Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das wert?

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kleinermars

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Ich meine hier die Werbeaussage. Hat schon einmal einer der Teilnehmer hier ein als wasserdicht beworbenes Fernglas reklamiert? Es würde mich sehr interessieren, wie Händler und Hersteller darauf reagieren. Wird anstandslos ausgetauscht oder repariert oder wird nach einem Vorwand gesucht, die Gewährleistung auszuschließen? Es sind ja immer Grenzen angegeben, z.B. "wasserdicht bis maximal 3 m Tiefe und 2 min Dauer", da bestünde durchaus die Möglichkeit, eine Überschreitung dieser Grenzen zu behaupten.

Meine zweite Frage betrifft die Stickstofffüllung. Kann man insbesondere bei günstigen Ferngläsern davon ausgehen, dass diese Aussage Substanz hat? Immerhin müssten für eine dauerhafte Reinheit so einer Füllung die Dichtungen u.a. der Fokussiermechanik, die den Dreh am außenliegenden Stellrad auf die innenliegende Fokussiereinheit überträgt, sehr gut sein. Oder steht der eine oder andere Hersteller vielleicht sogar auf dem Standpunkt, dass eine Füllung mit normaler Fabrikluft immerhin auch eine 78%ige Füllung mit Stickstoff bedeutet und daher auch ohne weiteres als solche bezeichnet werden dürfe?

Ich frage, weil ich herausbekommen möchte, ob entsprechende Werbeaussagen bei einer Kaufentscheidung im niedrigen Preissegment als Kriterium herangezogen werden können.
 
Hallo kleinermars!
Auch mich würden die Antworten von "wirklichen Experten" diesbezüglich deiner Fragen sehr interessieren.
MFG hunter
 
Hallo Kleiner Mars,

ich habe das Glück als Geschenk seit einigen Jahren ein Marinefernglas zu besitzen, das sich bis heute in allen Lebenslagen als absolut (Wetter-)dicht und beschlagfrei erwiesen hat.
Vor einiger Zeit erlitt es einen bedauerlichen Unfall und mußte zur Reparatur, da sich an einem Okular etwas gelockert hatte. Diese war recht aufwändig, da auch die Abdichtung betroffen war.

Ich habe es mir nicht nehmen lassen, mir den Schaden genauer anzusehen und war erstaunt, welcher Aufwand nötig ist um eine mehrjährige Dichtigkeit des Glases sicherzustellen.
Auf meine Frage, wie lange die Trocken-Gasfüllung den austauschfrei bliebe sagte mir der Reparaturbetrieb, einige Jahre wäre das schon so, danach müßte man eben, wenn man Beschlag feststellt, die Gasfüllung erneuern und das Glas reinigen und eindichten lassen, was bei einen Qualitätsglas jederzeit problemlos gehe.

Zur Wasserdichtigkeit sagte der gute Mann seinerzeit, diese beziehe sich keinesfalls auf ein bewußtes abtauchen des Glases ins Wasser sondern sei dafür gedacht, dass ein Glas, wenn es denn Unfalles halber mal ins Wasser fällt oder Regen und ähnlichem ausgesetzt ist und anschließend geborgen wird, eben noch brauchbar ist. Nicht mehr und nicht weniger. Und das liest man, in anderen Worten, auch in der Gebrauchsanleitung.

Als Kriterium für die Brauchbarkeit bei einem Billig-Glas würde ich allein die Qualität des Bildes ansehen, der Rest ist letztlich unnützer Werbe-Firlefanz. Wenn Wasserdichtigkeit ein echtes Kriterium ist, z.B. w.g. Anwendungen in der Seefahrt oder ernsthafte Naturbeobachtung, dann kommen sowieso nur eine Handvoll Geräte in Frage, die leider alle nicht in die niedrigeren Preiskategorien fallen ... :(

Jörg
 
Hallo kleinermars und hunter,

ich bin zwar kein "wirklicher Experte" (was auch immer das würklich sein mag;)), aber ich finde eine solche Aussage "wasserdicht" schon vorteilhaft. Auf "Spritzwasser geschützt" oder ähnliche Abschwächungen würde ich nichts geben.

