Was beobachtet ihr mit so kleiner Öffnung?

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Albatros

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Hallo zusammen,

ich lese hier immer wieder Empfehlungen von Ferngläsern mit Öffnungen von 30-50mm Linsendurchmessern. Es handelt sich dabei zwar in der Regel um Markengläser mit guter Optik, aber gilt bei Ferngläsern nicht auch "je größer die Öffnung, um so mehr ist zu sehen"? Ist bei diesen Gläsern eine Vergrößerung von 10fach in der Lage, aus einem vermeintlichen "Fliegenschiss", ein beobachtbares Objekt zu zaubern?
Mit meinem 8x56 Fernglas lässt sich die Michstraße hervorragend anschauen. Stoße ich aber auf ein Messier Objekt, geht ihm die Puste aus. Selbst der 10x50 Sucher meines Newtons sagt dann allenfalls "stopp da war was"!
Erst das 25x100 Großbino macht aus vielen "Messiers" beobachtbare Objekte. Natürlich sind ihm da auch Grenzen gesetzt.
Daher würde mich wirklich mal interessieren, was ihr mit "kleiner" Öffnung beobachtet und was ihr seht?

Gruß
Stefan
 
Hi Stefan,

klar mit 7x-15x kannste keine Kugelsternhaufen auflösen oder kleinere Objekte < 10" erkennen.
Aber darum geht es hier nicht. Sondern um das große GF, schnelle Handhabbarkeit und um das beidäugige sehen. Das macht so maches weg!
Paradeobjekte: Milchstraße, M31, M33 (bei dunklem Himmel der Hammer!), M101, M44, M45, Hyaden, M42, M8, M20, NGC7000, Cirrusnebel etc. Also alle großflächigen Objekte am Himmel. Aber auch M22, M4 (dunkler Himmel), M3, M5 und M13 oder gar M10/M12 machen Spaß. Von Mond, den Stellungen der Jupitermonde oder aktuellen Kometen ganz abgesehen.

Also das Fazit: Kleien ferrngläser haben ihre Berechtigung

Gruß

Lots
 
Hallo Lots,
freut mich, so schnell eine Antwort erhalten zu haben.
Genau um diese Dinge geht es, die du da schilders. Einfach eintauchen in die Tiefen des Alls und die Seele baumeln lassen. Viele Paradeobjekte stellen sich eingebettet in einem Sternenmeer ganz anders da, wie durchs Teleskop betrachtet. Bei vielen bekommt man erst ein Gefühl ihrer Größe, wenn man sie in ihrer "Umgebung" sieht.
Damit hier keine Mißverständnisse aufkommen , ich stelle die Berechtigung kleiner Ferngläser am Nachthimmel nicht in Frage.
Nur was mich interessiert, zeigt ein 15x50 mehr Details als ein 7x50 bei gleicher Binoqualität, oder "bläht" das Bild nur auf?

Gruß
Stefan
 
Hallo Stefan,

ein 15x50 zeigt mehr Sterne als ein 7x50, versagt aber bei den Nebeln den Dienst, weil die AP zu klein wird.
Da hat dann das 7x50 unter sehr gutem Himmel seine Bereichtigung oder auch ein Glas mit einer
der Himmelsqualität angepassten AP. Ein 11x80 zeigt unter gleichen Bedingungen dann natürlich wieder
mehr als das 7x50. Diesmal Nebel und Sterne aber halt schon mit der Einschränkung, dass die meisten
Leute solch ein Glas nur noch auf dem Stativ nutzen können, was ja auch für ein 15x50 gilt.
Ich kann solche Gläser nicht mehr ruhig halten, meine Grenze ist 10x50-60, optimal zurecht
komme ich freihändig z.B. mit einem 8,5 x 44, zumal auch die AP (knapp über 5 mm) an meinen
Standorten ein guter Kompromiss ist.
Für viele Objekte gilt dabei das Motto: Aha da ist ja M..!
Das macht aber auch Spass und es gibt ja so viele offene Sternhaufen und Milchstraßengegenden,
die nur mit dem Fernlas im Umfeld schweben oder gar mehrere Objekte in einem Feld bieten, dass ein
gutes Fernglas selbst neben einem Teleskop immer seine Berechtigung hat.

CS
*entfernt*
 
Es gibt zahlreiche Objekte, die sind im Fernglas am besten, oder bieten zumindest einen Blick, den ein Fernrohr nicht zeigt. Beispiele:
- Andromedanebel mit 4° Ausdehnung
- der ganze Nordamerikanebel
- die Plejaden mit dem Meropenebel

Mit etwas Übung zeigt ein 10x50 mehr, als man zunächst vermuten mag. Aber: Guter Himmel hilft viel, Beobachtungserfahrung will erworben sein, und man muss sich irgendwo anlehnen, um ein ruhiges Bild zu haben.

Die meisten Messier-Objekte zeigen im 10x50 Details. Ich versuche mich an den Objekten der Saison (Intestellarum) immer mit Ferngläsern. Meist sehe ich überraschend viel.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Stefan,
es gibt laut Deep-Sky-Liste bestimmt 500 Objekte, die mit einem 10x50 gesehenwerden können. Und einige sind im FG besonders schön:
H und Chi, NGC 6633, etliche IC-Sternhaufen, die wegen ihrer Ausdehnung am Himmel (!) von den "Fernrohrentdeckern" Messier, Herschel und Co. übersehen worden sind: IC 4665, IC 4756 fallen mir da aus dem Kopf ein, oder auch Stock 1, Roslund 5...
Auch wenn ich mich hier im Forum wiederhole und langsam langweile: mein Projekt, in einem Jahr mehr als 110 Deep-Sky-Objekte im 8x30 zu finden, habe ich nach 9 Monaten und 121 Objekten geschafft (war eine Wette...) - und es war für mich so erfüllend, spannend ("Kann ich Ruprecht 173 auch sehen? Warum ist Dolidze/Dzimselejsvili 8 vorher kaum jemandem aufgefallen?") und entspannend zugleich (das FG wa quasi immer dabei, aber keine Monti, kein Okularwechsel nötig... kleiner Rucksack als vollständige Astroausrüstung ist auch mal was tolles).

Weil ich mich so in Ferngläser "verliebt" habe, verkaufte ich in der Zeit meinen Dobson und wurde zum "Astrominimalisten", der auch die R-Zahl im 10x50 bestimmt, den Mond im 8x30 zeichnet (was man selbst damit alles sieht...), Merkur, Kometen oder die schmale Mondsichel findet...

Und wenn es mir mal zu klein wird, hole ich jetzt mein, hehe, 20x80 raus. Aber dazu brauche ich ja ein Stativ...
 
Ich habe mir das Buch aufgrund dieses Tips hier auch gekauft. Ist ja der Wahnsinn und zu diesem Preis wirklich fast geschenkt! Tolles Buch, vielen Dank für den Tip.

Gruß
Adson
 
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