Welcher Himmelsatlas?

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HelmutLang

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Hallo Objekt suchende Sternfreunde!

Zu eurer Orientierung werde ich folgende 4 Himmelsatlanten vorstellen:
1. Schurig/Götz: Himmelsatlas, Neu herausgegeben von Karl Schaifers, Wissenschaftsverlag, Mannheim, 1960
2.A. Becvar: Atlas of the Heavens, Sky Publishing Corporation, Cambridge, 1969
3.Cragin, Lucyk, Rappaport, Tirion, Lovi: Uranometria 2000.0, 3Bände (Vol. 1 und 2 und DSFG), 1.und 2. Ausgabe
4.W. Tirion/R.W. Sinnott: Sky Atlas 2000.0, 2. Ausgabe, Cambridge University Press, 1998 Sky Publishing Corporation

zu 1. Abgesehen von einer drehbaren Sternkarte, habe ich mit dem Schurig/Götz (Äquin. 1950) meine ersten Beobachtungen begonnen. Ich weiß nicht, ob es diesen Himmelsatlas im Handel noch gibt, geschweige denn, was er kostet. Selbst wenn er auch nur noch antiquarisch erhältlich ist, so ist er durchaus empfehlenswert für Einsteiger!
Die Sternhelligkeiten sind in 0,3 mag-Klassen abgestuft und bis 6,3mag auf 8 dreifarbigen Karten dargestellt, wobei sich im Anhang auf der letzten DinA4-Doppelseite eine Mondkarte gibt. Doppelsterne und Veränderliche sind gekennzeichnet, und die Stellen an denen sich OH, KH, GX, GN und PN finden, mit dem jeweiligen Symbol gekennzeichnet. Kein schlechter Atlas für einen Anfänger. Nicht zu viel und nicht zu wenig Sterne werden hier gezeigt, sondern das, was in einer klaren Nacht mit bloßem Auge zu sehen ist. Einzig die doppelten Freiseiten, welche man wohl wegen des "Durchdruckes" (daher nur einseitig bedruckt) gelassen hatte, statt dickeres, stabilers Papier zu nehmen, ärgerten mich immer. Wegen seines Maßstabs ein ideales Beiwerk zu dem tollen "Atlas der Sternbilder" von Slawik/Reichert (für letzteren gibt es in diesem Forum auch eine Rezension)!

zu 2. Jahre später erstand ich dann auf einer Astromesse in Frankfurt einzelne 16 DinA3-Bögen des "Atlas of the Heavens" (Äquin. 1950) und ließ sie vom Buchbinder meines Dorfes in Himmelsblau kartonieren. Ich gab sie ihm sortiert, aber er vertauschte die letzte und vorletzte Seite (kannte wohl die darauf stehenden römischen Zahlen nicht) und zerriß so "meinen Sagittarius" und brachte mir dadurch den Südhimmel etwas näher! Der Atlas ist insofern interessant, als er den Himmel mit weißen Sternen auf schwarzem Grund darstellt. Die abbgebildete Sterngröße läuft mit 7,5mag (in 0,5mag-Stufen) über den Schurig/Götz auf einen Alpenhimmel hinaus! Variable Sterne sind in 5 Klassen abgebildet.KH, GX, PN und Radioquellen sind in vier verschiedenen Größen abgebildet, OH sogar in acht! Neben fünf visuellen Mehrfachsystemen (Doppel bis Sechs-fach), sind dem entsprechend auch (fünf) spektroskopische dargestellt. Die Umrisse diffuser Nebel, wie auch die von Dunkelnebel sind umrandet, bzw. gepunktet und hellere Novae eingezeichnet. Ein wahrlich schöner Atlas, übersichtlich, augenfreundlich und nicht nur bei gutem Wetter draussen zu gebrauchen, man kann auch über den toll eingezeichneten Dunkelwolken träumen! Ob dieser Atlas noch aufgelegt wird, und was er kostet, entzieht sich meiner Kenntnis.

