Was ist zwischen den Galaxien?

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AstroCarsten

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Hallo,

ich habe mir mal ein paar Gedanken über das Universum gemacht.

Korrigiert mich bitte wenn ich mit meinem Wissen falsch liege, aber:

- alle Sterne, die wir am Himmel sehen können, liegen innerhalb unserer Milchstraße

- sämtliche deep sky Objekte die wir sehen können, von fremden Galaxien abgesehen, liegen ebenfalls in unserer Milchstraße

- fremde Galaxien sehen wir nur "als Ganzes", d. h. einzelne Sterne oder Nebel in ihnen sind für uns nicht sichtbar

Daraus ergibt sich meine Frage: Was ist zwischen den ganzen Galaxien, die es im Universum gibt? Ist dort nichts oder gibt es auch einsame Sterne oder andere Objekte, die nicht zu irgendwelchen Galaxien gehören und ganz allein im Universum stehen?

Viele Grüße

Carsten
 
Hallo Carsten,

meine erste Antwort auf deine Frage lautet: Im Mittel findest du ein Teilchen pro Kubikmeter.

- fremde Galaxien sehen wir nur "als Ganzes", d. h. einzelne Sterne oder Nebel in ihnen sind für uns nicht sichtbar
Das stimmt, doch es gibt auch Ausnahmefälle, wenn wir jetzt mal bei der Hobbyastronomie bleiben und durch mittelgroße Teleskope schauen. In diesem Zusammenhang fallen mir spontan NGC 604 in M33, und Mayall II und NGC 206 in M31 ein. Aber auch mit freiem Auge können extragalaktische Objekte beobachtet werden. In der LMC befindet sich NGC 2070 (Tarantelnebel), wobei schon die Sternbezeichnung 30 Doradus darauf hindeutete, dass das Objekt mit freiem Auge gesehen werden kann. Natürlich ist auch die Supernova 1987A zu nennen. In der SMC liegt ein weiteres und helleres Beispiel: 47 Tucanae bzw. NGC 104.

Mit Großteleskopen ist natürlich mehr drin. Extragalaktische Sonnen und Supernovae werden etwa als Entfernungsmesser verwendet.

Ist dort nichts oder gibt es auch einsame Sterne oder andere Objekte, die nicht zu irgendwelchen Galaxien gehören und ganz allein im Universum stehen?
In unserer Galaxie gibt es z.B. Sterne, die aufgrund einer nahen Begegnung mit dem zentralen Schwarzen Loch durch die Gravitationskräfte dermaßen beschleunigt wurden, dass sie die Fluchtgeschwindigkeit der Milchstraße erreichen. Auch bei wechselwirkenden Galaxien werden Sterne ausgetauscht. Ich erinnere mich da noch an ein Press Release der ESO, wo auf einer VLT-Aufnahme eine Supernova (SN 2005cf) scheinbar zwischen zwei Galaxien zu sehen ist.

- The Hooked Galaxy

Nachtrag: Auf dem AAS-Meeting im Januar 1997 wurde darüber berichtet, dass nach Rechnungen, die auf HST-Beobachtungen beruhen, 10% der Sterne des Virgohaufens intergalaktische Sterne sind. Sie sind mehr als 300.000 Lichtjahre von der nächsten Galaxien entfernt und können nach Meinung der Astronomen auch nicht mehr zu einem Halo einer Galaxie gehören. Da stelle ich mir aber die Frage, ob hier schon die Dunkle Materie berücksichtigt wurde.

- Hubble Finds Intergalactic Stars

Gruß - Nico
 
- fremde Galaxien sehen wir nur "als Ganzes", d. h. einzelne Sterne oder Nebel in ihnen sind für uns nicht sichtbar
Nein ! - selbst visuell kannst Du Details in Galaxien sehen. Einzelsterne sind aber sehr schwach: Selbst Überriesen mit M=-8mag erreichen in der Entferung von M31 (m-M) = 25 nur scheinbare Helligkeiten von 17mag ! Anders steht es mit Kugelhaufen (KH) oder anderen Grossobjekten (HII Regionen) aus.

Raum zwischen den Galaxien - schau mal hier:
http://en.wikipedia.org/wiki/Lyman_alpha_forest
http://en.wikipedia.org/wiki/Intergalactic_gas
http://en.wikipedia.org/wiki/Intracluster_medium
http://en.wikipedia.org/wiki/Intergalactic_medium
http://www.astr.ua.edu/keel/galaxies/igm.html

Gruss, Peter
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zwischen den Galaxien innerhalb eines Galaxienhaufens gibt es den sog. "intracluster medium" oder "intracluster gas". Das ist hauptsächlich ein Plasma aus Protonen (ionisierter Wasserstoff) und Elektronen in einer Dichte von etwa 0.001 Teilchen pro Kubikzentimeter. Es strahlt im Roentgenbereich mit einer Temperatur von etwa 10^7 Grad. Die Masse ist zwischen zwei und sechs Mal größer als die sichtbare Masse der Galaxien (trotzdem wesentlich kleiner als die Masse der dunklen Materie im cluster). Ausserhalb der cluster gibt es entweder den sog. intergalactic medium, hauptsächlich auch ein Plasma aus Protonen und Elektronen jedoch mit einer niedrigeren Temperatur (warm-hot intergalactic medium), oder garnichts (oder kaum etwas) "voids". Das ganze ergibt eine Schwammartige Struktur. Das gilt für niedrige Rotverschiebung (< 2), d.h. in der Gegenwart. Für höhere Rotverschiebungen (> 2) siehts ein wenig anders aus.
 
Hallo Greuti,

deswegen habe ich erstmal angenommen, Carsten geht es in erster Linie um das Betrachten des bestirnten Himmels mit dem bloßem Auge. Hin und wieder staune ich auch darüber, dass die ganzen Glühwürmchen - abgesehen von ein paar freisichtigen extragalaktischen Objekten - nur zur Milchstraße gehören: so wenig Licht und soviel Schwarz.

Als Zusatz habe ich dann die Groß- bzw. Orbitalteleskope erwähnt, und die atemberaubenden Aufnahmen von aufgelösten Galaxien dürfte jeder kennen.

Gruß - Nico
 
Danke für eure super Antworten.

Ihr habt recht, in erster Linie ging es mir darum, wie sich die Sachlage in der Amateurastronomie verhält. Ich werde mich mal genauer mit euren Links beschäftigen.

Viele Grüße

Carsten
 
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