Welche Okluare wären passend?

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blaine109

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Hallo liebe Forengemeinde.

Ich habe gestern das erste mal meinen neuen gebrauchten Dobson benutzt.
Leider war es nur ein sehr kurzes vergnügen da sich nach einer Stunde die Wolkendecke zugezogen hat und ich wieder einpacken musste weil es geregnet hat.

Ich habe viele Fragen, deshalb werde ich durchnummerieren.

Ich hatte mir den Jupiter vorgenommen (es war so ca 10:40 Uhr).

1.
Mir ist aufgefallen dass der Einblickwinkel meiner Okulare nicht viel Spiel hat, also man darf sich schon fast nicht bewegen und schon kommt der schwarze Rand ins Auge. Ich denke das liegt daran dass ich Brillenträger bin und durch relativ starke Hornhautverkrümmung leider nicht ohne gucken kann. Vor allem hat mich das WA-Okular enttäuscht (ich habe mir unter wide Anlge etwas anderes vorgestellt).

Also die Hardware ist:
Ein Dobson von Teleskop-Service 200/1200mm

Die Okulare sind im Set mit einem Koffer von TS, da drin sind:
1x 32mm Super Plössl
1x 9mm Super Plössl
1x 6mm Super Plössl
1x 15mm WA 70° Gesichtsfeld
Alles 1,25" Okulare

Ich bin ziemlich verwirrt über diese Okular-Thematik und möchte eigentlich nur wissen welche Okulare für Planeten und Galaxien und Nebel und Sterhaufen gut geeignet sind, vor allem für mich als Brillenträger. Zusätzlich kann ich nur mit dem rechten Auge durchs Okular schauen da mein linkes durch damalige Augenerkrankung einfach zu schlecht dafür ist (lichtpunkte haben lichtstreifen/ausgehende strahlen).
Allgemein denke ich dass diese 2" Okulare einfach besser sind und mehr Einblick haben.

2.
Ich habe hier auch mal was von AP gelesen, ich denke das heißt Austrittspupille. Und da kann man doch auch irgendwie ausrechnen welche Okulare bei welcher Vergrößerung welche AP haben werden und welche dann auch Ideal wäre.
Und dann kann man ja auch noch das wahre Gesichtsfeld ausrechnen und und und.
Was hat es damit auf sich und was ist somit das richtige Okular für die verschiedenen Zwecke?


3.
Außerdem möchte ich noch wissen ob diese UHC-Filter bei Nebelbeobachtung (Orion-Nebel) was bringen und welche UHC-Filter zu empfehlen sind die vielleicht auch nicht gleich 140€ kosten (ausser der für 140€ von Baader z.B. ist halt mit einer der besten).

4.
Kann man mit einem Dobson auch Kometen und/oder Asteroiden/Kleinplaneten beobachten?

5.
Und noch etwas:
Ist zum beobachten vielleicht ein Klapphocker geeignet?
Weil der OAZ ist schon relativ weit unten auch wenn ich ein Objekt, welches relativ hoch ist anschauen möchte.
Weclhes zubehör wäre vielleicht noch wichtig?
Ich habe mir auch gedanken über einen kleinen Klapptisch gemacht.
Eine Taschenlampe werde ich mir mit roter Folie basteln aus'm Bastelladen.

Es muss nicht gleich die sehr hochwertige Variante sein.
Klar ist so ein Astrostuhl gut geeignet für die Himmelsbeobachtung aber vielleicht tut es auch etwas günstiges.


Übrigens bin ich 30 und komme aus dem Raum Leer in Ostfriesland
und würde mich freuen wenn es vielleicht auch gleichgesinnte aus der Gegend gibt mit denen man sich vielleicht austauschen kann. Ich bin halt ein Anfänger, jedoch interessiere ich mich sehr für die Astronomie.

Ich weiß es sind viele fragen und es werden sicher mehr, wobei ich mir eure Empfehlungen erst später kaufen kann (Geld Geld Geld).
Trotzdem freue ich mich über Tipps und Antworten von euch.

