Warum kauft man sich einen Refraktor?

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RoStMu

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Hallo,

ok, vielleicht entpuppt sich das als saudumme Frage. Aber mal Folgendes angenommen: Ich möchte mir ein Teleskop kaufen und habe dafür den Betrag X zur Verfügung. Wenn ich nun einen Refraktor mit einem Reflektor vergleiche, dann bekomme ich für den Betrag X beim Reflektor IMMER mehr Öffnung als beim Refraktor (und zwar deutlich mehr). Zwar wäre bei gleicher Öffnung evtl. ein Refraktor vorzuziehen, aber das bekommt man nunmal nicht fürs gleiche Geld.

Machen wir es konkret:

Beim TS gibts für ca. 750 Euro einen 127mm/1200mm Refraktor auf ner Astro-5 (mit Zubehör).

Dafür bekomme ich beim selben Anbieter LOCKER einen 200mm Newton ebenfalls auf der Astro-5. Vielleicht sogar noch billiger!

Würde ich nun die beiden Teleskope am Mond, den Planeten und im DeepSky-Bereich testen, so müsste ich doch annehmen, dass der größere Newton bei DeepSky deutlich im Vorteil ist. Am Mond und den Planeten doch eigentlich auch, da ich durch das höhere Lichtsammelvermögen und das höhere Auflösungesvermögen höher vergrößern kann und mehr Details wahrnehme.

???

Danke
 
Re: Warum kauft man sich einen Rafraktor?

Hallo!

Refraktoren sind ja ein weites Feld. Ich unterteile das mal in FHs und teure APOs. Fotografie klammere ich bei meiner Beurteilung mal aus.

FH:
Bei schnellem Öffnungsverhältnis wegen Farbfehler nur sinnvoll als Sucher und Richfieldoptik.
Bei langsamem Öffnungsverhältnis nur was für Refraktorfetischisten, da die FHs dann zu lang, zu sperrig, zu unkomfortabel (vom Einblick her) und zu teuer (inkl. Monti) bei gegebener Leistung sind.

APO:
Sehr sinnvolle Geräte, da sie die beste Optik bei gegebener Öffnung bieten. Leider sehr teuer und bei großen Öffnungen zu schwer. Wer sich einen kaufen kann/möchte, für den ist ein APO meist wohl erste Wahl.


Fazit: Eine Spiegeloptik ist meist überlegen, aber nicht immer. Ein Refraktor ist einer Spiegeloptik in folgenden Fällen vorzuziehen:
1.) Sucher bzw. Richfielder bei maximaler AP
2.) Käufer will unbedingt einen Refraktor, egal wie unlogisch das auch sei. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
3.) Preis spielt keine Rolle und maximale optische Leistung bei kleiner oder mittlerer Öffnung wird erwünscht.


Gruß Harald
 
Re: Warum kauft man sich einen Rafraktor?

Hallo,

also ich kann Harald nur zustimmen. Es ist eigentlich ganz einfach: Wenn der Geldfaktor die primäre Rolle spielt, dann musst Du Dir einen Newton kaufen. Wenn der Geldfaktor keine Rolle spielt, dann kannst Du mit einem Apo am meisten aus der Öffnung rausholen.

Ich habe jetzt einen Test gemacht, den ich demnächst veröffentlichen werde. Da geht es um ein Skywatcher 127 Mak gegen einen Vixen 102mm ED Refraktor. Der ED kostet 3x so viel und hat außer dem Preis gegenüber dem Mak nur Vorteile. Die einzige Frage ist, ob man die Vorteile so stark gewichtet, dass man den Preis bereit ist zu zahlen.

Gruß,
Jörgen
 
Re: Warum kauft man sich einen Rafraktor?

Hallo,

Wenn der Geldfaktor keine Rolle spielt, dann kannst Du mit einem Apo am meisten aus der Öffnung rausholen.

Hmm, wenn Geld keine Rolle spielt, dann kann ich auch im Spiegelbereich so einiges rausholen...wie wärs mit einem hübschen 20-Zöller auf passender Montierung mit 90mm ebenem Bildfeld ? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Dazu was hübsches CCD-technisches und einen dunklen Standort in Namibia...Geld spielt ja keine Rolle... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Oder gleich eines der 8m-Teile icl. Bedienmannschaft... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Scherz beiseite, die Bedingung "Geld" ists nicht alleine, es braucht schon noch eine zweite, z.B. Transportabilität oder Obstruktionsfreiheit, Wartungsarmut, Komafreiheit, ebenes Bildfeld, etc...
 
