Hallo Andreas,
wenn es noch aktuell sein sollte:
Ich habe jahrelang einen Skywatcher 150/1200 Refraktor mit dem Baader Großfeldbino betrieben. Den Tubus habe ich nicht gekürzt, hätte ich aber wohl getan, wenn ich nicht einen APO mit kurzem Tubus gefunden hätte.
Ich habe einen Baader 1,7 fach GWK benutzt und zwar vor den Baader T 2 Prisma, so dass er eine Brennweitenverdoppelung erzeugte. Da man mit dem Bino kaum Deep-Sky beobachten wird wegen des Verlustes von Licht (auf jedes Auge kommt ja nur die Hälfte), also das Ganze im wesentlichen für die Sonnen-, Mond- und Planetenbeobachtung Sinn macht, ist sowohl der Gesichtfeldverlust als auch der Lichtverlust pro Auge unwichtig, da das Gehirn ohnehin bei beidäugigem Sehen das Bild heller rechnet (ca. 70% der monokularen Helligkeit).
Bei den Detailbeobachtungen ist allerdings der Wahrnehmungsgewinn spektakulär; nebenbei reduzierte sich bei meinem FH und meinen Augen der blaue Farbfehler erheblich. Mit einem Moon-and Skyglow-Filter waren sehr schöne Mondbeobachtungen möglich bis zu Vergrößerungen an die 500x heran; auch der Semi-Apo-Filter von Baader war in dieser Hinsicht mit dem Bino große Klasse.
Also meine Meinung:
Refraktor+Bino(+ggf. Filter): für Mond, Sonne und Planeten große Klasse und überhaupt kein Kompromiss.
Wer den Tubus allerdings für Richfieldbeaobachtungen kürzen will, muss wissen, dass GWKs nicht nur die Brennweite verlängern, sondern auch den Farbfehler beheben, der durch die Prismen des Binoansatzes entstehen. Ohne GWK macht das Bino dann nur mit niedrigen Vergrößerungen Sinn (z.B. mit 2 40 mm Plössl´s 1 1/4 Zoll) und das Gesichtsfeld ist dann in der Tat eingeschränkt; hier wäre mono mit einem anständigen Großfeldokular sicher die bessere und einfachere Lösung.
Klaren Himmel wünscht Michael