zu 3. Wer den Deep Sky, die Tiefen des Alls ergründen will, braucht allerdings schon einen noch umfassenderen Wegweiser, zu den nahezu zahllos werdenden Objekten. Jetzt werden nicht mehr die Seiten, sondern die Bände (jeder mit ca. 220 Seiten) gezählt. Vol.1 stellt die nördliche Hemisphäre (bis Dekl. +5) dar, Vol. 2 die südliche, Vol.3 "The Deep Sky Field Guide" (=DSFG) beschreibt textlich die erwähnten Objekte. Die neue (2.) Ausgabe geht nicht nur mehr bis 9,5mag sondern bis 9,75mag, enthält 6300 Variable Sterne und die Deep Sky Objekte haben sich auf 30.000 verdreifacht! Aber das Wichtigste: Die 2 mikrigen Übersichtskarten eines jeden der 2 Kartenbände sind jetzt auf jeweils 22 Übersichtskarten dargestellt. Einem jeden Anfänger, der noch die alte Ausgabe besitzt, sei empfohlen, die vier Übersichtskarten gleich einmal heraus zu kopieren, um nicht beim Blättern zu verzweifeln! Neu sind auch 26 Ausschnittsvergrößerungen (2 bis 3-fach) von besonders interessanten Objekten. Es handelt sich hier um den "Standart-atlas" auf den sich die meiste Literatur bezieht und welcher ein "Kult-objekt" für die Deep Sky Gemeinde darstellt. Für denjenigen, der den Himmel und dessen Sternbilder erst einmal kennen lernen will, m.E. weniger zu empfehlen. Jeder Band kostet ca. 60 Euro, alle drei zusammen ca.170 Euro.

zu 4. Wer jedoch die Übersichtlichkeit sucht und liebt und dennoch auf (moderaten) Inhalt setzt, der greife zum Sky Atlas 2000.0 und somit auf dessen 26 Karten im Großformat (55cmx41cm), (für ca. 50 Euro), wobei der Atlas um 90° gedreht, also nach oben aufgeschlagen wird. Dem Einsteiger genügen ja vielleicht auch die ca. 2700 Deep Sky Objekte, die sich zwischen 81.000 Sternen (bis Grenzgröße 8,5mag) tummeln. Da ist man dann auch schon einige Zeit mit Beobachten beschäftigt und wenn/bis man die alle durch hat, gibt´s sicher schon den Uranometria 2000.0 3.Ausgabe mit noch mehr Objekten, so dass man dann zu den nun preiswerten weiteren (!) 27.300 Objekten der 2. Ausgabe zurückgreifen kann. Für die harten Schlachten, draussen, unter freiem Himmel gibt es diesen Großformat-atlas auch laminiert, allerdings mit 119 Euro nicht ganz billig! Ganz optimal durchdacht, ist aber auch der Sky Atlas nicht: Beim Aufschlagen könnte man auf zwei Seiten einen doppelt so großen Himmelsausschnitt darstellen. Statt dessen ist immer nur eine bedruckt und es grinst einem eine leere DinA3- Seite entgegen! Weißes Papier in Großformat! Was sich Verlag oder /und Autoren dabei gedacht haben, bleibt mir ein Rätsel! Die Legende hätte man ja abwechselnd am oberen und unteren Kartenrand einer jeden Seite drucken können, wobei in diesem Fall sogar eine Legende pro Doppelseite genügt hätte. Es gibt also immer noch einiges zu verbessern, Cambridge University Press!

Alle vier Atlanten benötigen natürlich für ihren Gebrauch -"Klare Himmel und gute Durchsicht"!
Sternfreund Helmut

Dort, an jenem Ort, wo es am allerdunkelsten ist, ist Licht in Sicht!
 
