Welchen Refraktor ?

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UlrichW

Aktives Mitglied
Hallo Sternenfreunde,

Jau, angefangen hab ich ja mit meinem ersten eigenen Thread. Also, ich besitze einen 200/1000er Newton aus dem Hause Skywatcher. Beim First Light war meine Freundin dabei und hat sich Saturn sowohl in meinem Newton als auch in einen 9.5erSC angesehen. Nun ist sie infiziert und will unbedingt den Saturn weiter beobachten, auch speziell die Monde (Juppi natürlich auch und Mars und Venus und...). Die Pünktchen haben es ihr angetan. Aber den Aufwand mit dem Newton will Sie dann doch nicht treiben. Also, Lidl machts möglich, dachte Sie und wollte einen kaufen. Aber halt mal! Ist das wirklich geschickt? Ich dachte da an ein besseres Gerät so in der 300 Euronen-Klasse. Zuerst vieleicht ein kurzbrennweitiger Fraunhofer (so f5-f6). Klasse dachte ich, kurz, leicht und simpel aufzubauen. Aber der Farbfehler der Optik macht mir doch sorgen. Gehe ich daher auf einen, sagen wir 90/1200er über, ist das Teil schon wieder höllisch sperrig. Ach so, ich vergaß, knipsen will sie natürlich auch! Ich dachte jetzt an einen 100er Matsu... Maku.. Russentonne.
Jetzt hätte ich gern mal den Rat eines Fachmanns: Kann man mit einem solchen Mak-Cassegrain (clever, gell?) derartige Beobachtungen machen?
2.Frage: Wie blöd schau ich dann mit meinem Newton drein? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Danko schön schon jetzt, daß vergess ich nämlich immer!

Clear Skies
Ulrich
 
hallo ulrich,

genau für denselben zweck, nämlich für meine fast nur planeten- und
mondbeobachtende freundin, habe ich einen 102mm Travelmax-Maksutov
gekauft. zuvor hatte sie das lidl-scope. der lidl war von der leistung
her deutlich weniger stark. der 102mm Mak gefällt ihr auch von handling
her sehr gut. er sitzt auf einer EQ1, wahlweise auf einem normalem oder
auf einem tischstativ. das gerät hat null shifting und eine ausreichend
gute optik.
zu beachten ist jedoch, daß es im winter etwa 1 stunde zum auskühlen
braucht. also rechtzeitig vorher für die freundin rausstellen.
das Mak muß auch sehr exakt kollimiert werden, hält aber die kollimation
dann sehr stabil. ich mußte bis jetzt (halbes jahr) trotz mehrfachem
transport noch nicht nachkollimieren.

um deinen newton brauchst du dir keine sorgen zu machen. an dessen
leistung kommt der Mak bei weitem nicht ran.

tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hi Zusammen,

tja, bei Jupitermonden kein Problem, bei den Saturnmonden ist aber eine gute Kontrastleistung gefragt, weil die ja vom hellen Planeten gern in den Hintergrund gedrückt werden. Ist da nicht auch die 100mm Öffnung etwas knapp? Würde da nicht ein 127er Mak viel besser aussehen? Natürlich immer eine Preisfrage.
Klar, einen richtig goilen 150mm Mak von den Russen (Intes, Intes Micro, oder eine Ylenna) können nur wenige Teleskope toppen, kostet aber ordentlich Asche... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Wichtig ist aber wirklich, daß die Optik sauber verblendet ist, oder mit Velour ausgekleidet. Die Saturnmonde sind echt Beobachtertraining.

Clear Skies
Sven
 
Eigendlich ist es doch immer so oder? Mit 90 siehts gut aus mit 100 noch besser und mit 120 wiederum besser. Wenn man es so sieht gibts nach oben nie eine Grenze.
 
Aber den Aufwand mit dem Newton will Sie dann doch nicht treiben.

Hallo,

was meinst du denn jetzt damit? Plaudere doch mal aus der Praxis. Nach allem was man (hier) so liest, ist das Justieren eines Newton in 2 Minuten erledigt und auch für einen Anfänger kein Problem. Oder ist das so einfach nun doch wieder nicht???

Hier muss ich wirklich täglich meine Entscheidung Refraktor oder Reflektor neu überdenken <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Mit besten Grüßen
Sven
 
Hi,

Nach allem was man (hier) so liest, ist das Justieren eines Newton in 2 Minuten erledigt und auch für einen Anfänger kein Problem. Oder ist das so einfach nun doch wieder nicht???

ich wundere mich auch immer wieder wie das Justieren eines Newtons als Kinderspiel bezeichnet wird, vor dem Umgang mit einer parallaktischen Montierung jedoch gewarnt wird. Und das von den gleichen Leuten die deswegen einen Dobson empfehlen. Ich behaupte: ein Anfänger, ist ohne jemanden der im das erklärt und am lebenden Objekt vorführt mit der Justierung eines Newton überfordert. Vor allem dann wenn es sich um ein f/4 System handelt. Es ist kein Hexenwerk, muss aber gelernt werden.


