Was ist das beste 10x50 zum Sternegucken?

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wolfborges

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Hallo zusammen!

Als Geschenk suche ich das beste 10x50 Glas von Zeiss-Jena .
Nun gibt es ja die signifikanten Unterschiede der 8x30 Reihe:
multi-coated: bessere Vergütung - schlechtere Streulicht- Unterdrückung und umgekehrt.

Was gilt für die Dekarem / Jenoptem Serie? Von den bezahlbaren FG für Anfänger das Nonplusultra, wenn ich das richtig mitbekommen habe.

Auf Gut Glück habe ich jetzt ein neuw. Docter Dekarem, SN 7,3 Mio bestellt: sind 220 € i.O.?
Scheint recht selten zu sein, habe im Netz keine Vergleichspreise gefunden.

Gibt es noch besseres?
Auf was sollte man beim Gebrauchtkauf besonders achten?
(ich meine jetzt Technik- Modellspezifisches, nicht wg. irgendwelcher Gebrauchsmängel)

Danke schonmal für euere Erfahrungen :help: !
 
Mahlzeit,

Dein Posting gibt vierlei Ansatzpunkte her ;-)

1. vergiss Zeiss in Sachen Sterneguckn. Warum Zeiss? Hier bezahlste nur den Namen aber kaum noch kompromisslose Qualität. Es gibt Gläser mit deutlich besserer Randschärfe für weniger Geld. Wenn nur Sterneguckn, dann Fujinon. Wobei das so klobig ist, dass nicht jeder mit klar kommt. Selbiges gilt für einige (ältere) Doctergläser. Gerne wird auch das TS Marine als Alternative zum Fujinon angeführt und ist deutlich billiger.

2. gebraucht als Geschenk - geht meiner Meinung nach mal gar nicht. Ist aber Ansichtssache. Lieber nen Gutschein, der für was neues richtig gutes eingesetzt werden kann, sodass der Beschennkte nicht gleich megatief in die Tasche greifen muss.

3. ist ein Fernglas so inidividuell, dass es als Geschenk nur selten eine gute Idee ist. Augenabstand ist hier ein wichtiges Kriterium (Beschenkter ein Brillenträger? Wie zitterfrei kann/will der Beschenkte ein Glas halten, usw.

Nun hast Du eine klare Ansage formuliert im ersten Satz, aber in Richtung Zeiss zu steuern, um das beste Sterneguckeglas zu erwischen, ist der falsche Ansatz. Da wirst Du eher bei Svarowsky fündig in Sachen Randschärfe. Oder eben Fujinon, für deutlich weniger Geld (aber trotzdem noch viel).

Soviel mein Senf zu dem sicher unerschöpflichen Thema.

Grüße

Norman
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke schon mal für die Hinweise.
Ich vergaß zu erwähnen, daß das Glas zu ca. 30% bei Tage (Natur) genutzt werden wird.
Bei den Neupreisen ernstzunehmender Optik ist das Schenken eines ausgesuchten Gebrauchtglases -welches in dieser Form eh nicht mehr gebaut wird - nichts Ehrenrühriges.

Auf das Zeiss Jena kam ich nach eingehendem Studium diverser Freds, in denen sich eine eingefleischte Fangemeinde in Sachen Preis/Leistung durchweg positiv äusserte.

Mein pers. Limit lag / liegt bei 250 - max. 300 €, ein Zeiss West 7x50 T* wäre mir auch 360 € wert gewesen, leider wurde ich in letzter Sekunde übrboten.
Auch bevorzuge ich bei gleicher Leistung ein deutsches Produkt, da nb. Qualität auch Reparabilität eine Rolle spielt.

Auf das Docter Dekarem kam ich durch die log. Schlussfolgerung, daß beim zuletzt gebauten Glas die bestmögliche Vergütung, Glassorte, Verarbeitungsweise, Qualitätssicherung u.s.w. zur Anwendung kam.
Oder irre ich mich ?

Wenn es ein besseres Altes geben sollte, würde ich versuchen selbiges im o.g. Preisrahmen zu finden u. d. Andere behalten o. verkaufen.