Herzlichst euer
blaine
 
Hallo "blaine"!
1. Okulare sind eine sehr individuelle Angelegenheit. Sinnvoller Weise schaust Du mal bei einem Teleskoptreffen durch verschiedene Typen. Alternativ lässt Du Dir vom Händler Deines Vertrauens welche zur Ansicht schicken. Schau Dir z.B. mal die Weitwinkel von Explorer Scintific an. Günstiger, aber mit weniger Gesichtsfeld sind z.B. die Baader Hyperions.

2.Richtig, AP=Austrittspupille. Die errechnet sich aus Brennweite des Okulars durch das Öffnungsverhältnis des Teleskops. In Deinem Fall ergibt das 15mm also 2,5mm AP.
Sinnvoller Bereich der AP ist so zwischen 0,6mm bis 6mm.
Bei maximaler AP kommt am meisten Licht ins Auge, also geeignet für schwache Deep Sky Objekte.

3. UHC und auch [OIII] Filter sind für Nebelbeobachtung sehr gut. Allerdings auch nur die wirklich guten. Und da würde ich Baader nicht unbedingt zuzählen, sonder Lumicon oder Astronomik. So ein Filter kostet in 2" aber auch €200.-.
Die billigeren Labelfilter taugen wenig bis nichts.

4. Klar, warum nicht? Hellere Kometen/Planetoiden die z.Z. sichtbar sind findest Du z.B. auf CalSky.

5. Ich nutze eine sogennante Bügelhilfe oder Stehhilfe. Die sind praktisch weil die Sitzhöhe eingestellt werden kann.

Gruß und CS Christoph
 
Vielen Dank Christoph für deine Hilfe.

Also sind diese weitwinkel Okulare im Bereich von 150€ schon empfehlenswert von ES oder Baader. Hat jemand auch schon Erfahrung mit den Weitwinkel Okularen von Omegon? Zum Beispiel dieses Panorama mit 100° Gesichtsfeld (250€). Oder die Planetary Okulare.

Ich hätte jetzt nicht gedacht dass die Filter von Baader doch nicht so empfehlenswert sein sollen.
Ich dachte auch immer dass diese OIII Filter nur für die Fotografie sind.
 
Hallo Jens!
Omegon ist ja nur das Hauslabel von Astroshop. Das gleiche Okular wird mit Sicherheit auch unter einem anderen Namen vertrieben. Höchstwahrscheinlich auch günstiger! ;-)
Die Planetarys finde ich persönlich nicht so dolle. Aber wie gesagt: Okus sind eine sehr individuelle Sache.
Ich nutze Nagler Okulare. Die sind eigentlich über jeden Zweifel erhaben, kosten dafür aber auch.
Filter habe ich von Astronomik: UHC, [OIII] und H-beta. Letzteren braucht man nur sehr selten.
Gruß und CS Christoph
 
Ich hatte mal an einem 200/1200mm Dobson das TSWA 32mm Okular, das war für den Preis überraschend gut.
Ich kann Dir aber nicht sagen wie der Einblick mit Brille ist.
Gruß und CS Christoph
 
Hallo blaine.

Versuche vielleicht doch noch malohne Brille zu schauen.
Denn in der regel stellst du ja den Fokus auf dein Auge scharf.

Ich darf mich auch mit einer recht kuriosen Hornhautverkrümmung rumärgern.
Die schlägt auch immer bei Kontaktlinsen zu Buche.
Die einfachen torischen gehen da nimmer.

Aber ich beobachte stets ohne Brille (und ohne Linsen),
und es klappt eigentlich besser vom Einsichtverhalten her
wie mit Brille, da ich näher ans Okular komme.

Und ich habe nur recht einfache Okulare.
10mm Plössel Orbinar
7,5-22,5 Zoomokular von Seben
20mm und 6mm Kellner

Das Zoomokular, hat sogar eine verstellbare Augenmuschel für Brillenträger.
Und selbst da klappt es Besser ohne Brille.