Re: Warum kauft man sich einen Rafraktor?

Ok, danke erstmal. Aber bei welchem "Irren" spielt der Preis den gar keine Rolle? Eigentlich dachte ich immer, so einen Teleskopkauf geht man an, in dem man sich fragt, wie viel man eigentlich zum Ausgeben hat. Naja: Bei "uns" in der Sternwarte steht unter anderem ein "Starfire 206 EDF Refraktor" auf ner Alt 7-AD. Das sind 206mm Öffnung und 1586mm Brennweite. Ich werde das Teil demnächst mal mit meinem D8 vergleichen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Re: Warum kauft man sich einen Rafraktor?

Hi,

Der Grund warum ich mich für einen Refraktor (einen 100mm APO) entschieden habe:
- schnell einsatzfähig.
- Maximale Leistung für die vorhandene Öffnung.
- keine unschönen Spikes von der Fangspiegelspinne bei hellen Objekten, auch bei Planeten...das betrifft natürlich nur die Newtons, und nicht Mak-Newton oder -Cassegrain.
- kaum anfällig für Tubusseeing.
- Es ist einfach die Ästhetik. Ein 200mm Newton wird mehr Details zeigen, sofern das Seeing das zulässt, aber das ist in Deutschland in nur wenigen Nächten der Fall. In normalen Nächten wird der 200mm Newton blickweise mehr Details zeigen, aber das Bild im Refraktor ist schlichtweg schöner anzuschauen. In den meisten Nächten ist das Bild im Refraktor ruhiger, schöner, einfach ästhetischer. Mir persönlich kommt es nicht auf das letzte kleine Detail an.
- Und zuletzt: weil ein Refraktor einfach ein Refraktor ist :-)

Das ist jetzt ein Thread wo die Spiechelfraktion wieder richtig aufrehen kann um dem Refraktorfan klarzumachen dass er zuviel Geld für zu wenig Leistung bezahlt hat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />


Grüße,
Jochen
 
Fotografie!

Ich fotografiere nicht nur Kleinbild sondern auch Mittelformat. Und da sind Refraktoren angesagt. Es gibt zwar auch Systeme mit Spiegeln, diese sind aber i.d.R. noch teurer und schwerer zu bekommen.

Auch wenn man ausschließlich Kleinbild fotografiert, bieten entsprechende Refraktoren eine gute Feldausleuchtung, die mir bei einem Standard-Newton fehlt.
Desweitern sind bei einem schönen schnellen Refraktor mit 4-5 Zoll Öffnung die Anforderungen an die Montierung nicht so hoch.
 
Re: Warum kauft man sich einen Rafraktor?

Bei "uns" in der Sternwarte steht unter anderem ein "Starfire 206 EDF Refraktor" auf ner Alt 7-AD. Das sind 206mm Öffnung und 1586mm Brennweite. Ich werde das Teil demnächst mal mit meinem D8 vergleichen
Tue es nicht,

es wird Dir danach einfach keinen Spaß mehr mit Deinem Dobson machen.

Grüße
Dietmar
 
Re: Warum kauft man sich einen Rafraktor?

Hallo Rolf,

Zitat:
Bei "uns" in der Sternwarte steht unter anderem ein "Starfire 206 EDF Refraktor" auf ner Alt 7-AD

Ist das zufällig die Sternwarte in Welzheim?

gruß
Rudi
 
Hallo!

Ich hoffe, es jetzt nicht überlesen zu haben: ein Spiegel wird bei mittleren deutschen Beobachtungsbedingungen mit zunehmender Öffnung immer seeinganfälliger. Das besonders, wenn er, wie bei den meisten der hier postenden Beobachter, immer erst vor der Beobachtung aufgebaut werden muß.
Ich denke, daß für den hiesigen Ottonormalbeobachter ein 14"er eine verschwommene Obergrenze ist.
Ich habe (in Norddeutschland) einen 10" Schmidt-Newton und einen 13cm Refraktor und fühle mich damit ziemlich optimal ausgerüstet.

