auch Leute, die beginnen ihr Hobby mit einem TMB Apo oder einem Zeiss Edelglas. Das ist aber sicher nicht die Regel. Inzwischen gibt es ja auch recht gute Fernglaser aus China und mit so einem Nikon oder Minolta Fernglas wird man keinen grossen Fehler machen. Ich wuerde allerdings mit einem 8x40 oder 10x50 beginnen, da hat man noch ausreichend grosse Sehfelder zur Orientierung. Ein Tento 20x60 ist fuer den Preis auch eine feine Sache, nur ist das schon wieder etwas zu speziell. Man braucht ein Stativ, der Einblick ist wegen des geringen AP Abstandes in grossen Hoehen alles andere als bequem und so halte ich ein freihaendig nutzbares 8x40 oder 10x50 fuer die bessere Idee.

In einem Punkt stimme ich Dir allerdings nicht zu. In Deinem anderen Beitrag hast Du das Lidl 10x50 fuer den Einstieg angesprochen. Solche Glaeser wuerde ich eigentlich niemandem empfehlen. Wenn man wirklich nur wenig Geld ausgeben will, dann sollte man sich auf ebay ein russisches 8x40 oder 10x50 suchen. Die Glaeser bekommt guenstig und die Qualitaet ist doch fuer deutlich unter 100 Euro recht ordentlich. Ich bin mal so frech und zitiere des Spruch von Martin Birkmaiers Homepage (steht unter Fernglaeser -> Helios):

"Die optische Qualität der Premium-Ferngläser ist noch sinnvoll astronomisch nutzbar, stellt für mich jedoch die absolute Untergrenze dar. Wer noch weniger Geld für ein Fernglas ausgeben will, der sollte auf den Flohmarkt gehen, oder besser gleich ins Planetarium."

Ich finde den Spruch einfach klasse und Herr Birkmaier hat vollkommen recht. Will man auf absehbare Zeit Spass am Hobby haben, dann sollte man sich etwas mit sinnvoll nutzbarer Abbildungsqualitaet suchen und hier sind die Kronos Glaeser eine interessante Geschichte.

Frank.
 
Hallo Frank,

schön, daß Du noch am Bildschirm sitzst. Das Lidl ist gar nicht sooo schlecht - auch wenn es natürlich kein
"echtes 10x50" ist. Im Vergleich mit einem echt guten 10x50 fehlen natürlich die "weggeblendeten" 10mm
und auch die "Rotvergütung" (oder besser "Grünfilterung") nimmt nochmal Licht weg, aber dafür ist der
Hintergrund nicht so hell wie bei einigen anderen 10x50 (wie z.B. meinem Olympus) und damit der Kontrast
bei schlechtem Himmel vielleicht sogar besser.
Durch das Canon 10x30 IS bin ich ziemlich verunsichert worden in meinem "Fernglas-Weltbild" - nach der
Vorstellung, daß es nur darauf ankommt, genügend Licht ins Auge zu schicken (Danubia 11x80) und schon
sieht man alles folgte mit dem Canon die (noch nicht ganz verarbeitete) Erkenntnis, daß man ja auch
einfach bei einem kleinen Glas den Hintergrund dunkler und die Sterne schärfer machen kann - kommt theoretisch
auf dasselbe heraus: man sieht mehr Objekte). Aber auch ein Canon 10x30 IS mit optimaler Optik zeigt nur so
in etwa astronomisch maximal das, was ein Lidl 10x50 zeigt (eigentlich das Lidl schon einen Tick mehr), daher die
Zurückhaltung meinerseits.Wer ein optimales Tagglas sucht, das auch ein bisserl sperrig sein darf und auch
danebenher mal Sterne guckt kommt um das Canon 10x30 IS eh nicht herum.