Nicht uninteressant vom Preis her sind die BW-Gläser 10x50.
Sind die Astrotauglich?
Verwendet die jemand hier?

Gruß Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

ich finde Deine Entscheidung richtig - für dieses Geld (um 200-300 Euro) kann man kaum ein besseres 10x50 für Astro finden als ein gut erhaltenes, multi-coated Dekarem (oder Jenoptem). Da diejenigen von Docter als die letzten hergestellten Varianten dieses Fernglases gelten, kann man davon ausgehen, dass hier auch die Vergütung auf dem letzten Stand (der frühen 90er Jahre) war.

Alternativen wären Ferngläser etwa von Nikon (Action EX), oder ein ähnliches von Minolta, die aber ebenfalls beide nicht mehr hergestellt werden. Ich würde auch sagen, dass das Dekarem von all diesen Ferngläsern die beste Mittenschärfe hatte (von der Randschärfe reden wir hier mal nicht ...).

Ich würde mich über solch ein Geschenk freuen :-)

Keine Frage, das 10x50 Nobilem wäre besser, das Fujinon erst recht, aber das sind ja auch andere Preisklassen.

Viele Grüße,
Holger
 
Hallo Holger!

Das von Ihnen zu hören beruhigt mich ja ungemein, ich dachte schon ich hätte mich evtl. "verkauft"...

Von dem 10x50 Nobilem habe ich schon gelesen, im Netz (zumindest Ebay, wo ich fast nur kaufe) ist nichts zu finden. Wie werde die denn so gehandelt ?

Vor Kurzem habe ich mir ein paar Octarem, Dodedacarem u. 8x50 super verhältnismäßig günstig geschossen:
Diese Gläser sind ja echt eine Wucht !

Auch wenn ich als ständigen Vergleich "nur" ein 8x56 Design Selection habe: trotz geringerem Kontrast und und etwas flauerer Brillianz können die für mich auch noch sehr gut am Tage mithalten. Auch die Randschärfe hervorragend, ein leichter Schärfeabfall ohne wirklich unscharf zu werde nach gefühlten 80% Mittenschärfe, das habe ich bei modernen Zeiss Gläsern schon anders -schlechter- gesehen ( außer beim Design Selection, da scheinen es fast 100% zu sein)
Nachts ist eh für mich nicht sooo wichtig: in die Sterne schaue ich nur aus Lust an der Unendlichkeit ohne tiefere Ambitionen).

Das Octarem wohl noch etwas besser als das Nobilem super, evtl. eine leistungsfähigere Vergütung?

Im Gegensatz zum Zeiss Design Selection könnte man von einer anderen "Philosophie des Sehens" sprechen:
Während das Zeiss West das gesamte Bild analytisch bis ins kleinste Detail seziert -jemand beschrieb das zutreffend poetisch als "brutale Schärfe"-, hebt das Octarem zuerst "das Ganze", d.h. die großräumigen Objekte dreidimensional hervor, welche sich dann beim 2. Blick in ihren Einzelheiten offenbaren...

In Sachen Detail-Erkennbarkeit liegt das West-Glas klar vorne, in Sachen Seh-Genuß ebenso klar das Octarem.

Aber ich komme ins Schwärmen u. v. Thema ab, ich hab die Gläser halt noch nicht lange...

Wenn das 10x50 Nobilem in die gleiche Richtung geht, währe es schon ein Massaker unter meinen Sparschweinen wert - welche aber noch einige Zeit gemästet werden müssen ;)

Gibt es noch andere od. bestätigende Meinungen?

Gruß Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

wenn Octarem und Dodecarem Dir gefallen, dann sicher auch das 10x50 Nobilem, es sind ja dieselben Geräte mit unterschiedlichen Okularen. Das Nobilem habe ich gerade auf der Bucht gesehen, gibt es aber auch bei der verdienstvollen Simone Hauptmann auf fernoptik.com und vermutlich auch bei manchen Astrohändlern. In diesem Preisbereich kann es sich manchmal auch lohnen, nach Gebrauchten Ausschau zu halten. So ist z.B. das Leica 10x50 Trinovid der 1990er Jahre für unter 1000 Euro zu bekommen, und das ist natürlich kompakter und daher für manche Unternehmungen von Vorteil.