Grüße von Michael.
 
Re: Warum kauft man sich einen Rafraktor?

Hallo Rolf!

Bei Deinem Vergleich kann das Seeing Dir genauso ein Strich durch die Rechnung ziehen wie dem Starfire oder dem D8.
Da müsstest Du mindestens über einige Nächte vergleichen, um die "wirkliche Grenze" beider Geräte richtig kennenzulernen. Und dazu am besten mit den selben Okularen und/oder der selben Vergrösserung und/oder selben AP und/oder selbem effektivem GF... Da brauchst Du Edelokulare, am besten gleich Kofferweise, um einen wirklich aussagekräftigen Vergleich zu ziehen...

Ich habe schon mal (in der Sternwarte Schaffhausen) meinen Astroscan (f/4,25 4zöller mit Plössls)
gegen einen 16" f/5 Newton mit edlen Okularen antreten lassen.
(das war zu meiner Anfangszeit, ich hatte den Astroscan neu damals, mein erster Spiegel..)

An M44, Saturn*, Jupiter, und einigen weiteren "sehr leichten" Objekten habe ich de facto gleich viel gesehen.
* Cassiniteilung war nich... Nicht mal mit 16"!!
Das Seeing "mitten in der Stadt" ist/war einfach zu schlecht!

Und nun, was sagt das? Ein mir unbekannter, weiterer Sternwartenbesucher hat den "Test" auch mitgemacht und dann gefragt, ob das "Riesengerät" da in der Kuppel denn nur Protzerei sei? Ich winkte ab; wenn der Himmel besser wäre, wär' mein Kugeldobs schnell an der Grenze - das "Riesengerät" aber noch lange nicht...

Aber zurück zu Deinem Thema: "Warum eine Linse"?

Es ist nicht immer der "Öffnungswahn", welcher die Entscheidung zum Teleskoptyp bestimmt.

Und wenn das so ist, dann muss man auch nicht über "unbrgrenzte Mittel" verfügen - denn das Teleskop soll ja gar nicht "besser" (leistungsfähiger) sein, als der ggf. schon vorhandene, mittlere...grosse Spiegel.

z.B. Thema "mitten in der Grossstadt, ohne Balkon, ohne Auto"... Warum nicht 60...80mm Linse? (weil's den Astroscan gibt, der ist voll U-bahn-fähig.. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> )

oder z.B. das Thema H-Alpha-Sonnenbeobachtung. Da fällt der FH-Farbfehler raus, er liegt nicht im H-Alpha Spektrum. Viele "H-Alpha-FH-Kombinationen" arbeiten schneller als f/10...
Wenn Du also mit dem Gedanken spielst, Dir irgendwann einen kleineren bis mittleren (also noch "einigermassen ersparbaren") H-Alpha-Filter zuzulegen, dann kommt dafür Dein D8 flach raus. Dann kanst' Du das 60...80mm Linsenteleskop auch gleich kaufen (es ist, im vergleich zum Filtersystem "erscheinglich") und Dich schon jetzt mal am Nachthimmel ergötzen, während Dein D8 noch auskühlt. (bald ist wieder Winter... Lange Nächte, aber kaltttttt...)

Mein 12" GSO braucht noch mehr Auskühlzeit als (D)ein 8zöller (noch sind keine Lüfter dran)
und auch ich finde Linsenteleskope viel Ästethischer als jede Spiegelbauform....
Also habe ich mir zum "Vor- und Schnellspechteln" ein schönes 80-L gekauft (OTA war ein Vehrenberg-Schnäppchen). Damit habe ich schon sehr, sehr schöne Beobachtungen gemacht!
(z.B. auch beim Venustransit, mit Baader 5,0 Folie, H-Alpha wird noch eine ganze Weile dauern... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> Wenigstens werden wir hier im Forum ja mit ausreichend und qualitativ höchstwertigen H-Alpha Bildern beliefert! Danke @ Cai-Uso, Andreas, und alle anderen H-Alpha-knipser!)

Und dann noch das Thema "Schnellspechteln" bei unsicheren Verhältnissen. Da stell'ich lieber das 80-L raus, mitsamt SkyView II und Stromversorgung (Akku), als den 12zöller...