Ciao Helmut,

Deine Übersicht ist sicher hilfreich für all diejenigen die gedruckte Atlanten mit nicht zu tiefer Grenzgrösse suchen. Oft will man auch wirklich Papier haben. Das stelle ich auch öfter mal fest. Und teilweise habe ich die von Dir genannten Werke auch schon intensiv benutzt.

Viele Leute tendieren aber heute zu Software und/oder zu tieferen Atlanten.
Als Beispiele für Software:
- Cartes du ciel (kostenlos !): http://www.stargazing.net/astropc/
- Guide 8 (projectpluto): http://www.projectpluto.com/
- viele andere...

Als Beispiele für Karten:
- Uranometria
- ...

Und dann gibt es noch Webbasiertes:
- http://www.asahi-net.or.jp/~zs3t-tk/atlas_85/atlas_85.htm
- http://www.wikisky.org/
- http://www.calsky.com/
- ...

Gruss, Peter



 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Helmut,
der Star-Guide-Atlas, den es bei TS oder im Astro-Shop gibt (ungarisches Werk, in deutscher Sprache), ist auch nicht zu verachten:
-Grenzgröße 9 mag
-Sternbildlinien zur Orientierung
-viele, m.E. mehr Objekte als im Sky Atlas
-handliches Format
-138 Seiten, also größere Himmelsausschnitte als Uranometria

Allerdings geht der nur bis -40 Grad in der Deklination, also nix für Namibia
 
Hallo Sternfreunde, Peter, Kay!

Mir ist klar, dass ich hier nur grobe Hinweise für Einsteiger aus meinem Erfahrungshorizont geben konnte (und auch nicht klar zwischen den beiden Uranometria-Ausgaben unterschieden habe, da ich selbst nur eine, die alte, besitze).

-Kay, dein Hinweis auf den Star-Guide-Atlas klingt sehr interessant! Ich habe zwar schon so viele Sternkarten, (bis -40 reicht, zumindest in Deutschland, weit genug hinab!), werde aber hier im Net gleich einmal nachschauen, was der kostet! (Nebenbei: Meine Schwester, die im Buchhhandel tätig ist, schaut übrigens für mich nach dem Buch von M. Allison: "Starcluster and how to Observe", ob das lieferbar ist (!)und was es kostet).

-Peter, meine Darstellung der 4 Atlanten war natürlich mehr für "objektsuchende Einsteiger" gedacht und ich hätte das schreiben sollen. Klar arbeiten sehr viele (die meisten?) Amateurastronomen, zumindest nach einiger Zeit, auch mit Software! Auch ich bereite meine Beobachtungen regelmäßig mit "e&t" und dessen ausgedrucktem Plan vor oder schaue etwas im "Real Sky" nach (ach Gott, diese CD-wechslerei bei 18 Cd´s!)! Aber draussen, unterm Himmel geht bei mir dann ohne Atlas gar nichts, da ich weder über eine parallaktische Montierung (zum Einstellen der Koordinaten), geschweige denn "Go-to" verfüge und auch keinen "SkyScout" ("NGC-Max" oder wie die Dinger sonst noch heißen) verfüge! Der ausgedruckte Okularanblick, der bei e&t bei 6° Gf aufhört, reicht mir, zur Orientierung am Himmel(!), nicht! Aber es ist für mich auch so in Ordnung, vom Großen ins Kleine zu gehen! Ich will den Himmel entdecken, nicht vorgeführt bekommen!