Das Octarem ist heller als dessen Vorgänger (Nobilem S), weil es weniger Glas hat, besser vergütet ist und verkittete Prismen verwendet. Dafür ist dessen Sehfeld etwas eingeschränkt. Das Zeiss Design kenne ich nicht.

Viele Grüße,
Holger
 
Hallo Wolfgang,

Glückwunsch! Ein Dekarem aus der letzten Serie ist sicher alles andere als ein Fehlkauf.
Aber auch bei den Älteren Modellen kann man durchaus positive Überraschungen erleben. So erging es mir mal auf einer Messe vor einigen Jahren. Dort beschäftigte ich mich mit einem Fujinon 10x50 und einem Swarovski Swarovision 10x50. Einige Meter weiter entdeckte ich auf einem Stand mehrere Gläser von CZJ. Diese kannte ich bis dato nur aus Erzählungen und aus einigen Berichten des Netzes. Unter anderem stand dort ein äußerlich schon etwas in die Jahre gekommenes Jenoptem 10x50 älteren Datums. Meine Güte dachte ich, soviel Geld (etwa 300 Euro) für ein so altes Glas. Ich schaute durch und es war um mich geschehen. Dieses Glas war von der Schärfe (zentrisch) her gesehen besser als die genannten 10x50er. Eine dunkleres Abbild zwar aber aufgrund der empfundenen Schärfe und des riesigen Gesichtsfeldes viel beeindruckender. Damals war dieses Erlebnis für mich der Anlass mich intensiv mit den Gläsern aus dem Hause CZJ zu beschäftigen.

Die Docter Nobilem Gläser gefallen mir richtig gut. Zum 10x50 kann ich nichts sagen. Ich kenne das 8x56 sowie das 7x50. Trotz kleiner Gesichtsfelder meiner Meinung nach Spitzenklasse.

Von den BW Gläsern kenne ich das 7x50. Hier das gleiche. Etwas enges Gesichtsfeld, ansonsten super!

Gruß

Mike
 
Das Docter Decarem ist heute angekommen!

Tatsächlich neuwertig, ja geradezu ladenneu!
Keinerlei Gebrauchsspuren, gänzlich unverputzt!

Die Durchsicht ist toll, eine Randunschärfe ist zwar sichtbar aber immer noch im Rahmen und stört nicht weiter, in jeder Beziehung absolut tageslichttauglich. (Da es mein erstes Dekarem ist, weiß ich nicht ob die älteren Modelle diesbezüglich schlechter abschneiden.)

@ Mike: Ein Swarowski neuester Bauart hat eine geringere Mittenschärfe als ein altes Dekarem?

Waren wir damals so gut o. sind wir heute so schlecht mit unserer Optik-Entwicklung? (ich weiß schon das auch noch andere Komponenten wie Konstruktion, Materialien, Mechanik u.s.w. eine Rolle spielen)
Bemerkenswert ist das schon.
Irgendwo habe ich noch eine Optik-Testtafel hier herumfliegen, wenn ich sie finde, versuche ich mal einen Vergleich (auch wenn 8x geg. 10x unfair ist).

@Holger: Meinen Sie die aktuellen Nobilem? Die kenne ich nur von Bildern (die Gummiarmierung gefällt mir Designmäßig nicht so sehr, die alte "martialische" macht irgendwie mehr her).
Wenn die aber rein von der Optik her an die alten Nobilem anschließen sicher eine Überlegung wert als gebraucht in gutem Zustand.

Richtig interessieren würde mich da die alte Serie, mit den Kenndaten allerdigs kaum zu finden, merkwürdigerweise sind die Octa- u. Dodekarem dagegen noch relat. häufig u. bezahlbar -zum Glück!

Die Design Selection Reihe galt Mitte d. 90er als das Nonplusultra (das Ende der Fahnenstange im Fernglasbau erreicht... u.s.w. war darüber zu Lesen).
Heute z.T. als Geheimtipp wg. danach nicht mehr verwendeter bleihaltiger Glassorten gepriesen oder als veraltet mit schlechterer opt. Leistung bei höherem Gewicht den Nachfolgemodellen (vor allem Victory FL) gegenüber verachtet.
Einen direkten Vergleich habe ich noch nicht machen können, mein Glas ist auf jedenfall fast Randscharf, man muß den Schärfeabfall förmlich suchen.