Oder das Thema Fotografie, wo man das Geld für'n Apo dann in der Monti wieder einsparen kann,
oder Reisen, wo der Kubikcentimeter und/oder jedes Kilo zählt
oder oder oder...

Viele Argumente können also für die Linse sprechen - nur nicht das Verhältnis Preis/Öffnung.
 
Re: Warum kauft man sich einen Rafraktor?

Hi,
Vorsicht!du läufts Gefahr , dein D 8 als Müll zu bezeichnen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ,selbst bei 5-6 zoll Apo noch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Re: Warum kauft man sich einen Rafraktor?

In welzheim steht der 254/3750 Astro Physics Apo-aber der genannte steht nicht weit weg <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Re: Warum kauft man sich einen Rafraktor?

Vorsicht!du läufts Gefahr , dein D 8 als Müll zu bezeichnen
Klar zeigt ihm der Starfire mehr als sein D8. Wäre ja auch ein Armutszeugnis für den Starfire, wenn das nicht so wäre.

Müll wird der D8 aber deshalb noch lange nicht. Schliesslich kostet der Refraktor ja eine Kleinigkeit mehr und ist auch ein bisschen weniger transportabel. Nicht unerhebliche Nachteile des Starfires.

Ein Vergleich dürfte sehr interessant sein. Die Unterschiede in der Performance muss man dann aber auch im richtigen Verhältnis zu den Kosten und anderen Nachteilen des Starfires sehen.


Gruß Harald
 
Re: weil man kein geld für ein reflektor hat..

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Klarinetto
 
Re: Warum kauft man sich einen Rafraktor?

Hallo Jochen,

du sagst: - Und zuletzt: weil ein Refraktor einfach ein Refraktor ist :-)

Ich verstehe den Sinngehalt dieses Arguments nicht.

Gruß Rolf
 
Re: Warum kauft man sich einen Rafraktor?

Das hat sich ja zu ner richtigen Diskussion entwickelt hier!

Also um nochmal auf den Vergleich zu sprechen zu kommen: Die extremsten Unterschiede verspreche ich mir eigentlich bei der Beobachtung von Mond und Planeten. Leider ist das mit der Planetenbeobachtung zur Zeit so ne Sache (Mars, Saturn und praktisch auch Jupiter zur Zeit ja unbeobachtbar). Bleibt noch der Mond, da wird dann zumindest die Lichtverschmutzung keine allzu große Rolle mehr spielen in der Stadt. Wie gesagt, Bauart, Brennweite... werden sich bei der Planeten- und Mondbeobachtung wohl so richtig auszahlen an diesem Sternwartengerät.

DeepSky? Ohne den Test durchgeführt zu haben tippe ich einmal, dass es hier gar keine so großen Unterschiede geben wird. Gleiche Öffnung, der D8 hat weniger Brennweite (ist ja sogar ein leichter Vorteil in dem Fall). Aber für DeepSky steht ja noch ein 18"-Zöller zur Verfügung...

PS: Es wäre allerdings noch sehr reizvoll, einmal den 18-Zöller in der Stadt mit dem 8-Zöller unter Alpen- oder zumindest Landhimmel (sehr gutem!) zu vergleichen...
 
Re: Warum kauft "Mann" sich einen Refraktor?

Die Vorteile eines Refraktors sind u.a. typabhängig; je nachdem ob es sich um einen
"Chromaten", "A-Chromaten", "Echten-FH"(F>15), "2-Linser ED", "2-Linser FL-APO"
oder "3-Linser APO" handelt, ergeben sich unterschiedliche optische Bildqualitäten.


Hier nun eine Auflistung einiger Vorteile, die für die meisten Refraktortypen
gelten...

