Was sieht man mit 80mm/500mm Refraktor ?

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Thorskel

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Hallo Gemeinde,

ich habe den Thread aus dem Einsteigerboard hierhin verlegt, weil es wohl besser passt.

Ich beschäftige mich zwar schon seit einiger Zeit mit dem Thema Teleskop, habe jedoch mangels dunklem Himmel zuhause noch nicht die grosse Beobachtungserfahrung.

Ich habe mir nun, um flexibler in der Wahl des Beobachtungsplatzes zu sein, einen kleinen aber feinen APO (77/500mm) gekauft. Da sich wie bei einem Telskopkauf üblich, das Wetter für die nächsten Tage bewölkt zeigen wird, würde ich mich freuen, wenn sich einige erfahrene Beobachter finden würden , welche mit gleich kleinen Instrumenten beobachten, die mir schreiben, auf was es sich lohnt ein solch kleines Teleskop zu richten. Interessant für mich ist auch die empfohlene Vergrösserung, damit ich meine Okulare entsprechend zusammenstellen kann.

Eine erste Auswertung (Danke an Astroklaus und einser00) habe ich auf meiner Webseite erstellt.

Ich freue mich schon auf eure Antworten und die Vervollständigung der o.g. Tabelle.

Gruss aus dem bewölkten Bonn
Wilhelm


Nachtrag von eben: Ich habe gerade in einem Wolkenloch M44, Praesepe oder Krippe im Krebs erspäht. Mit 16-fach im 32mm Antares Okular ein schöner Anblick.
 
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Hallo Wilhelm,

wenn du die Mobilität nutzt, die das leichte Teleskop bietet und du einen dunklen Platz aufsuchst, dann ist ein 80/500 ein attraktives Rich Field Gerät. Du kannst damit größere Galaktische Nebel wie IC 405, NGC 281, den Cirrusnebel (NGC 6960/6992), NGC 2237 (Rosettennebel), NGC 2392 (Helixnebel) und manches mehr versuchen. Wähle ein 2"-Okular mit ca. 35mm Brennweite und einen UHC-Filter und los geht's. Ich benutze für RF-Beobachtungen mein Edmund Astroscan (knapp 4° Gesichtsfeld) und suche mir als Ziele Nebel heraus, die im Sky Atlas 2000 mit Konturen eingezeichnet sind. Manchmal ist es sehr schwierig (wie bei NGC 1848 / 1805), aber manchmal freut man sich, visuell eine Spur von den Objekten zu erhaschen, die andere gerne fotografieren.

Ansonsten: mit 80mm gehen alle Messiers. Hast du die schon komplett?

Gruß,
Tom
 
Hallo Wilhelm,
ich beobachte auch oft mit meinem "Kleinen", einem Ranger 70/480 f/6,9, insbesondere auf Reisen. Ich kann mich meiinem Vorredner da nur anschließen. Die kurzbrennweitigen Refraktoren sind ausgezeichnete Richfieldgeräte, Nordamerika, Cirrus kein Problem (obwohl ich mit meinem 1 1/4" Anschluß nur auf etwa 3,5° max. FOV komme aber immerhin)! Rosettennebel habe ich damit leider noch nicht geschafft, auch nicht in der Türkei unter wesentlich besserem Himmel, als hier in Deutschland. Viele Messiers (alle habe ich damit noch nicht probiert) und natürlich auch NGC´s, Details auf Jupiter (Bänder, GRF), Saturn (ein Wolkenband, Cassini-Teilung), Mars (dunkle Oberflächendetails, Polkappe), natürlich die Phasen der inneren Planeten u.v.m. Nicht zu vergessen, auch gut als Sonnenbeobachtungsgerät einsetzbar. Du siehst, ein gutes Uiversalgerät und vor allem immer schnell im Einsatz ohne viel zu schleppen. Gerade letzterer Punkt kann manchmal wichtig sein beim Ausnutzen kleiner Wolkenlücken oder zum Spontanspechteln.
Grüße
Thomas
 
Ansonsten: mit 80mm gehen alle Messiers. Hast du die schon komplett?

Hallo Tom,

da musst Du mich vielleicht mal bei der Hand nehmen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> . Ich kenne zwar mittlerweile einige Rohre vom Anfühlen und Durchsehen, aber der Himmel hat sich mir noch nicht recht erschlossen.

Schau auch mal nach unten, was ich Klotzi antworte.

