Hallo Jörg
erst einmal Willkommen, denn die beiden Beiträge hier scheinen ja deine ersten zu sein

Es ist schön, dass wieder jemand mehr seinen Weg zur Astronomie gefunden hat, aber dieser beginnt für die meisten ( auch bei mir wars so ) recht schwer und da hilft einem auch kein für den Einsteiger überdimensioniertes Equipment etwas.
Jeder muss natürlich selber wissen, was er sich kauft und womit er anfängt aber bei deinen Anfragen erscheint mir 12" ein bisschen zu heftig.
Ich selbst hab mit dem bekannten Lidl 70/700 Refraktor angefangen und was soll ich sagen... das Ding stand nach 5 mal gucken für ca. 4-5 Jahre in der Ecke rum.
Danach kam das Thema irgendwann wieder hoch und ich habe einen 8" Newton auf EQ-5 gekauft mit riesigen Erwartungen, die gleich in den ersten beiden Nächten stark getrübt wurden, da ich nichts gefunden habe außer Saturn. Bald stellte sich das Gefühl ein die hunderte von Euros umsonst ausgegeben zu haben, bis ich mich dazu überwunden habe, mich mit der Astronomie allgemein erstmal richtig zu befassen und die Sache mit dem Beobachten langsam anzugehen. Und siehe da... es werde Licht im Okular

Die Tatsache, dass du dich sowieso gerne mit der Fotografie beschäftigen möchtest, ist ein klarer Grund mehr, erstmal eine kleineren Dobson zu nehmen (wobei 8" erstmal satt und genug ist). 1300 Euro für ein Teleskop auszugeben, mit dem du "nur" ein bisschen den Himmel kennen lernen möchtest ist schon ordentlich "großzügig" wenn nicht sogar gefährlich, um nicht das Interesse zu verlieren. 12" besitzt bereits einiges an Kilos, die einen Anfänger leicht abschrecken können, das ganze oft nach draußen zu tragen, aufzubauen, zu justieren etc. nur um vielleicht mal kurz zu spechteln.
In der Hinsicht kann ich mich meinen Vorrednern nur anschliessen und will dir nur die Entäuschungen ersparen, die ich selbst durchmachen musste.
Wenn du unbedingt einen 12" haben willst, bitte... jeder will ein möglichst großes Teleskop haben und das kann ich auch gut nachvollziehen nur sollte man bedenken, dass je größer nicht gleich desto mehr Spaß bedeutet.
Aber um auf deine eigentlich Frage noch schnell zu kommen:
1. Volltubus oder Gitter -> Das hängt im Grunde nur davon ab, ob du das Teleskop zerlegen musst/willst und ob du oft damit nach draußen fährst. ( Und natürlich was dir optisch mehr zusagt

) Meiner Meinung nach kann man mit Gitter nichts falsch machen.
2. Material des Spiegels -> Ich kenne da jetzt selbst auch nur BK-7 und Pyrex und da ist es glaub ich ziemlich wurscht.
Ich hatte mittlerweile Beides und weder als Anfänger noch als Fortgeschrittener wird man da Unterschiede ausmachen können. Die einen wollen ganz genau wissen wie und wie lange nun ihr Spiegel braucht bis er sich abgekühlt hat, wie das Interferenzbild aussieht etc. und die anderen ( so wie ich ) sind einfach nur damit glücklich, wenn das Teleskop eine wunderschöne Abbildung ohne Fehler besitzt.
3. Okulare -> Dazu kann man eigentlich noch nicht viel sagen außer: Teuer! Da gibts nämlich gewaltige Unterschiede sowohl im Preis, als auch bei der Qualität. Vorallem bei 12" braucht man auch entsprechend gute Okulare sonst ist das ganze für die Katz. Und für 300 Euro da noch ein gutes Set zusammen zu stellen... na ich weiß nicht.
Am Ende sei noch gesagt, dass ich selbst eine 12" Meade Lightbridge besitze und damit sehr sehr sehr zufrieden bin!
Aber ich denke auch, dass ich mit dem Teleskop nicht zurecht kommen würde, wenn ich nicht vorher mit kleineren geübt hätte!
Bis dann und CS
Markus