Welcher Bino-Ansatz für FH 152/1200 von TS ?

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Haueha

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Hallo,

nach anfänglicher Recherche über Bino-Ansätze der versch. Hersteller/Anbieter bin ich letztendlich doch verwirrt! Welcher Bino-Ansatz könnte bei o. g. Refraktor funktionieren ? Kennt jemand die Länge des Backfocus ?

CS
Andreas


 
Hallo Andreas,
funktionieren werden sie alle, Du brauchst aber generell einen Glaswegkorrektor oder musst den Tubus kürzen.
Refraktoren haben i.d.R. nicht genug Backfokus für ein Bino (ca. 100-120mm).
Wenn Du den Zenitspiegel weglassen kannst, könntest Du ev. eine Chance haben, das ist aber nur sehr eingeschränkt bequem nutzbar.
Bei manch teureren Exemplaren gibt es einen teilbaren Tubus ab Werk aus diesem Grund, aber damit bist Du ja nicht gesegnet.
 
Ok,

ich bin leider immer noch verwirrt!? ?)

Funktionieren Sie nun alle oder hat der FH nicht genug Backfokus? Ohne ZS kann ich natürlich nicht mehr beobachten, denn Hinlegen wollte mich nicht dabei.

Betreibt jemand "sinnvoll" den FH mit Bino-Ansatz und ggf. in welcher Konfiguration/mit welchen Hilfsmitteln.

CS
Andreas
 
Hallo Andreas,
verwirren wollte ich Dich nicht.
Mein Gekrakel oben sollte heißen: ein Bino einfach so funktioniert nicht, mit Zenitspiegel schon garnicht.
Damit es funktioniert, brauchst Du entweder einen GWK oder Du musst den Tubus kürzen.
Ich habe an einem FH (Vixen 100/1000) letzteres gemacht, da ich keine Brennweitenverlängerung durch einen GWK haben wollte.
Eine Alternative gäbe es noch: Siebert 1,3-fach OCA, ist aber nicht ganz preiswert. Ich habe einen, damit ich das Bino auch am Newton nutzen kann.
 
Hallo Andreas,

Binoansatz am Refraktor = immer mit Kompromissen verbunden. Wie der Ralf schon gesagt hat: entweder mit Glaswegkorrektor (erhöht die Vergrösserung und beschneidet das Gesichtsfeld sehr stark) oder Tubus absägen und den Bino näher an die Objektivlinse bringen...

Es gibt von Takahaschi einen Binoansatz, der serienmässig (ich glaube) 45 ° abgewinkelt ist. Das könnte Lichtweg sparen helfen, da Du so auf einen Zenitspiegel verzichten kannst. Mit dem könnte vielleicht (??!!??) was gehen....

Ich denke aber nicht, dass Du ohne GWK oder ohne Tubus absägen mit dem 152/1200 in den Fokus kommst (ausser evtl mit dem Takahaschi-Bino). Tubus kürzen heisst: Du kommst NUR noch mit dem Bino an den Fokus. Wenn Du z. B. mal eine DSLR o. ä. adaptieren willst, wirds kompliziert...

Beim Tubus absägen musst Du auch immer darauf achten, dass keine (zu starke) Vignettierung (Beschneidung des Gesichtsfeldes durch enge Stellen im Tubus) auftritt.

Es gibt auch kleinere Refraktoren, bei denen von Haus aus der Tubus geteilt werden kann. Mit dem kannst Du dann entweder mit Bino oder mit "normalem" Equipment fokussieren.

Ich nutze ein SC mit Bino. Da gibt es solche Probleme nicht, die haben serienmässig genug Backfokus. Bei einem 102/500 Refraktor habe ich den Tubus "zersägt". Ist auch nicht schlecht, aber die Objektivlinse wurde dadurch dejustiert. Mords Fummelei... Und für Grossfeld-Astroaufnahmen kann ich den jetzt vergessen, weil ich das Teil jetzt nur noch mit Bino scharfstellen kann.

Also meine Empfehlung:

Refraktor + Bino = nicht ideal;
Newton + Bino = nicht ideal;
SC + Bino = einwandfrei!!!

Grüsse

Oliver
 
Hallo Andreas,
wenn es noch aktuell sein sollte:
Ich habe jahrelang einen Skywatcher 150/1200 Refraktor mit dem Baader Großfeldbino betrieben. Den Tubus habe ich nicht gekürzt, hätte ich aber wohl getan, wenn ich nicht einen APO mit kurzem Tubus gefunden hätte.
Ich habe einen Baader 1,7 fach GWK benutzt und zwar vor den Baader T 2 Prisma, so dass er eine Brennweitenverdoppelung erzeugte. Da man mit dem Bino kaum Deep-Sky beobachten wird wegen des Verlustes von Licht (auf jedes Auge kommt ja nur die Hälfte), also das Ganze im wesentlichen für die Sonnen-, Mond- und Planetenbeobachtung Sinn macht, ist sowohl der Gesichtfeldverlust als auch der Lichtverlust pro Auge unwichtig, da das Gehirn ohnehin bei beidäugigem Sehen das Bild heller rechnet (ca. 70% der monokularen Helligkeit).
Bei den Detailbeobachtungen ist allerdings der Wahrnehmungsgewinn spektakulär; nebenbei reduzierte sich bei meinem FH und meinen Augen der blaue Farbfehler erheblich. Mit einem Moon-and Skyglow-Filter waren sehr schöne Mondbeobachtungen möglich bis zu Vergrößerungen an die 500x heran; auch der Semi-Apo-Filter von Baader war in dieser Hinsicht mit dem Bino große Klasse.
Also meine Meinung:
Refraktor+Bino(+ggf. Filter): für Mond, Sonne und Planeten große Klasse und überhaupt kein Kompromiss.
Wer den Tubus allerdings für Richfieldbeaobachtungen kürzen will, muss wissen, dass GWKs nicht nur die Brennweite verlängern, sondern auch den Farbfehler beheben, der durch die Prismen des Binoansatzes entstehen. Ohne GWK macht das Bino dann nur mit niedrigen Vergrößerungen Sinn (z.B. mit 2 40 mm Plössl´s 1 1/4 Zoll) und das Gesichtsfeld ist dann in der Tat eingeschränkt; hier wäre mono mit einem anständigen Großfeldokular sicher die bessere und einfachere Lösung.
Klaren Himmel wünscht Michael
 
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