Was zum probieren und helfen (Jupiter)

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Moderator3

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Hallo zusammen,

ich hab es endlich geschafft die 40GB Daten meiner letzten Jupiter Session von der Sternwarte runter zur holen.

Ich hab 5 Stunden lang alle 5 Minuten eine Aufnahme gemacht und möchte die jetzt zu einer Animation zusammen basteln. Dafür möchte ich natürlich ein Maximum aus dem Rohlbild raus holen. Leider kenn ich mich im neuen Registax noch nicht so gut aus wie in den alten Versionen des halb hier meine Frage an euch ob ihr mir weiter helfen könnt.

So sieht mein gestacktes Summenbild mit Standard einstellungen, ohne irgend einer Schärfung etc. aus:

Link zur Grafik: http://www.imageing-the-universe.com/sharing/Jupiter_tests/a_test%20jupiter.png


wenn ich es schärfe steh ich bei dem Ergebnis derzeit an:

Link zur Grafik: http://www.imageing-the-universe.com/sharing/Jupiter_tests/a_test_jupiter_processed.png

Grund dafür sind die Ring Artefakte am Rand. Ich verstehe auch nicht warum die so schnell auftreten, Gamma hatte ich um 100.

Und so sieht es klar überschärft aus.

Link zur Grafik: http://www.imageing-the-universe.com/sharing/Jupiter_tests/a_test%20jupiter_processed2.png

Details wären genug drinnen, nur wie hol ich sie ohne Artefakte raus?

Vielleicht kann jemand von euch die Bilder in Registax nachschärfen und mir einen Screenshot der Wavelet Einstellungen schicken?

Danke fürs Helfen.

CS,
Michi

PS: Das hie ist der Testlauf für meine 12 Stunden Animation :biggrin:
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Michi,

ich kenn das Problem. Ich lös das immer damit, dass ich den Rand der Planetenscheibe maskiere und somit weniger schärfe.

cs

Werner
 
Hallo Michi,

an meinem Monitor sehe ich die Ring-Artefakte insbesondere am rechten Planetenrand bereits in dem ungeschärften Summenbild. Grund ist möglicherweise, dass Du die Dynamik des Sensors nicht optimal ausgenutzt hast? Wenn ich mir das Histogramm anschaue kann ich erkennen, dass die maximalen Grauwerte nur knapp über der Hälfte liegen.

Mein Vorschlag zur Bildbearbeitung:

Ich habe diese Wavelet-Schärfung von Registax 6 verwendet:

Link zur Grafik: http://www.frankbrandl.com/webspace/wavelet.png

Danach habe ich dieses Bild in Photoshop geöffnet und mit dem ungeschärften Bild kombiniert (Rand ausgeschnitten mit "Feather 3".

Das Ergebnis:
Link zur Grafik: http://www.frankbrandl.com/webspace/geschaerft.png

Ich bin mir nicht sicher, ob diese Vorgehensweise "wissenschaftlich" korrekt ist und tippe, dass Andere hier noch wesentlich qualifizierter antworten können.

Viele Grüße

Frank
 
Hallo Michael,

zunächst einmal mein Respekt für Deine Mühe und Arbeit. Nur jemand der die Astronomie liebt, bringt sich so intensiv ein.
Mit welcher Kamera und mit welchen Einstellungen hast Du aufgezeichnet. Hast Du schon einmal eine Bildbearbeitung in Giotto ausprobiert?

Sternfreundlicher Gruß
Günther
 
Hi Frank,

du meinst also, wenn man das beim Aufnehmen berücksichtigt hat man die Probleme mit diesen Schärfungsartfakten am Planetenrand nicht?

Mir geht es halt immer so, dass die Planetenmitte noch einiges an Schärfung vertragen kann, der Rand springt aber immer vorzeitig ab. Somit ist eine differenzierte Bearbeitung meistens unumgänglich.
Wenn ich es richtig verstanden habe, will Michi genau so was vermeiden.

cs

Werner
 
Hallo Michael,

schön, dass Du uns hier Gelegenheit gibst ein wenig mitzuarbeiten! Um erstmal einen groben Eindruck von der Aufnahme zu bekommen, habe ich das bereits bearbeitete Bild in Fitswork mit dem interpolierenden dSinc-Algorithmus auf 140% vergrößert und die Grauwertskala gespreizt, damit das Bild heller wird. Dann habe ich noch eine weitere Kontraststeigerung mittels der in Fitswork angebotenen Wavelets vorgenommen (Detailverstärkung, Layer 1 und 2 jeweils auf 1,72).

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/a_test_jupiter_processed_lumi_dSinc140wD11722172_0-40Kg100_cr660x550.png

Das Bild erscheint schon recht detailliert, auch wenn man mit einem C14 unter guten Bedingungen mehr erwarten kann. Die Bedingungen sind aber sehr selten so, dass man die Leistung eines C14 ausnutzen könnte.

Auffällig sind in der Tat die "Ringartefakte". Eine mögliche Ursache sehe ich in der begrenzten Auslesegeschwindigkeit des Kamerachips. Einige von uns kennen das Problem von der DMK21 älterer Bauart, wenn man diese bei 60 fps ausliest. Wenn Ihr nach wie vor die ToU-Cam benutzt, könnte ich mir vorstellen, dass es mit dieser Kamera ähnliche Probleme gibt. Die aktuellen Kameramodelle verschiedener Hersteller, die mit dem Kamerachip ICX618 von Sony arbeiten, zeigen offenbar selbst bei 60 fps keine Ringartefakte mehr.

