Was ist ein gebrauchtes Astrookular wert?

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hanno

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Hi Astrofans.

Zur Einstimmung ein psychologisches Experiment. Je einer Gruppe von Probanden wird ein Schokoriegel und eine Porzellantasse geschenkt. Anschließend bietet man den Probanden an, das Geschenk in eine Kaffeetasse resp. einen Schokoriegel zu tauschen. Selbst wenn man unterstellt, daß eine Kaffeetasse um einiges wertvoller ist als der Riegel, haben doch 90 (in Worten neunzig) % der jeweiligen Probanden einen Tausch abgelehnt. Schlußfolgerung: Das was man besitzt, wird im Verhältnis ungleich wertvoller eingeschätzt, als das, was man bekommen könnte. Dies wirft ein bezeichnendes Licht auf das Verhalten vieler Verkäufer und Käufer hier im Forum. Sehr oft werden für Gebrauchtteile bis zu 90% vom Neuwert verlangt, was natürlich kaum einer zu zahlen bereit ist. Wer sich für diesen Sachverhalt interessiert: Im heutigen Wirtschaftsteil der FAS ist ein halbseitiger Artikel mit zusätzlichen Beispielen an und für sich irrationalen Verhaltens. Dort steht auch, warum es psychologisch von Vorteil ist, dem Interessenten etwas zur Probe zu überlassen. Durchaus sinnvolles Marketinginstrument; empfehlenswerte Lektüre nicht nur für Käufer.


Gruß hanno
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Um "Königreich der Himmel" zu zitieren: "Was ist Jerusalem wert? Nichts. Alles."

Oder frei nach Fluch der Karibik: "Alte Piratenweisheit: Nimm, was Du kriegen kannst, und gib nichts davon wieder her."

Abgesehen davon wär mir der Schokoriegel auch lieber... Kaffeetassen hab ich genug, aber Schokolade hebt nicht so lange - da hab ich immer wieder neuen Bedarf. Tassen kann man halt nicht essen, zumindest schmecken sie nicht so gut und knirschen immer so zwischen den Zähnen. Weiterverkaufen lohnt auch kaum.

Gruß,
Alex
 
Hallo zusammen

Bei diesem Experiment - so interessant es auch aussieht - fehlen einige wichtige Elemente. So hat die Tasse im Gegensatz zum Schokoriegel keinen Nutzwert (es wird ja kein Kaffee ausgeschenkt).

Grüße
Jürgen
 
Hi Zusammen,

dem wäre hinzuzufügen, dass bei guter Pflege Optik nicht schlecht wird, insofern ist der Nachteil, keine Händlergarantie bzw Gewährleistung zu haben mit den üblichen 40% Wertverlust teuer bezahlt.
Anders sieht es aus, wenn Mängel deutlich sichtbar sind. Schäden der Linsenoberflächen, Vergütungen oder beim Mattlack, und natürlich auch übermäßige Gebrauchsspuren wie zerkratztes Gehäuse, usw. Dann ist eine heftige Wertminderung durchaus gerechtfertigt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

mir war es wichtig, auf die unterschiedliche Werteinschätzung z.B. eines Okulars von demjenigen der es verkaufen will (besitzt) und demjenigen, der es kaufen soll, hinzuweisen. Mir ist sie im Forum schon begegnet und seit diesem Artikel glaube ich die Ursache zu begreifen. Als Beispiel hat mal ein Forenmitglied als "Berater" ein Premiumteleskop mehr oder weniger herunter geredet, andrerseits aber dann eigene Gegenstände angeboten, die mir in Relation dazu deutlich im Preis überhöht schienen. Desweiteren scheint es verkaufsfördernd zu sein, wenn man eine Besichtigungsfrist einräumt. Aus den im Artikel dargestellten Gründen wird man selten ein solches zurückbekommen. Die Klausel "Privatverkauf, deswegen keine Rücknahme etc. ..." scheint also kontraproduktiv für die Erfolgswahrscheinlichtkeit zu sein. Der Forenteilnehmer, der vor einiger Zeit seine Atlux-Montierung wie Sauerbier angeboten hat, hat seinem Geschäft selbst geschadet.