- problemlose Handhabung, zumindest bis 130mm Öffnung möglich
- schon kleine Refraktoren (ab 60mm) liefern sehr gute Bilder bei Planeten/Sonne/Mond
- kleinere Refraktoren benötigen keine schwere Montierung, Fotostativ reicht visuell
- Sonnenprojektion allerbestens möglich
- kein Auflösungsverlust durch Abschattung/Obstruktion/Kontrastverlust
- guter, sehr guter bis spitzenmäßiger Kontrast,
- das Auflösungsvermögen der Öffnung kann ohne Schärfeverlust wiedergegeben
- kein Lichtverlust durch, im Laufe der Zeit nachlassende, Reflektivität von Spiegeln
- unanfällig gegen Streulicht
- kühlt deutlich schneller aus als leistungsmäßig vergleichbare Spiegelteleskope
- geschlossenes System, dadurch keine stärkeren Luftströmungen im Tubus
- Tubusseeing ist praktisch unbekannt
- keine Tubusbelüftung notwendig
- leicht zu reinigen
- Kollimierung der Optik so gut wie nie erforderlich
- absolute Tauglichkeit für Sonnen- und Tagbeobachtungen
- Teleskopöffnung liegt weit weg vom Beobachter, dadurch Seeingvorteile
- bei Spitzengeräten höchste Transmission im gesamten Wellenlängenbereich
- bequemes Durchschauen im sitzen möglich
- "weil ein Refraktor einfach ein Refraktor ist :-)" (© JochenK)
- sieht aus wie ein „richtiges“, ursprüngliches Teleskop (info für "rolf")
- ist ein „richtiges“ Teleskop <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />

> "Warum kauft man sich einen Refraktor?"
...Warum kauft "Mann" sich einen Audi, BMW, Mercedes, VW,...?

Ja warum - ganz einfach - weil "Mann" unbedingt einen haben will! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
 
Re: Warum kauft "Mann" sich einen Refraktor?

Hallo Cobra,

ach, so war das gemeint. Dazu kann man rational eigentlich nicht viel sagen. Vielleicht nur, dass sich mittlerweile die genannten Automarken genauso fahren wie die sog. Billigmarken.

Ansonsten sind Deine genannten Argumente für den Refraktor sehr überzeugend, insbesondere wegen der Praxistauglichkeit kleinerer Durchmesser.

Dummerweise haben die kleinen praktischen Telekskope den Nachteil, dass man nicht immer viel darin sieht; die Auflösung ist ja bekanntlicherweise proportional zum Lichtsammelvermögen. In einem 10cm-Refraktor zum Beispiel sieht man einfach weniger Details am Planeten als in einem 8-Zoll-Teleskop; diese Erfahrung habe ich schon gemacht (FS 102 Takahashi gegen einen 8-Zoll Schmidt/Cassegrain von Celestron). Man braucht eben Licht, um mehr zu sehen (die Diskussion um die Obstruktion übrigens scheint mir übertrieben).

Auch ist mir aufgefallen, dass man sinnvoll - egal wie das Wetter ist - bis zum Durchmesser der Optik gewinnbringend vergrößern kann. In einem 400er- Spiegel sind 400fach oft möglich, auch in einer Stadt. Unter den gleichen Bedingungen sind 100fach bei einer10cm-Öffnung sinnvoll.
Auch spielt die Brennweite beim Vergrößern nicht die Rolle, die ihr oft unterstellt wird. Ein schneller Spiegel vergrößert nicht schlechter als ein langbrennweitiger Refraktor. Schnelle Spiegel sind also für Planetenbeobachtungen nicht weniger geeignet als sogenannte "Planetenkiller". Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich hier um persönliche Erfahrungen handelt und nicht um die Wiedergabe von angelesenen Informationen oder sonstigen Gerüchten.

Gruß Rolf
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Warum kauft "Mann" sich einen Refraktor?

@ Rolf (nochmal einer)

Ich teile auf Grund meiner bechränkten Erfahrung deine Meinung, dass man eigentlich immer bis zum Optikdurchmesser in mm vergrößern kann. Ich habe bisher noch keine Nacht erlebt, in der ich mit meinem ausgekühlten 8-Zöller am Mond und den Planeten nicht bis 200fach gekommen wäre! Mit Sternwarten- oder Fremdgeräten war das ebenso. Das bringt uns zu der alten Diskussion, in wie weit große Spiegel überhaupt sinnvoll sind. Oft wird behauptet, dass sich zum Beispiel ein 400-er Spiegel in Deutschland nicht lohnen würde, da mit ihn fast nie ausnutzen könnte. Auch hier habe ich zwar wenig, aber ganz andere Erfahrungen gemacht. Erstens ist ein 400-er Spiegel schon wegen DeepSky mehr als reizvoll und zweitens holt er auch am Planeten bei immer über 300fach (oft 400fach) was raus! Und da stelle ich mir die Frage: Kaufe ich mir für den Betrag X nen 400-er Newton oder nen 200-er Refraktor (weiß nicht, ob das finanziell vergleichbar ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> )?
 