Gruss aus dem Regenloch
Wilhelm
 
Hallo Thomas,

vielen Dank für Deine Antwort. Daran, dass ich die Nebel mit dem kleinen Teil sehen könne, habe ich nun am wenigsten geglaubt. Einige Messiers -Tom meint alle (siehe oben)- habe ich vermutet. Jupiter, Saturn und Mond sind für mich sichere Kandidaten.

Zur Okularausstattung: Ich verwende das 2"-Antares 32mm Okular, ein 10mm Speer Walers und seit ich heute durch den Verkauf meines 8" LX 200 kurzfristig zu Geld gekommen war <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ein Nagler Zoom 3...6mm. Ein Problem habe ich noch. Mit den 1"25 komme ich unter Verwendung meines 2" Williams Zenitspiegel nicht in den Fokus. Der Tubus ist zu lang, bzw. der optische Weg wird durch den zenitspiegel zu stark verlängert.

Gruss aus Bonn
Wilhelm
 
Hallo Wilhelm,

als Besitzer eines kleinen TMB-Flourit habe ich erste Erfahrungen machen können. Mit maximal 5°Gesichtsfeld sind im DS-Bereich sind viele ausgedehnte Offene Sternhaufen sehr gut zu sehen (Mel 111, Cr 399, IC 4665 etc.) Bei den Gasnebeln sind NGC 281, NGC 1499, NGC 7000 und viele mehr erkennbar (Filter nicht vergessen). Natürlich auch die Kugelhaufen des Messierkataloges (eigentlich alle Objekte mit Messier Eintrag). Es gibt da ein Buch namens "astronomy with small telescops" (oder ähnlich). Darin sind etwa 200 DS-Objekte geführt für kleine Teleskope bis 2,5".

Also viel zu viel um es hier aufzulisten...

happy hunting, Jens
 
Hallo Jens,

alle Antworten, die ich hier bekommen habe, lassen mich hoffen - vor allem auf besseres Wetter <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> . Zwischenzeitlich habe ich schon Bedenken gehabt, ich wäre in meinem Ziel ein möglichst portables Gerät zu haben, mit 77mm zu weit gegangen.

Mich interessiert noch deine Okularausstattung für den TMB und welches Filter verwendest du für die Nebel?

Gruss aus Bonn
Wilhelm
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Wilhelm,

für dn TMB habe ich mir keine besonderen Okus geholt. Ich nutze die Dinger, welche ich auch an meinem Newton nutze.

Es ist ´ne Mischung aus Panoptik (35+27mm) und Pentax XL (21 bis zum 5,2er). Letztere sind für den Refraktor bestens geeignet. Mit dem Bino und zwei 21er Pentax ist das schon eine feine Sache (Sonne+Mond).

Für hohe Vergrößerungen am Planeten nutze ich noch das Nagler Zoom 2-4mm. Das kleine Teleskop zeigt dann erst recht was in ihm steckt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />


cs, Jens
 
Hallo Jens,

wenn du mir nun noch schreibst, welches Nebelfilter du verwendest, bist nicht nur hocherfreut, sondern auch hochzufrieden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

KN
Wilhelm
 
Hi Wilhelm,

ich nutze seit Jahren die Lumicon Filter UHC, [OIII] und Hß für meine Beobachtungen.

Z.B. Californianebel mit dem Hß-Filter und 5° Gesichtsfeld mit 35er Panoptik echt beeindrucknd. In meinem 20 Zoll Dob mit 1° Gesichtsfeld sehe ich da nicht sehr viel...

Gruß, Jens
 
Hallo Jens,

vielen Dank für die Angaben. Ich dachte bisher immer diese Filter würden einem kleinen Instrument zuviel Licht nehmen. Aber scheinbar geht es ja doch.

Wenn Du auswählen dürftest, welchen Filter würdest Du als "need to have" und welchen als "nice to have" bezeichnen?

Gruss
Wilhelm
 
hello again,

also die erste Wahl ist sicher ein [OIII]-Filter. Dann gleich in 2"-Ausführung. Dieser Filter ist an vielen ausgedehnten Objekten sinnvoll und auch an größeren Teleskopen oft unverzichtbar.