Es wäre sehr interessant zu wissen, wer außer den Fotografen noch einen Laptop mit zum Beobachten (also zum Auffinden eines Objektes) schleppt, bzw., wieviele den Himmel so gut kennen, dass ihnen zur "Objektfindung" der ausgedruckte Okularanblick genügt! Vielleicht gibt es sogar welche, die mir auf Anhieb NGC 7269 einstellen könnten (war gerade eine Zufallszahl aus dem Uranometria!)!?
Da ich außer den 2 erwähn. Programmen kein weiteres kenne, geschweige denn auch nur einen vagen Überblick habe, bin ich froh für deinen Hinweis auf Software, Peter!
Der "cartes du ciel" wird hier im Treff oft erwähnt, und wird für mich als "Internet-Neuling" eines der nächsten Ziele sein. Bin schon gespannt darauf!
Apropos Namibia: Ich habe sogar eine drehbare Sternkarte für den Südhimmel, die schon auf ihre erste Reise wartet!
Aber, ob das je ´was wird? Mich bringt das "Tiefseetauchen in der Wasserwaage" jedenfalls immer noch ins Staunen und schenkt mir immer wieder neue Blicke ins All! Aber ich gebe es zu: Von 47 Tucanae, Omega Centauri und dem Eta-Carinae-Nebel träum´ auch ich! Auch von ganz schwarzen, mit Sternen übersähten Himmeln! (Bin nach der Dunkeladaption immer wieder von neuem überrascht, wie hell es - bei uns in Mitteleuropa nachts eigentlich ist! Na, da wäre doch jetzt erst einmal Slowenien angesagt!) Also:
Dunkle Nächte mit gutem Durchblick! Helmut

Dort, an jenem Ort, wo es am allerdunkelsten ist, ist Licht in Sicht!
 
Hallo Sternfreunde!

Nach der Star-Guide (Verwendete Katalogsliste ist hier: http://www.teleskop-austria.at/information/buch-egabrosz-btc/starguide-verwendete-kataloge.jpg ) kommt bald ein neue Software auch dazu: es heisst Ursa Minor (derzeit in Testphase, englisch und ungarisch) und kann auch mit d. häufigsten Montis kommunizieren. (Einiges sogar ohne Handbox)
Es ist nur 2 CDs und 18 magn Grenzgrösse.

Mehr Info hier: www.ursaminor.hu
oder hier: http://www.teleskop-austria.at/prod.php?tid=26&lng=de#buch-umisoft-btc


CS: lajos



 
Hallo Sternfreunde!
Also, aufpassen beim Kauf eines Sky Atlas 2000! Anscheinend gibt es da verschiedene Ausgaben, wie ich Tankreds Zeilen entnehme. Ich selbst besitze den Sky Atlas 2000, Second Edition, Deluxe, laminiert, von 1998 (119 Euro). Da ich ihn erst vor wenigen Monaten gekauft habe, bin ich von Tankreds Aussage überrascht! Gibt es vielleicht nur die laminierte Ausgabe nicht doppelseitig? Oder sollte es sich um eine ältere Ausgabe handeln? An so einen "Rückschritt" kann ich fast nicht glauben! Jedenfalls würde ich zur "bedruckten-Doppelseiten-Ausgabe" greifen!Man kann den ja gegebenenfalls immer noch laminieren lassen (und spart sich dann vielleicht sogar noch ein paar Euro)!
Grüsse und klare Himmel, jetzt um die Neumondzeit! Helmut

Dort, an jenem Ort, wo es am allerdunkelsten ist, ist Licht in Sicht!
 
Hallo Helmut,

mit einer kurzen Suche im Web habe ich dazu folgendes gefunden:

Quelle: www.nightskyinfo.com

The atlas comes in three versions. In the Deluxe Version stars are black, deep sky objects are color-coded by type for easy identification, and the Milky Way is depicted with four shades of blue from light (sparse) to dark (dense). In the Field Version stars and deep sky objects are white on a black background, and there are no Milky Way contours. In the Desk Version stars and deep sky objects are black on a white background with no Milky Way contours.