Re: Warum kauft "Mann" sich einen Refraktor?

Hi Cobra,

jaja, der ewige Spaß.
ich hab mal unten zu jedem Punkt spontan was geschrieben. Ich glaube, wir werden wohl weiter beraten müssen, welches Teleskop für welchen Zweck das beste wäre. Der APO bleibt ein Teleskop für Bildästheten oder für Leute, die einfach das edelste brauchen. Dazwischen muß man halt schauen - meistens aufs Geld...

- problemlose Handhabung, zumindest bis 130mm Öffnung möglich
gilt für fast jedes Teleskop bis 130mm, auch nur für fast jeden Refraktor bis 130mm
- schon kleine Refraktoren (ab 60mm) liefern sehr gute Bilder bei Planeten/Sonne/Mond
das tun ja auch kleine Newtons ab 75mm
- kleinere Refraktoren benötigen keine schwere Montierung, Fotostativ reicht visuell
Die Russentonne packen viele Leute auf ein Fotostativ, ebenso ETX, Travelstar...
- Sonnenprojektion allerbestens möglich
Machen viele Leute auch problemlos mit dem Newton, wenn die Brennweite passt
- kein Auflösungsverlust durch Abschattung/Obstruktion/Kontrastverlust
Die Auflösung geht nicht verloren, nur der Kontrast. Detailverlust wäre korrekt.
Besonders im blauen ist der Kontrast von geläufigen Achromaten beachtenswert - nämlich so gut wie nicht vorhanden.
- guter, sehr guter bis spitzenmäßiger Kontrast,
s.o. doppelt hält nicht besser. Auch im blauen nicht.
- das Auflösungsvermögen der Öffnung kann ohne Schärfeverlust wiedergegeben
siehe oben und darüber, gleiches Argument. Im blauen ist das Bild des Achromaten immer noch beschissen.
- kein Lichtverlust durch, im Laufe der Zeit nachlassende, Reflektivität von Spiegeln
ein Problem der Vergangenheit. Aber auch Vergütungen altern.
- unanfällig gegen Streulicht
Ein ordentlich verblendeter Reflektor ebenso.
- kühlt deutlich schneller aus als leistungsmäßig vergleichbare Spiegelteleskope
Ein Spiegelteleskop mit offenem Tubus kühlt wesentlich schneller aus als ein etwas kleinerer Refraktor. Durch den geschlossenen Tubus erzielt man beim Refraktor nur früher brauchbare Bilder, die totale Auskühlung lässt aber sehr lange auf sich warten.
- geschlossenes System, dadurch keine stärkeren Luftströmungen im Tubus
und dadurch eben die längere Auskühlzeit, die aber die Optik trotzdem nicht vorm zutauen schützt.
- Tubusseeing ist praktisch unbekannt
auch hier hält doppelt nicht besser
- keine Tubusbelüftung notwendig
Wirklich nicht? Eher führt die Selbstüberschätzung von Groß-Apo-Besitzern dazu, daß sie diesen Punkt vergessen.
- leicht zu reinigen
Wie ein Mak, Mak-Newton, SC auch.
- Kollimierung der Optik so gut wie nie erforderlich
Genau wie beim Newton: Bis er mal umfällt. So einen 114er Newton mit ordentlichem Tubus würde man auch blos einmal im Leben kollimieren.
- absolute Tauglichkeit für Sonnen- und Tagbeobachtungen
Wo wäre die denn beim Spiegelteleskop nicht? Nur wenige Designs sind Tagblind.
- Teleskopöffnung liegt weit weg vom Beobachter, dadurch Seeingvorteile
endlich mal ein wirklicher Vorteil gegenüber den Newtons und Newton-Derivaten. Ein Cassegrain-Besitzer hat den auch.
- bei Spitzengeräten höchste Transmission im gesamten Wellenlängenbereich
Dielektrische Verspiegelungen erzielen sehr sehr ähnliche Transmission - da der Preis des Spitzengerätes keine Rolle spielt, tut er das auch nicht bei der Verspiegelung eines Reflektors.
- bequemes Durchschauen im sitzen möglich
Alles eine Frage der Stativhöhe, beim langen Refraktor wird aus sitzen schnell mal liegen, während beim Newton aus sitzen dann stehen wird. Da steh ich lieber!
Bitte mal genau nachdenken, wie sich das mit größeren und daher längeren Refraktoren so verhält.
- "weil ein Refraktor einfach ein Refraktor ist :-)" (© JochenK)
Freude schöner Newtonspiegel!
- sieht aus wie ein „richtiges“, ursprüngliches Teleskop (info für "rolf")
Joh, passt zu jeder Cartoonzeichnung.
- ist ein „richtiges“ Teleskop
Ein f/5 Chromat ist kein richtiges Teleskop.

