Welche Aluminiumlegierung für Verlängerungshülsen

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BenBetta

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Hallo,
da ich die Möglichkeit habe mir Adapter selber zu drehen, ist meine Frage recht einfach:
Gibt es bestimmte Voraussetzungen für die Art der Aluminiumlegierung für Verlängerungshülsen oder ist das egal?

Grüße,
Benjamin
 
Hallo Benjamin,

was möchtest Du denn verlängern? Falls es um Hülsen zwischen Okularauszug und Okular geht, so sind die Belastungen vermutlich nicht hoch. Nimm einfach eine gut verarbeitbare Legierung, die auch gerne etwas korrosionsfester sein darf. Dann fallen alle mit Kupfer weg. Soll sie hart oder dekorativ eloxiert oder verchromt werden, muß sie dafür geeignet sein. Al 99,5 ist zu weich, also nicht gut zu bearbeiten und im Betrieb gerne verkratzend oder für andere Beschädigungen anfällig.

Eine kleine Übersicht ist auf http://www.herrmann-buntmetall.de/files/layout/downloads/herrmann.pdf zu finden.

Grüße

fquadrat
 
Hallo Benjamin

So profan es auch klingt: "Aluminium in Dreh- und Fräs-Qualität".
Vielleicht hast Du einen Werkzeugbau um die Ecke, den Du nach ein paar Rohlingen fragen kannst.
Messing wäre auch eine Option und verarbeitet sich gut - die Gewinde laufen vom Trend etwas besser. Dafür ist es schwerer (eher für kurze Adapter als für lange Hülsen).

Die eigentliche Kunst ist jedoch, ein geringes Spiel einzuhalten, um die Passfähigkeit der Teile zueinander auch in einem größeren Temperaturbereich zu gewährleisten. Das Frei-Drehen der Gewinde-Enden gehört genauso dazu.

Es braucht am Anfang etwas Feingefühl und Geduld - wie bei jeder neuen Sache.
Ich kann ein Lied davon singen...

Für die ersten Tests ruhig preiswerten Wald-und Wiesenstahl nehmen, bis die Maßhaltigkeiten und Fertigkeiten routinierter werden.
Viel Glück!

P.S. Hast Du bereits Erfahrungen in Metallverarbeitung?


beste Grüße, Jan.


 
Hallo Benjamin,

um auf den Punkt zu kommen:
AlMgSi1 (3.2315)

http://www.ebay.de/itm/like/1213641...MENTS_IN_HLP:true&hlpht=true&ops=true&viphx=1

Gut zerspanbar und gut eloxierbar. Festigkeit liegt weit über der von Al99,5. Ist eigentlich trivial, daß man das nicht nimmt.

Bedingt auch AlMGSi0,5

Die Verarbeitung von Wald- und Wiesenstahl ist dann doch etwa anders als beispielsweise mit Alu. Man fährt andere Schnittgeschwindigkeiten, idealerweise andere Drehmeißelwerkstoffe. Z.B. baut sich bei der Verarbeitung von Aluminium mit Hartmetall Material des Werkstücks auf dem Drehmeißel auf, was zu Lasten der Oberfläche geht. Das darf ich Dir als u.a. gelernter Zerspanungsmechaniker mitgeben.

Benjamin, darf man fragen, welche Art von Drehmeisel Du zur Verfügung hast? HSS oder Hartmetall? Bei Aluminium ist ein geschliffener HSS-Meißel immer besser als Hartmetall (z.B. P25 oder P40). Freistiche von Gewinden sind eigentlich genormt (siehe Tabellenbuch für Metallverarbeitung). Solltest Du Gewinde mit einem Drehmeisel drehen, laß die letzten Späne langsam durchlaufen . Wenn der Span blank ist wie Lametta, hast Du ein 1A gewinde. Der letzte Span hat eine Zustelltiefe von 0,05 mm. Falls Du kein Petroleum zur Hand hast, WD40 reicht aus.

Ein Tipp noch beim Gewindeschneiden. Gerade dann, wenn Gewinde auf einer gewissen Länge gedreht werden sollen.
Messe nach, welche Steigung die Leitspindel (nicht Zugspindel) Deine Drehbank hat. Wenn ein ganzzahliger Wert dabei rauskommt, wenn Du diese Steigung durch die Steigung des zu fertigenden Gewinde teilst, dann kannst Du die Schlossmutter im Freistich lösen, den Meissel (Oberschlitten) zurück fahren, Support zurückfahren (Meßuhr an den Oberschlitten) und landest beim nächsten "Span" wieder genau in dem Gewindegang. Zustelltiefe bis zum Kerndurchmesser: Man fährt erstmal mehrere Zehntel Millimeter und bei einer Differenz von +0,1 zum Kerndurchmesser fährt man langsame Drehzahlen für einen spiegelblanken, sauberen Gewindegang.

Also ich würde Gewindeschneiden üben an Deiner Stelle. Macht Spaß und wenn Du obigen Tipp gut umsetzen kannst, schneidest Du ein gutes,sauberes Gewinde in wenigen Minuten. Bei Außengewinden kannst Du dann höhere Drehzahlen fahren. Bei Innengewinden würde ich es nicht drauf anlegen.