Bei meinem Fujinon 7x50 FMT-SX finde ich es sehr angenehm, dass ich die Okulare (und manchmal auch die Objektivlinsen) einfach mit einer Spritzflasche (aus den Laborfachhandel) mit reichlich warmem Wasser und ein klein wenig Spülmittel auswaschen kann. Anschließend noch mal mit demineralisiertem Wasser nachgespült, den letzten Tropfen mit einem Stückchen Klopapier aus dem Winkel der Linsenfassung abgesaugt und es ist sehr schonend aber einfach und schnell wieder tadellos sauber. Wäre es nicht als "Marineglas, wasserdicht, etc." deklariert, dann hätte ich mich niemals getraut, die Linsen mit viel Wasser so auszuspülen. Im Allgemeinen wird nämlich dringend davon abgeraten Linsen innerhalb der Fassung zu reinigen, weil über die Kapillarwirkung sonst eventuell Reinigungsflüssigkeit in die Optik gelangen könnte. Wenn das Fernglas jedoch als wasserdicht gekennzeichnet ist, gehe ich davon aus, dass die Linsenfassungen hinreichend abgedichtet für so einen Spülgang sind. Ich käme allerdings niemals auf die Idee das ganze Glas unter Wasser zu tauchen, oder damit schwimmen zu gehen ;)

Mittlerweile reinige ich auch die Augenlinse von meinem Seben-ED-Okular auf diese Weise, auch wenn selbiges nicht als wasserdicht bezeichtet wird. Bisher habe ich noch keinerlei Probleme damit gehabt.

Vieöe Grüße
Stephan
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Hallo Stephan,

die Aussage "wasserdicht" bezieht sich klarerweise nur auf normales Wasser. Wenn Wasser z.B. mit Spülmittel vermischt wird, sinkt die Oberflächenspannung enorm, und das Wasser gelangt in Ritzen, die sonst unzugänglich wären.

Insofern würde ich davon abraten, ein Fernglas mit spülmittelhaltigem Wasser zu behandeln. An dieser Stelle greift die Gewährleistung berechtigterweise nicht mehr.

Ansonsten ist die Stickstofffüllung eine schöne Sache, wenn man viel in den Tropen unterwegs ist, in allen anderen Anwendungsbereichen wäre mir die optische Qualität wichtiger.

Viele Grüße
Andreas
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Hallo Andreas,

Zitat von R_Andreas:
die Aussage "wasserdicht" bezieht sich klarerweise nur auf normales Wasser.

ja genau, man könnte auch sagen "normalerweise auf klares Wasser" ;)

Zitat von R_Andreas:
Wenn Wasser z.B. mit Spülmittel vermischt wird, sinkt die Oberflächenspannung enorm, [...]

D'accord, laut Wikipedia (Seifenblasen):
Die Oberflächenspannung des Seifenwassers ist nur etwa ein Drittel so groß wie die des Wassers.

Zitat von R_Andreas:
[...] und das Wasser gelangt in Ritzen, die sonst unzugänglich wären.

Aber hier fängt es aus meiner Sicht an, doch sehr obskur zu werden. Solange die Ritzen noch recht groß sind (Spritzwasser, was an an Wänden entlang rinnt), mag das vielleicht sogar stimmen, aber dann pfeift auch schon längst der Wind und das Gas durch. Bei den wirklich dünnen Ritzen hingegen, da ist die Kapillarität der Antrieb, welcher das Wasser voran bringt, und der dabei auftretende Druck kann schon ganz schön heftig werden:

Zitat Wikipedia:
Je kleiner der Durchmesser, desto größer sind der Kapillardruck und die Steighöhe. Eine Kapillare von 1 µm Durchmesser erzeugt einen Saugdruck von 2,8 bar, entsprechend einer Saughöhe bei benetzendem Wasser von 28 Metern.

Wenn du dir aber nun die Formel zur Steighöhe anschaust, so wirst du feststellen, dass selbige Proportional zur Oberflächenspannung ist. Also das Gegenteil dessen, was du zu suggerieren versucht, ist hier der Fall.


Zitat von R_Andreas:
Insofern würde ich davon abraten, ein Fernglas mit spülmittelhaltigem Wasser zu behandeln. An dieser Stelle greift die Gewährleistung berechtigterweise nicht mehr.