Aber ich bin ja auch (noch) blutiger Laie, der sich allmählich in die Materie einarbeitet, darunter sollten alle meine Erfahrungsberichte betrachtet werden...

Gruß Wolfgang
 
Kleine Randbemerkung zum Thema Zeis/Jena: Ich hatte mir 1978 ein Dekarem gekauft, eines der ersten der MC-Serie. ich habe es vor ein paar Jahren weggegeben, weil die Gläser gelblich geworden waren. Da kann man nichts machen.
Wenn immer noch dieselben Gläser benutzt werden, dann wird auch dieser Effekt eintretetn. Deutlich sichtbar freilich erst nach Jahrzehnten.
 
Ja, ich meinte die aktuellen Nobilem. Docter hatte irgendwann das 8x50 und 12x50 vom Markt genommen, und stattdessen das 8x56 (für die Jäger) und das 10x50 eingeführt. Meines Wissens gab es daher das 10x50 zu DDR-Zeiten noch gar nicht. Um 2006 wurde das 10x50 noch einmal verbessert, mit transparenteren Gläsern (insbesondere bei den Prismen) und besseren Vergütungen, sowie Magnesiumgehäuse, um das Gewicht zu drücken. Das moderne Nobilem hat daher eine höhere Transmission und ist etwas leichter als seine Vorgänger. Die Gummierung ist hässlich und wird es auch immer bleiben :-)

Viele Grüße,
Holger
 
Hallo Wolfgang,

Generell sollte es natürlich nicht sein dass ein Swarovski neuester Bauart einem Jenoptem bezüglich der Mittenschärfe unterlegen ist. Nun darf man nicht vergessen, es ist schon eine Weile her. Die Swarovision waren damals noch ganz frisch und vielleicht noch nicht ausgereift. Fakt war damals, das Fuji und das Swaro hatten deutlich sichtbar bezüglich der Mittenschärfe keine Chance.

Was natürlich wichtig ist, Uwe hat es indirekt erwähnt, die alten CZJ Gläser müssen zwingend für solche Vergleiche in einem perfekten Zustand sein. Besonders die Justierung muss hundertprozentig stimmen. Dazu kommt, nicht alle Serien waren gleich. Das wurde hier schon das eine oder andere mal in diversen Threads sehr schön diskutiert.

Zu den aktuellen Nobilem, ich finde es sehr verwunderlich dass diesen Gläsern, so hat es den Anschein, so relativ wenig Beachtung geschenkt wird. Ist das Äußerliche wirklich so abschreckend?

Gruß

Mike
 
Vielen Dank für die zahlreichen faktengesättigten Rückmeldungen!

Holger, das besagte 10x50 wurde v. Docter auf jeden Fall noch parallel zu den 8x- 12x50 Gläsern gebaut, unter der einheitlichen Bezeichnung "Nobilem".
leicam62003 hat eine Preisliste von 1994 gepostet, in der sämtliche Nobilem aufgeführt sind:

http://forum.astronomie.de/phpapps/.../download/Number/29179/filename/Docter PL.JPG

Sogar in der schönen B/GA Ausführung (ich gehe von der alten, griffigen Version aus)!

Und ja, Mike: Das Äußere eines Fernglases spielt für mich zu mind. 30% ein Rolle.
Es ist wie mit einer Frau: die tollsten inneren Werte nützen wenig in einer unansprechenden Form.
Aus dem Regal heraus muß es schreien: "Berühr mich, benutze mich...", wie mein Octarem es ständig tut.
Dafür mache ich sogar geringe Abstriche an den "inneren Werten", es darf gewissermaßen auch ein wenig "Luder" sein...

Daß die Linsen der Zeiss Jena Gläser sich irgendwann "gelb"
färben, wie Uwe schreibt, habe ich noch nicht gehört.
Meinen Sie damit tatsächlich eine endgültige Färbung des Glases oder einen entfernbaren Belag?

