Was bringt der Baader UHC-L Filter bei Lichtverschmutzung ?

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linuxer

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Morgen Leute,
habe mir vorgestern die Nacht um die Ohren geschlagen um NGC-6822/IC4895 Aufzunehmen.
Da das Ding ja ne Zwerggalaxie ist und nicht so deutlich zu Trage tritt wie die helleren Vertreter seiner Art, dachte ich eigentlich 3 Stunden Photonen-Sammeln am 10"er müssten reichen.
Meine Kamera ist jetzt nicht der Astrowahnsinn aber immerhin eine astromodifizierte Canon EOS 350Da da sollte doch was gehen, dachte ich mir.

Leider war das Ergebnis sehr nüchtern :(
ngc6822.jpg


Mit Siril gestackt und gestretcht, leicht geschärft und Entrauscht mit Darktable.
Mit Starnet++ in Siril Sterne und Galaxie getrennt gestretcht. Wenn ich die Galaxie noch weiter anhebe dann verstärke ich das Rauschen und das sieht dann unschön aus.
Noch länger Belichten geht nur über mehrere Tage. Da ich aber selten hintereinander schönes Wetter habe wäre das, - auch jetzt kommt wieder der Mond, fast nicht zu machen.
Das Problem bei meinen Aufnahmen ist, das ich zwar ausserhalb einer Ortschaft wohne, aber in Richtung einer Ortschaft Fotografiere die eine unschöne Lichtkuppel erzeugt.
Bringt der Baader UHC-L Filter da etwas ?
Der soll lt. Werbung ja genau gegen die Lichtverschmutzung helfen.

Gruß
Thomas
 
Hallo Thomas ! Wo sollte auf Deiner Aufnahme denn die NGC-6822 zu finden sein ? Hast Du bei der Aufnahme tatsächlich 3 Stunden belichtet ???

Gruß
Sascha
 
Hi Sascha,

Hallo Thomas ! Wo sollte auf Deiner Aufnahme denn die NGC-6822 zu finden sein ? Hast Du bei der Aufnahme tatsächlich 3 Stunden belichtet ???

du musst indirekt auf das Bild schauen, dann siehst du sie in der Mitte. ;)

Ich finde das Bild nicht schlecht. Sie ist erkennbar und sie ist halt wirklich sehr lichtschwach. Aber genau das gibt ja das Bild wieder.

Gruß
Peter
 
Hallo Thomas,
da hilft nur Ausprobieren. Früher konnte man sagen, es hilft, heute erzeugen die modernen LED Laternen ein kontinuierliches Spektrum, bei dem der UHC nicht hilft. Wenn im Nachbarort noch alte Laternen im Einsatz sind, hast du eine Chance.
CS Harald
 
Hallo Leute,
und da schwindet meine Hoffnung.
Wo sollte auf Deiner Aufnahme denn die NGC-6822 zu finden sein ?
Ja eben, sie kaum erkennbar. :cry:

62 x 180 Sekunden, und ich hatte noch Glück weil mein Sohn nicht mit dem Auto durch den Hof fuhr, oder einer das Licht angemacht hat.
Auch hat die Technik diesmal mitgespielt. Ab und zu löst zwar die Spiegelvorauslösung und die Kamera danach aus, aber das nur 2 Sekunden.
Letzte Woche hatte ich einen Leitstern der wollte unbedingt Samba tanzen. Keine Chance da überhaupt was aufzunehmen.

Wie gesagt ich kann die Galaxie zwar noch strecken aber dann wird auch das Rauschen hässlich und ich bekomme das dann nicht mehr in den Griff.
Könnte mir vorstellen das:
- länger Belichten
- Eine gekühlte Astrokamera
- L-rgb Aufnahme mit Filterrad
- C11
Hifreich wären, aber das Ding ist für mein Equipment einfach zu schwach.

Ich finde das Bild nicht schlecht. Sie ist erkennbar und sie ist halt wirklich sehr lichtschwach. Aber genau das gibt ja das Bild wieder.
Ich danke für die anerkennenden Worte :)

Früher konnte man sagen, es hilft, heute erzeugen die modernen LED Laternen ein kontinuierliches Spektrum, bei dem der UHC nicht hilft. Wenn im Nachbarort noch alte Laternen im Einsatz sind, hast du eine Chance.

Ob da mittlerweile LED's verbaut sind bezweifle ich ehrlich gesagt. Selbst wir haben hier im Dorf noch Natriumdampflampen.
Aber mit Gewissheit kann ich das jetzt gar nicht sagen. Muss bei Gelegenheit mal vorbei fahren.

