Was sieht man bei 10"?

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TobeyMaguire

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Hallo zusammen

Mich würde mal interessieren, was man bei üblichem Dorfhimmel in unseren Breiten durch einen 10" f/5 Dobson so zu Gesicht bekommt. Zum Beispiel M16 oder M42...wie muss ich mir die in etwa vorstellen? Ich denke sicher mal schwarz-weiss. Aber wie steht es mit der Abgehobenheit der Nebel vom Himmelshintergrund und den Details? Wie ausgeprägt sind Galaxien wie die Somprero-Galaxie, NGC 4565 oder NGC891?

CS und Gruss

Tobey
 
Hallo Tobey,

als ich mit 10" angefangen habe, Stadtrand, kein optimaler Himmel, waren die ersten beiden Galaxien, die ich aufgesucht habe, M81 und M82. Habe 2h gebraucht (war mein erster Abend). Natürlich nur als helles Scheibchen bzw. Stäbchen. Also denke ich, das geht auch bei Deinem undefiniertem Dorfhimmel. Und natürlich alle Objekte, die heller sind und gleich hell.
Allerdings habe ich bei Galaxien auch mit dem 12" bisher nie Details gesehen; habe nach Anette Aslans Beitrag zur Andromeda gestern lange und ausgiebig hineingeschaut - blieb homogen.

Clear Skies!

Martin
 
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Hallo Martin,

nun mach dem Tobey mal nicht so "Angst". Alles ist ja eine sehr individuelle Angelegenheit.... Ich erkenne selbst mit meinem 4" Apo in einigen Glx Details. So konnte ich schon mehrfach in M31 die Staubunterteilungen ausmachen - ein faszinierender Anblick! M81/82 ebenfalls mit Struktur in M82 und Helligkeitsunterschieden in Halo von M81. M33 mit zwei Spiralarmen, Sombrero mit Staubband usw. Wichtig ist ein guter Himmel und ein geübtes Auge. Das ist manchmal wichtiger als Öffnung. Wenn beides zusammen kommt ist es einfach nur genial!

CS Holger
 
Hallo Tobey

Es hängt auch davon ab wo du in deinem Dorf beobachtest, hinter einer großen Scheune oder im Garten wo die Möglichkeit ist, einiger masern entfern von der nächsten Beleuchtung.

Mit einem 10" Dob kannst recht viel sehen, Frage was für Okulare verwendest du zum beobachten.

Wen du den Kugel Sternhaufen M 15 im Pegasus beobachtest kannst du die Sterne in diesem Kugelsternhaufen mit einem okular von 10mm 8mm am Rand aufgelöst sehen, die Galaxie M 51 im Großen Bär ist eben so mit deinem Dob zu sehen auch der Eulen Nebel M 7, und vieles mehr.

Wichtig las dir beim Beobachten zeit nicht unter Hektik beobachten, betrachte die Deepsky mit deinem Auge Spielerisch.


Manfred
 
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Hallo Tobey,

ich habe einen 10er. DS Objekte siehst du in schwarz-weiß - keine Hubble Bilder. M42 ist ein gigantisches Objekt unter dunklem Himmel. Da wird dir die Kinnlade runterfallen. UHC oder OIII filter hilft auch. Details siehst Du, klar. Je mehr Erfahrung du hast umso mehr. Ein dunkler Himmel ist Gold wert, der trägt zum Kontrast mit bei. M16 ist ebenfalls sehr schön - in schwarz weiß wieder, aber halt nicht so spektakulär wie M42.
Cirrus im Schwan ist eine Pracht (auch wieder mit OIII Filter). Galaxien zum Einstieg sind M81, M82, Leo-Triplett, M51 etc. Aber gerade hier wird je nach Erwartung die Enttäuschung am größten sein. Hier hilft kein Filter zur Kontraststeigerung, da hilft NUR dunkler Himmel, je dunkler um so besser und die Wahl der richtigen Austrittspupille (sprich Okular). Im Virgo Haufen, wenn das Frühjahr wieder kommt und die Galaxienzeit anbricht, kannst Du dich verlieren, eine Galaxie an der nächsten. Aber du siehst "nur" Fitzelchen - in schwarz weiß. Hast Du schon mal durch ein Teleskop gesehen? Wenn ja, was für eines, damit man mal einen Anhaltspunkt hast, wo Du dich befindest - erfahrungsmäßig, denn Deine Frage: "Was sieht man bei 10"?" ist etwas schwer zu beantworten, den was zählt ist deine Erfahrung, die Qualität des Himmels (Dunkel, Transparenz, Seeing), die korrekte Justage deines Fernrohrs etc.

Gruß
Matthias


Zitat von TobeyMaguire:
Hallo zusammen

.... Ich denke sicher mal schwarz-weiss. Aber wie steht es mit der Abgehobenheit der Nebel vom Himmelshintergrund und den Details? ...

Tobey
 
Hallo Matthias

Meine Okus am 4" f/10er auf EQ5 waren bisher meist ein 12mm Superplössl, 24mm Hyperion und selten mal ein 7mm Nagler. Das mit dem 'geübten beobachten' frage ich mich auch schon lange. Man kann ja nicht physikalisch "mehr" sehen wenn man lange etwas anschaut - abgesehen von der Dunkeladaption der Augen, und der abnehmenden Astro-Fähigkeit der Augen mit zunehmendem Alter...ich meine Austrittspupille. Daher denke ich 'geübtes Beobachten' und 'mehr sehen' bezieht sich auf das Wissen eines Spechtlers wo er bei welchem Objekt hinsehen muss um am ehesten was zu sehen. Z.B. bei einem Nebel eine bestimmte Kante und dann schaut er ob er diese bei einem 8"er auch noch sieht wo er sie beim 12"er noch gesehen hat. Ich denke mit Übung ist genau das gemeint. Seht ihr das auch so?
Bezüglich Himmel. Ich denke so mag4-5 sieht man bei mir regelmässig und auch das schwache Band der Milchstrasse. Im Süden befindet sich die Alpenkette.
 