Clear Skies
Sven
 
Re: Warum kauft "Mann" sich einen Refraktor?

Hallo,

sich einen 200er-(!)Refraktor zuzulegen sollte man sich gründlichst überlegen. Denk' an die Montierung, die dazu gehört. Das ist eher etwas für eine Sternwarte mit fest aufgestelltem Gerät. Bei den Spiegeln hat man den Vorteil, es je ja Wunsch kompakt gestalten zu können - denk' an die Dobson-Leichtbauweise, die einem eine große Optik mobil belässt.
Aber wie gesagt, die ganze Diskussion um Refraktor oder Spiegel wurde schon so oft geführt, dass mein Senf eigentlich nichts dazu beiträgt.

Gruß Rolf
 
Re: Warum kauft "Mann" sich einen Refraktor?

Höh Sven

Da muss ich aber protestieren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Zitat
- ist ein „richtiges“ Teleskop
Ein f/5 Chromat ist kein richtiges Teleskop.
Zitat Ende

Klar ist mein 80/400 Refraktor ein Teleskop, zugegeben es ist ein Farbfernseher aber trotzdem mag ich ihn.
Fraunhofer oder Achromat darf er sich halt nicht nennen, drum heisst er bei mir Siegfried.

Meine pers. Einschätzung:

1. handlich
2. ziemlich anspruchslos was Montierungen angeht
3. bietet ein grosses Gesichtsfeld
4. wenn man realistisch bleibt und bis 60-80x fach vergrössert ist der Farbfehler nicht so wild und da kann man hübsch Sternhaufen, ein paar Nebel und ziemich wenig Galaxien sehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Für visuelle Anwendungen super, bei Fotos wahrscheinlich eine Katastrophe (aber noch nicht getestet).

Hab jetzt am Freitag erstmals ein Wolterscope gesehen und mitbekommen was eine EQ6 für ein Transportaufwand ist -> her mit den kleinen Refraktoren und einer EQ1/EQ2 <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

lg

Mathias

Fan von kleinen handlichen Teleskopen die keine Rückenschmerzen verursachen, drum hab ich auch einen 150/750 Newton, der zeigt schon viel und ist noch gut zu transportieren.
 
Folgende nette Geschichte aus einem anderen Forum zeigt die Beobachtungsrealität humorvoll auf:

