Wasserstrahl - es passiert was

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Lorchi

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Hallo,

ich muss jetzt doch mal kurz verkünden, dass der Wasserstrahlmann die Hälfte der Teile für mein Teleskop fertig hat. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />

Fotos habe ich noch nicht, bis auf das eine mit dem Handy geschossene, 2500 bar Wasser und Sand mit Mach 2,5 in Aktion:

Link zur Grafik: http://home.arcor.de/panacocha/astro/images/waterjet.jpg

Wahnsinn, tatsächlich mal ein paar Teile in den Händen zu halten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

Grüße, Henning
 
Hallo Henning,

nun bin ich gespannt, um welche Teile es sich handelt. In welcher Genauigkeit werden die Teile geschnitten. Bis 4000 bar Wasserdruck, Garnet und eine feine Düse aus Saphir ergeben eine gute Kombination, ohne das Metallgefüge thermisch zu beeinträchtigen.

Grüsse und CS

Paul
 
Hi Henning,

das sieht sehr motivierend aus! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Was für eine Materialstärke wird da geschnitten und hast Du das Material mitgebracht (darf man es mitbringen), oder läuft alles über den Wasserstrahlmann?

Ich nehme mal an, daß Du lediglich ein paar hübsche, technische Zeichnungen vorlegen mußtest?

-

Hoffentlich vergißt Du nicht vor lauter Freude, ein Teleskop draus zu machen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
(nicht daß Mir sowas passieren könnte... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" />)


Grüße, Ulrich
 
Hallo Ulrich, hallo Paul,

oben sieht man hauptsächlich Schlamm aus Wasser, Sand und Metall.

Ich habe dem Mann eigene 2d-CAD-Dateien mitgebracht (normales dwg/dxf). Eine technische Zeichnung tuts auch, aber das schlägt sich natürlich im Arbeitslohn nieder, je nach Aufwand. Das Material hatte er nicht alles, den Rest habe ich mitgebracht. Da kann man eigentlich alles mitbringen (was flach ist). Der Wasserstrahl schneidet fast alles. Holz kann problematisch sein, weil es bekanntermaßen aufweicht. Härteres Holz geht aber noch.

Auf dem Foto sieht man gerade das Schneiden der 5mm-Aluplatte. Ich habe gestaunt, wie schnell die fuhr. Ein bis zwei Zentimeter pro Sekunde waren es schon. Meine dicksten Teile sind 30 mm. Die Maschine schafft aber 200...

Die Außenkanten sind ganz leicht konisch und rau (die Schnittbreite ist oben ca. 0.8 mm (je nach Alter der Düse, aber das berücksichtigt die Maschine), und wird nach unten schmaler). D.h., Kanten, die exakt senkrecht sein sollen, müssen nachbearbeitet werden. Ich werde meine Kanten mit Feile und Schleifmaschine etwas 'tunen'. Nur mit einem Teil muss ich zu einem Bekannten, und nochmal mit dem Fräser drüber, das wird der OAZ-Stutzen. Zusammengenommen sind jedoch Wasserschneiden und jedwede Nachbearbeitung, zumindest in meinem Beispiel, wesentlich effizienter als das ganze ohne Wasserstrahl. Wenn man aber komplizierte Formen entwirft, wirds logischerweise mehr Zeichenarbeit <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Die Rauhigkeit der Schnittkante ist definiv größer als die Positionierungenauigkeit. Ich habe u.a. zwei Bajonettringe mit einem gemeinsamen Durchmesser von, weiß nicht mehr genau, etwa 420 mm entworfen, und dazwischen 0,2 mm Durchmesserdifferenz eingebaut. Nun, beim Aneinanderhalten sieht es so aus, als wenn nach dem Abschleifen der Kanten diese beiden auch mit diesem Spiel übereinanderpassen. Also ich bin begeistert.

Ach so, stimmt, ich wollte ja ein Teleskop draus bauen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Na dann werd ich mal mein Glück versuchen...

Grüße, Henning
 
Hallo Henning,

danke für die Details!

Bis ich meine Daten im Rechner hab, hätte ich meine Teile wohl schon fertig gesägt... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

Es ist wahrscheinlich dreist zu fragen, welchen Winkel der Konus hat (v.A. da er wohl jedesmal leicht anders sein wird), aber da Du von Feilen etc. sprichst, nehm ich an, daß er im Bereich 5° liegt?

Das Wasserstrahlschneiden kommt mir immer noch etwas derbe vor, hat aber einen gewissen Reiz.

Wie würdest Du die Rauhigkeit bei deinen Exemplaren in Sandpapierkörnung einschätzen (Oberfläche sieht aus, wie mit 120 er Geschmirgelt, o.Ä.)?

Glaubst Du, daß feine Strahlmaterialrückstände in den Randschichten der Schnittkanten verbleiben?
Und wenn ja, würdest Du es anhand der Dir vorliegenden Werkstücke als unkritisch einstufen?

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Die Sache mit den Bajonettringen hört sich nach einer sehr bebrüteten Konstruktion an- <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Ich hoffe Sie funzt so, oder besser, wie Du es dir erhofft hast! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />


Grüße,
Ulrich
 
Hallo Ulrich,

der Winkel ist recht klein. Also ein Sägeschnitt mit einer feinen Kreissäge ist definitiv schöner, Aber wenn ich an meine Handsägekünste denke, dann denke ich auch an viiiel nachfeilen. Das schöne hier ist, dass die Form ja schon exakt da ist.