Ich denke es kommen hier mehrere Probleme zum Tragen.
Lichtschwache Galaxie
Lichtverschmutzung
und keine gekühlte Astrokamera. Wobei letzeres ja kein Problem an sich ist nur eben im Moment nicht umsetzbar.
Ich denke ich könnte noch ne Stunde dran hängen so bis 03:00 Uhr belichten, aber ich bezweifle dass das was bringt.

Ich hatte meine Hoffnung auf folgende Aussage gesetzt...
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Der Baader UHC-L-Filter ist ein Allround-Anti-Lichtverschmutzungsfilter, der auch die Emissionen der LED-Lampen im blauen Teil des Spektrums blockt.

Die beiden Durchlassbanden lassen alles Licht passieren, welches die bekannten Gasnebel emittieren (die H-alpha- und H-beta-Linien von fluoreszierendem Wasserstoff wie auch die OIII-Linie von Sauerstoff).

Neben dem Streulicht von LED-Lampen und klassischen Straßenlaternen blockieren diese Filter auch das Licht der bläulichen Autoscheinwerfer. Sogar das natürliche Nachthimmelsleuchten (Airglow/Skyglow) der Atmosphäre wird weitestgehend blockiert.
-----

Gruß
Thomas
 
Moin Thomas,
die Galaxie steht schon recht tief, was das ganze Vorhaben etwas erschwert.
Wenn man dein gezeigtes Bild etwas weiter steckt erkennt man das Objekt sehr gut allerdings habe ich das Gefühl, dass die Struktur dem Entrauschen zum Opfer gefallen ist.
Wie sah das Bild denn in Siril im Autostretch aus?
Ich kenne mich jetzt nicht so gut mit Telekonvertern aus, aber bei der Größe der Galaxie hätte ich vermutlich darauf verzichtet.

CS
Alexander
 
Hallo!
Die Galaxie ist im Bild schon zu erkennen, aber um es mal klar zu sagen: 3 Stunden sind - besonders mit ungekühlten Kameras - nichts, wenn man so lichtschwache Objekte aufs Korn nimmt. Nach 12-15 Stunden sollte das besser aussehen, wenn man vernünftiger Strecken kann, ohne dass das Rauschen gleich überhand nimmt.
Lichtverschmutzungsfilter sind für Breitbandstrahler wie Galaxien oder Reflexionsnebel nicht besonders gut geeignet. Bei denen bleibt einem nur geduldig Licht zu sammeln.
Gruß
Sebastian
 
Hallo Alexander und Sebastian,
ja wenn ich die Galaxie "aufdrehe" dann rauscht es mächtig.
Die 3 Stunden kamen mir am Anfang ziemlich viel vor weil mein Equipment noch nie 3 Stunden durchgehalten hat. Irgendwas war immer wo nach spätestens 2 Std. schluss war.
Deswegen war ich auch mächtig stolz - und total fertig, als nach 3 std. um war.
Ich habe noch die Darks gemacht dann wars 03:30 und es wurde auch schon wieder langsam heller.
Wie sah das Bild denn in Siril im Autostretch aus?
Hell, und die Galaxie war gut erkennbar. Wie gesagt, ich habe die Galaxie gestretcht bis es nicht mehr schön war. Ich habe mindestens 4 x das Bild neu bearbeitet weil es immer etwas gab was mich gestört hat. Im Endeffekt habe ich es dann so gelassen.

Ich habe hier die Bilder result, starless und starmask mal freigegeben.
result ist das gestackte Rohbild von Siril und starmask und starless sind jeweils Hintergrund bereinigt und farbangepassten Ergebnisse von starnet++ in Siril.

Bei denen bleibt einem nur geduldig Licht zu sammeln.
Ja ich denke die 3 Stunden sind locker zu wenig und es stimmt schon was Ihr sagt.
Wenn ich den Telekonverter entferne habe ich mehr Licht, schon klar, nur bringt das dann wirklich so viel ?
Müsste das mal testen.

