Re: Welche Stative eigenen sich für Großferngläser
Hallo Gerd,
das Stativ hat von der Stabilität her nicht so eine überragende Bedeutung bei dem relativ geringen Gewicht. Man sollte darauf achten, dass es hoch genug ausgefahren werden kann, um in Deiner bevorzugten Beobachtungsposition noch gen Zenit schauen zu können. Bei den Geradsichtferngläsern ist wichtig, dass die Höhenfeinverstellung mit der Mittelsäule gegen den Rücklauf gesichert ist, da man oft die Höhe fein justieren muss, wegen des problematischen Einblickes.
Besonders im Sitzen hat man kaum die Möglichkeit, seine vertikale Einblickposition irgendwie mit dem Körper anzupassen. Es würde daher nerven, jedes mal eine Klemmschraube anziehen zu müssen.
Die Montierung des Glases auf demStativ ist viel kritischer. Gute Kugelköpfe, die das Gewicht tragen können, sind sehr teuer. Da kann man gleich zu einer Gabel z.B. von Vixen greifen, oder die Giro Mini mit Fernglashalterung wäre auch noch gut. Die Vixengabel hat den Vorteil, dass man gut von unten in das Fernglas hineinschauen kann, das dürfte die optimale Lösung sein.
Ich selber nutze ein TS Fotostativ F303 für schlappe 72 Euro. Den Neigekopf kann man gleich wegschmeißen, der ist allenfalls für 300 Gramm Digicams geeignet. Auf dem Stativ sitzt eine Giro Mini, die passt ohne jede weitere Adaption per 3/8" (großes Fotogewinde), und darauf thront ein Takahashi FS 60. Das funktioniert einwandfrei. Also sollte das Fernglas ebenfalls gehen.
Alternativ gibts bei ICS eine Einarmgabel, die kenne ich aber nicht aus eigener Erfahrung. Sie scheint mir jedoch überdimensioniert. Du solltest Dich auf jeden Fall von dem Gedanken verabschieden, ein einfacher Neigekopf würde zu viel Beobachtungsspaß führen. Die Wackelei ist enorm, die Objekte daher nur schwer in die Bildmitte zu bekommen.
Viele Grüße
Andreas