Kannst Du uns zu Eurer Aufnahmetechnik noch etwas verraten, z.B. Bildrate und Anzahl der Bilder in den einzelnen Farbauszügen, zeitliche Abstände zwischen den Farbauszügen, Belichtungszeiten und Gain, etc.?

Gruß, Jan

P.S. - Eben fällt mir auf, dass es wohl die ToU-Cam nicht gewesen sein kann, denn das ist doch eine Farbkamera. Womit hast Du denn dann aufgenommen und mit welchen Farbfiltern?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Jan_Fremerey:
Eine mögliche Ursache sehe ich in der begrenzten Auslesegeschwindigkeit des Kamerachips. Einige von uns kennen das Problem von der DMK21 älterer Bauart, wenn man diese bei 60 fps ausliest.

Hallo Jan,

das erinnert mich an folgenden Thread im TIS-Forum: http://www.theimagingsourceforums.com/showthread.php?322823-DMK21AF04-Artefacts-at-60fps

Ist wahrscheinlich allgemein bekannt, passt aber ganz gut zu Deiner Vermutung.

Gruß

Frank

 
Hallo zusammen,

nein, an die berüchtigten CCD Artefakt glaube ich hier nicht, denn diese treten bei allen betroffenen Kameras als Geisterkontur in positiver x-Richtung an harten dunkel-hell Kontrasten auf, siehe u.a. hier. Der Mond hätte in diesem Fall auch ein entspr. Artefakt abbekommen und der Rand Jupiters ist i.d.R. für dieses Artefakt weniger anfällig als z.B. der beleuchtete Rand von Planeten mit Phase.
Die Ringe verlaufen beim Bild hier immer innerhalb des Planeten in den Bereichen niedriger Dynamik und skalieren mit der Breite dieser Bereiche, gerade rechts im Bild breiter als links. Die CCD Artefakte haben dagegen immer die gleiche Breite. Zu seeligen ToUCam Zeiten gab es die harte Regel gerade am Jupiter den Helligkeits- und Gammaregler *immer* in Neutralstellung zu lassen, da die Darstellung sonst ein ausreichend helles Bild suggerierte, das eigentliche Bild nach der A/D Wandlung - nur beeinflusst von Gain und Belichtungszeit - aber zu dunkel und dynamikarm war, da Helligkeit und Gamma nach der A/D Wandlung erst in der Kameraelektronik digital in das Bild gerechnet werden. Resultat waren dann die berüchtigten Zwiebelringe in den Randbereichen Jupiters durch fehlende Dynamik. Gleiches vermute ich hier. Wie ist die Neutralstellung des Gammareglers dieser Kamera/Software, liegt "100" über neutral Gamma=1? Wie stand der Blacklevel/Helligkeitsregler? Ich würde zum Test eine Aufnahme mit entspr. neutralen Einstallungen und höherer Histogrammfüllung bei ansonsten gleichen Parametern machen, wahrscheinlich sind die Ringe dann verschwunden und es ist auch keine partielle Bearbeitung mehr nötig.

Viele Grüße & CS,
Oliver
 
Hallo Michael,

ich halte die angesprochenen "Zwiebelringe" für Artefakte durch "Schwabbelseeing", bei dem der Planete leicht unterschiedlich groß abgebildet wird. AM Monitor sieht man das so gut wie nicht während der Aufnahme, aber bei der nachfolgenden Bildbearbeitung kommts dann zum Vorschein.

Durch den unterschiedlichen Durchmesser hast am Rand unterschiedliche Dynamik, die ergibt diese Art von Artefakt :(

Hab ich ab und an auch bei meinen Aufnahmen.
 
Hallo zusammen,

danke für eure Rückmeldungen und Ergebnisse :) Ich kann es mir nicht wirklich erklären woher die Zwiebelringe kommen. Ich kenn sie nur von den Aufnahmen mit der ToUcam wenn der Gain zu hoch eingestellt war. Hier habe ich den Gain unter 100 gehabt. Das Seeing war auch recht gut. Hier ein live Video.


Ich sitz gerade in der Sternwarte und nehm seit einige Stunden Jupiter avis auf. Ich hab jetzt auch das Bild etwas heller gemacht und auch ein 2x Barlow in Verwendung. Mal schauen ob die Artefakte auch hier auftreten.

Ich stell euch gerne die Daten wieder zur Verfügung wenn ihr möchtet dann auch mit allen Infos zu den Aufnahme Daten.

CS,
Michi
 
Hallo Michael,

ich habe diese Zwiebelring-Artefakte auch, wenn ich mit einer Canon 40D oder einer Canon 5DM2 Jupiter hinter einer Televue 2x Barlow Avis über die Software Canon EOS Movierec aufnehme und anschließend mit der Wavelet-Schärfung von Registax "übertreibe".

Ich habe es bisher immer auf die Schärfung geschoben. Denn wenn ich etwas weniger aggressiv schärfe, sieht man die Ringe nicht mehr, verliert aber natürlich auch an Schärfeeindruck.

CS
Ralf
 
Hallo Frank,

in Deinem Bild sind aber auch noch Zwiebelringe zu sehen, wenn man das Bild mal ein wenig vergrößert.

Kannst Du bitte einmal Dein Verfahren für einen Laien noch etwas detaillierter beschreiben? Was ist die Logik hinter der Kombination des Ursprungsbildes mit dem geschärften Bild, verliert man dadurch nicht wieder zuviele Details oder willst Du damit nur den Rand des ungeschärften Bildes mit dem Zentrum des geschärften Bildes kombinieren?

Würde mich über Deine Erläuterungen freuen.

CS
Ralf
 
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