Das Tento 20x60 habe ich nur in die Diskussion gebracht, weil der Frager wohl noch kein Telekop hat und damit
die höhere Vergrößerung sehr viel mehr am Himmel zeigt (mein Lieblingsglas für Sommer/Schlangenträger/Schütze
schwache Sternhaufen/Nebel), es ist kein allgemein verwendbares Glas (ein 10x50 allerdings auch für mich nicht)
und braucht das Stativ unbedingt (habe ich aber auch so dargestellt).

Gruß
 
Das Lidl ist gar nicht sooo schlecht - auch wenn es natürlich kein
"echtes 10x50" ist. Im Vergleich mit einem echt guten 10x50 fehlen natürlich die "weggeblendeten" 10mm
und auch die "Rotvergütung" (oder besser "Grünfilterung") nimmt nochmal Licht weg, aber dafür ist der
Hintergrund nicht so hell wie bei einigen anderen 10x50 (wie z.B. meinem Olympus) und damit der Kontrast
bei schlechtem Himmel vielleicht sogar besser.
Hallo hanz,

nur eine kurze Anmerkung dazu. Aus obigem Zitat koennte man ja beinahe ableiten, dass das durch mangelhafte Verguetung "fehlende" Licht den Kontrast foerdert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Da waere ich vorsichtig. So wie ich das Lidl in Erinnerung habe, ist das Bild am Tag deutlich dunkler aber auch deutlich flauer wie in einem ordentlichen 10x50 mit vernuenftiger Verguetung. Es kann sein, dass die tolle "Rotverguetung" den Beobachter am Tag bei Gegenlicht weniger blendet, aber ein echter Vorteil ist das nun auch nicht und schon gar nicht fuer Astro. Wenn interne Blenden zudem die Oeffnung beschneiden, dann habe ich am Ende vielleicht ein 10x40 mit mangelhafter Verguetung. Alles in allem halte ich das nun wirklich nicht fuer ein Fernglas, was man empfehlen sollte.

Ich bin schon der Meinung, bevor man sich sein Fernglas neben Tuetensuppen und Marmelade aus dem Regal greift, sollte man besser etwas Geld drauflegen und sich ein preiswertes russisches Porroglas kaufen. Das ist dann ein vernuenftiger Einstieg und man kann sogar die Oeffnung der Objektive nutzen. Wie war das mit dem Unterschied zwischen preiswert und billig? Das Thema hatten wir doch erst vor kurzem <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Hi Leute!
Nochmals vielen Dank für eure Hilfe! Ich bin mir jetzt schon um einiges sicherer: Also Zeiss Dekarem bei ebay, ist mir - sorry - einfach eine zu heiße Sache. Ich will nicht erstmal 3 beschädigte Gläser kaufen, bevor ich loslegen kann. Und was neues mit Garantie wäre ja auch was Feines... ...deshalb habe ich mich jetzt für ein neues Glas entschieden. Dabei dachte ich mir dann: naja, entweder das Canon 10x30 IS oder eben Nikon/Minolta. Da ich aber hier mitten in der Pampa sitze (hier dürfte eigentlich keine/wenig Lichtverschmutzung sein) ist die AP beim Canon mit 3 mm doch etwas zu gering (wobei ich mir da jetzt auch wieder nicht ganz sicher bin, die einen sagen dies, und die anderen das) Hier stört wegen dem dunklen Himmel eine größere AP wohl wenig. (oder sehe ich da jetzt was falsch?). Ich habe zwar eine übermäßig große AP nicht unbedingt nötig (bis zum 40. ist es noch 1/4 Jahrhundert hin <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> ) aber schaden tut sie ja nunmal auch nicht. Dann kann ich auch im Dunklen mal sehn, was da so im Gebüsch raschelt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" /> Mit den russischen Gläsern habe ich mich bis jetzt noch garnicht beschäftigt. Was gibt es da so für gute Fabrikate?
Irgendwo habe ich mal gelesen, Nikon sei besser als Minolta, oder täusche ich mich da wieder einmal? Außerdem müsste ich mich dann mal informieren (auch schon mal irgendwo gelesen) wofür die Abkürzungen (EX usw.) stehen.
Nochmals vielen Dank für eure Beratung! Wenn ich das bezahlen müsste, hätte ich kein Geld mehr für ein Fernglas <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Hi,