Gruß
Wolfgang
 
Hallo.
Mit dem modernen " Gummienten " Design der Docter Porrogläser kann ich mich auch nicht anfreunden, da fand ich auch die alte " Panzerketten " Gummierung besser.
Aber noch eine Anmerkung zu dem angeblichen - gelbwerden -
der Optik.
Ich besitze solche Gläser und alle haben, wenn man durch das Objektiv auf ein unter dem Okular liegendes weisses Blatt schaut einen ins gelbliche gehenden Grundton.
Dieser vom reinen Weiss abweichende Ton lässt das Bild insgesamt etwas - warm - erscheinen. Das fördert aber gleichzeitig eine Differenzierung der Grün- und Brauntöne und eine Steigerung des Kontrastes.
Dieser warme Grundton war aber von Anfang an eine Eigenschaft der Gläser und ist nicht im Laufe der Jahre entstanden.
Da hat sich in 25 Jahren nichts geändert.
Zeiss und Swaro Gläser haben diese warme Tönung nicht und wirken daher eher - kalt - ins bläuliche gehend.
Mir persönlich gefallen die Zeiss und Docter Nobilem
Gläser eindeutig besser.
Zusammenfassend: Meine Zeiss und Docter Nobilems, Octarems und Dodekarems haben alle einen leichten warmen Grundton.
Der war von Anfang an da und hat sich im laufe der Jahre
nicht geändert. Ich kann daher das - Altern - der Gläser in keiner Weise bestätigen.
 
Ich habe davon gehört, dass sich unter Umständen der Linsenkitt - früher noch aus einer Art Baumharz gewonnen - mit der Zeit gelblich färben konnte. Dieser Kitt wurde dazu verwendet, um etwa die Doublet-Objektive miteinander zu verkleben. Heute verwendet man synthetische Harze, die sich nicht mehr verfärben.

Dass sich auch ganze Glasblöcke verfärben oder gar blind werden können, kennt man noch aus den Anfängen des Refraktorbaus. Damals hat man mit exotischen Mischungen experimentiert, die sich anschließend als wenig beständig herausstellten. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass solche extremen Glassorten noch nach dem Krieg in normalen (d.h. für den zivilen Markt bestimmten) Optiken verwendet worden sind.

Viele Grüße,
Holger
 
Zitat von wolfborges:
Vielen Dank für die zahlreichen faktengesättigten Rückmeldungen!

Holger, das besagte 10x50 wurde v. Docter auf jeden Fall noch parallel zu den 8x- 12x50 Gläsern gebaut, unter der einheitlichen Bezeichnung "Nobilem".
leicam62003 hat eine Preisliste von 1994 gepostet, in der sämtliche Nobilem aufgeführt sind:

http://forum.astronomie.de/phpapps/.../download/Number/29179/filename/Docter PL.JPG

Sogar in der schönen B/GA Ausführung (ich gehe von der alten, griffigen Version aus)!

Und ja, Mike: Das Äußere eines Fernglases spielt für mich zu mind. 30% ein Rolle.
Es ist wie mit einer Frau: die tollsten inneren Werte nützen wenig in einer unansprechenden Form.
Aus dem Regal heraus muß es schreien: "Berühr mich, benutze mich...", wie mein Octarem es ständig tut.
Dafür mache ich sogar geringe Abstriche an den "inneren Werten", es darf gewissermaßen auch ein wenig "Luder" sein...

Daß die Linsen der Zeiss Jena Gläser sich irgendwann "gelb"
färben, wie Uwe schreibt, habe ich noch nicht gehört.
Meinen Sie damit tatsächlich eine endgültige Färbung des Glases oder einen entfernbaren Belag?

