uranometria
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
nahe einer großen Stadt ist man nicht verwöhnt, was es die Himmelsqualität angeht. Aber gestern abend funktelten die Sterne heller und zahlreiche als sonst.
Sicherlich haben alle Hobbyastronomen diesen Anblick genossen oder wahlweise gelitten, wenn trotz des Himmels andere Termine anstanden.
Ich habe mich entschlossen, der ersten Gruppe anzugehören.
Den 114er auf die EQ5 geschnallt, alle Okulare eingesteckt und ab in den Garten. Der ist normalerweise für 4.5mag Grenzhelligkeit gut, gestern waren es aber >5mag. Rausfahren wollte ich nicht mehr ...
Kurz gesagt: Klasse!
Der M13 wurde bei 150x bis fast zur Hälfte aufgelöst, der M3 konnte angelöst werden, ebenso der M92. So hatte ich alle drei noch nie durch den kleinen 4.5 Zöller sehen können. Die Sterne waren nadelfein um und vor den Sternenhaufen. Beim M92 weniger, der ist zur Mitte hin sehr kompakt und hell und hatte ein weniger auffälliges Halo. Daher sieht er im 8*50 Sucher einem Stern ähnlicher, als M3 und M13, welche auch im Sucher bereits als KS erkannt wurden.
Aber Konzentration und längeres indirektes Schauen ist bei einem 114er Newton schon notwendig, um die obigen Eigenschaften am KS zu sehen.
Richtung Zenit war M51 + NGC5195 zu sehen. Bei 60x (AP 1.9) war der beste Kompromiss aus Helligkeit und Größe erreicht. Bei der M51 war der heller Kern und ein Halo zu sehen. Beim indirekten Sehen war der Halo nicht mehr gleichmäßig hell. Er reichte bis fast zur NGC5195. Auch hier war langes Verweilen am Objekt notwendig, um viele Einzelheiten aus dem gebotenen Bild herauszuholen.
Einzig mit Saturn, welcher Richtung Süden über der großen Stadt lag, war ich unzufrieden. Bei 93x durch ein Meade SuperPlössl noch scharf und kontrastreich, hat das TSSWM 6mm bei 150x am Planeten ein nicht besonders kontrastreiches Bild geboten. Es waren drei Monde zu sehen, auch an den KS fand ich es gut, aber am Saturn war mit viel Mühe (außer dem dunklen Ringschatten) vielleicht ein dunklerer Pol oder ein Wolkenband zu erahnen.
Mit dem 80/400 ging später aus dem geöffneten Giebelfenster noch der Nordamerikanebel. Mit dem 32mm (AP 6.4) und dem Astronomik UHC war das Ergebnis für einen 80er-Refraktor schon ziemlich gut. Die scharfen Abgrenzungen zu den dunklen Himmelsregionen am 'Golf von Mexiko', sowie der 'Westküste um Californien' (nicht ganz so scharf) waren am beeindruckensten. Nach oben hin ist keine so klare Abgrenzung zu dunklen Gebieten zu sehen - hier ist auch der Übergang zur Milchsttraße, glaube ich.
Cirrus habe ich nicht geschafft...
Alles in allem ein hervorragender Beobachtungsabend. Das hat auch die heutige Müdigkeit in Grenzen gehalten.
CS,
Stefan
nahe einer großen Stadt ist man nicht verwöhnt, was es die Himmelsqualität angeht. Aber gestern abend funktelten die Sterne heller und zahlreiche als sonst.
Sicherlich haben alle Hobbyastronomen diesen Anblick genossen oder wahlweise gelitten, wenn trotz des Himmels andere Termine anstanden.
Ich habe mich entschlossen, der ersten Gruppe anzugehören.
Den 114er auf die EQ5 geschnallt, alle Okulare eingesteckt und ab in den Garten. Der ist normalerweise für 4.5mag Grenzhelligkeit gut, gestern waren es aber >5mag. Rausfahren wollte ich nicht mehr ...
Kurz gesagt: Klasse!
Der M13 wurde bei 150x bis fast zur Hälfte aufgelöst, der M3 konnte angelöst werden, ebenso der M92. So hatte ich alle drei noch nie durch den kleinen 4.5 Zöller sehen können. Die Sterne waren nadelfein um und vor den Sternenhaufen. Beim M92 weniger, der ist zur Mitte hin sehr kompakt und hell und hatte ein weniger auffälliges Halo. Daher sieht er im 8*50 Sucher einem Stern ähnlicher, als M3 und M13, welche auch im Sucher bereits als KS erkannt wurden.
Aber Konzentration und längeres indirektes Schauen ist bei einem 114er Newton schon notwendig, um die obigen Eigenschaften am KS zu sehen.
Richtung Zenit war M51 + NGC5195 zu sehen. Bei 60x (AP 1.9) war der beste Kompromiss aus Helligkeit und Größe erreicht. Bei der M51 war der heller Kern und ein Halo zu sehen. Beim indirekten Sehen war der Halo nicht mehr gleichmäßig hell. Er reichte bis fast zur NGC5195. Auch hier war langes Verweilen am Objekt notwendig, um viele Einzelheiten aus dem gebotenen Bild herauszuholen.
Einzig mit Saturn, welcher Richtung Süden über der großen Stadt lag, war ich unzufrieden. Bei 93x durch ein Meade SuperPlössl noch scharf und kontrastreich, hat das TSSWM 6mm bei 150x am Planeten ein nicht besonders kontrastreiches Bild geboten. Es waren drei Monde zu sehen, auch an den KS fand ich es gut, aber am Saturn war mit viel Mühe (außer dem dunklen Ringschatten) vielleicht ein dunklerer Pol oder ein Wolkenband zu erahnen.
Mit dem 80/400 ging später aus dem geöffneten Giebelfenster noch der Nordamerikanebel. Mit dem 32mm (AP 6.4) und dem Astronomik UHC war das Ergebnis für einen 80er-Refraktor schon ziemlich gut. Die scharfen Abgrenzungen zu den dunklen Himmelsregionen am 'Golf von Mexiko', sowie der 'Westküste um Californien' (nicht ganz so scharf) waren am beeindruckensten. Nach oben hin ist keine so klare Abgrenzung zu dunklen Gebieten zu sehen - hier ist auch der Übergang zur Milchsttraße, glaube ich.
Cirrus habe ich nicht geschafft...
Alles in allem ein hervorragender Beobachtungsabend. Das hat auch die heutige Müdigkeit in Grenzen gehalten.
CS,
Stefan