Hallo Rolf,
ehe Du Dich an Fotografie wagst, solltest Du die Basics in der Astronomie durch eigene Praxis kennen. Dann hast später bei der Fotografie Freude statt Frust.
Dein Budget ist ok, damit läßt sich was ordentliches anfangen. Wenn Du die EQ-6 vom Gewicht her alleine tragen und aufbauen kannst, dann nimm die. Sie bietet für fotografische Ambitionen mehr Möglichkeiten als die leichtere HEQ-5.
Gehen tut Fotografie mit beiden.
Da Du bereits eine DSLR hast, kannst Du parallel zum Einlernen in die Astronomie auch schon erste Fotos machen. Aber nicht durch ein Teleskop. Denn ohne Minimalkenntnisse ist das für einen Anfänger fast nicht zu packen.
Du solltest dazu die Kamera auf eine kurze Prismenschine setzen und sie statt eines Teleskopes auf die Montierung setzen. Oder Huckepack auf ein kleines, leichtes Teleskop. Fange mit Weitwinkelaufnahmen oder maximal einem kurzen Tele an. Zoomobjektive sind nicht so gut. Da kann sich die Brennweite während der Aufnahme verstellen. Und sie haben üblicherweise auch keine gute Qualität bei der Abbildung der Sterne in den Ecken. Festbrennweitenobjektive sind da die bessere Wahl.
Laß Dich nicht verunsichern, eine DSLR mit nem kleinen Teleobjektiv (bis 200 oder 300 mm Brennweite) schaut erstmal witzig aus auf einer Montierung der EQ5 oder EQ6 Klasse. Aber damit lassen sich bereits schöne Astro-Aufnahmen machen...
Hole Dir ein Planetariumsprogramm (z.B. Stellarium) und gebe dort mal verschiedene Brennweiten für Fotoobjektive und Deine DSLR ein und laß Dir das Gesichtsfeld über den Sternhimmel legen.
Ehe Du das erste Foto schießen kannst, mußt Du lernen, wie man die Montierung aufbaut und einnordet. Einscheinern ist noch besser. Je genauer Du die Nordrichtung und die Polhöhe einstellen kannst, desto länger kannst Du dann die Fotos belichten, ehe aus den punktförmigen Sternen "Eier" werden.
Lange Belichtungszeiten sind wichtig für Deepsky-Aufnahmen. Mit gut eingescheinerter Montierung sollten 1-2 Minuten Belichtungszeit machbar sein. Da kommt schon was auf den Chip.

Viele Bilder von einem Motiv machen, Raw Modus verwenden, und dann Bildbearbeitung lernen. Astronomische Bildbearbeitung hat nichts mit der für Urlaubsfotos üblichen Nachbesserung zu tun. Garnix.
Astrobildbearbeitung ist richtig zeitaufwendig. Stacken, Kalibrieren, Stretchen, Gradienten beseitigen, feine Details betonen, ... Dazu brauchst verschiedene Software. Ein Teil kannst mit Freewaretools machen, aber der Rest geht eigentlich nur vernünftig mit Kaufsoftware. Das geht nochmal richtig ins Geld.
Zum Teleskop:
da kommt es darauf an, was Du beobachten und später fotografieren möchtest.
Wenn es Sonnenflecken, Mondkrater und Planeten (mit Webcam) sowie kleine Planetarische Nebel und Galaxien (mit DSLR) werden sollen, dann wäre ein langbrennweitiges Teleskop wie ein SC oder Maksutov das richtige. Sollen es eher ausgedehnte H2 Regionen werden, ist eine kurze Brennweite (Newton f=4,5 oder f=5 oder ein APO) angesagt.
Mit dem Hintergedanken an Fotografie sollte das Gewicht des Teleskopes maximal die Hälfte der angegebenen Tragfähigkeit der Montierung betragen. Denn für Fotografie durch das Teleskop kommt noch einiges an Zubehör (und somit Gewicht) dazu. Komakorrektor bei Newtons, Bildfeldebner bei Refraktoren, Off-Axis Guider oder Leitrohr/Sucher, Guidingcamera, DSLR oder CCD-Kamera samt Filterrad und Filtern, Kabelgedöhns...
Dann solltest Du auch die Himmelshelligkeit an Deinem gewünschten Beobachtungsort einschätzen können. Dunkler Landhimmel oder heller Stadthimmel? Und wie schaut es mit dem standorttypischen Seeing aus? Viel warme Abluft aus Hausheizungen oder dunklen Flächen (Hausdächer, Parkplätze), die sich tagsüber aufheizen und Nachts die Wärme abgeben (bei Beobachtungen/Fotografie aus der Stadt heraus), was für lokale Turbulenzen in der Luft sorgt oder eher laminare Luftströmungen ohne menschgemachte Störungen in freier Wildbahn?
Bist Du gewillt, eventuell längere Strecken mit dem Auto zu fahren, um einen dunklen Ort für Fotografie zu erreichen und dann jedesmal alles komplett auf dem Acker aufzubauen und nach ein paar Stunden Fotografie alles wieder abzubauen und nochmal ne lange Heimfahrt zu machen?
Bei Fotografie auf dem Acker mußt auch die Stromversorgung dafür mitführen. Die Montierung braucht Strom. Das Autoguiding für Langzeitbelichtungen ebenfalls. Dann die Kamera. Der Akku macht bei kalten Temperaturen recht schnell schlapp. Und ne Taukappenheizung ist bei feuchter Witterung auch nötig. Die braucht auch Strom. Bitte nicht die Autobatterie dafür hernehmen. Die ist nach ner längeren Fotosession leergelutscht und Dein Auto springt nicht mehr an...
Das alles will bedacht werden.
Schreib mal, was Dir konkret vorschwebt, dann kann man auch nen konkreten Vorschlag machen...