Hi Julian,
Stellarium habe ich noch nicht, werde es mir aber nach dem Teleskopkauf herunterladen.
warum zäumst Du das Pferd prinzipiell von hinten auf? Zuerst besorgt man sich die Tools zum Planen der Bilder, dann schaut man, welche Brennweite für welches Motiv paßt. Stellarium ist das Tool, das Dir das Gesichtsfeld der Kamera (Kameras sind verschiedene aufgelistet, kannst auswählen) in Abhängigkeit der Brennweite in die Sternkarte einblendet.
Bei 250 mm Brennweite sind z.B. alle Galaxien außer M31, M33 winzige Fuzzeles auf dem Chip einer APS-C Kamera. Die bunten Planetarischen Nebel sind "Muckenschisse" auf dem Chip. Siehe meine Anhänge.
Nenn doch mal bitte die Motive, die Du konkret fotografieren möchtest.
Naja man will doch immer alles was Deep Sky betrifft fotografieren können und noch mehr und da muss man auch den Preis beachten.
Dazu brauchst Du dann aber 4 oder 5 unterschiedliche Brennweiten. Von 50 mm bis 2 Meter. Schau mal diese
Bilder an. Die sind mit ner 30 Jahre alten Optik (300 mm Brennweite) für 35 Euro von Ebay gemacht. Das teure an den Bildern war die Montierung und die Clipfilter von Astronomik.
Bei einer DSLR würden aber automatisch die Möglichkeiten des Red Cat für Naturfotografie wegfallen oder?
warum sollen die wegfallen? Dem Telesköpchen ist es wurscht, welche Kamera hinten dran hängt. Und für die Kamera ist das Teleskop eine Festbrennweite, die manuell scharfgestellt werden muß. Wenn Du eine astromodifizierte Kamera kaufst, benötigst halt für eine farblich saubere Tageslichtfotografie einen entsprechenden Filter, der das dann "zu viel rot" wieder abschneidet. Nennt sich OWB. Wird in den Kamerabody eingeklipst. Dann können aber keine EF-S Fotoobjektive mehr verwendet werden, weil die mit ihrem hinteren Linsenelement an dem Clipfilter anstoßen
Brauche ich mehr Brennweite, wenn ich mehr Motive fotografieren will?
Hast Du für die Tageslichtfotografie denn nur 1 Festbrennweitenobjektiv? Und am Dobson nur 1 Okular für alles?
Mich beschleicht so langsam der Verdacht, daß Du weder was von Astronomie verstehst noch vom Fotografieren. Du könntest auch 10.000 Euro ausgeben.
Die Knete ersetzt nicht das Verständnis dessen, was Du tust. Du solltest zuerst die Grundlagen beherrschen, ehe Du so viel Geld zum Fenster rauswirfst.
Astrofotografie hat nichts mit der üblichen Urlaubsknipderei durchs Handy oder einer DSLR zu tun.
Das wird akriebisch geplant.
- in welchen Monaten steht das Wunschmotiv überhaupt am Himmel?
- Mondphase beachten, zwischen 1. und letztem Viertel wird nicht fotografiert, weil der Mond als Lichtverschmutzer zusätzlich am Himmel steht
- Recherche: in welchen Wellenlängen strahlt das Motiv (Emissionsnebel, Reflexionsnebel)? -> Schmalbandaufnahme oder RGB
- Recherche: wie groß in Bogensekunden/Bogenminuten oder Grad ist das Motiv? -> notwendige Brennweite
- Recherche: welche Flächenhelligkeit hat das Motiv? -> notwendige Gesamtbelichtungszeit
Dann kommt die Vorbereitung:
- Montierung aufbauen und sauber einnorden
- Stromversorgung für das Gerödel die ganze Nacht (Montierung, Batterien für die DSLR, Laptop zum Scharfstellen)
- Motiv per Goto anfahren, Probebelichtung, sauber zentrieren
- der Kamera stundenlang beim Belichten zusehen (oder fluchen, weil es nicht klappt)
- Darks, Bias, Flataufnahmen machen
- abbauen
Für viele Motive reicht 1 Nacht nicht an Belichtungszeit. Also in der nächsten klaren Nacht weiter belichten...
Dann die Bildbearbeitung:
- Lights, Flats, Darks und Bias in DSS zum Summenbild stacken
- Summenbild in Fitswork strecken, schärfen, entrauschen, Kontrast und Farbe optimieren
- Feintuning in weiterem Bildbearbeitungsprogramm
- Zurechtschneiden, Beschriften, abspeichern
Bei nem Anfänger dauert die Bildbearbeitung meist 2-3 mal so lange wie das reine Knipsen. Für ein popeliges Bild also gerne 10-15 Stunden Zeitaufwand. Wetterbedingt 10 Bilder pro Jahr.