Hallo Tobey,

Zitat von TobeyMaguire:
Daher denke ich 'geübtes Beobachten' und 'mehr sehen' bezieht sich auf das Wissen eines Spechtlers wo er bei welchem Objekt hinsehen muss um am ehesten was zu sehen. Z.B. bei einem Nebel eine bestimmte Kante und dann schaut er ob er diese bei einem 8"er auch noch sieht wo er sie beim 12"er noch gesehen hat. Ich denke mit Übung ist genau das gemeint. Seht ihr das auch so?
Es ist eigentlich nicht das geübte Auge, sondern vielmehr das trainierte Gehirn ;) Im Fall von nebeligen Objekten wird das Gehirn auf schwache Kontraste trainiert. Einmal gesehene Details sind später leichter sichtbar. Es ist, so denke ich, ein Lernprozess. Man muss sich fordern, um einen Fortschritt zu erzielen. Das Wissen über das Objekt (z.B. Größe) spielt aber natürlich auch eine gewisse Rolle.

Hier mal 2 Beispiele aus meinen letzten 4 Jahren:

Vor 4 Jahren habe ich mit 8 Zoll unter einem 6mag Himmel nichts von Stephan's Quintett (NGC7320 & Co.) gesehen, obwohl ich es wirklich mehrfach versucht habe. Heute ist es für mich keine Herausforderung mehr. Unter etwas besseren Bedingungen im Tiefland (6.5mag) war sogar eine Sichtung mit 4.5 Zoll der beiden hellsten Mitglieder möglich. Zum damaligen Zeitpunkt undenkbar.

Die schöne Edge-On-Galaxie NGC891 in And war für mich schon damals mit 8 Zoll kein wirklich schwieriges Objekt unter einem 6mag Himmel, aber vom Erkennen von Strukturen war ich weit entfernt. Erst nach vielen Monaten, wo ich vor allem schwache Objekte beobachtet habe, 'sprang' mich unerwartet das zentrale Staubband an. Ich sehe es regelmäßig unter diesen Bedingungen ohne Mühe.

Ich könnte noch weitere Beispiele bringen. Die Beobachtererfahrung wird meiner Meinung nach nicht selten unterschätzt, nimmt aber (zumindest bei mir) einen recht hohen Stellenwert neben Öffnung und Himmelsqualität ein. Ein erfahrener Beobachter kann durchaus mehrere Zoll Öffnung oder einen deutlich schlechteren Himmel kompensieren. Nicht immer, aber häufig.

Viele Grüße,
Robert
 
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Salur Robert

Ja vor etwa 3 Wochen wollte ich auch mal NGC891 sehen und hab mich dann von den Hauptsternen des Andromeda über einige Sternenketten vom Horizont her an die Galaxie herangetastet. Hab ich sie dann mit 4" und 40x erahnen können, aber doch nur indirekt und auch nur mit "Da ist zeitweise iiiirgendwas!" :)

CS
Tobey
 
Hallo Tobey,

also mit 10 Zoll Öffnung geht auch bei weniger gutem Himmel was bei M 42. Überdeutliche Strukturen auch bei direktem Hinsehen. Wahrscheinlich schwarz weiß, obwohl ich im 12er unter schlechteren Bedingungen ein wenig blau gesehen habe.
Siehe auch mein Beitrag Deep Sky-Beobachtung bei Mondfinsternis.

Zu den anderen Objekten kann ich dir nicht soviel sagen, lediglich die Sombrero-Galaxie im 8er unter nicht so tollem "Landhimmel" nahe der Stadt hatte ich bereits im Visier. Da war nicht viel zu erkennen außer einem Fleck.

Jedenfalls ist der 10er auch noch gut zu transportieren mit einem normalen Wagen. Also ab ins Dunkle, falls die Möglichkeit besteht. Und dann lass dich überraschen. Das ist doch gerade das Schöne, dass man die Dinge selbst anschaut und dann einordnen kann - ohne dass andere einen das im Vorhinein zerreden müssen...

CU & CS
Klaus
 
Danke für die vielen Kommentare bis jetzt. Wie siehts denn mit den Plejaden aus? Sieht man da auch etwas Nebel rundherum so wie auf dem Bild da rechts :) bei den aktuellen Fotos zum Beispiel?
CS
Tobey
 
Zitat von TobeyMaguire:
Zumindest der Meropenebel in den Plejaden sollte relativ gut sichtbar sein, wobei hier vermutlich der Himmel entscheidender als Öffnung ist. Mit 8 Zoll schon oft gesehen, aber erst, nachdem ich gesagt bekommen habe, auf was ich achten muss ;) Unter ländlichen Bedingungen ist der Meropenebel gut machbar, aber kein Vergleich zum Orionnebel!
 
Himmel und passende AP sind ziemlich sicher entscheidend. Ich habe mal im 150/750-Newton mit einem 25-mm-Weitwinkelokular die Plejaden beobachtet und mich erst über den milchig-trüben Himmel im Okular geärgert. Nach ein paar Augenblicken fiel mir dann auf, daß die trübe Suppe eindeutig blau-weiß erschien: Die Reflexionsnebel waren fast im ganzen Bildfeld zu sehen, wie auf einem Foto!

Solche Nächte sind sehr selten, aber wenn man in einer beobachtet, vergißt man das nicht mehr!

Grüße

fquadrat
 
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