Warum Höhenräder?

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Stephan

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Ich sehe schon die sich auf dem Boden wälzende ATM-Gemeinde vor mir... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Trotzdem stelle ich mal die Frage, weshalb bei Dobsons stets Räder und nie einfache Achsen für die Dec-Lager verwendet werden!? Sind letztere ZU einfach zu bewegen?
 
Hi Stephan.

Ich nehme an, weil eine durchgehende Achse durch das Bildfeld führen würde.... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />


Schau'Dir mal die Dobs von Skywatcher an - die haben keine "Räder" im eigentlichen Sinne, sondern Achsen.

Bei einer "normalen" Achsenlagerung (z.B. mit Kugellagern) besteht das Problem, dass sie zu feingängig wird.

Sie muss zwangsläufig gebremst werden. Auch, damit der Tubus nicht bewegt, wenn ich das Okular wechsle...
Die Okulare selber sind ja auch unterschiedlich schwer, und beim Wechsel ist kurze Zeit garkeins drin...

Auch die Sache mit der Reibung: Haft- und Gleitreibung sollen möglichst identisch sein, sonst gibt's einen
"anfahr-Ruck", der bei hohen Vergrösserungen das beobachtete Objekt aus dem Blickfeld knallt.
Die besten Reibe-Eigenschaften hat wohl Teflon - deshalb klebt man eine Schicht davon als Lauffläche auf die Höhenräder,
und für jedes Rad ein paar ein Gegenstücke (Pad genannt) in die Rockerbox.

Auch die Skywatcher haben eine Bremse: durch ein in den Griffen befindliches Gewinde kann die Anpressktaft der Rokerbox auf den Tubus
(also die Reibung) eingestellt werden.

Grüsse,
Silvio
 
Hallo Stephan,
In jedem Lager, ob Höhenrad oder Achse, gibt es zwei Arten Reibung:
die Haftreibung, die überwunden werden muss, um eine Bewegung zu starten und
die Gleitreibung, die überwunden werden muss, eine gestartete Bewegung in Gang zu halten.
Die Bewegung wird gestartet, indem eine Kraft K in einem Abstand L von der Achse auf den Tubus einwirkt, das sich ergebende Drehmoment K x l muss größer sein als das "Haltemoment" aus Haftreibung H und Radius der Höhenräder r. Die Bewegung wird gestartet bei K x l = H x r.
Die erforderliche Kraft ist also K = H x r / l . Diese ist also um so kleiner, je kleiner der Radius ist. Ist der Radius zu klein, genügt es schon, ein Okular durch ein etwas schwereres zu ersetzen, um bei horizontnaher Beobachtung eine Bewegung zu erzwingen, d.h., das Teleskop sackt einfach ab, wenn das Okular zu schwer wird.
In der Form H = K * l / r , interpretiert als die Hafttreibung, die erforderlich ist, um trotz der Kraft K nicht in Bewegung zu geraten, ist H umso größer, je größer l / r, also je kleiner r ist. Bei kleinem r muss ich also durch starken Anpressdruck eine größere Haftreibung erzwingen. Je größer r ist, desto kleiner ist die erforderliche Haftreibung, es ist viel einfacher, den Tubus in Ruhe zu halten, auch wenn schwereres Equipment (Okular, Sucher,..) zum Einsatz kommt.

 
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