was sind das für Flecken ?

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ReinhardJacob

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Hi,
heute schaute ich mal durch die Objektive meines Fujinon 16x70 und stellte fest, daß im linken Objektiv ca. 20 kleine Flecken vorhanden sind. Diese sind innen, da ein sofortiges vorsichtiges putzen mit dem Tuch leider keine Entwarnung brachte. Das Glas ist von 1999 und wurde sehr wenig benutzt. Auch waren die Objektivdeckel immer drauf.
Es ist merkwürdig, daß nur die linke Seite mit Flecken beschichtet ist. Woher kann so etwas kommen ? Sind das Alterserscheinungen bei einem 6 Jahre alten Glas ? Mir ist aufgefallen, daß bei einigen Gläsern, egal welche Vergrößerung, dieses Manko erwähnt wird. Ich wäre sehr enttäuscht, wenn bei meinem Fujinon, das ja mal 1500 DM gekostet hat, dies ein normaler Altersprozess wäre. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />
Viele Grüße
Reinhard
 
Hallo Reinhard,
ist das Fernglas auf der linken Seite undicht? Vielleicht ist da mal Wasser und Schmutz reingekommen und jetzt schimmelt es.
OK, bei einem 1500DM teurem Fernglas wäre das schon sehr Tragisch, wenn es undicht ist. Aber es gibt, was es nicht gibt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Hallo!

Für mich klingt das wie getrocknete Tauflecken oder anhaftender Staub/Pollen. Beschreibe die Flecken doch mal genauer.

Wo wird das Glas denn gelagert?

Hast Du dran rumgeschraubt, so dass die Dichtigkeit gelitten haben könnte?

Ansonsten könntest Du es bei ICS überprüfen lassen, die sollten Erfahrung damit haben.

Viele Grüße
Andreas

 
Sind die Flecken wirklich innen?

Es fällt oft schwer zu entscheiden, ob eine Verunreinigung wie die hier beschriebenen Flecken innen oder außen auf der Linse sind. Die Tatsache, daß sich die Flecken durch Putzen nicht entfernen ließen, ist jedoch absolut kein zuverlässiges Indiz dafür, daß die Flecken innen sind.

Man kann aber sehr einfach wie folgt prüfen, wo sich die Flecken befinden:

Man nimmt ein kleines Blatt Papier, z.B. 10 cm x 3 cm, und legt es so mit der Schmalseite auf die zu untersuchende Objektivlinse, daß das Papier den Fleck nicht verdeckt, aber die Kante des Papiers bei Blickrichtung senkrecht zur Linsenoberfläche exakt mit einem Rand des Flecks abschließt. Wenn man nun die Blickrichtung von senkrecht zur Linsenoberfläche zu sehr schräg, fast flach streifend, verändert, also wollte man unter das Papier schauen, so kann man feststellen, …

1. daß der Fleck auf der vorderen Oberfläche liegt, wenn sich seine Position relativ zur Papierkante beim schrägen Blick nicht verschoben hat, oder …

2. daß der Fleck auf der hinteren Oberfläche der Linse liegt, wenn sich seine Position von Papierkante entfernt hat, also bei schräger Blickrichtung zwischen Papierkante und Rand des Flecks ein Zwischenraum entstanden ist.

Man hat bei diesem Test nichts anderes gemacht, also die bei schräger Ansicht auf in der Tiefe gestaffelte Gegenstände (vorn das Papier, ein kleines Stück dahinter der Fleck, falls er auf der hinteren Oberfläche liegt) entstehende „Parallaxe” auszunützen: Entsteht kein Versatz, liegen beide Gegenstände in gleicher Distanz zum Betrachter, entsteht ein Versatz, haben sie verschiedene Distanz. Aufgrund der Brechung an den Glasoberflächen verkleinert sich zwar der Versatz, aber selbst bei relativ dünnen Linsen wie z.B. bei Brillengläsern funktioniert dieser Test dennoch zuverlässig.

Sollten die Flecken sich als äußerlich erweisen, ist ein gründlicheres Reinigen angesagt, aber bitte nicht mit Haushaltsspülmitteln (die Zusätze zur Hautpflege, Duftstoffe und anderes evtl. für die Linsenoberfläche möglicherweise nicht gerade Zuträgliches enthalten), auch nicht mit Lösungsmitteln (die evtl. Kleber in der Linsenfassung, Lack oder Kunststoffe an der Fassung lösen und auf der Linse verschmieren könnten), sondern z.B. mit destiliertem und entmineralisiertem Wasser aus der Apotheke, vermischt mit reinem Isopropylalkohol oder reinem Spiritus. Als Tuch bitte ein weiches fusselfreies Tuch, z.B. ein frisch gewaschenes Leinentuch oder besser ein sauberes Mikrofasertuch (das man sich als Optik-Liebhaber ohnehin mal anschaffen sollte, wenn man noch keines hat) verwenden, keinesfalls ein Papiertaschentuch. Nur vorsichtig und mit geringstmöglichem Druck reiben, nachdem zuvor eventuelle Staubpartikel, Sand usw. weggeblasen oder mit einem weichen Pinsel weggewischt wurden.