Grüsse,
Jochen
 
Hier muss ich wirklich täglich meine Entscheidung Refraktor oder Reflektor neu überdenken

Hallo Sven,
leider weiss man bis zum tatsächlichen Kauf wohl nie, ob es die richtige Entscheidung ist. Ich hab mir 6 Monate lang Testberichte durchgelesen und mir versucht klar zu machen, was ich eigentlich will, Planeten oder Deep-Sky. Die Entscheidung habe ich eigentlich bis heute noch nicht getroffen.
Ich hab mich ja dann für den Refraktor entschieden und das bisher nicht bereut. Er ist in jedem Fall pflegeleichter als ein Newton und die Abbildungsleistung sollte man bei den Diskussionen hierüber, welches System optisch mehr zeigt, nicht unterschätzen. Das ein Refraktor nicht so viel Licht sammelt, hat auch viele Vorteile, er ist z.B. weniger empfindlich gegen Lichtverschmutzung und deswegen auch in der Stadt häufig brauchbarer, als ein Newton mit grosser Öffnung. Was mir aber bis heute am besten gefällt ist, dass ich ihn aufstelle, ihn ein bisschen abkühlen lasse und dann einfach nadelspitzenscharfe Sterne bis zum Rand habe. Bei gutem Seeing ist auch ne Menge Deep Sky drin. M81 & M82 hatte ich letzten Winter z.B. mal total beeindruckend drin.
Ich hab es nach gut 2 Jahren nicht mal im Ansatz geschafft, die Deepsky-Möglichkeiten des Refraktors auszuschöpfen. Da habe ich noch einiges vor mir. Und wenns mir nicht mehr reicht, kauf ich mir einfach noch ein 200er Newton dazu, z-B. den GSO, und dann habe ich wieder ein paar Jahre zu tun, bis ich unzufrieden werde.

Insofern: wenn dich zuviel rumhantiererei am Teleskop abschreckt, um ein gutes Bild zu produzieren, kauf dir den Refraktor. Ich glaube kaum, dass du dass bereuen wirst.

Gruss
Micha
 
hallo Jochen,

Zitat:
Vor allem dann wenn es sich um ein f/4 System handelt.

Antwort:
Ein f/4 ist niemals ein Anfängergerät!
Der Anfänger sollte mit f/6 einsteigen.
Das ist bei 6" bis 8" von der Länge noch kein Problem.

Wenn du dann einen geschlossenen Tubus hast mit stabilen Halterungen für HS und FS,
brauchst du eigentlich gar nicht mehr zu justieren.

clear skies

Wolfgang
 
Hi Negativ,

ich meine ja nun nicht, daß man einen Planeten-12" anschaffen sollte, um nach Mimas zu suchen. Die Saturnmonde sind nunmal im Tummel um 10m nahe dem hellen Planeten anspruchsvoll, und die Frage ist eben, ob man sich nur auf die "einfachen" einschiesst, oder ob man sich etwas mehr dieses sehr interessanten Systems gönnen mag.
Das diese Geschichte auch eine Preisfrage ist, habe ich bereits durchblicken lassen. Also?

Clear Skies
Sven
 
Hi zusammen,

Danke erst mal für die Anregungen. Nun weiß ich eines: Es scheint wieder mal egal zu sein was man kauft, man kauft warscheinlich eh das Falsche! Also: So ein 100er Mak tät meiner besseren Hälfte schon gefallen, da bin ich mir sicher! Auch ein netter 90er Refraktor scheint nicht so ganz abwegig. Ich lass es mir noch mal ein paar Minuten durch den Kopf gehen.

Danke nochmals für die Postings

Ulrich

Nichtbekennendes Nichtmitglied von Albireo
1.KDCO (Home of Gucki)
 
Hallo Wolfgang

Ein f/4 ist niemals ein Anfängergerät!
Der Anfänger sollte mit f/6 einsteigen.

das sehe ich ja genauso, aber wie oft wird ein 8"/f4 von einem Anfänger gekauft? Ich weiss jetzt natürlich auch keine Antwort auf diese Frage, wird aber nicht die Ausnahme sein. Aber selbst bei einem f/6 wird das Gerät ab und zu zu justieren sein. Zumindest sollte die Justage immer wieder kontrolliert werden. Und genau da denke ich, dass der Anfänger damit überfordert ist wenn es ihm nicht gezeigt wird....oder er braucht viel Geduld und Nerven bis er es selbst auf die Reihe kriegt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Grüsse,
Jochen.
 
