Hallo Benjamin,
um auf den Punkt zu kommen:
AlMgSi1 (3.2315)
http://www.ebay.de/itm/like/1213641...MENTS_IN_HLP:true&hlpht=true&ops=true&viphx=1
Gut zerspanbar und gut eloxierbar. Festigkeit liegt weit über der von Al99,5. Ist eigentlich trivial, daß man das nicht nimmt.
Bedingt auch AlMGSi0,5
Die Verarbeitung von Wald- und Wiesenstahl ist dann doch etwa anders als beispielsweise mit Alu. Man fährt andere Schnittgeschwindigkeiten, idealerweise andere Drehmeißelwerkstoffe. Z.B. baut sich bei der Verarbeitung von Aluminium mit Hartmetall Material des Werkstücks auf dem Drehmeißel auf, was zu Lasten der Oberfläche geht. Das darf ich Dir als u.a. gelernter Zerspanungsmechaniker mitgeben.
Benjamin, darf man fragen, welche Art von Drehmeisel Du zur Verfügung hast? HSS oder Hartmetall? Bei Aluminium ist ein geschliffener HSS-Meißel immer besser als Hartmetall (z.B. P25 oder P40). Freistiche von Gewinden sind eigentlich genormt (siehe Tabellenbuch für Metallverarbeitung). Solltest Du Gewinde mit einem Drehmeisel drehen, laß die letzten Späne langsam durchlaufen . Wenn der Span blank ist wie Lametta, hast Du ein 1A gewinde. Der letzte Span hat eine Zustelltiefe von 0,05 mm. Falls Du kein Petroleum zur Hand hast, WD40 reicht aus.
Ein Tipp noch beim Gewindeschneiden. Gerade dann, wenn Gewinde auf einer gewissen Länge gedreht werden sollen.
Messe nach, welche Steigung die Leitspindel (nicht Zugspindel) Deine Drehbank hat. Wenn ein ganzzahliger Wert dabei rauskommt, wenn Du diese Steigung durch die Steigung des zu fertigenden Gewinde teilst, dann kannst Du die Schlossmutter im Freistich lösen, den Meissel (Oberschlitten) zurück fahren, Support zurückfahren (Meßuhr an den Oberschlitten) und landest beim nächsten "Span" wieder genau in dem Gewindegang. Zustelltiefe bis zum Kerndurchmesser: Man fährt erstmal mehrere Zehntel Millimeter und bei einer Differenz von +0,1 zum Kerndurchmesser fährt man langsame Drehzahlen für einen spiegelblanken, sauberen Gewindegang.
Also ich würde Gewindeschneiden üben an Deiner Stelle. Macht Spaß und wenn Du obigen Tipp gut umsetzen kannst, schneidest Du ein gutes,sauberes Gewinde in wenigen Minuten. Bei Außengewinden kannst Du dann höhere Drehzahlen fahren. Bei Innengewinden würde ich es nicht drauf anlegen.
Die Meßuhr (mit dem Meßfinger am Support) gibt Dir die Sicherheit, daß Du beim nächsten Span nicht zu viel abnimmst und dich so Schritt für Schritt einem sauberen Gewinde näherst.
Die wichtigsten Durchmesser die zueinander laufen sollen, würde ich in einer Spannung drehen.
Beim Ablängen oder Plandrehen würde ich darauf achten, daß der Rundlauf stimmt. I.d.R. hat man sich die weichen Spannbacken auf die gängigsten Durchmesser angedreht.
Ach ja, evtl. solltest Du bei Deiner Drehbank prüfen, ob diese nicht konisch zieht. Wenn Du dafür kein Meßwerkzeug hast, dann drehe ein Werksstück einfach mal auf einer gewissen Länge (z.B. 100 mm) auf einen definierten Durchmesser. Messe mal auf die Distanz, ob der Durchmesser nicht zu oder abnimmt.
Letzteres ist für längere Teile relevant.
Je nach Ausstattung Deiner Drehbank plus Werkzeugen gäbe es da noch weitere Tipps. Vielleicht waren da aber schon Dinge dabei, die Dir bekannt waren. Ich denke, es schadet aber an der Stelle nicht.
Ich wünsch Dir viel Spaß beim Drehen von Verlängerungshülsen. Ach, wo Du Gewinde einsetzen kannst, nimmt Gewinde. Das kann auch bei der Fertigung von Vorteil sein. Wenn Du die Verlängerungshülsen mit etwas PTFE-Fett verschraubst, kannst Du einen Satz so drehen, daß diese Hülsen zueiander laufen. Du nimmst das Gewinde eben einfach als Spannvorrichtung (nur beim Schlichten).
Grüsse,
Gerrit