Bei Fernrohrland.de ist das diesbezügliche Angebot noch differenzierter:

Quelle: Fernrohrland.de

Den Sky Atlas 2000 gibt es in sechs Versionen:

1. Die farbige De Luxe Version
Jede Objektart in einer eigenen Farbe, die Milchstraße wird in unterschiedlichen Blautönungen dargestellt. Die De Luxe Version ist ringgeheftet und ausklappbar im Format 47x34 cm
30 Seiten, 26 Karten, ringgebunden, englischsprachig, 2. Auflage 1998

2. Laminierte farbige De Luxe Version
Gleiche Ausführung wie vorstehend, jedoch mit Kunststoffbeschichtung der Karten, wodurch der Atlas gegen Tau, verschütteten Tee u.s.w. geschützt ist

3. Desk Ausgabe
Einzelne Karten im Format 47x34 cm, schwarze Sterne, weißer Untergrund. Ideal zum Eintragen von zusätzlichen Objekten. Schreibtischversion.

4. Laminierte Desk Ausgabe
Einzelne Karten im Format 47x34 cm, weiße Sterne, schwarzer Untergrund. Durch die Laminierung der Karten ideal für nächtliche Beobachtung.

5. Field Ausgabe
Weiße Sterne auf schwarzem Grund, Einzelblätter

6. Field Ausgabe in Kunststoff- Laminierung
In Ringheftung, resistent gegen Tau und Schmutz, beschriftbar mit wasserlöslichen Filzstiften.

In Wolfis teleskop-service gibt es anscheinend nicht ganz so viele verschiedene Versionen, dafür finde ich auf seiner Seite mehr Preise genannt.

Wenn das mal nicht verwirrend ist.
:) Es gilt mal wieder die alte Fahrlehrerweisheit: "Gugge muss mer immer!" :)

Viele Grüße
Stephan
 
Hallo Sternfreund Stephan!
Gut recherchiert! Alle Fragen geklärt! Danke, ich lerne!
Mit Grüssen aus dem Allgäu. Ein toller Himmel wartet jetzt auf mich und meinen farbigen Sky Atlas! Helmut

Dort, an jenem Ort, wo es am allerdunkelsten ist, ist Licht in Sicht!
 
Danke für die Vergleiche.

Ich habe zwar oft einen Notebook mit Cartes Du Ciel, HNsky und Stellarium dabei, finde aber oft die Darstellung schwacher Sterne auf Notebooks unrealistisch. Die gedruckten Atlanten machen es einfacher am Himmel den Dobson zu steuern.

Ich verwende neben dem Sky Atlas Deluxe (farbig, doppelseitige A3 Blätter) 2 bisher nicht erwähnte Atlanten:

Der Millenium Star Atlas wird von manchen verschmäht, weil er nicht so viel Deep Sky Objekte enthält wie die Uranometria. Das stimmt auch für die Astrofotografie aber für visuelle Zwecke finde ich ihn sehr gut. Es ist bei 11mag Grenzgröße wesentlich einfacher schwierige Objekte zu finden als bei 9m. Daher habe ich meinen Uranometria 1. Ausgabe wieder verkauft und bereue es nicht. Leider ist der 3 bändige MA sehr schwer, es soll jetzt aber eine Paperback Ausgabe geben.

Dann möchte ich noch den für mich besten Kauf des Jahres 2007 erwähnen: Der Pocket Sky Atlas von Sinnot, herausgegeben von Sky&Telescope. Einfach großartig und bei mir immer dabei. Im A5 Format auf wasserabweisendem Papier gedruckt und Spiralgebunden. Sterne bis 7.5mag, 1500 deep sky Objekte, Kostenpunkt unter 20EUR. Er hat bei mir den Cambridge Star Atlas und den Karkoshka ersetzt. Die farbige Darstellung gefällt mir sehr gut. Leider sind auf 2 Seiten Druckfehler vorhanden. Die Doppelseiten wandern nicht von Ost nach West (oder umgekährt) sondern von Nord nach Süd. Zuerst etwas gewöhnungsbedürftig aber für einen kleinen Atlas keine schlechte Idee. Ich kann ihn wirklich jedem nur empfählen!