Hi,

Das ein Refraktor nicht so viel Licht sammelt, hat auch viele Vorteile, er ist z.B. weniger empfindlich gegen Lichtverschmutzung und deswegen auch in der Stadt häufig brauchbarer, als ein Newton mit grosser Öffnung.

sogar ich als überzeugter Refraktor Fan muss da widersprechen: ein z.B. 8" Newton wird IMMER mehr an Details zeigen als ein 4" Refraktor, egal ob die visuelle Grenzgrösse 6mag, 4 mag, oder 2 mag ist. Das mehr an Lichtsammelvermögen geht doch nicht durch einen schlechten Himmel verloren.
Natürlich ist der 4" Refraktor unter einem 6mag Himmel dem 8" Newton unter einem 4mag Himmel zu bevorzugen.


Grüsse,
Jochen
 
Das mehr an Lichtsammelvermögen geht doch nicht durch einen schlechten Himmel verloren.
Natürlich ist der 4" Refraktor unter einem 6mag Himmel dem 8" Newton unter einem 4mag Himmel zu bevorzugen.

Hallo Jochen,

tschuldige, aber das versteh ich nicht ganz. Das bezog sich doch nicht auf das Lichtsammelvermögen, sondern auf die Erfahrung, dass bei einem hellem Stadthimmel ein lichtempfindlicheres Gerät auch mehr Streulicht sammelt, als ein Refraktor. Das kann sogar soweit gehen, dass ein 8er oder 10er Newton wegen zu hellem Hintergrundhimmel so gut wie gar nichts mehr zeigt, während man mit dem Refraktor immer noch "durchkommt". Daher mein ich auch, dass der Refraktor unter den Bedingungn von Stadtlicht grösseren Spiegelsystemen überlegen ist - nicht immer, aber oft.

Gruss
Micha
 
hallo sven,

mit dem 102er travelmax sehe ich aus der stadt heraus die monde
titan, rhea, thetys und dione ohne größere anstrengung.
lediglich wirklich klare luft ist vonnöten.

absolut grenzwertig habe ich diese vier monde vor einer woche
mit dem 60/910er gesehen. dabei standen allerdings thetys und dione
so knapp beisammen, daß sie nur als ein pünktchen zu sehen waren.
ohne diese spezielle stellung wäre mit dem 60er sowas aus der
großstadt heraus wohl nicht möglich gewesen.

es zeigt aber, daß zumindest diese vier monde auch für kleine
geräte kein wirkliches problem sind. es geht mehr darum, daß man
lernt sie zu sehen, sprich: etwas übung schadet nicht.

tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
wie hell der hintergrund in einem gerät ist hängt nur von der
austrittspupille ab, also von der vergrößerung.

der hintergrund ist in einem 100mm refraktor bei 100fach genau
gleich wie in einem 200mm newton bei 200fach.

mit dem größeren gerät muß man also nur höher vergrößern, dann
bekommt man denselben dunklen hintergrund. was dann passieren
kann ist, daß die großen objekte nicht mehr ganz reinpassen.

trotzdem zeigt ein großes gerät auch bei geringer vergrößerung
immer mehr als ein kleines, so hell kann der hintergrund gar nicht
sein, da hat jochen schon recht.

mein MN78 zeigt zb. bei M37 aus der großstadt heraus (4m5) bei
48x (30mm widescanII) deutlich mehr sterne als mein 102mm travelmax
bei etwa 45x (32mm erfle), egal wie schlecht die transparenz auch ist.

tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hallo Ulrich,

einen Punkt möchte ich in dieser Diskussion noch anfügen:

Wenn Du einen 90/1200er Refraktor in Betracht ziehst, dann musst Du auch ein hohes Stativ einplanen, denn das Rohr ist ja recht lang und beim Beobachten immer auf dem Boden rum zu rutschen wäre zumindest mein Ding nicht.

Gruß
Andreas
 
Eine Frage der AP

Hallo Micha,

in diesem Thread hatten wir das Thema schon mal diskutiert.

Neben ungenügender Innenschwärzung und Verblendung der "Lichteimer"
ist die unterschiedlich große Austrittspupille das Problem.
Während ein 102/1000er Refraktor mit einem 20mm Okular eine AP von 2mm hat,
kommt der 200/1000er Newton mit dem gleichen 20mm Okular auf die gleiche Vergrößerung,
aber auf 4mm AP.Da ist dann in der Stadt der Himmel zu aufgehellt,er wirkt hellgrau.

Würde der 200/100er mit einem 10mm Okular verwendet hätte man wie beim
102/1000er eine AP von 2mm und bei guter Innenschwärzung (Velourfolie,Filz,...)
wäre der Himmel im lichtstarken Newton ähnlich dunkel.

Sicherlich muß man dann auch noch die Optikqualität der beteiligten Teleskope beachten.
Ein sehr rauer Spiegel produziert viel Streulicht,
so einen Newton kann man dann natürlich vergessen...

MfG,Karsten
 
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