Zum Winkel: der ist in der Tat immer etwas anders. Unten ist der Schnitt beim 5er Alu schätzungsweise 0,2 mm schmaler. Aber gemessen habe ich das nicht.
Mit einer gefrästen oder gedrehten Kante kann man es nicht vergleichen.

Ich habe aber insgesamt 80 Meter Schnittlänge aus verschiedensten Materialstärken, da wäre mir das Anzeichnen, Sägen und Nachfeilen zu krass geworden. Und bei weitem zu ungenau.

Subjektiv würde ich sagen, die Rauhigkeit sieht aus wie mit 240er Schleifpapier drübergegangen. Direkt neben dem Schnitt sieht die Oberseite des Werkstücks aus wie ganz fein gestrahlt, aber wirklich fein.

Beim Rausnehmen war alles voller Schlamm, einmal mit dem Wasserschlauch drüber war aber alles blitzblank. Sichtbare Rückstände fielen mir nicht auf, ich glaube, wenn, dann wird sich das eher im kleinen atomaren Bereich abspielen. Also bei dem was ich sehe, mache ich mir darüber gar keine Gedanken.

Also ich finde es gar nicht derbe, sondern sogar viel schonender als alles andere. Das Werkstück bleibt kalt und erleidet keine Gefügeveränderungen. Beim Sägen und Flexen wird ja eher richtig Gewalt ausgeübt.

Ich merke mir das, ich glaube das war nicht das letzte Mal dass ich was dahingebracht habe.

Grüße!
Henning
 
Hallo Henning!

Vielen Dank für deine ausführliche Einschätzung!

Du scheinst für deinen Anwendungsfall wohl ziemlich das Optimum gegriffen zu haben. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Nur würde ich bei nicht aushärtbaren Alulegierungen auch Sägen, etc. und Laserschneiden in Erwägung ziehen...

Ich denke, solange die Alu- Bauteile nicht Vibrationsgefährdet sind, und / oder noch nachbearbeitet werden, ist die Gefügeveränderung im Schnittbereich akzeptabel.

Aber für CFK und GFK u.Ä. müßte der Wasserstrahl doch besonders praktisch sein, oder was meinst Du?

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Merken solltest wohl nicht nur Du die Adresse, als Backup könntest Du sie z.B. weiterreichen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />


Danke für die Info´s!

Ulrich
 
Hi Ulrich,

nun ich berichte aus meinem profunden Halbwissen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" /> . Eigentlich habe ich ja von Werkstoffen gar keine Ahnung.

Der Wasserstrahl schneidet alles was hart ist, einzige Ausnahmen werden Materialien wie Diamant und Saphir sein.

Für schwerer verarbeitbare Materialien wie faserverstärkte Kunststoffe (CFK, GFK), VA-Stahl oder Titan ist es superpraktisch. Es kommt kein Staub in die Luft (CFK...), sondern dieser wird im Schlamm gebunden, man muss also keine Gesundheits-Schutzvorkehrungen treffen wie Atemmasken, Absaugungen... Es ist kein größerer Aufwand als Schaumgummi zu schneiden (abgesehen davon, dass die Maschine langsamer fahren muss, d.h. die Betriebsdauer und damit die Kosten steigen natürlich schon). Meine Fangspiegelstreben aus VA fallen daher auch sozusagen "nebenbei" mit ab <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" /> Da bin ich froh, denn VA zu sägen und zu feilen macht eher nicht so viel Spaß...

Gegenüber Fräsen und Laser hat der Wasserstrahl übrigens noch einen Vorteil: Man kann sehr dünne Schnitte damit machen (wo es kein Fräser schafft, höchstens eine Drahterodiermaschine) und auch sehr dünne Stege stehen lassen (wo der Laser zu heiß wäre). Ein Beispiel habe ich gesehen, wo zwischen zwei Teilen aus 20mm-Alu ein 0,3mm-Steg stehenblieb...

Der "Wasserstrahlmann" (ein 1-Mann-Betrieb) hier in München findet sich unter http://www.konturschneiden.de.

Andere Anbieter in Deutschland, die ich per Google gefunden hatte, hatte ich hier gepostet: Wasserstrahl-Links

Grüße, Henning
 
Hallo Henning!

Das nenn ich mal vernüftige Info´s! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Gutes Gelingen, und denk rechtzeitig an mich... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />


Grüße, Ulrich
 
Hallo,

nun gebe ich auch mal meinen Senf dazu :)

Aus meiner Erfahrung raus wird der Schnittspalt nach unten zu breiter und rauher (leider auch auf der Gutseite), ausser man hat 'ne aktuelle Maschine, die sowas über eine 5-Achs-Verstellung des Schneidkopfes kompensieren kann.
Der Effekt hängt sowohl vom Material ab was geschnitten wird als auch von der Dicke. Je dicker, desto mehr Aufweitung. Beeinflussbar ist die Schnittqualität in gewissen Grenzen über den Vorschub - je langsamer desto besser desto teurer. Bei "ökonomisch vorteilhaften" Vorschüben kann die Schnittfuge schon mal in Richtung "handgeführter Schneidbrenner" gehen.
Das hängt aber alles auch von den Maschinen ab. Ich habe vor einiger Zeit eine gesehen, die hat mit 0.1 mm Strahl auf 0.01 mm genau geschnitten.

Wenn's interessiert kann ich ja mal ein Bild so ner Schnittfuge reinstellen.

Gruesze,
Karsten

Ups, schon fast 5 Jahre alt ... :blush: :blush:
 
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