 
Hallo Sternfreunde, hallo Saban1!
Auch ich hantiere lieber mit Atlanten, als mit Notebooksoftware bei der Beobachtung (egal ob mit Dobson oder Fernglas)! Ein Fotograf, der sein Notebook eh schon zur Steuerung seines Teleskops braucht, wird dies verständlicherweise anders sehen!
Ich danke dir für die Erweiterung des Spektrums an Himmelsatlanten! So hatte ich mir diesen Thread vorgestellt!

Das (schwere) Gewicht des Millenium Star Atlases wird wohl bei den meisten Sternfreunden nicht so die Rolle spielen, es sei denn, sie fliegen in den Astrourlaub oder erklimmen mit Ferngläsern oder "Nirostars" (kleinen Teleskopen) irgend welche Berggipfel!

Der wetterfeste Pocket Sky Atlas scheint mir nicht nur preislich ein interessanter Einsteigeratlas zu sein, wenn er (in Nord- und Süd-hemisphäre getrennt!?) von Nord nach Süd wandert, also den Himmel mehr "in gleicher Rektaszension" darstellt! Ich habe mich inzwischen zwar an die Darstellung des "alten" Uranometria gewöhnt (der noch nicht einmal in Leserichtung, sondern von West nach Ost geht!), mich aber schon von jeher gewundert, dass dem praktisch orientierten Astronomen, für den nur wenige Rektaszensionsstunden pro Nacht (die Jahreszeit nicht zu vergessen!) relevant sind, die Sternbilder in der Deklination auseinander gerissen werden! Für einen Einsteiger, der sich diesbezüglich nicht einmal umorientieren muß, ein nicht zu unterschätzendes Kriterium!
Wieder erwartet uns heute eine klare Nacht! Gruß aus dem Allgäu! Helmut

Dort, an jenem Ort, wo es am allerdunkelsten ist, ist Licht in Sicht!
 
Hallo Helmut,

Zitat von HelmutLang:
Es wäre sehr interessant zu wissen, wer außer den Fotografen noch einen Laptop mit zum Beobachten (also zum Auffinden eines Objektes) schleppt, bzw., wieviele den Himmel so gut kennen, dass ihnen zur "Objektfindung" der ausgedruckte Okularanblick genügt!

Als Entwickler des Beobachtungsplaners "Eye&Telescope" kann ich verraten, dass unter den Anwendern dieses Programms etwa die Hälfte das Notebook benutzt und die andere Hälfte die vorbereiteten Ausdrucke bevorzugt. Kein Wunder, denn für beide Varianten gibt es Vor- und Nachteile.

Notebook muss man erst mal haben, es will mit Strom versorgt werden, braucht einen geeigneten Bildschirmfilter und wenn's wirklich saukalt ist wird es vielleicht nicht funktionieren. Pluspunkte sind die enorme Flexibilität in der Kartendarstellung und die Möglichkeit, spontan Beobachtungskandidaten zu identifizieren und das Gesehene mit kleinem Aufwand zu protokollieren. Hinterher finde ich meine Aufzeichnungen schnell und einfach.

Papier braucht unterwegs keine weiteren Ressourcen, stürzt nie ab, geht auch bei zwanzig Grad minus (falls man die Finger dann noch bewegen kann) und man kann seine Notizen gleich auf die Ausdrucke dazuschreiben. Wenn aber keine Aufsuchkarte vorbereitet wurde muss man vielleicht spontan darauf verzichten, irgendein interessantes Objekt zu versuchen. Blättern wird (zumindest mir) schnell lästig. Zoomen geht auf Papier gar nicht. Übersichtlichkeit und Detailtreue in *einem* Atlas gibt's nur in Ausnahmefällen, Abhilfe schafft ein zusätzlicher "kleiner" Atlas für den Überblick. Wer mit Papier flexibel sein will, hat je nach dem mehr zu schleppen als ein Notebook (zwei Bände Uranometria und einmal Kepple/Sanner oder Burnham wiegen nicht schlecht).