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

danke für die Info - dann hatte Docter also sein Sortiment zuerst ausgebaut, um dann anschließend einige Nobilems wieder aus dem Programm zu nehmen. Ich hatte um 2003 mal eine Gelegenheit genutzt, um ein 8x50 Nobilem aus Restbeständen günstig zu erwerben. Damals waren das 8x50 und auch das 12x50 bereits nicht mehr im Programm. Bedauerlich, denn das 8x50 war mit seinem weiteren Sehfeld beeindruckender als das doch sehr klobige 8x56, das bis heute gebaut wird. Unter den Jägern gilt halt das 8x56 als Standard, und mit nur 8x50 sollte man sich dort wohl besser nicht blicken lassen ;-)


Viele Grüße,
Holger
 
Zitat von holger_merlitz:
...dann hatte Docter also sein Sortiment zuerst ausgebaut, um dann anschließend einige Nobilems wieder aus dem Programm zu nehmen.
Hallo Holger,

das Sortiment war noch von CZJ ausgebaut worden. Es gab damals die CZJ Nobilems 7x50, 8x50, 8x56, 10x50, 12x50 und 15x60. Erst Docter stellte die Produktion des »Ur-Nobilems« 8x50 und 12x50 ein und leider auch die schönen nichtgummierten Modelle.

Ich habe ja auch einige CZJ-Ferngläser, u.a. aus den 60er bis 90er Jahren. Eine Verfärbung kann ich für meine Gläser nicht bestätigen. Eine Verfärbung des Glases kann ich mir auch nicht recht vorstellen, sondern eher die des Verkittungsmittels (Kanadabalsam?).
 
Hallo Wolfgang,

habe vor 2 Wochen in einem Antiquariat in Jena auch so ein "Luder" entdeckt, allerdings in Form eines Dekarems. Schon etwas reifer, aber unglaublich scharf :-)
Naja, dann nahm ich sie, eigentlich es, mit zu mir nach Haus und es wurde eine Liebe daraus...

Die Linsen sind zwar nicht vergütet aber völlig sauber und kratzerfrei, Mechanik top. Preis ok.
Gruß

Michael
 
Zitat von wolfborges:
Vielen Dank für die zahlreichen faktengesättigten Rückmeldungen!

Holger, das besagte 10x50 wurde v. Docter auf jeden Fall noch parallel zu den 8x- 12x50 Gläsern gebaut, unter der einheitlichen Bezeichnung "Nobilem".
leicam62003 hat eine Preisliste von 1994 gepostet, in der sämtliche Nobilem aufgeführt sind:

http://forum.astronomie.de/phpapps/.../download/Number/29179/filename/Docter PL.JPG

Sogar in der schönen B/GA Ausführung (ich gehe von der alten, griffigen Version aus)!

Und ja, Mike: Das Äußere eines Fernglases spielt für mich zu mind. 30% ein Rolle.
Es ist wie mit einer Frau: die tollsten inneren Werte nützen wenig in einer unansprechenden Form.
Aus dem Regal heraus muß es schreien: "Berühr mich, benutze mich...", wie mein Octarem es ständig tut.
Dafür mache ich sogar geringe Abstriche an den "inneren Werten", es darf gewissermaßen auch ein wenig "Luder" sein...

Daß die Linsen der Zeiss Jena Gläser sich irgendwann "gelb"
färben, wie Uwe schreibt, habe ich noch nicht gehört.
Meinen Sie damit tatsächlich eine endgültige Färbung des Glases oder einen entfernbaren Belag?

Gruß
Wolfgang


Hallo Wolfgang,

was das Äußerliche eines Fernglases angeht, da bin ich im Grunde absolut bei Dir. Das Anschauen alleine weckt Emotionen. Ich sage es mal so, ein aktuelles Nobilem in 8x50, 10x50 oder 12x50 mit der alten klassischen Belederung würde bei mir schon am Nachttisch stehen. Oder es würde gar auf meinem Kissen liegen.
Wenn ich nun die aktuellen gummierten Nobilems anschaue, in der Tat, sehen etwas gewöhnungsbedürftig aus. Aber es ist der Geist der alten "Carl Zeiss Jena" Ferngläser, der hier innewohnt. So empfinde ich es.