Sollten die Flecken innen liegen, wäre es angeraten, das Fernglas an den Kundendienst von Fuji einzusenden, falls die Flecken stören, also z.B. zu erhöhtem Streulicht führen. Ich würde es nicht wagen, das Fernglas zu öffnen, wenn es wasserdicht und stickstoffgefüllt ist (ich bin mir nicht sicher, ob das der Fall ist, ich vermute es aber und will es mir ersparen, deswegen Recherchen anzustellen).

Walter E. Schön
 
Re: Sind die Flecken wirklich innen?

Lieber Herr Schön,
Sie erwähnten vor einiger Zeit, dass es bald eine spezielle Reinigungsflüssigkeit für Optiken zu kaufen gebe. Hat es das Produkt nicht auf den Markt geschafft?
 
Angekündigte Reinigungsflüsigkeit verzögert sich

Richtig, ich hatte angekündigt, daß die Firma Schneider-Kreuznach eine optimale Reinigungsflüssigkeit für optische Glasflächen vorbereitet und ich davon auch schon ein Testmuster in neutraler Verpackung erhalten hatte. Ich habe soeben telefonisch beim zuständigen Productmanager nachgefragt und erfahren, daß es noch etwas dauern wird. Schneider-Kreuznach ist ja ein Optik- und kein Chemikalienhersteller und muß darum die in Zusammenarbeit mit einem einschlägigen Hersteller entwickelte Flüssigkeit von diesem beziehen. Dazu sind auch Verhandlungen über viele Details von den Packungsgrößen und der Packungsgestaltung über die Gesamtabnahmemenge und die Termine bis hin zu den Preises nötig, und diese Verhandlungen sind derzeit noch nicht abgeschlossen. Aufgrund der Feriensaison wird sich das wohl noch ein bis zwei Monate hinziehen. Aber sobald ich erfahre, daß die Reinigungsflüssigkeit geliefert werden kann, werde ich das hier im Forum mitteilen.

Walter E. Schön
 
Re: Angekündigte Reinigungsflüsigkeit verzögert sich

Hallo liebe Fernglasfreunde, ich glaube mein Problem ist gelöst. Habe zu früh die Pferde scheu gemacht. Der tolle Tipp von Herrn Schön hat mich gerettet. Als ich die Flecken erstmals sah, hauchte ich direkt auf das Objektiv damit es etwas beschlägt. Dann sofort vorsichtig mit dem Fujinontuch blankgerieben. Das hat auch immer sonst geklappt, die Objektive waren meiner Meinung richtig schön sauber. Aber beim Fujinon gingen die Flecken nicht weg. Intercon Spacetac
schrieb mir auch jetzt, daß so ein Fall noch nie aufgetreten sei, ich sollte aber zur Beurteilung das Glas dorthin senden. Vorhin habe ich mir das Schreiben von Herrn Schön nochmals durch den Kopf gehen lassen. Ich konnte einfach nicht glauben, daß Verschmutzungen durch normales Reinigen nicht weggingen. Deshalb tippte ich auf Flecken im Innenbereich. Ich nippte etwas Spiritus auf das Fujinontuch
und habe wiederum ganz vorsichtig das Objektiv mir kreisenden Bewegungen gereinigt. Die Flecken sind weg, ich glaubs nicht. Wie die Flecken, nun auf der Außenseite des Objektivs, raufgekommen sind kann ich nicht sagen. Wir alle sind doch vorsichtig mit dem Umgang mit optischen Geräten aller Art.
Nochmals viele Grüße an alle, die mir geantwortet haben, und Ihnen Herr Schön besonderen Dank, auch Flecken wo man denkt sind innen, können durchaus doch außen sein, kriegt man weg.
Reinhard Jacob <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
 
Re: Angekündigte Reinigungsflüsigkeit verzögert sich

Ich muss mich noch letztmalig zu den Flecken melden. Ich war der Meinung, dass nach dem Reinigen diese wegwaren, daher schrieb ich dies ja auch. Einige Tage später, als ich die Objektive mit dest. Wasser nachreinigen wollte: alles war wie vorher, Flecken immer noch da. Es blieb mir nicht anderes übrig, als das Glas mit einem Bericht an Inercon-Spacetac zu senden. Also die Flecken waren wirklich innen. ICS hat sich sehr viel Mühe gegeben mir das Glas, das jetzt wieder im Regal steht, so zu reinigen, dass auch bei genauester Hinsicht nichts mehr zu erkennen ist. Herr Birkmaier rief mich kurz vor der Absendung des Glases perönlich an und teilte mir mit, dass er so etwas bei einem Fujinonglas bisher nicht gesehen hat. ICS führt dies auf die Reste einer Verschmutzung zurück. Jetzt ist jedenfalls ein lupenreiner Durchblick wieder möglich. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
Viele Grüss
Reinhard
 
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