lpaelke
Aktives Mitglied
Welche Auflage des "Atlas für Himmelsbeobachter" von Erich Karkoschka gefällt euch am besten? Und warum?
Vor ein paar Tagen ist ja die 8. Auflage herausgekommen, und in den letzten beiden Nächten konnte ich sie auch schon zum Beobachten nutzen. Da ich bisher meist die 5. Auflage verwendet habe, waren da schon deutliche Unterschiede zu bemerken. Und am Ende der Nacht war ich mir nicht so ganz klar darüber, welche Auflage mir denn nun besser gefällt. Deshalb würde ich gerne mal hören, wie andere Leute das sehen.
Natürlich ist klar, dass jeder eigene Präferenzen hat, die auch davon abhängen, wie und wofür man den Karkoschka nutzt.
Ich verwende ihn für spontane Beobachtungen mit meinen Grab&Go-Teleskopen (80mm f/7 Refraktor und 6" SCT) und Ferngläsern (8x40, 10x50 und 20x80).
Wenn ich was Bestimmtes beobachten möchte, recherchiere ich vorher am PC und drucke mir eine Aufsuchkarte mit Eye&Telescope aus. Wenn ich meinen 12"-Dobson rausschleppe, dann nehme ich auch ausführlichere Literatur mit (i. d. R. Atlas und Reiseführer von Stoyan). Für diese Fälle nutze ich den Karkoschka also nicht.
Vom Karkoschka habe ich die 3., 4., 5., 7. und 8. Auflage da.
Von der 3. zur 4. ist der Anhang mit s/w-Fotos dazugekommen. Manchmal ist es doch recht hilfreich, wenn man weiß, wie das Objekt aussieht, das man sucht. Von daher ein klares Plus für die 4. Auflage.
Die 5. Auflage hat eine Spiralbindung, was ich als praktisch empfinde (zumindest solange es nicht zu windig ist). Also auch hier für mich eine klare Verbesserung.
Zur 7. Auflage hat sich dann einiges verändert (evtl. teilweise schon zur 6., aber die habe ich nicht, deshalb kann ich dazu nichts sagen):
Es ist Farbe dazugekommen. Brauche ich nachts bei Rotlicht nicht. Andererseits wurden die Farben so gewählt, dass sie bei Rotlicht funktionieren, also stören sie auch nicht. Somit für mich neutral.
Die Fotos sind aus dem Anhang auf die jeweilige Doppelseite gewandert. Wenn man tatsächlich mal ein Vergleichsbild betrachten möchte, ist das schon komfortabler. Nett zu haben, aber für mich kein entscheidender Vorteil.
Die Ausschnitte der Detailkarten sind auf der Übersichtskarte markiert. Das beschleunigt die Orientierung beim Wechsel zur Detailkarte. Sehr gut.
Der Maßstab der Übersichtskarten ist etwas größer geworden (erst mal gut). Da nun aber Fotos auch auf der Kartenseite sind, ist weniger von der Umgebung dargestellt. Darunter leidet die grobe Orientierung.
Was das Ganze aber noch schlimmer macht und dazu geführt hat, dass ich die Auflage kaum genutzt habe, ist, dass die Bezeichnungen der Anschlusskarten fehlen. Sehr schlecht.
In der 8. Auflage wurde das korrigiert, sodass sie beim "Wandern" entlang des Firmaments jetzt wieder besser nutzbar ist. Andererseits vermisse ich immer noch die weitere Umgebung. So wollte ich z. B. beim Aufsuchen von NGC 2244 (dem Sternhaufen im Rosettennebel) für die grobe Positionierung der Telrad-Kreise auch Beteigeuze nutzen. Dafür musste ich dann aber umblättern, um zusätzlich eine andere Übersichtskarte zu nutzen. (Meist orientiere ich mich grob mit dem Telrad und pirsche mich dann mit dem Sucher heran.)
Was mich am Karkoschka ja schon immer fasziniert hat, ist die sehr hohe Informationsdichte. Aber bei der aktuellen Auflage hat er es meiner Ansicht nach ein bisschen übertrieben: So sind in den Fotos von Sternhaufen die Haufenmitglieder jetzt mit einem Punkt markiert. Die Info ist für mich beim Beobachten aber nicht wichtig. Zwar denke ich beim Beobachten schon kontemplativ darüber nach, was ich da beobachte. Aber dafür ist es mir nicht wichtig, dass ich bei jedem einzelnen Stern weiß, ob er zum Haufen gehört oder davor oder dahinter steht. Leichte Abzüge für die Ästhetik, aber nicht sonderlich störend.
Was ich aber komplett unnötig finde, sind die auf Gaia-Daten basierenden Sternhaufen-Abbildungen mit den Bewegungen über einige Zigtausend Jahre. Meiner Ansicht nach reine Platzverschwendung.
Von daher wird die 8. Auflage bei mir wohl einen Platz in einer meiner Grab&Go- oder Fernglas-Taschen finden (fragt sich nur, in welcher?), aber die 5. Auflage werde ich auch noch weiter nutzen.