Gruß
Thomas
 
Hallo Thomas,

eins vorweg: NGC6822 ist, ob seiner niedrigen Deklination, kein einfaches Objekt. Die Qualität des horizontnahen Himmels ist das Zünglein an der Waage. Ich habe seinerzeit mit einem IDAS-D1 bei f5.3 (f=580mm)an einem 4,1"-Refraktor mein Glück versucht:
NGC 6822
Bei mir kamen wetterbedingt nur 36 Minuten mit einer ungekühlten Sony Nex5 zusammen - aber die Galaxie ist bereits gut erkennbar und die beiden markanten Ha-Knoten (welche bei dir eher hellblau sind??) sind erkennbar. Die Aufnahme erfolgte bei brauchbarem Vorgebirgshimmel.
Also: ein LP-Filter könnte helfen, besonders was die Erkennbarkeit der Ha-Details anbelangt. Keinen TK nutzen! - die Brennweite deines Newtons ist mehr als ausreichend. Du brauchst wirklich gute Horizontdurchsicht. Die sehr geringe Flächenhelligkeit (je nach Quelle 14m4 ... 18m) macht es nicht einfacher.

viel Erfolg - Ronald
 
Morgen Leute,
habe mir vorgestern die Nacht um die Ohren geschlagen um NGC-6822/IC4895 Aufzunehmen.
Da das Ding ja ne Zwerggalaxie ist und nicht so deutlich zu Trage tritt wie die helleren Vertreter seiner Art, dachte ich eigentlich 3 Stunden Photonen-Sammeln am 10"er müssten reichen.
Meine Kamera ist jetzt nicht der Astrowahnsinn aber immerhin eine astromodifizierte Canon EOS 350Da da sollte doch was gehen, dachte ich mir.

Leider war das Ergebnis sehr nüchtern :(
Den Anhang 343616 betrachten

Mit Siril gestackt und gestretcht, leicht geschärft und Entrauscht mit Darktable.
Mit Starnet++ in Siril Sterne und Galaxie getrennt gestretcht. Wenn ich die Galaxie noch weiter anhebe dann verstärke ich das Rauschen und das sieht dann unschön aus.
Noch länger Belichten geht nur über mehrere Tage. Da ich aber selten hintereinander schönes Wetter habe wäre das, - auch jetzt kommt wieder der Mond, fast nicht zu machen.
Das Problem bei meinen Aufnahmen ist, das ich zwar ausserhalb einer Ortschaft wohne, aber in Richtung einer Ortschaft Fotografiere die eine unschöne Lichtkuppel erzeugt.
Bringt der Baader UHC-L Filter da etwas ?
Der soll lt. Werbung ja genau gegen die Lichtverschmutzung helfen.

Gruß
Thomas
Hier hat ein sehr schlauer Mensch den Filter getestet: Review of Baader’s New UHC-L Filter: The Ultimate Weapon Against Light Pollution?
Fazit: Er rät ab.
 
Hallo Thomas,
ohne den Baader UHC-L selbst zu kennen frage ich mich, ob UHC für Galaxien als Kontinuumstrahler überhaupt der richtige Filter ist. Ich würde da eher zu einem der IDAS Filter, D2 oder D3 tendieren.
Viele Grüße
Oliver
 
Hallo Leute,

ich habe mir die Seite von Sven und seiner Darstellung der ganzen Filter mal angesehen.
Wenn ich das richtig verstanden habe ist er der selben Meinung das der UHC nix für Galaxien ist.
Ich würde da eher zu einem der IDAS Filter, D2 oder D3 tendieren.
Hmm, nicht ganz billig die Dinger aber sicher ihr Geld wert :(
Eigentlich habe ich mich nie groß um Filter gekümmert. Erst letztes Jahr habe ich mir ein Filterrad gedruckt und die Planeten mit einer alten Watec 902 und den Filtern abgelichtet. War auch ein Prämiere.
Vermutlich muss ich doch langsam anfangen mit Filtern zu arbeiten und mir ein paar zulegen. Momentan habe ich nur OIII, IR-Block, IR-Cut und die RGB Filter. Ausserdem einen auf dem nichts draufsteht und ich keine Ahnung habe was das für einer ist.

Muss mich mal schlau machen was es da alles für Filter gibt. Das "Lichtaufkommen" im Umfeld nimmt meiner Meinung nach zu.

