Welcher flache Okularauszug?

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Martin_Raabe

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Hallo,

ich plane gerade an einem 8" f6 Newton, der visuell und fotografisch (KB) einsetzbar sein soll. Wegen des Obstruktionsdilemmas will ich natürlich einen möglichst flachen Okularauszug (mit passender Blende am unteren Ende).

Für Fotografie sollte das Teil schon recht präzise und stabil sein.

Aber was nehmen?

Die JMIs mit 41mm Höhe wären ja nicht schlecht, sind mir aber irgendwie echt zu teuer.
Die meisten günstigeren OAZ sind viel zu hoch (75mm oder so).
Helical wäre ja auch nicht schlecht, aber in 2" und nicht-rotierend scheint es nicht viel zu geben. Von Intes gibt es da wohl einen, von den Mak-Newtons. Hierzu fehlen mir aber nähere Infos (Spielfreiheit, Stabilität).
Einen Schlittenfokussierer habe ich auch schon angedacht, aber stabil und spielfrei ist das ohne entsprechende Maschinen eine Herausforderung, und auch nicht ideal (fette FS-Strebe, Abdichtungsproblem der Tubusöffnung gegen Staub ).

Wie habt ihr euch in so einem Fall entschieden? Ist ja wohl ein Standardproblem für visuell/fotogr. Newtons.

Übrigens: wieso gibt es eigentlich keinen Komakorrektor der auch den Brennpunkt um einige cm verschiebt? Würde das ganze Problem doch lösen...

Viele Grüsse
Martin
 
Hallo Martin,

interessantes Thema:

Zitat: Einen Schlittenfokussierer habe ich auch schon angedacht, aber stabil und spielfrei ist das ohne entsprechende Maschinen eine Herausforderung, und auch nicht ideal (fette FS-Strebe, Abdichtungsproblem der Tubusöffnung gegen Staub ).

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ich habs zwar noch nicht gebaut, aber habe schon oft überlegt, den ganzen Tubusoberteil als schlitten austzführen. Dann hast du eine fast "unendliche" Möglichkeit des Fokussierweges, ohne viel Obstruktion usw.

Ich habe mir gedacht, 2 Ringe im Tubusdurchmesser aus Alu drehen und einige Löche rein, zwecks Gewicht...3 Löcher als Führungselemente ausführen (Achse - Buchse)....

Vieleicht baut das mal wer auf eine einfache aber wirkungsvolle Art...

Grüße

Johann
 
Hallo Martin,

vor dem Problem stand ich auch mal.

Zunächst ist zu klären, wieviel intrafokalen Weg Du benötigst, d.h. welche Bauhöhe der OAZ maximal haben darf.

Ich persönlich kann Dir zum JMI OAZ raten, ein wirkliches feines Teil und hochpräzise. Davon gibt es auch "Sparversionen" z.B. den DX 3, der auch fotografisch noch ok ist. Auf alle Fälle ist der DX 3 immer noch viel genauer als ein Standard-OAZ. Gut, der Preis ist so eine Sache. Ich würde regelmäßig mal in den Gebrauchtmarkt von astronomie.de schauen, da werden immer mal wieder OAZ angeboten...

Eine preiswerte Lösung ist z.B. einen Standard-OAZ etwas zu kürzen. Dabei ist nur zu beachten, dass noch genügend Führung verbleibt, damit der OAZ kein gr. Shifting produziert. Bis ich mir einen JMI geleistet habe (ist einfach präziser), habe ich damit auch ganz gut arbeiten können.

Viel Erfolg
+ Clear Skies

Michael
www.astrohoppe.de
 
Hi eloi,

der FOK-N (Crayford) ist ja recht günstig gegenüber den JMI, aber 55mm Höhe ist auch schon wieder recht viel. Der Heli-FOK dreht leider Okular bzw. Kamera mit <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />

Eine geniales revolutionäres neues Design muss her....

Edit: habe gerade gesehen dass du einen 10" schleifst! Ich will mit einem 8" f6 einsteigen, eben genau für das oben diskutierte Projekt! Viel Erfolg mit deinem Spiegel, ich werde mir deine Beiträge genau anschauen was du so an Erfahrungen dabei machst, und hoffentlich davon lernen!!