Ich kann den Artikel nur empfehlen. Den Effekt sieht man überall, ob es Gebrauchtfahrzeuge von privat oder Häuser sind, überall ist er offenkundig - für mich jedenfalls seit gestern.

Gruß hanno
 
Hi Hanno,

ich sehe das ähnlich wie Sven.
Ein Teleskop ist wie ein Auto ein Gebrauchsgegenstand, der sich im Laufe der Zeit "abnutzt", also definitiv an Wert verliert, selbst bei guter Behandlung. Zudem kommen da immerwieder einige Neuigkeiten und Verbesserungen auf den Markt, die das alte Gerät noch älter erscheinen lassen.

Bei Okularen sehe ich das wiederum anders. Pfeglich behandelte sind nach Jahren noch genauso gut wie neue. Kommt aber auf den Einstiegspreis an.
Ein Spitzenokular wird weniger Verlust erfahren als ein Mittelklasse-Okular. Und der Preisverfall eines Billig-Okulars ist grenzenlos höher. - Eben, da, wenn ich es schon nicht will, es ein anderer auch nicht will.
Angebot und Nachfrage regeln den Preis.

Zur angebotenen Atlux:
Ein Hochpreisgerät, sehr gut, sehr stabil, nur kaum einer kann es sich leisten. Dieses Gerät erfährt einen genausogroßen Wertverlust wie ein BMW-7xx oder ein 500er Mercedes.
Raus aus dem Werk und schon 8000 Euro Verlust...

CS
Winfried
 
Hallo Hanno,

hast Du nen Link zum Artikel?

Herzliche Grüße

Klaus
 
Hallo Klaus,

leider geht der volle Artikel nur mit Abo, hab's probiert (FAZ.NET). Wenn Du willst, kopiere ich ihn in eine mail und schicke ihn. Ihn hier zu veröffentlichen, ist wohl rechtlich unzulässig.

Gruß hanno
 
Hallo Winfried,

hier geht es nicht um relative Unterschiede des Wertverlusts bei Okularen und Teleskopen. Es geht um die unterschiedliche Wertschätzung eines beliebigen Gegenstandes einmal durch den Besitzer, andrerseits durch einen Außenstehenden / Interessenten.

Gruß hanno
 
Hallo Hanno,

das lässt sich wohl nicht so klar trennen, wie man das gerne würde. Die persönliche Wertschätzung kommt zwar auch zum Zuge, wenn Ebayer für einen Gebrauchtartikel mit dem Gebot über Listenneupreis liegen, das hat dann aber mit Preisfindung nichts mehr zu tun, sondern nur mit Psychologie. Es ist dann sehr von den beteiligten Persönlichkeiten abhängig, wie stark das zum Tragen kommt.

Clear Skies
Sven
 
Hi Sven,

das hat dann aber mit Preisfindung nichts mehr zu tun, sondern nur mit Psychologie.

Genau das wird in dem Artikel behandelt. Es geht nicht um konkrete Preisfindung; und wenn, dann nur beispielhaft. Selbstverständlich ist nicht jeder anfällig hierfür. Im übrigen ist ebay ein schönes Beispiel. Der Bieter wird so auf einen Gegenstand fixiert, daß er diesen bereits vereinnahmt hat, bevor er das letzte Gebot abgegeben hat. In dieser Situation (den lass' ich mir doch nicht mehr wegnehmen) zahlt man schon mal zu viel. Das paßt doch ins Bild.

Gruß hanno
 
ich weiss zumindest, was ein gebrauchtes (sogar mit kratzern hier im biete forum angeboten) nicht wert ist.

es ist nämlich nicht mehr wert, als ein nagelneues :)

angebot hier im forum :30 euro für ein xxxx okular mit kratzern, optik aber ok

neupreis 28 euro

gruß
andi
 
Ich biete ja auch schon seit einiger Zeit im hiesigen Astromarkt ein paar Kleinteile (hauptsächlich Okulare) an, die zum größten Teil absolut neu/unbenutzt sind und zwar zu einem deutlich niedriegeren Preis als sie von den Händlern angeboten werden (teilweise nur ca. 60% des Neupreises und geringere Versandkosten). Dennoch will sie scheinbar niemand.