Gruß
Markus
 
Ich habe es heute Abend ohne Brille ausprobiert und leider ist es bei Sternen so dass ich sie ohne Brille einfach nicht als Punkt sehen kann. Setz ich dagegen die Brille auf dann sind die Sterne absolut punktförmig.

Ich habe gerade mal Jupiter beobachtet und bin beeindruckt wie schön er ist :)

Ich konnte die großen braunen Wolkenstrukturen erkennen. Auch die vier großen Monde waren schön zu sehen. Der große rote Fleck war leider nicht zu sehen, und so richtig schön scharf konnte ich Jupiter irgendwie auch nicht richtig bekommen.

Ich habe erst das 15mm WA Okular, dann das 6 mm Super plössl.
Wobei ich die Nachführung bei der hohen Vergrößerung sehr schwierig fand. Es war eine ziemlich ruckelige Angelegenheit. Aber ich denke dass das Übungssache ist :)

Sobald ich mich an die Dunkelheit gewöhnt habe sehe ich wie lichtverschmutzt der Himmel bei mir ist.

Ich wollte die Whirlpool Galaxie und die Feuerrad Galaxie beobachten, konnte sie aber einfach nicht ausfindig machen :(

Ich muss aber auch dazu sagen dass ich spontan raus gegangen bin und auch keine Sternkarten oder mein Handy mit Stellarium dabei hatte.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jens!
Bekommst Du die Sterne durch das Teleskop nicht scharf? Dann geht's wohl nicht ohne Brille. Glückwunsch zur erfolgreichen Jupiterbeobachtung!
Wie Du schon gemerkt hast wirst Du beim 6mm Plössl wegen dem kleinen Gesichtsfeld häufiger "nachschubsen" müssen, auch deshalb sind Weitwinkelokulare von Vorteil.
Wenn Du einen lichtverschmutzten Himmel hast, kannst Du Galaxien vergessen! Da hilft nur die Flucht aus der Stadt heraus. Also kein Wunder das es mit M51 nicht geklappt hat.
Und noch ein Tipp: Vergiss bei der Beobachtung diese ganzen Handy-Apps! Die versauen Dir, auch im Dimm-Modus, die Dunkeladaption. Besorg Dir einen guten Atlas (z.B. den "Karkoschka" oder den "Deep Sky Reiseatlas" und schaff Dir eine tiefrotgefilterte Taschenlampe an.
Gruß und CS Christoph
 
Hallo Jens,

als Stuhl hält bei mir ein per Drehung recht großzügig verstellbarer Drummerstuhl mit runder Sitzfläche her. Ermöglicht mir am f5 12 Zöller in allen Höhen bequeme Einblicke.

CU
Klaus
 
Hallo Jens,

Zitat von blaine109:
1x 32mm Super Plössl
1x 9mm Super Plössl
1x 6mm Super Plössl
Plössel sind in Deinem Fall das denkbar ungeeignetste. 1) haben sie nur ca. 50° Gesichtsfeld und 2) beträgt der Augenabstand ungefähr die halbe Brennweite. Kein Wunder, daß Du mit Brille mit viel siehst.
Zitat von blaine109:
Boah der OIII Filter von Lumicon kostet ja Ca 380€
Ganz so schlimm ist es nicht.
http://www.teleskop-express.de/shop...r---2----fuer-Fotografie-und-Beobachtung.html

Gruß Uwe
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
@Klaus: Hat so ein Drummer Stuhl nicht Rollen? Wenn ja, hast du die demontiert oder sacken die dann einfach in der Erde ein?

@Uwe: Die Plössl waren beim Teleskop dabei. Ich möchte mir in Zukunft bessere kaufen :)

@Christoph: Ja bei dem 6mm Okular musste ich alle 5 Sekunden nachschubsen das war nervig weshalb ich mit der Vergrößerung nicht lange geschaut habe. Den Karkoschka habe ich, ist ein Klasse Buch :)
Ich weiß leider noch nicht wo es schöne Beobachtungsorte in meiner Nähe gibt. Da muss ich mal schauen.