Viele Grüsse
Martin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Johann,

die Idee mit dem verschiebbaren oberen Tubusteil klingt recht interessant, es gibt aber ein massives Problem: Die Genauigkeit und Steifigkeit der dazu erforderlichen Führungen. Man müsste wohl 3 Führungen mit 120° Grad Versatz vorsehen. Wenn die aber bei seitlich wirkenden Kräften am oberen Tubusteil steif genug sein sollen (damit keine Dejustierung und Bildshifting auftritt) müssen die Führungen recht lang und massiv sein.

Alternativ könnte man 3 Spindeln in 120° verwenden, muss diese dann aber beim Fokussieren exakt parallel verfahren (auf einige hundertstel genau damit kein Shifting auftritt). Knifflig.

Da ist es wohl doch einfacher einen Schlitten zu bauen, aber wie gesagt auch das ist nicht ohne. Wundert mich übrigens dass es keine Okularschlitten zu kaufen gibt. Bei kommerziellen Teleskopen kenne ich nur das Vixen R150 wo ein Schlitten verwendet wird.

Viele Grüsse
Martin
 
Hi Michael,

der intrafokale Weg für KB-Fotografie sollte doch allgemein bei ca. 45mm(Kamera) + 10mm(T-Ring) + 2mm(2"Steck/T-Adapter) + 3mm (Fokussierreserve) = 60mm liegen. Mit einem JMI-Auszug (mind.40mm) ergibt sich dann eine Brennpunktlage 100mm über dem Tubus. Das ist ja auch der Wert auf den M.Birkmair seine fototauglichen Newtons auslegt.

Mehr würde ich auch keinesfalls haben wollen. In diesem Fall müsste ich einen 46,5mm Fangspiegel nehmen, OB=24%. Schade, bei Fokus bis 80mm über Tubus würde für Planetenbeobachtung auch noch ein 38mm FS funktionieren (OB = 19,5%).

Eine grosse, schwach wirkende Barlow für Fotografie bräuchte man. Verlängerung 1,1 mit Fokusverschiebung um 5cm oder so.

Na ja, da werde ich mit die JMIs doch mal näher anschauen müssen. Einen normalen "gleitenden" Auszug zu kürzen halte ich für kritisch, die die ich kenne machen schon im Originalzustand keinen sonderlich präzisen oder stabilen Eindruck...

Viele Grüsse
Martin
 
Naja,

möglicherweise kann man die JMIs ja so einstellen, dass sie wirklich
gut laufen, aber von einem DX2 mit Motor, den ich (sehr) kurz zuhause
hatte, war ich einfach nur enttäuscht. Diese lief äußerst ruppig
und "unrund". Der Baader, den ich jetzt habe, läuft ganz bedeutend
weicher. Nur leider ist auch der recht hoch. Vielleicht lohnt sich
ja in diesem Fall ein Feathertouch - schön niedrig, und wer einmal
daran gedreht hat vergisst dieses Erlebnis nicht wieder <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Ciao,
Roland
 
Hallo Martin,

genau das habe ich gemeint - 120° versetzt:

Ich denke es müßte mit ca. 12mm bis 16mm Durchmesser Passstiften gehen, Führung 1,5x Durchmesser

zusätzlich 3x Zahnstange mit feinem Modul und über 3x Zahnräder welche mittels Minizahnriemen (darf sich praktisch fast null dehnen....), oder Ähnliches verbunden werden

Die Spindeln wären genauer...aber so langsam <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> für ein paar mm Weg....viele,viele Umdrehungen..
wie gesagt habe es auch nur in groben Zügen überlegt...

c.s.
Johann
 
Hallo Martin,

ich lese hier http://www.scopequipment.com/borgheli.htm unter Helical Okularauezüge, dass nur ein Model von den dort angebotenen rotierend ist. Die Präzision die dort auf kurzem Raum geboten wird, kannst Du mit einem Selbstbau an den Macroteilen des Fangspiegelhutes nie für den Preis erreichen.

Gruß Günter
 
Hallo Martin , wenn du eine Änderung am zu kaufenden Auszug haben willst kannst du auch bei Gerd Neumann Vorschläge machen er ändert ihn dann nach deinen Wünschen .
Zum Spiegelschleifen , es ist erst mein Zweiter, wenn du mal fragen hast wende dich an Marty oder Stathis die kennen sich sehr gut aus. CS
 
Hi Günter,

Danke für den Tip! Die Teile werde ich mir mal genauer anschauen. Mal sehen wie man die für 2" Okulare adaptieren kann.