Einige Händler verkaufen die gleichen Teile - zu einem deutlich höheren Preis. Da frage ich mich nur, wer die dann den Händlern überhaupt zu diesem Preis abkauft...

Ob die Garantie den meisten Leuten so viel wert ist?

Interessant ist auch, dass ich dann vom Käufer nachher höre: "Das ist ja tatsächlich noch ganz neu!" Obwohl ich genau das ja auch in der Beschreibung geschrieben habe.

Scheinbar glaubt das niemand.

Grüße
Michael



 
Hallo Michael,

ich denke es liegt bei dir weder an dem Zustand der Okulare noch am Preis der wirklich gut ist, aber hier im Forum suchen selbst die Einsteiger nach einer Aufstiegsmöglichkeit von Plösseln, die haben sie ja meist bei ihren Geräten schon dabei.

CS Benny
 
Hi Zusammen,

ja, sehe ich auch so, zumal sich gebrauchte Plössl in einer Preislage bewegen, in der das Porto einen spürbaren Betrag relativ zum Preis ausmacht.
Sowas geht vielleicht eher auf einer Astromesse weg, wobei man sich als Käufer ja auch den Zustand besser anschauen kann.
Für's Bino sind solche Plössls aber noch ganz beliebt.

Clear Skies
Sven
 
Ja, irgendwie scheint es so zu sein, wobei man für ein paar Euro wirklich gut brauchbare Okulare bekommt.

Frage mich wie gesagt nur, wie dann die Händler überhaupt noch diese Okulare verkaufen. Denn bei denen sind sowohl der Artikelpreis als auch die Versandkosten deutlich höher.

Grüße
Michael
 
Hi Michael,

Frage mich wie gesagt nur, wie dann die Händler überhaupt noch diese Okulare verkaufen. Denn bei denen sind sowohl der Artikelpreis als auch die Versandkosten deutlich höher.

Es amg sein, dass Leute die in den Astronomie Foren unterwegs sind Geldmässig einen sehr grossen Teil des Umsatzes ausmachen, aber mit Sicherheit nicht Mengenmässig, da draussen sind noch genug Käufer ;) - Ich muss dazu sagen, auch ich hab mir anfangs einige Plössel gekauft und war von diesem "Update" meiner Kellner und Huygens schon glücklich.

CS Benny
 
Wenn es um gebrauchte Okulare geht, muss man berücksichtigen, dass einige Leute welche kaufen und nach einiger Zeit doch ein anderes haben möchten. Das zuerst gekaufte wurde kaum benutzt, weist keine Gebrauchsspuren auf und entspricht annähernd dem, was man vom Händler erwarten kann. Der bietet Garantie? Na ja, ein Okular, dass ok ist, wird kaum zum Garantiefall. Also versucht man die Optik zu einem möglichst nahe am urpsrünglichen Kaufpreis liegenden Betrag loszuschlagen. Die meisten Second-Hand Käufer sind vor allem an Angeboten interessiert, die deutlich günstiger als im Laden sind. Okulare mit einem passablen Ruf, würde ich gebraucht 30% unter dem Neuwert anbieten und sehen, was daraus wird.

Tom
 
Tja, trotz nur 60 % des Neupreises (mein Kaufpreis war sogar noch wesentlich höher) für ein gutes japanisches Okular - welches kaum benutzt ist - und im anderen Fall nur 50 % des Neupreises für absolut neue Okulare gibt es so gut wie keine Kaufinteressenten. Das wundert mich doch und frage mich immer noch, wie dann Händler diese Okulare noch verkaufen können (mit dann auch noch höherern Versandkosten).

Grüße
Michael
 
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