Herzlichst euer
Jens
 
Hi Jens,
Zitat von blaine109:
1.
...und schon kommt der schwarze Rand ins Auge.... Vor allem hat mich das WA-Okular enttäuscht (...
Also die Hardware ist:
Ein Dobson von Teleskop-Service 200/1200mm

Die Okulare sind im Set mit einem Koffer von TS, da drin sind:
1x 32mm Super Plössl
1x 9mm Super Plössl
1x 6mm Super Plössl
1x 15mm WA 70° Gesichtsfeld
Alles 1,25" Okulare
dieses Köfferchen hab ich auch. Und noch so einzwei oder eher ein Dutzend Okulare.
Für dreivier Teleskope ists sogar sehr gut geeignet, wobei ich die Farbfilter weglassen würde. Bei einem 2" OAZ ist aber das Übersichtsokular schwachsinnig und bei einem Dobson die 'Planetenokulare' - also 6 bzw, 9mm Plössel - schon kritisch; da muss man nachführen können, anstatt gelegentlich zu schubsen. Mit Brille wird das noch schlimmer - meine korrigiert nur 1,25 Dioptrie, da ists egal, die kann ich gut abnehmen. Mit Brille sind ohne Krampf aber nur das 32 SP sowie das 15 WA nutzbar - beide etwas zittrig, aber mit etwas Gewöhnung machbar. Auch mit 1,5x bzw. 2x Barlow, was gleichzeitig meine Minimalstpalette darstellt. Mit dem 15er würd ich mich an deiner Stelle daher lieber anfreunden bzw. vertraut machen - der Sprung zu größeren Feldern UND bequemerem Einblickverhalten kostet eine gute Stange Geld.

Zitat von blaine109:
2.
Ich habe hier auch mal was von AP gelesen, ich denke das heißt Austrittspupille. Und da kann man doch auch irgendwie ausrechnen welche Okulare bei welcher Vergrößerung welche AP haben werden und welche dann auch Ideal wäre.
Und dann kann man ja auch noch das wahre Gesichtsfeld ausrechnen und und und.
Was hat es damit auf sich und was ist somit das richtige Okular für die verschiedenen Zwecke?
http://www.sternfreunde-muenster.de/orechner.php
Als Brillenträger kommt dann noch der Augenabstand dazu - aber der passt plusminus auch bei den Herstellerangaben. Bei der Frage 'welche AP für was' wäre z.B. die Seite deepsky-brothers.de von Antares praktisch.

Zitat von blaine109:
3.
Außerdem möchte ich noch wissen ob diese UHC-Filter bei Nebelbeobachtung (Orion-Nebel) was bringen und welche UHC-Filter zu empfehlen sind die vielleicht auch nicht gleich 140€ kosten (ausser der für 140€ von Baader z.B. ist halt mit einer der besten).
Filtervergleiche findet man auch. Die einzuschätzen ist ebenfalls einfach - knifflig wird es bei den eigenen Ansprüchen, Beobachtungsbedingungen und was die Ausrüstung überhaupt verkraftet. Ich sags mal so: man kann mit hochwertigen Filtern als erfahrener Beobachter sicherlich mehr herausarbeiten, als ein Einsteiger mit günstigen Filtern. Mit den Hausmarken verpasst man vielleicht eine Nuance - aber die sind visuell schon ok. Kniffliger ist die Entscheidung ob 2" oder nur 1,25" sowie oder uhc(s) oder O III.