da nun klar ist, daß Du ein neues Fernglas mit Garantie kaufen willst, mußt Du nur noch klären, wieviel Euronen zur Verfügung stehen und welche Eigenschaften für Dich wichtig sind. Ferngläser mit Brillenträgerokularen und/oder in wasserdichter Ausführung kosten mehr. Allerdings lohnt sich die Anschaffung auch. Der Einblick mit Brillenträgerokularen ist auch ohne Brille komfortabler, da die Okulare in feuchten Nächten nicht so schnell beschlagen. Die wasserdichte Ausführung muß man nicht unbedingt haben. Hat man sie, dann schadet es sicher nicht und ein Beschlagen im innern oder das Eindringen von Staub wird zuverlässig vermieden. Wichtiger sind aus meiner Sicht eine saubere Kollimation der Optik, guter Kontrast und eine sehr gute Mittenschärfe. Das ist bei Nikon Ferngläsern meist gegeben. Ich würde auch etwas weiter denken und mir ein Fernglas suchen, welches robust und solide gefertigt ist. Aus meiner persönlichen Sicht läuft das dann auf Nikon Action EX oder Minolta Activa hinaus. Allerdings muß man hier um die 200 Euro oder etwas mehr anlegen. Die Action VII Serie von Nikon tut es für den Anfang auch, allerdings ist mein Vertrauen in die Mechanik hier etwas begrenzt.

Kurz zur Austrittspupille. Wenn Du einen Landhimmel ohne störende Lichtquellen in Deiner Nähe hast, dann solltest Du schon zu einem 8x40 oder 10x50 greifen. Ein 10x30 wie das Canon liefert zwar ein sehr kontrastreiches Bild mit dunklem Himmelshintergrund, aber für ausgedehnte, lichtschwache Gasnebel in unserer Milchstraße fehlt es dann doch ein wenig an Lichtstärke.

Zu den russischen Ferngläsern solltest Du mal im Forum suchen. Irgendwo hier müßte sich auch die Adresse eines Händlers finden. Es gibt einige recht ordentliche Ferngläser aus russischen Quellen, z.B. 8x40, 10x40 oder auch 10x50 Porromodelle. Die sind zwar weder wasserdicht noch für Brillenträger geeignet, dafür bekommt man eine brauchbare Optik für wenig Geld. Die Modelle, die ich noch kenne, sind allerdings etwas älter und hier war in der Regel die Vergütung der Schwachpunkt. Mondbeobachtung war damit nicht immer eine Freude, da man z.T. doch recht heftige Reflexe im Sehfeld hatte. Wie es um den aktuellen Stand der russischen Fernglasoptik bestellt ist, das kann ich Dir leider nicht sagen.

Nachtrag: Habe eben noch einen Händler entdeckt. Hier gibt es ein paar Angebote aus russischen Quellen. Wie gut die sind, da mußt Du nochmal konkret im Forum nachfragen. Vielleicht meldet sich ja noch ein Besitzer russischer Optik zu Wort.

Frank.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Genau daran hatte ich gedacht (Nikon Action CF 10x50 EX, 229 € bei www.fernglasshop-berlin.de. Hättet ihr einen Tipp, wo man es am günstigsten findet?) Kann die Optik des o.g. Fernglases mit einem neueren Zeiss Dekarem konkurieren (ich meine, irgendwo gelesen zu haben, sie seien ungefähr gleich gut [auf Franks Seite oder so])?
Bei den russischen Gläsern hab ich auf der von Frank genannten Seite nur 1 10x50er gefunden. Aber ich lasse es beim Nikon, wenn jetz nicht jemand dazu kommt und sagt, die russischen Gläser seien viel besser. Brillenträger bin ich übrigens auch ;-). Deshalb kann ich das Nikon gut gebrauchen. Und Wasserdichtigkeit hat ja auch keine Nachteile.
 