Wie gesagt, bei einem Fernglas, wo schon der Wind durch pfeift, mag man so argumentieren, aber nicht bei einem gasgefüllten gedichteten Gerät. Was dem Kapillareffekt von normalem Wasser mit hoher Oberflächenspannung stand hält, dass sollte auch dem um bis zu einem Drittel verminderten Kapillardruck von Spüliwasser locker gewachsen sein.

Viele Grüße
Stephan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Ich habe ein Steiner-Taschenfernglas, was man untertauchen können soll. Das habe ich nicht gemacht. Aber wenn es nach einem Einsatz in staubiger Umgebung (nicht Astronomie) total eingedreckt ist, kamm man es abbrausen. Das ist das beste, was man für die Optik tun kann, alle anderen Reinigungsmethoden bergen Gefahren.
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Hallo Stephan,

ich bin nicht sicher, ob der Steigdruck das beschreibt, was hier das Problem ist. Wikipedia ist leider einer recht unsichere Quelle, aber hier im Board gibt es bestimmt den einen oder anderen Naturwissenschaftler, der uns das erklären kann.

Zuerst habe ich gedacht, wenn ein Glas gasdicht von innen nach außen ist, muss es auch automatisch wasserdicht von außen nach innen sein. Aber man kann sich durchaus ventilartige Dichtungen vorstellen, die nur dicht bei einem inneren Überdruck sind. In diesem Fall wäre so ein Glas immer mindestens spritzwassergeschützt und erst ab einer gewissen Wassersäule undicht werdend. Dann könnte man wohl auch Wasser mit herabgesetzter Oberflächenspannung zur Reinigung verwenden.

Bei den einfachen Gläsern ohne N-Füllung, also den alten Jena Gläser, China Porros oder Fujinon FMT-SX wäre ich da eher vorsichtig. Solche Gläser dürften nur staubdicht sein, da wird es schon Stellen geben, wo Wasser beim reinigen der Linsen eindringen kann.

Viele Grüße
Andreas
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Vielen Dank für die bisherigen Antworten. Ich nehme mal mit, dass angesichts des Aufwandes, den man treiben muss, die Werbeaussage "wasserdicht und stickstoffbefüllt" bei niedrigpreisigen Ferngläsern nicht ernst zu nehmen ist und sich auch bei hochpreisigen Geräten nicht über die gesamte Lebenserwartung erstreckt, die man als Käufer zugrunde legt.

Bezüglich der ernstzunehmenden, also nicht nur behaupteten Stickstofffüllungen interessiert mich noch, ob es sich um Überdruckfüllungen handelt und ob Hersteller Indikatoren vorgesehen haben, mit denen man das Nachlassen des Überdruckes erkennen und ihn dann ggf. wiederherstellen lassen kann.

Außerdem würde mich noch interessieren, wie teuer eine solche Wartung ist und, wie ja schon eingangs erwähnt, ob jemand schon mal erfolgreich ein als wasserdicht beworbenes Fernglas wegen eines Wasserschadens reklamiert hat.
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Hallo Kleiner Mars,

ich habe seinerzeit rd. 250 € bezahlt, allerdings samt einiger Kleinteile, die bei dem Hoppala beschädigt worden waren. Das Zerlegen und wieder fügen braucht dabei die Hauptzeit und macht auf den Löwenanteil an den Kosten aus.

Jörg
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Gibt es denn hier irgendwelche konkreten Hinweise auf falsche Werbeaussagen? Ich lese pauschal immer wieder von "niedrigpreisigen" Gläsern. Was soll darunter zu verstehen sein? Der eine versteht darunter 20 EUR, der andere 200 EUR und noch einer vielleicht 1.000 EUR ... was sollen also pauschale Vermutungen über irgendwelche Eigenschaften von nicht näher spezifizierten Ferngläsern?

Und davon einmal abgesehen, bei welchen konkreten Verwendungen zu astronomischen Zwecken spielt das denn eine Rolle? Meine CZJ Gläser haben über 'zig Jahre gute Dienste geleistet und per Definition war keines davon irgendwie abgedichtet oder mit einer Druckfüllung versehen.