Zitat von blaine109:
4.
Kann man mit einem Dobson auch Kometen und/oder Asteroiden/Kleinplaneten beobachten?
Klar. "gute" Kometen werden inkl. den Schweifen vielleicht nicht mehr komplett ins Sichtfeld passen, aber interessant sind die allemal. Bei Planetoiden und Asteroiden braucht es halt eine gute Sternkarte und Erfahrug um sagen zu können, dass dieses fahle Pünktchen tatsächlich ein bzw. ein bestimmter Kleinplanet/Asteroid ist. Das Finden und Erkennen macht da visuell aber gerade den Reiz aus. Kann man auch noch weiter treiben, und z.B. versuchen, Bahnelemete durch widerholte Beobachtung herauszubekommen.
Zitat von blaine109:
5.
Und noch etwas:
Ist zum beobachten vielleicht ein Klapphocker geeignet?
Weil der OAZ ist schon relativ weit unten auch wenn ich ein Objekt, welches relativ hoch ist anschauen möchte.
Weclhes zubehör wäre vielleicht noch wichtig?
Ich habe mir auch gedanken über einen kleinen Klapptisch gemacht.
Eine Taschenlampe werde ich mir mit roter Folie basteln aus'm Bastelladen.
Wenn man den eh schon hat, dann nimmt man da seinen Klavierhocker oder Drummerstuhl. Besser - zumindest wenn es Richtung Zenith geht- sind da Bügelhilfen oder Industriehocker. Alternativ kann man auch Einiges für einen Beobachtungsstuhl ausgeben. Die haben das gleiche Funktionsprinzipund sind ein wenig komfortabler. Möchten allerdings auch bezahlt werden...
Ablagetisch und ne ordentliche Leuchte sind sicher kein Fehler.


cs
Jürgen
 
Hallo Jens,

2.
Ich habe hier auch mal was von AP gelesen, ich denke das heißt Austrittspupille. Und da kann man doch auch irgendwie ausrechnen welche Okulare bei welcher Vergrößerung welche AP haben werden und welche dann auch Ideal wäre.
Und dann kann man ja auch noch das wahre Gesichtsfeld ausrechnen und und und.
Was hat es damit auf sich und was ist somit das richtige Okular für die verschiedenen Zwecke?

Ich will mal auf die Nummer 2 deines Fragenkataloges eingehen.

AP steht für Austrittspupille und gibt den Durchmesser des Lichtbündels an der aus dem Okular in dein Auge fällt. Die Öffnung deiner Augenpupille hängt von deinen Augen und der Dunkeladaption deiner Augen ab. Ein guter Durchschnittswert ist bei dunkeldaptierten Augen so um die 7mm. Bei aufgehellter Umgebung gehen deine Pupillen weniger weit auf, vielleicht nur 6 oder 5mm. Das ist individuell unterschiedlich. Mit dieser biologischen Grenze von 7mm ergiebt sich auch die maximale Austrittspupille deiner Okularpalette. Erfahrungsmäßig geht man hier in den Bereich einer AP von 5-6mm. Die AP berechnet sich aus dem Offnungsverhältnis deines Teleskopes. Du hast 200mm Öffnung und 1200mm Brennweite. Der Quotient daraus ist das Öffnungsverhätlnis als f/6. Wenn man eine gewünschte AP von 5-6mm zugrundelegt und dies mit 6 multipliziert kommst du also auf 30-36mm Brennweite für ein Okular, am oberen Brennweitenende, mit maximaler Austrittspupille aber auch minimaler Vergrößerung (bei 30mm hast Du 40x Vergrößerung bei 1200mm Brennweite). Dieses Okular ist eines deiner wichtigsten Okulare, denn es liefert dir auch das größte Gesichtsfeld und ist daher für das Aufsuchen bzw. für die Übersicht von Bedeutung. Daher sollte man bei diesem Okular auf ein möglichst großes scheinbares Gesichtsfeld achten. Leider geht das sehr schnell ins Geld und Kompromisse sind da nötig. Ein gutes Okular ist z.b. das Explore Scientifc mit 30mm und 82° sGF. Damit kommt Du auf ca. 2° wahres Gesichtsfeld. Der Vollmond hat 0.5° Durchmesser - zu deiner Orientierung. Es gibt am Himmel Objekte die noch größer sind, z.B. die Andromedagalaxie oder der Cirrus-Komplex. Aber weiter mit dem Thema. Für den Hochvergrößerungsbereich spricht man von einer AP von ca. 0.7mm. Für dein Teleskop benötigst Du dafür eine Okular mit 4.2mm Brennweite. Damit kommst Du auf 300x Vergrößerung. Du bist damit schon in einem Bereich, den Du nur sehr selten einsetzen kannst, denn im Hochvergrößerungsbereich schlägt auch das sogenannten Seeing (ich übersetz das mal mit Luftunruhe) kräftig durch und Du erhältst kein scharfes Bild mehr. Erfahrungsmäßig ist häufig bei ca. 200x schluß. In einigen Nächten geht freilich mehr. Eine 200x Vergrößerung liefert dir ein 6mm Okular mit einer AP von 1mm. Da würde ich als untere Brennweite nehmen. Für Planeten brauchst Du eine Vergrößerung von 150x und mehr und gutes Seeing und eine ausgekühlte Optik um Details wahrnehmen zu können. Daher stell dein Teleskop mind 1 Stunde raus bevor Du hoch vergrößeren willst. Damit hätten wir also 2 Okulare, ein 30mm für maximales Feld und damit größtmöglicher Übersicht und ein Okular mir höchste sinnvoller Vergrößerung mit 6mm Brennweite. Am Dobson empfiehlst sich immer Okulare zu nehmen, die mehr als 68° scheinbares Gesichtsfeld haben und deswegen sind Plössl eigentlich nicht so gut, obwohl sie auf der Achse knackscharf sein können. Was Du jetzt noch brauchst ist ein gutes Okular im mittleren AP Bereich so um die AP 1.5-3mm also bei f/6 ein Brennweite zw. 9 und 18mm. Du kannst entweder 2 Okualare zulegen oder eines kaufen mit größerem Gesichtsfeld von ca. 14mm z.B. eins mit 100°. Dieses Okular wäre dein Deep Sky Okular für Nebel und Galaxien. Also zusammenfassend:

~30mm für Übersicht und maximales Gesichtsfeld und am meisten Licht (hier empfiehtl sich dies z.B. mit einem OIII Filter zu koppeln um z.B. Cirrus oder Nordamerikanebel zu beobachten.). Andere Objekte sind z.B. offene Sternhaufen wie die Plejaden.

~14mm für Galaxien und Galaktische Nebel (z.B. Orion), Kugelsternhaufen. (Alternaitv eines mit ca. 9mm und 18mm)

~6mm für Planeten und Planetarische Nebel, Kugelsternhaufen.

Alle Okulare mit mögl. großem Gesichtfeld, damit Du nicht so oft nachschubsen musst.

So das wars.

Viele Grüße

Matthias
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Matthias

Vielen Dank für deine Empfehlungen und Erläuterungen zur passenden AP.

Ich werde mich dann mal nach passenden Okularen umschauen.

Liebe Grüße
Jens
 
Hi Jens,

nein, Drumhocker haben soweit ich weiß nie Rollen. Die Beine kann man dafür für leichteren Transport einfahren. Hab mein Modell aus alten Bandzeiten geerbt und es hat keine Beschriftung. Müsstest mal im Geschäft schauen.

Holz-Klappstuhl war am Achtzöller aber auch noch gerade OK, am 12er nicht mehr.

CU
Klaus
 
Zu den Okularen:
Kann nur zu den >= 100° Okularen raten. Sind zwar teuer, aber gerade bei hoher Vergrößerung nützlich.
Den behaupteten Marketing Spacewalk-Effekt kann ich allerdings nicht nachvollziehen; es passt halt einfach...

Bei 30-35 mm Brennweite reichen mir auch Okulare um die 70° ohne dass ich einen Tunnelblick empfinde.
 
Zitat von Der_Peter:
Bei 30-35 mm Brennweite reichen mir auch Okulare um die 70° ohne dass ich einen Tunnelblick empfinde.

Mehr als 82° bei 2" gehen da auch gar nicht.
Will man mehr, müsste man auf 3" gehen. Da ist die Auswahl aber klein und die Preise explodieren.

Ich sehe es wie du: Bei 30mm kommt man auch gut mit weniger als 100° aus.


Grüße
Alex
 
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