"Du gehst zu einem Kumpel, der dir seinen Newton, SC oder MAK vorführen will.
Ihr packt das Teil ins Auto, fahrt raus, baut auf und wartet. Damals war Jupiter angesagt, Bänder, GRF, alles was man mal sehen möchte.
Nach einiger Zeit erster Versuch, zu früh, weiter warten.
Nach einer geschlagenen Stunde, erste Versuche. Der Kumpel ist nicht ganz zufrieden, immer noch leichtes Tubusseeing, sein Scope, ganz klar, kann VIEL mehr zeigen, nur Geduld.
Du wartest jetzt fast 90 Minuten, ausgekühlt ist, aber jetzt muß noch die Kollimation überprüft werden. Geht schnell, kleine Korrektur, jetzt ist alles perfekt.
Ihr hattet genug Zeit, die Vorteile des sonstigen Zubehörs zu besprechen. Du bist wirklich informiert und dann geht es los.
Seeing ist heute nicht so doll, hohe Vergrößerungen lohnen nicht, vielleicht sollen wir mal die Klasse des Scopes am M82 oder so testen.
Okay, Du willst deinen Jupiter, dann bist Du es selber schuld, wenn das Seeing nicht reicht.
Du murmelst etwas von geringerer Vergrößerung, oder Abblenden, oder Dämmglas oder warten. Dein Spiegelfreak ist jetzt richtig angefressen, dir wird klar, Du ruinierst die Freundschaft mit deinen unsittlichen Vorschlägen. Ihr baut ab und fahrt nach Hause.
Auf der Rückfahrt erfährst Du noch nebenbei, dass er letzte Woche mit dem Supertuper XYZ-Weitwinkel Okular, handverlesen, die zweite handsignierte Auflage für Spezialisten, bei 575facher Vergrößerung einen knackscharfen Jupiter beobachtet hat, nur heute, heute hat der Petrus leider nicht mitgespielt.
Du fährst zum Vogelsberg Treffen der Astrofreaks. Tolle Stimmung, klasse, was da so alles aufgebaut ist, man kennt sich, man grüßt sich, man stellt Dutzende Scope auf und Du schaust überall einmal durch. Jupiter ist angesagt, zu sehen ist nicht so viel, aber ein tolles Gemeinschaftsgefühl, tolle Stimmung hier.
Am Rand steht da so ein langweiliger Typ, der keinen kennt und den keiner kennt. Er tut dir fast leid und du fragst, ob er dich mal durchschauen läßt. Läßt er und hier scheint das mit dem Jupiter irgendwie zu funktionieren. Schönes, ruhiges Bild, keine Hektik, der Typ läßt dich einfach mal durchschauen. Jetzt willst Du wissen, was das für ein Apparat ist. Na sagt der Typ, das ist ein Selbstbauteleskop, das Objektiv ist aus Belgien oder USA oder Russland. Hat immerhin 5" und f18. Siehst Du einen Farbsaum, ehrliche Antwort von Dir nö."

Gruß
Walter Wehr
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Warum kauft "Mann" sich einen Refraktor?

Ich glaube, wir werden wohl weiter beraten müssen, welches Teleskop für welchen Zweck das beste wäre

Hi Sven,

bitte das Thema des Thread`s beachten; das Thema lautet doch wohl eindeutig:
" Warum kauft man sich einen Refraktor? " und nicht
"Welches Teleskop ist für welchen Zweck das Beste"!

Hier sollte man, nicht nur dem "Mann", ganz deutlich sagen, das beste Teleskop
sind mind. drei Teleskope, dem jeweiligem Zweck angepasst!

Beispielsweise...

Ein Teleskop fürs schnelle Spechtel, mein Vorschlag kleiner Refraktor - Deiner?
Ein Teleskop für sehr große Planetenbilder, mein Vorschlag Newton > 12" - Deiner?
Ein Teleskop für ästhetische, hoch kontrastreiche Planetenbilder, mein Vorschlag
.... mittelgroßer APO (=Refraktor) - Deiner = APO! denn Du schriebst:
.... "Der APO bleibt ein Teleskop für Bildästheten")
Ein Teleskop für Betrachtung von Deepsky-Objekte in Farbe, mein Vorschlag Dobson > 14" - Deiner?
Ein Teleskop fürs optimale Fotografien, mein Vorschlag kurzer Refraktor (ED/APO) - Deiner?
Ein Teleskop fürs tränieren der Muskelkraft, mein Vorschlag >= 7"-MN - Deiner? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />


Zurück zum Thema: <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> Warum kauft "Mann" sich einen Refraktor? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Weil nur der Refraktor alle genannten Punkte, wie kein anderes System, in sich vereinigt.

Der "Refraktorianer" hat dabei, wie ich bereits schrieb, die Auswahl zwischen:
"Chromaten", "A-Chromaten", "Echten-FH"(F>15), "2-Linser ED", "2-Linser FL-APO"
und "3-Linser APO", je nach Wunsch und angespartem Geldbeutel.

Übrigens, mit dem Chromaten hat er sogar "bunte Sterne", kann kein anderes System,
oder <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> - Deine Meinung?


Welcher Fahrzeugtyp ist besser(=?), Coupé, Limosine, Combi oder Geländewagen?
Mein Vorschlag: Wohnmobil, hier kann "Mann" überall mit der ganzen Familie übernachten
und ist nicht obdachlos, wenn ein Tornado sein Haus verwüstet hat ! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" />
 
Re: Warum kauft "Mann" sich einen Refraktor?

"Selig sind..." <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

 
Rübennasen & Skifahrer

Selig sind... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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