Beide Lösungen haben Vor- und Nachteile, es gibt keine die nur Vorteile hat und keine Nachteile.

Einfach ist es nur, wenn man (als Einsteiger) einfache Objekte finden will. Dann reicht der Karkoschka oder ein einfacher Atlas (wie der Pocket Sky Atlas oder der Deep Sky Reiseatlas).

Helligkeitsdarstellung der Sterne in Software: das ist ein kritischer Punkt, den aber manche Programme sehr gut lösen. Wenn statt Sternscheibchen aber Helligkeitsprofile verwendet werden sieht die Darstellung viel realistischer aus und die Orientierung fällt damit leichter. Entsprechende Darstellungsoptionen gibt es in Guide 8 ("blur"), TheSky, SkyTools 2, Eye&Telescope 2.8 und wohl auch in Skymap 9 oder 10 (keine eigene Erfahrung damit, nur bis V8).

Noch eine Anmerkung zum Sky Atlas 2000: ich habe den als laminierte Field Edition (schwarzer Untergrund). Würde ich nicht mehr nehmen, lieber die Desk Edition. Mit hellem Untergrund kann man aufgelegte Gesichtsfeld-/Gradnetzschablonen wirklich erkennen und kann auch mit Folienstift etwas einzeichnen.

Zitat von HelmutLang:
Vielleicht gibt es sogar welche, die mir auf Anhieb NGC 7269 einstellen könnten (war gerade eine Zufallszahl aus dem Uranometria!)!?
Ich habe Sternfreunde kennengelernt, die als "wandelnde Datenbank" solche Fähigkeiten hatten. Unter Meteorbeobachtern gab (gibt?) es Spezialisten, die zu praktisch jedem mit freiem Auge sichtbaren Stern die Bezeichnung wussten.

Clear skies,
Tom
 
Hallo,

Also, es ist vielleicht etwas komisch aber ich habe immer Notebook und Atlas dabei. Den Notebook brauche ich primär für die Fotografie. Visuel suche ich immer meinen Weg per Atlas, wenn ich aber an einem sehr schwachen Objekt bin und ich mir nicht sicher bin, ob das schwache Glimmern das Objekt oder andere Sterne sind verwende ich oft das Notebook. Nachdem Klarheit geschaffen wurde kehre ich meistenz bals zum Millenium Atlas zurück.

Der Pocket Sky Atlas ist nicht in Nord und Südhemisphere geteilt, die Karten gehen vom Himmelsnordpol zum Himmelssüdpol durch, jeweils 10 Stück. Dann ein Ruck nach Westen und es beginnt von neuem von Nord nach Süd...

Ich persönlich finde die laminierte Version vom Sky Atlas nicht so gut, da es sich dabei an sich um Hüllen handelt und nicht um eine echte Laminierung. Hüllen in denen die normalen Papierblätter lose drinnen liegen. Ich habe einmal beobachtet, wie in einer nassen Nacht beim Nachbarn durch die Stanzstellen Feuchtigkeit eingedrungen ist und das Papier sich unschön verformt hat.

Klare Nächte!
Tahir
 
Hallo Sternfreund, Tom und Tahir!