Gruß
Adson


PS: Übrigens haben die oft gescholtenen Steiner Gläser in den höheren Preiskategorien leicht zugängliche Prüf- und Füll-Ventile für Stickstoff.
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Die Information über die Steiner-Ferngläser ist interessant. Mit den "höheren Preisregionen" meinst Du vermutlich dasselbe wie ich mit den "hochpreisigen" Geräten. Bringt man sein Fernglas zur ambulanten Neubefüllung einfach zum Händler oder muss man es einschicken?

Wenn es eingeschickt werden muss, wird sich das bei einem billigen Glas wohl kaum lohnen, falls der Hersteller es überhaupt macht. Braucht man also diese Eigenschaft tatsächlich - nicht zu Astrozwecken, das ist ja klar, aber wenn man es entsprechend parallel verwendet - dann kauft man sich also vielleicht besser ein neues billiges Fernglas, wenn die Luft (oder der Stickstoff) raus ist. Oder man kauft sich eben ein teures Glas eines Herstellers mit guter Service-Abteilung und schickt es dorthin.

So sieht das für mich nach dem Stand der Dinge aus. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren - wie gesagt versuche ich eine sichere Kaufentscheidung zu treffen. Und da spielt es für mich schon eine Rolle, welchen Wert ich einer Werbeaussage beimessen kann. Ich bedanke mich nochmals für die Antworten!
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Hallo,

was ich Dir damit sagen wollte, ist eigentlich folgendes:

Wenn Du das Fernglas für Astronomie verwenden willst und es so behandelst, wie jeder normale Astronom seine Optiken und die dazugehörige (Fein-)Mechanik behandelt, dann ist es absolut uninteressant, ob das Glas wasserdicht und stickstoffgefüllt ist. Entscheidend ist 1. die optische und 2. die mechanische Qualität. Alles andere ist evtl. eine Zugabe, aber nicht "wichtig".

Gläser wie das Canon 12x36IS II sind optisch sehr gut, der Stabilisator ist eine hervorragende Sache - aber leider gibt es absolut keine "Abdichtung": Zur Fokussierung werden die Objektivlinsen verschoben, ich kann mir vorstellen dass dort sogar durch eindringenden Staub erheblicher Ärger mit dieser Mechanik entstehen kann. Auch die schon erwähnten Gläser von Zeiss Jena sind weder dicht noch gefüllt. Dennoch sind sie hervorragende Gläser - und das auch heute noch. Pfleglicher Umgang mit Präzisionsinstrumenten sollte selbstverständlich sein.

Wer zu den "Extremnutzern" gehört, die Ferngläser bei Wind und Wetter und vielleicht auch Salzwasser-gesättigter Luft verwenden müssen, werden ein wassserdichtes und gefülltes Glas schätzen. Zur Not überlebt es einen Sturz ins Wasser, kann mit sauberem Wasser abgespült werden und es beschlägt auch bei extremen Bedingungen (zumindest von innen) nichts. Nun kommt das ABER: Wie auch bei (wirklich) wasserdichten Uhren müssen solche Geräte regelmäßig geprüft und gewartet werden. Je nach Nutzung usw. wäre also alle ein oder zwei Jahre ein Servicetermin fällig: ggf. demontieren, reinigen, neu abdichten und füllen. Und genau dafür hat Steiner auch diese Ventile, um schnell und einfach den Fülldruck prüfen zu können und ggf. Abhilfe zu schaffen, wenn es nicht i.O. ist.

Wirklich dicht ist eine Dichtung eben immer nur eine gewisse Zeit. Das hat aber mit dem eigentlichen Wert des Fernglases wenig bis nichts zu tun.

Meint zumindest
Adson
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Was bei dieser ganzen Diskussion bisher überhaupt noch nicht zur Sprache gekommen ist, betrifft das Ausgasen und die Versprödung der verwendeten Dichtungsmaterialien.

Ihr braucht euch ja nur mal vor Augen führen, was aus einem gewöhnlichen Gummiring nach ein paar Jahren wird, nämlich ein elendes Häufchen von Krümeln. Es gibt zwar etwas bessere Materialien, aber es gibt keine elastomeren Dichtungsmaterialien, welche absolut immun gegen Alterung sind.