Hallo Sebastian,

Das EX-Modell von Nikon ist ein neu auf den Markt gekommenes Modell und es gibt wenig Händler, die es anbieten.
Hättet ihr einen Tipp, wo man es am günstigsten findet?
Nein; ich habe alle Internet-Foto Händler die mir bekannt sind, durchgesucht, das von Dir gefundene Fernglasshop Berlin ist der einzige Händler aus dem Internet in Deutschland, der die Nikon EX-Gläser anbietet. Und Kauf im Internet hat einen Vorteil: nach dem neuen Fernabsatzgesetz kannst Du innerhalb von zwei Wochen das Glas ohne Angabe von Gründen zurückschicken; der Händler muss dann sogar das Rückporto erstatten. Man kann also das Glas zwei Wochen lang in Ruhe ausprobieren und wenn die Qualität nicht den Erwartungen entspricht, es zurückschicken.
In den USA findet man es auch billiger (das 10x50 ab ca. 135 $), aber das lohnt sich nur dann, wenn man sowieso dorthin reist. Sonst sind alleine die Versandkosten so hoch, dass ein Import nicht lohnt.

Also ich persönlich würde, wenn ich nicht bereits das Dekarem und ein kleineres Nikon-Fernglas hätte, das Nikon Action EX kaufen (zumal ich Brillenträger bin).
Aber ich lasse es beim Nikon, wenn jetz nicht jemand dazu kommt und sagt, die russischen Gläser seien viel besser.
Die russischen Gläser kenne ich nicht aus eigener Erfahrung deshalb kann ich auch nicht sagen, ob diese besser sind, hier nur ergänzungshalber der zweite Händler aus Deutschland, der russische Ferngläser anbietet (den ersten hat dir Frank Schäfer genannt): Sutter GmbH Hier findest Du auch das vielzitierte Tento 20x60 (ohne Namensbezeichnung unter "Orig. russ. Fernglas 20x60") zu 59 Euro mit 2 Jahre Garantie und viele andere interessante Modelle.

Binokulare Grüße,

Gabriel
 
> Kann die Optik des o.g. Fernglases mit einem neueren Zeiss Dekarem konkurieren ... ?

Hi,

ich kenne nur das Nikon 8x40 EX. Wenn ich annehme, daß Optik, Vergütung etc. bei 8x40 und 10x50 vergleichbar sind, dann ist ein jüngeres Dekarem optisch nochmal einen Zacken besser. Die Dekarem/Jenoptem von Ende der 70-er bis Anfang der 90-er Jahre (des vergangenen Jahrhunderts <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...) hatten eine sehr gute MC Vergütung. Und genau an dem Punkt hat das Nikon 8x40 Schwächen. Das heißt für die Praxis: das Zeiss Glas wäre reflexärmer und kontrastreicher.

Das Nikon EX hat dafür andere Stärken. Vor allem ist es für Brillenträger geeignet, es ist wasser- und staubdicht. Dazu hast Du ein neues Fernglas mit Garantie. Da Dir das Risiko auf ebay nicht zusagt, bekommst Du mit dem Nikon bestimmt ein gutes Astroglas. Eine Alternative wäre noch das Minolta Activa, ebenfalls wasserdicht und für Brillenträger geeignet. So wie ich das sehe, hat das Minolta eine bessere MC Vergütung. Dafür mußt Du möglicherweise eine schlechtere Randschärfe in Kauf nehmen. Hier bin ich mir aber nicht sicher, da ich im direkten Vergleich nur die 8x40 Modelle kenne. Dazu kam bei Minolta, daß ich leider zu oft nicht richtig justierte Gläser im Fotoladen gefunden habe. Bei Nikon hatte ich solche Probleme noch nie.

Frank.
 