Viele Grüsse
Martin
 
Hi Stefan,

das Teil ist ja wohl eine verrückte Idee <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> Löst aber auf jeden Fall das Höhenproblem.

Muss aber wohl recht präzise gefertigt sein, wenn's shiftingfrei werden soll. Bin mal gespannt ob sich das Ding bewährt...

Viele Grüsse
Martin
 
Wer kennt INTES Helical?

Hallo,

von Intes gibt es einen Helical mit zusätzlicher Schiebehülse, ist offenbar der Fokussierer der Mak-Newtons MN61 und 71.

Hier ein Foto (apm-telescopes): Intes Helical

Kann mir jemand was darüber erzählen ( Präzision, Spielfreiheit)?

Viele Grüsse
Martin
 
Hallo Martin,

es besteht sogar die Möglichkeit, bei den großen Helis den Comakorrektor darin zu versenken wenn es wegen der Fokuslage gewüncht wird.

Gruß Günter
 
Hallo,

JMI ist technisch Ok, allerdings hierzulande sehr teuer.

Ich habe inzwischen 3 JMIs im fotografischen Einsatz gehabt bzw. habe noch, und war immer sehr zufrieden, vor allem beim Newton ist sone Motor-Verstellung eine feine Sache.

Beim Baader-ComaCorr sei noch daraufhingewiesen, das dieser den Fokuspunkt um ca. 10mm nach außen versetzt. Wer also wirklich bereit ist, mit den Millimetern zu jonglieren, kann hier noch was rausholen.

Ich selbst hab meinem 10-Zöller einen 75mm-FS verpaßt, das ergibt auch noch bei weniger knappen Fokuslagen ordentliche Ausleucht-Werte. Der neue 8-er ist auch mit 66mm FS bestückt, was dann aber nicht mehr ganz für KB reicht (18mm, der 10-er hats noch auf 24mm gebracht)

 
Hallo Martin,

ok, da Du ja noch nicht festgelegt bist, kannst Du ja die Bauhöhe beliebig festlegen. Deine Überlegungen teile ich, je niedriger je besser. Meine Anmerkung zielt mehr auf Standard-Newton hin, die eine vorgegebene Brennpunktlage haben (GSO usw) <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .

Die Standard-OAZ zu kürzen ist möglich, aber letztlich nur eine kostengünstige Übergangslösung. Ich würde mir - wie gesagt - einen JMI zulegen. Alternativ vielleicht einen Feathertouch, der kostet aber noch mehr...

Clear Skies

Michael
www.astrohoppe.de
 
Hallo Roland,

ich habe zwei JMI OAZ im Einsatz: Einen DX 2 und einen DX 3. Beide OAZ laufen - nach ein bißchen Justage - auch ruhig und präzise, ich bin daher recht zufrieden.

An meinem C 9 habe ich auch einen Baader OAZ, auch ein feines Teil. Zumindest der JMI DX 1 bzw. DX 2 ist aber noch präziser einstellbar (Untersetzung). Ferner hat die Newton-Version leider - wie Du auch schon angemerkt hast - eine zu große Bauhöhe von 77mm <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> .

Der Feathertouch ist auch nicht schlecht, nur der Preis...

Clear Skies

Michael
www.astrohoppe.de
 
Hallo Martin,

Zitat: Wundert mich übrigens dass es keine Okularschlitten zu kaufen gibt.

Das wundert mich schon etliche Jahre.

Zitat: Eine geniales revolutionäres neues Design muss her....

Ob meine Konstruktion revolutionär und genial ist, kann ich nicht sagen. Ich bin jedenfalls hochzufrieden damit. Kannst ja mal unter
http://zellix.bei.t-online.de/binoansatz.htm nachsehen. Ich habe dieses Teil - wie so manch andere Nirosta-Konstruktion - ausschließlich aus Schrott zum Nulltarif hergestellt. Allerdings - 'ne kleine Drehbank braucht man schon. Ich habe meine Konstruktion so ausgelegt, dass auch ein Off-Axis-Guider noch bequem darin Platz hätte.


Freundlichen Gruß,
Nirosta
 
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