Dabei ist ein etwaiger Druckverlust infolge von Leckage noch das geringste Übel. Viel größere Sorgen sollte man sich darüber machen, dass organische Bestandteile und Weichmacher nicht nur nach außen in die Umgebung entweichen, sondern sich naturgemäß auch auf den optischen Flächen im Innern niederschlagen werden. Man braucht ja nur mal an den Innengeruch eines neuen Autos und den Schmierfilm auf der Innenseite der Windschutzscheibe zu denken, um eine Vorstellung von deratigen Ausdünstungen und ihren Folgen zu bekommen.

Eins ist jedenfalls sicher, elastomere Dichtungen haben nur eine endliche Lebensdauer. Sie können aufgrund der unausweichlichen Verflüchtigung ihrer Bestandteile langfristig sogar mehr Schaden anrichten als dass sie nützen.

Dies nur mal als Denkanstoß und zur allgemeinen Ernüchterung.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Die Schicht innen an Autoscheiben rührt in der Hauptsache vom Dreck der Verkehrsluft (Abgase!) und eher wenig bis kaum messbar von Innenausdünstungen - vermute ich.
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Warum füllt man die Ferngläser nicht mit Helium ?
Dann wären die doch auch gleich etwas leichter...

CS
Horst
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Hallo Horst,

Warum füllt man die Ferngläser nicht mit Helium ?
Dann wären die doch auch gleich etwas leichter...

die Gewichtsersparnis dürfte nur minimal sein, wahrscheinlich weniger als ein Gramm. Helium ist viel teurer als Stickstoff und schließlich sind Heliumatome kleiner als Stickstoffmoleküle, was die Abdichtung schwieriger machen dürfte.
Alles in allem, Dein Vorschlag bringt nichts und macht das Fernglas nur teurer.

Gruß

Manfred
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Hallo,

seit einigen Jahren habe ich ein Fujinon 7x50, wasserdicht und mit Stickstoff-Füllung. Ich setze das Glas auch auf dem Boot auf der Nordsee ein, wofür es ja auch gemacht sein soll, und es bekommt dadurch immer eine ordentliche Portion Salz ab.
Anschließend spüle ich das Gerät einfach unter dem Wasserhahn ab und alles ist wieder gut! Es ist also wasserdicht!
Was will man mehr?

Gruß

*entfernt*
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

In einem anderen Forum habe ich nun einen Hinweis auf die Art der Stickstofffüllung bei einem nicht namentlich bezeichneten High-End-Hersteller gefunden. Demnach werden dessen Ferngläser in einem Wärmeofen in einer Stickstoffatmosphäre endmontiert und es entsteht nach dem Abkühlen sogar ein geringer Unterdruck. Das Metalldruckgußgehäuse wird erst durch Lackieren auf die Dauer gasdicht. Nach dieser Methode hergestellt sollen die Ferngläser sehr lange gasdicht bleiben. Die Stickstofffüllung soll nicht nur der Beschlagneigung entgegenwirken, sondern auch das Einbringen von Pilzsporen verhindern sowie auch deren Möglichkeit, sich zu Pilzen zu entwickeln. So ein aufwendiges Verfahren lohnt sich wahrscheinlich wirklich nur ab einem gewissen Verkaufpreis.
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Nochmal zurück zur Garantiefrage:
Auch wenn es rein theoretischer Natur ist (wer läßt sein Glas schon ins Wasser fallen...), würde mich die Reaktion der Hersteller auf eine Reklamation schon interessieren.

In der Bedienungsanleitung zum Fujinon HCF beispielsweise, ist mit keinem Wort die Wasserdichtigkeit erwähnt, obwohl damit natürlich geworben wird.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß Werbeaussagen einen Garantieanspruch rechtfertigen. Da bleibt wohl nur, auf die Kulanz der Hersteller zu hoffen...

Gruß

Tim
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Hallo,

aus Erfahrung kann ich Dir sagen, dass Händler ab dem Zeitpunkt der Beweislastumkehr, also nach 6 Monaten gerne behaupten, man sei mit dem Fernglas wohl tauchen gegangen, wozu es definitiv nicht geeignet ist. Bei der Wasserdichtigkeit geht es tatsächlich darum, einen versehentlichen Sturz ins Wasser aushalten zu können, also den bestimmungsgemäßen Gebrauch mit möglichen Unfällen.

