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Welche DSS - Datei weiterbearbeiten?

Alexs51

Mitglied
Hallo zusammen,

ich fange grade mit der Bildbearbeitung an und bin damit noch völlig überfordert.

Die einzelnen Aufnahmen stacke ich mit DSS. Ich habe dann wahlweise die erzeugte "autosave.tif" bearbeitet oder das gestackte Bild gespeichert, entweder mit der Option "Einstellungen für das gespeicherte Bild übernehmen" oder der Option "Anpassungen ... einbetten aber nicht anwenden". Die Ausgangsdateien sehen dann schon sehr unterschiedlich aus.

Ich habe einige Tage M101 belichtet. Wenn ich das gestackte Bild jetzt in Fitswork öffne, ist es völlig "rot". Blau liegt links außerhalb des angezeigten Bereichs im Histogramm. Ich bekomme mit Fitswork gar kein verwertbares Bild für eine Weiterbearbeitung in GIMP hin.

Wenn ich die Datei aus DSS direkt mit GIMP bearbeite, dann scheint das beste Ergebnis noch herausholbar zu sein, wenn die Datei mit der Option "einbetten aber nicht anwenden" verwendet wird. Allerdings bleibt das Bild, egal was ich mache, relativ unscharf und mit starkem Rauschen.

Ich frage mich, ob es schon an der Qualität der Ausgangsbilder scheitert oder ob bei der Verarbeitung etwas falsch läuft.

Beim stacken verwende ich auch Darks, Flats und Bias. An Einstellungen wähle ich die von DSS empfohlenen.

Leider helfen mir die Tutorials auf Youtube und im Netz auch nicht wirklich weiter. Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben.

Hier mein noch "bestes" Ergebnis

 

astro_alex80

Mitglied
Hallo,

immer schwer zu sagen aus der Ferne. Ich würde erstmal die lights sichten, wenn nicht schon geschehen und die mit verzogenen Sternen aussortieren, auch wenn's schmerzt, da die dir den Gesamteindruck und Details verhageln.
Ansonsten ist das was zu sehen ist ein dominates Rauschmuster (Noise Pattern) das verschiedene Ursachen haben kann.

Wieviele Bias, Darks und Flats hast du jeweis gemacht?

Der rechte Randbereich deutlich heller als der linke. Einen solchen Gradienten gibt es entweder durch Lichtverschmutzung gratis mit dazu oder die Flats sind nicht einwandfrei. Den Gradienten bekommt man aber raus.

Das das gestackte Bild im ersten Anblick erstmal dominant und schäuslich in einer Farbe, z.B. Rot oder auch Grün erscheint iist weitgehend normal, weil die Farbkanäle noch nicht zueinander ausgerichtet bzw. kalibriert sind.

Weiterhin tendieren mit einer Farbkamera aufgenommene Bilder, wie in deinem Fall zu einem Grünstich. Auf der Farbfilter-matrix (Bayer-Matrix) einer OSC oder DSLR gibt es 1 rotes, 1 blaues aber 2 grüne Pixel. Das lässt sich aber durch Anpassung des Grünkanals mittels Kurven, Histogramm und Sättigung aber in den Griff bekommen.

Ich denke aber, dass du in Summe eine brauchbare Basis hast, die halt nur das übliche Aussortieren und Feintuning braucht.

Wenn du möchtest bzw. dir eine Hilfe ist kannst du auch gerne deine Rohdaten via wetransfer, dropbox oder google drive zur Verfügung stellen und es finden sich sicher einige, die sich dein Ausgangsmaterial anschauen und Tipps geben, weil wie gesagt auf die Ferne immer schwer zu sagen, worans im Detail gelegen hat.

Viele Grüße,
Alex
 

Alexs51

Mitglied
Hallo Alex,

vielen Dank für Deine Antwort: Die Bilder mit verwackelten Sternen habe ich aussortiert. Ich habe nur Frames mit ISO 400 und 180s aufgenommen. 25 Darks, 60 Bias, 20 Flats.

Die Lichtquelle von rechts ist der Mond der letzten Nächte.

Wenn Du wirklich Lust hast schicke ich Dir gerne morgen mal alle Rohdaten per wetransfer. Kannst Du mir als pn eine Email schicken?

Viele Grüße und frohe Ostern

Alex
 
Zuletzt bearbeitet:

Alexs51

Mitglied
Hier noch ein schnell bearbeitetes Bild (nur GIMP) aus 30 Frames, also 1h30m, am 10.04.20 vor Mondaufgang.