Die Meßuhr (mit dem Meßfinger am Support) gibt Dir die Sicherheit, daß Du beim nächsten Span nicht zu viel abnimmst und dich so Schritt für Schritt einem sauberen Gewinde näherst.

Die wichtigsten Durchmesser die zueinander laufen sollen, würde ich in einer Spannung drehen.

Beim Ablängen oder Plandrehen würde ich darauf achten, daß der Rundlauf stimmt. I.d.R. hat man sich die weichen Spannbacken auf die gängigsten Durchmesser angedreht.

Ach ja, evtl. solltest Du bei Deiner Drehbank prüfen, ob diese nicht konisch zieht. Wenn Du dafür kein Meßwerkzeug hast, dann drehe ein Werksstück einfach mal auf einer gewissen Länge (z.B. 100 mm) auf einen definierten Durchmesser. Messe mal auf die Distanz, ob der Durchmesser nicht zu oder abnimmt.
Letzteres ist für längere Teile relevant.

Je nach Ausstattung Deiner Drehbank plus Werkzeugen gäbe es da noch weitere Tipps. Vielleicht waren da aber schon Dinge dabei, die Dir bekannt waren. Ich denke, es schadet aber an der Stelle nicht.

Ich wünsch Dir viel Spaß beim Drehen von Verlängerungshülsen. Ach, wo Du Gewinde einsetzen kannst, nimmt Gewinde. Das kann auch bei der Fertigung von Vorteil sein. Wenn Du die Verlängerungshülsen mit etwas PTFE-Fett verschraubst, kannst Du einen Satz so drehen, daß diese Hülsen zueiander laufen. Du nimmst das Gewinde eben einfach als Spannvorrichtung (nur beim Schlichten).

Grüsse,
Gerrit
 
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Hallo zusammen,
danke schon einmal für die ausführlichen Antworten. Ich habe die Möglichkeit in der Uniwerkstatt mit den Leuten dort Adapter zu fertigen. Das würde mich nur das Material kosten. Der Adapter soll zwischen OAZ und Kamera.

Muss ich da eigentlich irgendetwas besonders beachten, da er in den optischen Weg kommt bzgl. Reflexion?

Über die Länge des Adapters weiß ich bis jetzt noch nicht wirklich etwas, da ich vergessen habe zu messen und ich nicht bei mir zuhause bin, müssten aber so um die 40mm für M82 Gewinde sein und ein sehr kurzbaueder (nach möglichkeit 0mm opt. Baulänge) Adapter von M68 auf M48 Gewinde sein.
 
Hallo Benjamin,

wofür soll der Adapter denn sein? Vielleicht habe ich noch eine Zeichnung.
Wenn ich M82 lese, dann denke ich direkt an den Baader Steeltrack, 3" Focuer von TS oder APM und den Riccardi Reducer....

Da kann ich Dir nur mitgeben:
- Denk an die Fokuswegverlängerung, falls Du mit 3 mm Filter aufnimmst: 1 mm zusätzlich.
- Denk auch an die Justagemöglichkeit

LG
Gerrit
 
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Hi,
nochmal, da sich der Beitrag nicht mehr editieren lässt...

@Gerrit: Du hattest mir doch mal die Hauptspiegelhalterung meines 10 Zöller gerettet. Da habeich auch von dir einen 3" OAz mit Schraubadapter bekommen. Weißt du zufällig noch, welche Gewinde der Adapter hat? Da der in den TS 3,3" passt hat der ja ein M71x0,75a Gewinde. Geschätzt habe ich M68x1i und M82x1i für die anderen, kann das aber leider nicht testen.
 
Hi Benjamin,

ach Du bist das. Ich hatte da so einen leisen Verdacht. Hätte aber der Signatur nach drauf kommen können.
Hoffe die Hauptspiegelhalterung verrichtet nach wie vor ihren Dienst und das Löten hat sich gelohnt?

Ich kann mal meine Zeichnungen durchforsten.

Der TS3,3" hat M74*0,75 an Steigung. Entgegen der 3" OAZ von TS und APM, die haben M74x1 außen Gewinde.

Was hast Du denn vor? Wynne Korrektor ? GPU?
Grüße,
Gerrit
 
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Hi Gerrit,
ja der funktioniert einwandfrei.

Ich habe den TS3,3".

Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich wirklich 900€ für einen KK ausgeben möchte, da auch irgendwann mal eine CCD ind er Anschaffung anstehen soll.

Im Moment liebäugel ich eher mit dem GPU, aber das sind ja auch 2", wie beim RCC und wird dahingehend zumindest für das unvignettierte Bildfeld nichts bringen.
 
AlMgSi1 macht gerne fiese Endlosspäne, dafür schöne Oberflächen. Mit Kühlschmierstoff geht's gut, trocken nimm mal lieber 2007, was sich auch sehr gut mit Haushaltsmitteln eloxieren lässt. 7075 ist meine Lieblingslegierung - trocken schöne Späne ohne Aufbauschneide bei glänzender Oberfläche und auch mit einfachen Mitteln gut eloxiertbar (über 20°C). Alles bei anständiger Festigkeit --> geringere Wandstärken als bei 2007 möglich.
 
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