Bezüglich der endgültigen Färbung, das wüsste ich auch gerne. Ein Deltrintem (40 Jahre alt) welches ich mal erwarb hatte einen deutlich gelblichen Belag auf den Prismen. Dieser konnte entfernt werden.
Das Glas hat dennoch einen leicht warmen Gelbton. Ob das nun an der Alterung liegt vermag ich nicht zu sagen. Ich denke eher dass es an der Abstimmung liegt bei dieser Serie (41 Mio).
Mein Deltrintem aus dem Jahre 1964 hat diesen wärmeren gelblichen Farbton nicht. Hier ist die Abbildung eher neutral, glasklar.

Gruß

Mike
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von selenograph:
Hallo Holger,

das Sortiment war noch von CZJ ausgebaut worden. Es gab damals die CZJ Nobilems 7x50, 8x50, 8x56, 10x50, 12x50 und 15x60. Erst Docter stellte die Produktion des »Ur-Nobilems« 8x50 und 12x50 ein und leider auch die schönen nichtgummierten Modelle.


...

Wirklich? Ich habe tatsächlich noch nie ein 10x50 Nobilem von Zeiss Jena gesehen. Das deutet dann wohl darauf hin, dass nur noch wenige davon vor der Wende verkauft worden sind. Gut, dass es die noch immer gibt. Schade, dass sie so hässlich sein müssen :-)

Viele Grüße,
Holger
 
Hallo Holger,

es dürften wahrscheinlich nicht viele unter dem Namen Carl Zeiss Jena verkauft worden sein. Es betrifft wohl nur die Jahre 1990/91. Genaueres aus erster Hand wird dir Albrecht Köhler sagen können. Ich hatte einmal ein nichtgummiertes aus dieser Zeit in der Hand. Auf Fantao's schönen Seiten gibt es paar Infos und auch Bilder (leider nur noch im Webarchiv):
web.archive.org/web/20071220171830/http://binofan.home.att.net/nobilem.htm
 
Hallo Ralf,

der Fan Tao - man hört auch nichts mehr von ihm. Es gab Zeiten, da kannte ich fast jede seiner Seiten auswendig, lang ist es her. Danke für den Hinweis, in der Tat, das war ein 10x50 noch von Zeiss Jena.

Im Grunde hat Docter in den kommenden 25 Jahren nicht viel getan. Ein paar Geräte ausrangiert, eine neue Gummierung eingeführt (nicht die schönste :-). Das Notarem hatte kurz nach der Wende asphärische Linsen bekommen, wurde aber nicht mehr lange gebaut. Die heute von Docter angebotenen Dachkanten werden in Japan gemacht (abgesehen vom alten EDF und dessen 10x42 Variante). Immerhin wurde das Nobilem zumindest mal ein wenig aufgebessert, und das Aussichtsfernglas Aspectem grunderneuert. Es gibt noch immer kein 8x32, und im Grunde brauchen alle Nobilems modernere Okulare für bessere Randschärfe und Brillentauglichkeit, um wieder vorne mitspielen zu können.


Viele Grüße,
Holger
 
Hallo zusammen,

habe mir auch mal ein Dekarem zugelegt und bin begeistert. Muss dazu schreiben, ich hatte mir mal ein Auriol 10x50 aus dem Lidl für ca. 20,-€ geholt und kannte als Laie nix anderes. ICh war schon froh, dass das Teil keine Doppelbilder machte. Kann ja nix dran eingestellt werden, alles vergossen / verklebt. Abbildung am Tag, naja, geht halt so, aber nachts kaum zu gebrauchen. Sterne machten Stricke / Reflexionen, irgendwie bekam man das Bild nie richtig scharf. Bis ich mal bei einem Sternfreund in der Eiffel durch ein altes Dekarem schauen konnte. Hmm, dachte ich mir, sowas brauchste auch mal wenn was Günstiges um die Ecke kommt.

Dieser Tag war diese Woche, ich schlug beim bunten Auktionshaus zu. Das Teil kam heute an, Zustand 1A, bissel Staub dran, der im Nu weggewischt war. Erster Test an einem entferntne Antennemast: oh nein, Doppelbilder ! Gurke erwischt ??? Dachte schon das Schlimmste, aber gewartet bis Venus sichtbar war, das Dekarem auf ein Stativ geschnallt, ein Auge scharf, das andere per Dioptrinausgleich unscharf getellt und versucht die beiden Objektive per Exzenterring in Einklang zu bringen. War zwar eine Fummelei, hat aber funktioniert ! Ist zwar nicht 100% (die Prismen habe ich nicht angefasst), aber damit kann ich leben. Sehr sehr feine und scharfe Abbildung, helleres Bild bei gleichzeitig viel mehr Kontrast ggü. dem Lidl-Glas. Wow !