OK, dann steht meine Entscheidung jetzt fest! (Nikon Action CF 10x50 EX, 229 €). Danke für die Hilfe! Ohne Franks Testberichte eure Beiträge, und natürlich allen anderen Topics zum Glas im Forum, hätt ich wohl nie das richtige gefunden. Heute Abend wird bestellt, dann kann ich auch mal einen Test darüber schreiben! Vielen Dank für eure Hilfe!!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
 
Oh, sorry, eins hatte ich wohl doch noch vergessen!!! Wie stehts mit dem Vixen Ultima 10x50 verglichen mit dem Nikon? es ist auch "nur" 100 € teurer. Bietet es eine viel bessere Optik? Oder überhaupt besser?
 
Entscheidungshilfe (oder weitere Verwirrung)

Hallo Sebastian,

Hier eine Tabelle zum Vergleich der drei Gläser Minolta Activa, Nikon Action EX und Vixen Ultima.
<pre><font class="small">code:</font><hr> Modell Preis Quelle Vergütung Abst. AP RG SG m/1000 Gewicht
Minolta Activa WP FP 166 directshopper.de FMC 19 6,5 65 113 911
Nikon Action EX 229 fotokoch.org MC 17 6,5 65 114 1020
Vixen Ultima 319 fernglasshop-berlin.de FMC 18 5 50 87 740
</pre><hr>

AP = Austrittspupille
RG = reelles Gesichtsfeld
SG = subjektives Geischtsfeld
Gewicht in g

Noch ein Paar Vergleichspunkte:
- alle drei Gläser sind Brillenträger-geeignet, dabei hat das Minolta Activa den größten Abstand der Austrittspupille und damit am besten für die Beobachtung mit Brille geeignet
- alle drei Gläser sind Wasserfest und Staubabweisend
- Minolta Activa und Vixen Ultima haben die bessere Vergütung (fully multi coated)
- Minolta Activa und Nikon Action EX haben herausdrehbare Augenmuscheln, die an mehreren Stellen einrasten, somit ist damit der ideale Augenabstand sehr bequem einzustellen; Vixen Ultima hat umstülpbare weiche Augenmuscheln (d. h. Abstand nicht flexibel einstellbar, sondern nur zwei Möglichkeiten: entweder umgestülpt oder ausgeklappt)
- Vixen Ultima ist am leichtesten
- Vixen Ultima hat das kleinste Gesichtsfeld (5°), die beiden anderen Gläsern haben Weitwinkelokulare mit 6,5°

Über die optische Qualität von Vixen Ultima kann ich leider nichts sagen; da melden sich vielleicht andere, die die Gläser besser kennen.

Das FMC vermindert Reflexe und verbessert die Lichtdurchlässigkeit der Gläser und den Kontrast des Bildes. Reflexe und schwacher Kontrast können u. U. mehr stören als Randunschärfe. Denk daran, dass wenn man mit dem bloßen Auge - also ohne Fernglas - guckt, auch nur die Bildmitte scharf ist und der Rand total unscharf. Der Blick durch das Fernglas entspricht also bei guter Mittenschärfe dem natürlichen Eindruck, den man auch ohne Fernglas hat. Und man guckt nicht "schräg um die Ecke", wenn man etwas am Bildrand sehen will, sondern dreht man den Kopf entsprechend in die Richtung. Frank Schäfer hat auf seiner Homepage im ersten Bericht "Auf der Suche nach einem guten 8x40-Fernglas" das Minolta Activa 8x40 mit dem Nikon Action 8x40 und noch anderen Gläsern verglichen. Dort schreibt er über das Minolta Activa 8x40:
"Im Kontrast ist das 8x40 Activa dem Zeiss Dekarem 10x50 überlegen. Nordamerika- und Cirrusnebel sind im Minolta Glas besser zu sehen - trotz geringerer Öffnung! Dafür sind Sterne im Zentrum des Sehfelds beim alten Zeiss eben noch die berühmten nadelfeinen Punkte. Das Minolta Glas sieht da etwas schlechter aus. Beim Design des Fernglasgehäuses haben sich die Entwickler von Minolta wirklich Mühe gegeben. Das Glas liegt perfekt in der Hand und kann über längere Zeit sehr ruhig gehalten werden. Neben der griffigen Gummiarmierung trägt auch das geringe Gewicht mit nur 745 g zur gelungenen Ergonomie bei. Durch die Mehrschichtvergütung aller Glas-Luft Flächen treten bei hellen Lichtquellen (Laternen bei Nacht, Mond) kaum Reflexe im Bildfeld auf. Die Prismen sind etwas knapp dimensioniert. Man erkennt das daran, daß die Austrittspupille nicht als perfekt runde Fläche erscheint."

