Hallo Sebastian,
also ein C11 mit Protuberanzenansatz habe ich noch nicht gesehen und kann es mir auch schwer vorstellen. Vielleicht hatte der Besitzer einen Protuberanzenansatz mit einem Refraktor Huckepack auf sein C11 geschnallt? Es gibt mehrere Gründe, warum man solche Ansätze in der Regel nur an Refraktoren einsetzt. Der wichtigste liegt im Streulicht begründet. Beim Spiegelteleskop kann sich immer wieder feiner Staub auf den Spiegeln absetzen und Streulicht produzieren. Streulicht ist aber der ärgste Feind bei der Protuberanzenbeobachtung. Ein Refraktor mit ordentlichen Tubusblenden und einem richtig konstruierten Ansatz ist hier die optimale Lösung. Ein Schmidt-Cassegrain wird auch bei der normalen Sonnenbeobachtung immer mit Sonnenfilter genutzt, da die starke Erwärmung im Tubusinnern zu Beschädigungen führen kann. Ohne spezielle Wärmeschutzfilter vor der Optik dürfte auch ein Protuberanzenansatz nicht ohne weiteres zu adaptieren sein. Bei gängigen Newton Systemen hat man zwei weitere Probleme. Zum einen sind sie meist sehr lichtstark, was durch die starke Erwärmung in Brennpunktnähe zur Deformation des Fangspiegels führen kann. Dem könnte man mit einer Off-Axis Blende begegnen. Zum zweiten führt der Wärmeaustausch zwischen dem offenen Tubus und der Umgebung zu Turbulenzen, was auch nicht gerade erwünscht ist. Das sind alles Gründe, warum ein Refraktor mit mittlerem Öffnungsverhältnis (f/8 ... f/10) die beste Lösung ist. Ich habe aber auch schon gelesen, daß ein solcher Ansatz an einem Newton verwendet wurde. Aber wie gesagt, man hat ein paar mehr Probleme zu bewältigen. Neben dem klassischen Ansatz am Refraktor gab es mal eine sehr interessante Lösung: das sog. Protuberanzenokular. Dabei wurde ein langbrennweitiges Kellner-Okular (ca. 30mm) umgebaut, die Kegelblende sitzt dabei auf der Feldlinse des Okulars und der H-alpha Interferenzfilter wird im innern des Okulars angeordnet. So weit ich weiß, wurde diese Lösung aber nie kommerziell vertrieben.
Frank.