Daten:

1. Seriennummer: 68xxxxx --> laut bekannter Liste aus 1988
2. kein CZJ Logo / Modellname drauf --> nur "DDR" + "ausJENA" wohl ein Exportgerät wegen dem Lizenzstreit damals
3. Aufschrift "multi-coated" die lila/rötliche Färbung sieht man auch sehr deutlich
4. M 10x50 --> M = Dekarem

Allerdings, die Brillenuntauglichkeit ist schon Gewöhnungssache.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo André!

Ich habe mein Dekarem (SN 6796960, 1987) auch aus der Bucht und war nach Erhalt mit dem Zustand eigentlich zufrieden. Trotzdem habe ich es dann an Simone Hauptmann (Fa. Optixxx) geschickt und es reinigen und (perfekt) justieren lassen. Der Unterschied war markant. Die ca. 50 € haben sich wirklich gelohnt, ein perfekt justiertes Dekarem ist einfach nur eine Freude!

Solltest du dir auch mal überlegen! ;-)

CS
Michael
 
Hi Michael,

Danke Dir. Das war auch mein zweiter Gedanke als ich die Doppelbilder sah. Ich hatte mich ja im Vorfeld über die alten Schätzchen etwas informiert, daher kannte ich die Adresse schon. Habe es dann aber doch lieber mal selber versucht. Reinigungszustand ist auch sehr gut, innen in den Objektivhülsen waren nur leichte Verdunstungen durch das Dichtungsfett sichtbar. Habe ich mit Alkohol entfernt.

Bin beim Justieren so vorgegangen wie hier beschrieben: http://www.stern-freund.de/index.php?id=44

Die Prismen habe ich wie geschrieben nicht angefasst, da die Drehung per Exzenterring so in etwa ausgereicht hat. Habe das Glas dann später noch meiner besseren Hälfte in die Hand gedrückt, ob sie nach dem Dioptrinausgleich den Jupiter 2x oder nur einmal sieht. --> WAF (Woman Acceptance Factor) Test bestanden. Heißt aber nicht, dass ich das Glas nicht doch mal zur bekannten Adresse schicke, nur um sicherzugehen. Bekommt man da ein Protokoll oder soetwas ?
 
Update,

habe gestern nochmal akribisch nachgesehen und Folgendes festgestellt:

- keine Doppelbilder mehr
- wenn man eine Seite scharf stellt und die andere Seite per Dioptrinausgleich stark unscharf, ist augenscheinlich der scharfe Stern halbwegs mittig im unscharfen Kreis...soweit so gut

ABER: wenn man normal beide Seiten scharf gestellt und einen Stern im Bildmittelfeld hat, ist das Bild rechts super, beim linken sieht das nach Koma aus ! Schaue ich nur links durch (rechtes Auge zu) ist das scheinbar wirklich Koma, denn zum linken Rand hin wird es immer schärfer und das "Koma-Schwänzchen" verschwindet. Zur rechten Seite hin wird es noch größer. Hmm, da stimmt wohl doch was nicht, die Bildfeldmitte sollte ja bei beiden gleich scharf sein.

Anfrage bei Optixxx läuft ;-)
 
Hallo André,

ein Prüfprotokoll habe ich bei Optixxx nicht bekommen, habe aber auch nicht danach gefragt. Hauptsache die Justierung stimmt! ;-)

Gruß
Michael
 
Hallo Michael,

danke für die Rückinfo. Scheint ja doch nicht so ganz zu stimmen, was ich da gemacht habe. Jetzt, wo ich weiß, dass es eben nicht nur eine Reflexion ist...denkt man erst, wenn man beidäugig durchschaut.
 
Hab nicht alles gelesen, aber könnte es nicht auch dein Auge sein?

Drehe das Fernglas mal und schaue mit rechts durch links.
 
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