Na ja, die anderen Filter haben auch ihre Berechtigung. Kommt drauf an, wie deine Objektvorlieben sind. Früher oder später braucht man alles mal <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />


Frohen Einkauf, Jens
 
Hallo Wilhelm,
bei den großflächigen Nebeln (Cirrus, Nordamerika) habe ich vergessen zu sagen, dass ein UHC-Filter dabei sehr hilfreich ist (vor allem Nordamerika wird sehr schwierig ohne). Ich nutze ein Astronomik UHC. Der OIII ist mir persönlich am 70 mm Refraktor etwas zu dunkel, die Sterne kommen nur noch sehr schwach raus.
Grüße
Thomas
 
Hallo nochmal Wilhelm,
das Problem mit dem Fokus kenne ich teilweise auch an meinem großen Refraktor. Nutze am ED102SS ein Tele Vue 2" Zenitspiegel mit Original-Reduzierhülse auf 1 1/4". Die Reduzierhülse ist sehr hochbauend, so dass mit einigen 1 1/4" Okularen nicht in den Fokus zu kommen ist (z.B. Widescan 16 mm und Nikon 7 mm). Da hilft eine kürzerbauende Reduzierhülse von TS. Man könnte sich auch sehr einfach eine Hülse drehen lassen, welche die Einstecköffnung für das 1 1/4" Okular etwas tiefer in die 2" Hülse legt.
Grüße
Thomas
 
Hallo Thomas,

Dir und den anderen vielen Dank für eure Ausführungen. Ich werde über meine Beobachtungserfolge mit dem Refraktörchen zu berichten wissen.

Gruss
Wilhelm

 
Erste Beobachtungen

Hallo,

nachdem gerade die Wolkendecke hier in Bonn aufgerissen ist, habe ich mir mein Refraktörchen geschnappt und bin vor das Haus gegangen. Mein Beobachtungsobjekt war der junge Mond. Zuerst habe ich den Trabanten im 32mm Antares Okular zentriert und dann voller Erwartung mein neues TV Zoom 3...6mm in den Zenitspiegel gesteckt. Bei 6mm (83-fach) war noch der gesammte Mond zu betrachten. Das von der Erde zurückgestrahlte Licht reichte beinahe aus, um auch auf der nicht von der Sonne beschienenen Fläche Beobachtungen durchzuführen. Ich habe dann Langrenus und Vendelinus, Petavius und Funerius ins Bild genommen, bei 83-fach fokussiert und mittels des Ringes am Okular langsam bis 3mm (167-fach) Brennweite hochgedreht. Ein knackscharfes Bild - heller Mondrand ohne Farbsäume vor einem fast schwarzen Himmelshintergrund. Es war lediglich ein leichtes Flirren der Luft zu verzeichnen. Immer wieder erstaunte mich, wie relativ hell doch die von der Sonne nicht bedachte Seite des Erdtrabanten erschien.

Danach noch kurz hinters Haus und das Rohr auf Jupiter gerichtet. Bei 83-fach waren die beiden Gürtelbänder und die vier Monde gut zusehen, aber die Luftunruhe über dem Nachbarhaus erlaubte keine höhere Vergrösserung. Deshalb brach ich für heute abend die Beobachtung ab.

Fazit: Fürs erste war der Eindruck, den der 77mm/500mm Refraktor bei mir hinterlies durchaus positiv und ich freue mich schon aufs nächste Mal.

Gruss aus dem fast sternenklaren Bonn
Wilhelm
 
Hallo Wilhelm,

freut mich, dass du hier schon so kompetent beraten wurdest! Wir finden ja sicher noch Gelegenheiten zum gemeinsamen Beobachten und mich interessiert dein Refraktor auch - ich bin ja jedesmal von Paul Hombachs FL80S begeistert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Filter: OIII funktioniert bei manchen Nebeln ja super, aber ich würde im Gegensatz zu Jens' Empfehlung auch eher mit einem UHC anfangen. Beide Filterarten kannst du zwar bei mir mal gerne ausprobieren, aber nur in 1 1/4". Für mein 35er Panoptic möchte ich mir auf dem ATT noch ein 2" Filter holen, bin aber noch unschlüssig ob UHC oder OIII. Tendenziell UHC, aber ich bin noch nicht sicher. Beide Filter auf einmal in 2" sind etwas teuer, ich fange erst mal mit einem an.

Buchtipp: vielleicht ist Phil Harringtons Touring the Universe through Binoculars auch für den Refraktor interessant. Ich fand es für mein Edmund Astroscan (auch ein RFT) jedenfalls recht anregend. Kann ich gerne mal zu Reinschauen mitbringen.

Danke für die nette Einladung mal auf ein Bier vorbeizuschauen, aber aktuell ist im Projekt Stress^3 und ich bin heilfroh, wenn ich endlich zuhause mal meine Ruhe habe. Aber nächste Woche wird es wieder ruhiger - wir sehen uns noch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Grüße und klaren Himmel,
Tom
 
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