Im Verhältnis hat sich durch die Stunden der Mehrbelichtung hinsichtlich Schärfe und Rauschen nicht so viel mehr ergeben. Mehr Details in M101 sieht man natürlich schon.

M101_100420_only.jpg
 

Alexs51

Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe jetzt noch einmal M51 knapp 10 Stunden aufgenommen und dann das gestackte Bild aus DSS bearbeitet. Das Rauschen konnte ich mit richtigen Flats und Dithern deutlich reduzieren (vielen Dank an Alex für die vielen Tipps!). NAch wie vor bin ich mir nicht sicher, mit welchen Rohdaten nach dem Stacken mit DSS eine Weiterbearbeitung am besten erfolgen sollte. Vielleicht kann das doch noch jemand hier aufklären bzw. die Unterschiede der unterschiedlichen Dateien, die DSS ausgibt, erklären.

Für Bild 1 diente die von DSS automatisch erstellte autosafe-Datei, die wohl in 32 Bit gespeichert wird.
M51_200420_9h50m_kl.jpg

Für Bild 2 habe ich das Ergebnis von DSS als 16 Bit Tif gespeichert, wobei die Option "ohne Anwendung der Anpassungen" gewählt wurde.
M51_stack_ohne_200420_Ver2kl.jpg


Schönen Abend und CS

Alex
 

SkyBob

Mitglied
Hallo Alex.

Autosave.tiff ist die gleiche gestackte Datei, wie wenn du nach dem stacken die Regler im DSS nicht anbabscht und sofort nach dem Stacken manuell abspeichert.

Beides, manuell sowie autosave, lässt sich in 16 oder 32 Bit abspeichern.
Aber nicht jedes Grafikprogramm bzw. jeder Rechner verkraftet die Bildbearbeitung in 32 Bit.
32 Bit ist eigentlich die höherwertige Variante zur Weiterverarbeitung.

Andere mögen mich nun bitte nicht erschlagen, aber die einfachste SINNBILDLICHE Unterscheidung wäre....
Mit 32 Stiften, kannst du farbenfroher malen, wie mit 16. Brauchst aber auch mehr Platz auf dem Schreibtisch ^^

Das mit dem ohne Anwendung der Anpassungen, bezieht sich auf die Regler in DSS womit man die Farbkanäle verschieben, und das Bild stretchen kann.

Hier natürlich NICHT anwenden.
Das können andere Programme besser.

Gruß Markus
 

Alexs51

Mitglied
Hallo Markus,

vielen Dank für die Erklärung. Ich habe auch subjektiv den Eindruck, dass die Farben aus der autosafe-Datei intensiver sind. Dies liegt wohl am Unterschied 32 Bit zu 16 Bit.

An den Einstellungen in DSS verändere ich nach dem Stacken nichts bevor ich speichere (mit/ohne Änderungen).

Trotzdem erhalte ich 3 Bilder, die völlig unterschiedlich schon vor dem ersten Bearbeiten aussehen: Die autosafe liegt in Bezug auf Helligkeit in der Mitte, die gespeicherte Date mit Änderungen ist sehr hell und tendiert stark ins Rot beim Bearbeiten, die gespeicherte Datei ohne Änderungen ist nahezu schwarz und es sind nur einzelne Sterne zu erkennen. Hier muss ich dann die Werte wesentlich stärker anpassen, bis etwas überhaupt zu erkennen ist.

Ich habe den Eindruck, dass ich mit der autosafe Datei am besten bei der Weiterbearbeitung klar komme.

Viele Grüße

Alex
 
. also aus der Entfernung mal folgendes. Abspeichern tue ich direkt nach dem Stackingprozess. Menuepunkt == Bild speichern unter ....
Bei der Weiterverarbeitung mit Fitswork kannst du wählen = Fits 16 oder
Fits 32. Das Bild das du am Ende im DSS siehst, spielt jetzt mal keine Rolle. Dann öffnest du dein zuvor gespeichertes Bild in FITSWORK. Jetzt solltest du dein Summenbild sehen. Wenn da Murks zu sehen ist, stimmt etwas nicht mit dem RAW Bild Entwicklungsprozess. In DSS gibt es eine Anleitung. Da kannst du nach den Parametern schauen. Den Stackingprozess würde ich zum testen wie folgt wählen. Stacking = Durchschnitt, das gleiche für Bias und Darks. Wichtig ist erstmal die richtigen RAW Entwicklungsparameter zu finden.

LG
 
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