Jetzt bin ich auf eure Ansichten und Erfahrungen gespannt.
CS, Lutz
Vor ein paar Tagen ist ja die 8. Auflage herausgekommen, und in den letzten beiden Nächten konnte ich sie auch schon zum Beobachten nutzen. Da ich bisher meist die 5. Auflage verwendet habe, waren da schon deutliche Unterschiede zu bemerken. Und am Ende der Nacht war ich mir nicht so ganz klar darüber, welche Auflage mir denn nun besser gefällt. Deshalb würde ich gerne mal hören, wie andere Leute das sehen.
Natürlich ist klar, dass jeder eigene Präferenzen hat, die auch davon abhängen, wie und wofür man den Karkoschka nutzt.
Ich verwende ihn für spontane Beobachtungen mit meinen Grab&Go-Teleskopen (80mm f/7 Refraktor und 6" SCT) und Ferngläsern (8x40, 10x50 und 20x80).
Wenn ich was Bestimmtes beobachten möchte, recherchiere ich vorher am PC und drucke mir eine Aufsuchkarte mit Eye&Telescope aus. Wenn ich meinen 12"-Dobson rausschleppe, dann nehme ich auch ausführlichere Literatur mit (i. d. R. Atlas und Reiseführer von Stoyan). Für diese Fälle nutze ich den Karkoschka also nicht.
Vom Karkoschka habe ich die 3., 4., 5., 7. und 8. Auflage da.
Von der 3. zur 4. ist der Anhang mit s/w-Fotos dazugekommen. Manchmal ist es doch recht hilfreich, wenn man weiß, wie das Objekt aussieht, das man sucht. Von daher ein klares Plus für die 4. Auflage.
Die 5. Auflage hat eine Spiralbindung, was ich als praktisch empfinde (zumindest solange es nicht zu windig ist). Also auch hier für mich eine klare Verbesserung.
Zur 7. Auflage hat sich dann einiges verändert (evtl. teilweise schon zur 6., aber die habe ich nicht, deshalb kann ich dazu nichts sagen):
Es ist Farbe dazugekommen. Brauche ich nachts bei Rotlicht nicht. Andererseits wurden die Farben so gewählt, dass sie bei Rotlicht funktionieren, also stören sie auch nicht. Somit für mich neutral.
Die Fotos sind aus dem Anhang auf die jeweilige Doppelseite gewandert. Wenn man tatsächlich mal ein Vergleichsbild betrachten möchte, ist das schon komfortabler. Nett zu haben, aber für mich kein entscheidender Vorteil.
Die Ausschnitte der Detailkarten sind auf der Übersichtskarte markiert. Das beschleunigt die Orientierung beim Wechsel zur Detailkarte. Sehr gut.
Der Maßstab der Übersichtskarten ist etwas größer geworden (erst mal gut). Da nun aber Fotos auch auf der Kartenseite sind, ist weniger von der Umgebung dargestellt. Darunter leidet die grobe Orientierung.
Was das Ganze aber noch schlimmer macht und dazu geführt hat, dass ich die Auflage kaum genutzt habe, ist, dass die Bezeichnungen der Anschlusskarten fehlen. Sehr schlecht.
In der 8. Auflage wurde das korrigiert, sodass sie beim "Wandern" entlang des Firmaments jetzt wieder besser nutzbar ist. Andererseits vermisse ich immer noch die weitere Umgebung. So wollte ich z. B. beim Aufsuchen von NGC 2244 (dem Sternhaufen im Rosettennebel) für die grobe Positionierung der Telrad-Kreise auch Beteigeuze nutzen. Dafür musste ich dann aber umblättern, um zusätzlich eine andere Übersichtskarte zu nutzen. (Meist orientiere ich mich grob mit dem Telrad und pirsche mich dann mit dem Sucher heran.)
Was mich am Karkoschka ja schon immer fasziniert hat, ist die sehr hohe Informationsdichte. Aber bei der aktuellen Auflage hat er es meiner Ansicht nach ein bisschen übertrieben: So sind in den Fotos von Sternhaufen die Haufenmitglieder jetzt mit einem Punkt markiert. Die Info ist für mich beim Beobachten aber nicht wichtig. Zwar denke ich beim Beobachten schon kontemplativ darüber nach, was ich da beobachte. Aber dafür ist es mir nicht wichtig, dass ich bei jedem einzelnen Stern weiß, ob er zum Haufen gehört oder davor oder dahinter steht. Leichte Abzüge für die Ästhetik, aber nicht sonderlich störend.
Was ich aber komplett unnötig finde, sind die auf Gaia-Daten basierenden Sternhaufen-Abbildungen mit den Bewegungen über einige Zigtausend Jahre. Meiner Ansicht nach reine Platzverschwendung.
Von daher wird die 8. Auflage bei mir wohl einen Platz in einer meiner Grab&Go- oder Fernglas-Taschen finden (fragt sich nur, in welcher?), aber die 5. Auflage werde ich auch noch weiter nutzen.
Jetzt bin ich auf eure Ansichten und Erfahrungen gespannt.
CS, Lutz