Im zweiten Bericht wird das Modell Minolta Classic Sport mit dem Nikon Action EX verglichen.

Die Modelle Minolta Activa wurden inzwischen verändert (hoffentlich verbessert) so dass das Modell, was er getestet hat, nicht mehr identisch ist mit den neuen Modellen.

Binokulare Grüße,

Gabriel
 
Hi,

meine ganz persönliche Meinung: Vixen Ferngläser sind in einigen Fällen einfach zu teuer. Das Ultima 10x50 ist mit 5 Grad Sehfeld nun auch nicht gerade ein Highlight. Dafür über 300 Euro berappen? Das würde ich mir reiflich überlegen ...

Wenn Du ein Fernglas mit zeitgemäßer Vergütung haben willst, dann schau Dir das Minolta Activa an. Nikon geht mit der Vergütung sparsamer um, was für den Kontrast nicht unbedingt von Vorteil ist. Ich hoffe, daß die Fertigungstoleranzen bei Minolta inzwischen der Vergangenheit angehören. Sicher ist das aber nicht, daher würde ich vor dem Kauf sehr genau prüfen, ob die Justierung auch stimmt.

Wenn Du nicht doch noch ein Dekarem/Jenoptem kaufen willst, dann ist die Entscheidung zwischen Minolta Activa und Nikon Action EX wohl die beste Idee.

Frank.
 
Danke für die Antwort!
Kann man das Fernglas im online-shop kaufen, ohne jemals durchgesehen zu haben? Ich weiß jetz nicht genau, worauf ich mehr Wert legen soll, Schärfe oder Kontrast. Ich hab jetzt einfach mal auf Schärfe "geraten", und habe mich ja auch deshalb für das Nikon anstatt des Minoltas entschieden.
Übrigens: Entweder lässt mein Gehirn nach, oder das Glas wurde wirklich beim fernglasshop berlin um 10 € erhöht!
 
> Kann man das Fernglas im online-shop kaufen, ohne jemals durchgesehen zu haben?

Ich würde es wahrscheinlich nicht tun. Meine Einkaufsquelle ist ein guter Fotohändler. Das liegt aber sicher an meinem hohen Alter <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />, Internetkauf ist nicht mein Ding. Zum Fotohändler kann ich jederzeit hingehen, falls es mal Probleme gibt. Dazu kommt, daß man Einblickverhalten, Handling und Qualität der Optik nur dann vernünftig prüfen kann, wenn man sein künftiges Fernglas in Ruhe ausprobiert. Beim Fotohändler habe ich meist die Gelegenheit, mehrere Ferngläser zu vergleichen. Beim Kauf im Internet fällt das nicht so leicht. Aber das kann man auch ganz anders sehen. Frag mal hanz, der kennt sich diesbezüglich garantiert besser aus.

Frank.
 
OK! Ich habs geschafft! Das Fernglas ist bestellt! Sobald es ankommt, werde ich versuchen hier einen Testbericht zu veröffentlichen (nur wenn es besondere Merkmamale gibt, denn ich habe leider keine Vergleichsmöglichkeit)
Das mit dem "Fotoladen um die Ecke" hab ich erst garnicht versucht, denn das Modell gibt es so selten, dass es es in dem kleinen Ding wohl nicht vorhanden ist.
 
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