Hier hat ein sehr schlauer Mensch den Filter getestet:
Werde ich mal ansehen, danke :)


eins vorweg: NGC6822 ist, ob seiner niedrigen Deklination, kein einfaches Objekt. Die Qualität des horizontnahen Himmels ist das Zünglein an der Waage. Ich habe seinerzeit mit einem IDAS-D1 bei f5.3 (f=580mm)an einem 4,1"-Refraktor mein Glück versucht:
NGC 6822
Die Aufnahme sieht gut aus. Die Galaxie ist wirklich auch nur minimal erkennbar aber das Ding scheint wirklich eine Herausforderung zu sein.
Was mich beruhigt ist die Tatsache das andere auch so ihre Problem damit Haben :)
Ich habe mein Bild neu Überarbeitet so das die Galaxie etwas mehr in den Vordergrund gerückt ist und nicht gesucht werden muß ;)
Das Problem ist, das genau in "Schussrichtung" eine Kleinstadt mit Ihrer Lichtglocke liegt, was dazu führt dass das minimale Licht noch mehr minimiert wird. Wäre sie 20° höher (die Galaxie) dann wäre das Bild auch besser.

CS Thomas
 
Hallo Thomas,

Vermutlich muss ich doch langsam anfangen mit Filtern zu arbeiten und mir ein paar zulegen.
Das kannst du zwar tun, aber es wird deine Bilder zu diesem Zeitpunkt nicht nennenswert verbessern.
Die Wirkung der IDAS-Filter, die für Breitband-Strahler wie Galaxien geeignet sind ist eher dezent. Du hast außerdem noch andere Baustellen: dein Korrektor (sofern vorhanden) hat den falschen Abstand zum Sensor (langgezogene Sterne in den Ecken), dein Guiding ist nicht optimal (Eiersterne in der Bildmitte), du machst keine Flats oder Schlechte (Staubdonuts im Summenbild) und ich bin auch nicht ganz sicher, ob der Fokus gut getroffen war.
Für die Astrofotografie gibt es eine Tonne coolen Zubehörs mit den tollsten Versprechungen, aber trotz immer besserer Soft- und Hardware gilt eine der Grundregeln der Astrofotografie bis heute: "Gute Fotos kann man nicht kaufen."
Du brauchst zunächst Geduld und Übung.

Gruß
Sebastian
 
Hallo Thomas,
mal zurück zu deiner Frage. Alle hier haben recht, Galaxien fotografiert man eigentlich ohne Filter. Aber!!! Wenn in deinem Nachbarort tatsächlich noch ältere Laternen leuchten, dann filtert ein UHC deren Streulicht gut heraus und die Galaxie kann besser herauskommen, also der Kontrast zum Himmelshintergrund wird größer. Deshalb kann es ok sein, auch wenn es nicht üblich ist. Ausprobieren hilft.
CS Harald
 
Hallo Leute,

Ja mein Equipment ist nicht das beste. Die EQ6 ist von 2004. die ALCCD5 ist auch aus dieser Zeit und war eine der ersten.
Ich mache das jetzt schon seit Mitte der 90er und weiß das Geduld eigentlich das oberste ist das man aufbringen muss da hast Du völlig recht.
Einen Kommakorrektor habe ich nicht steht aber auf meiner Liste und kommt auch irgendwann :)

Die Eiersterne versuche ich so minimal zu halten wie möglich. Bin ja schon froh wenn ich in der RA-Achse beim Guiding nicht über 2,5 heraus komme.
Ich muss den TK weg lassen dann wirds auch besser, der kostet Licht und Fehler beim Guiden werden größer.
Eine Flatbox habe ich nicht aber auch das steht auf meiner Liste. Dann kann ich auch Flas und Biases machen
Ja meine Liste ist lange, wird aber von Jahr zu Jahr kürzer, momentan muss ich aber damit leben ;)

Aber nochmal zum Filter. Galaxien ohne Filter, das mache ich ja schon seit Jahren. Werde mich mal schlau machen was es da so in dieser Richtung gibt und dank YT gibt es auch Leute die die Dinger testen.

..dann filtert ein UHC deren Streulicht gut heraus und die Galaxie kann besser herauskommen, also der Kontrast zum Himmelshintergrund wird größer. Deshalb kann es ok sein, auch wenn es nicht üblich ist. Ausprobieren hilft.
Genau ausprobieren hilft. Das Stimmt. :)

CS
Thomas
 
Hi Thomas,

"theoretisch" gibt es noch den Weg mit einem leichten Blau-Filter.
Der lässt doch viel durch, dämpft aber den blauen Anteil der von LEDs kommt.
Würde ich unbedingt ausprobieren. Komme selber aber bisher nicht dazu ;) .

Wobei ein "Game Changer" ist es sicher auch nicht.

Gruß
Peter
 
Ich habe das Bild nochmal Überarbeitet. Aber besser ist mehr Belichtungszeit ;)

ngc6822.jpg


Gruß und CS
Thomas
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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