Falls wirklich ein wasserdichtes Glas benötigt wird, vielleicht beim Segeln oder in den Tropen, würde ich definitiv ein Glas der großen Drei kaufen, und das auch nur bei einem bekannt seriösen Händler, zum Beispiel bei Jülich in Bonn, und nicht anonym online, wo das Gerät vielleicht 50 Euro billiger ist, man aber am Ende keinen Ansprechpartner für Reklamationen hat. Ebenfalls nicht bei einem Astrohändler, der keine Ahnung von Ferngläsern hat, aber prinzipiell alles anbietet, was nicht weglaufen kann.

Um auf Deine Frage zurück zu kommen: Bei einem 150 Euro Fernglas von Fujinon sollte klar sein, dass die Wasserdichtigkeit eher theoretischer Natur sein wird, egal was Händler oder Firmenvertreter behaupten. Die Diskussion hat bereits gezeigt, wie aufwändig die Abdichtung von mechanisch beweglichen Teilen ist, und Fujinon verzichtet bei den FMT Gläsern nicht ohne Grund auf die Zentralfokussierung, obwohl diese nur spritzwassergeschützt sind! Der Aufwand würde die Gläser sicher in den vierstelligen Eurobereich bringen, was ich persönlich vollkommen ok fände für ein sehr gutes Porroglas.

Viele Grüße
Andreas
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Wenn ich wieder zurück im Büro bin, dann kann ich gerne einmal die Spezifikation für die Wasserdichtigkeit der HCF-Gläser zumailen.
Zum Innenleben der FMT(R)-Gläser ist noch anzumerken, dass dieses neben der 100%-tigen Stickstofffüllung auch noch zusätzlich kleine Silicagel-Pads beinhaltet, damit es dort immer schön trocken bleibt.
Auch unsere TS14x40-Modelle sind wasserdicht - und zwar so sehr, dass das Öffnen des Gehäuses für unsere Werkstatt schon recht aufwändig ist. Seinerzeit hatte ich ja von jenem Fall eines Ostsee-Skippers berichtet, der ein solches Glas per Schwimmgurt aus dem Salzwasser gefischt hatte. Nur das Batteriefach hatte nach der tagelangen Badetour gemuckt, so etwas lässt sich aber mit relativ wenig Aufwand beheben.

Weitere Wasserdichtigkeitsfragen gerne an korth@fujinon.de, ich bin nicht so regelmäßig hier in den Foren zugangen...

Schöne Grüße,

Stefan Korth




 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Hallo kleinermars,
ich benutze seit 1985 ein STEINER Comander 7x50.
Angeschafft habe ich das Glas zum segeln.
Es hat schon so manchen Schlag ,Schuß Salzwasser und Dauerregen aushalten müssen.Das Glas war in dieser Zeit
einmal im Kundendienst Der eingebaute Peilkompass hat mal
einen Schlag nicht ausgehalten.
Die Reparatur bei STEINER war kostenlos.
Normale Ferngläser die auch immer an Bord waren sind durch
Feuchtigkeit Wärme Kälte im Wechsel nach kürzester Zeit
innen angelaufen.
Mein STEINER Glas hat mich in den 25 Jahren noch nie im
Stich gelassen. Kann auch heute an dem Glas keine Schwachstellen feststellen vor allen Dingen keine trüben
Linsen dank der Stickstofffüllung.
Bin erst letztes Jahr zur Astronomie gekommen und benutze
auch hier dieses Glas.
Mit einem Satz dieses Glas ist für mich eine Lebensanschaffung.

Gruß
wspeer
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Hallo zusammen,

zum Thema Garantie würde ich sagen, daß man sich da in keinem Fall auf vollmundige Werbeversprechen beziehen kann.
Jedoch hat man die Möglichkeit ( die ich genutzt habe )
offizielle Datenblätter zu dem entsprechenden Glas vom
Hersteller anzufordern. In meinem Falle war das die Fa. Steiner von der ein Teil meiner Jagdgläser stammt.
Mit einem sehr freundlichen Begleitschreiben kamen die
angeforderten Spezifikationen inerhalb 2 Tagen frei Haus.

Kann ich jedem nur empfehlen der ein Glas über 400 € anschafft.

Gruss

Michael
 
Re: Wasserdicht, stickstoffbefüllt - was ist das w

Hallo kleinermars,
was ist nun aus dem TS APO 100mm, den hattest Du doch gemeint, geworden?
Gruß
Isarian
 
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