Notebooks und Atlanten halten sich also bei den Beobachtern (die Fotografen einmal mit dazu gerechnet) in etwa die Waage! Am besten sind die klaren Nächte wohl wirklich genutzt, indem man mit einem Fernrohr fotografiert und (bei Langzeitbelichtungen) mit einem weiteren beobachtet! Es fasziniert mich, wenn jemand so "zweigleisig" fährt, wie du, Tahiran. Ich habe von dieser Idee schon einmal mit Erstaunen auf einer Homepage (war es PeterSurma?, ich erinnere mich nicht mehr!) gelesen und war fasziniert. Wenn ich nicht von den großen Hindernissen beim Fotografieren (aus meiner Jugendzeit) wüßte, und nicht allein schon beim Beobachten voll ausgelastet wäre,....
müßte ich noch
zu meinem 18" (f/4.45) Dobson mit seinem daraufgepackten 6" (f/5) FH-Refraktor (=Sucher) und dem Fernglasstativ für das 16x70 und das 7x50, sowie dem vielen Papier (2xUrano, Sky Atlas, und 2x The Night Sky Observers Guide, sowie den e&t Beo-plan-ausdrucken)
meine Astro 5 Montierung mit Russentonne, Notebook, Digitalkamera und Energieversorgung mitschleppen (einmal abgesehen vom noch fehlenden Leitfernrohr und Nachführprogramm!)!
Da haben die kürzeren Nächte um den Vollmond herum, wenn ich astrominimalistisch nur mit den beiden Ferngläsern gucke, schon auch ihren eigenen Flair, wenn auch das 7x50 nur wenige Stunden zum Einsatz kommen kann. Aber in den langen Nächten, wenn mein Monocoloss mit seinem Starfinder bestückt ist, raubt er natürlich dem 7x50 die Beobachtungszeit. Selbst wenn ich astrominimalistisch vorgehe, also nur mit Ferngläsern, Stativ, Schaukelstuhl und Isomatte, muß ich mir immer noch einen Weg durch die aufgeschlagene (oben angeführte) Literatur bahnen. Immer das, was ich gerade brauche, liegt am weitesten weg!
Früher hatte ich die 2 NSOG nie dabei, da ich in e&t im Beo-plan zu sehr vielen Objekten Notizen hinzugefügt hatte. Als ich mir dann in diesem Frühjahr ein neues Notebook mit Windows Vista zugelegt habe, konnte ich nicht einmal mehr die Originalsoftware (trotz gültiger Serien- und Lizenz-nummer) laden, geschweige denn meine bearbeitete Version überspielen! Ich wechselte (auch aus anderen Gründen) also das Betriebssystem, warf also Vista weg und lud (ein neues! da das alte "gerätegebunden" war) XP, so dass ich wenigstens die Originalsoftware von e&t 2.0 darauf laden konnte. Da ich seit Juli07 über einen Internetanschluß verfüge, habe ich inzwischen sogar die neueste 2.8 Version.
Aber meine "alten Notizen" (es fehlte irgendeine Sicherungsdatei "ini." oder so ähnlich) sind futsch, sieht man von etlichen Ausdrucken ab (die insofern nicht mehr zu gebrauchen sind, als sie für den 6" mit Zenitprisma gemacht wurden, ich jetzt aber mit Amiciprisma beobachte!). Ich habe von Computern nur wenig Ahnung und mache mir daher kein zweites Mal mehr die Mühe, alles neu einzutippen. Statt Logbuch führe ich ein Beobachtungsbuch, welches ich mittels Diktiergerät füttere. Als Planer ist mir e&t jedoch immer noch dienlich und ich bin damit ansonsten recht zufrieden, werde aber bei Gelegenheit konstruktive Verbesserungsvorschläge einreichen, bzw. mich belehren lassen, wie etwas, wider Erwarten, doch funktionieren kann!
Noch ein Wort zum laminierten Sky Atlas (ich habe den mit weißem Hintergrund, der Gf-schablonen wegen): Der ist wirklich sehr empfindlich, wie ich schon nach wenigen Wochen bemerken mußte. Ein scharfes Lineal hat bereits in den Plastiküberzug eingeschnitten! Behutsamer Umgang ist damit angesagt! Durch die Stanzstellen ist bei meinem Atlas allerdings noch keine Feuchtigkeit eingedrungen!

Ich danke euch für eure interessanten Infos!
Klare Himmel und Grüsse aus dem Allgäu wünscht allen
Sternfreund Helmut

Dort, an jenem Ort, wo es am allerdunkelsten ist, ist Licht in Sicht!
 
Ich habe einen ziemlich alten SkyAltlas 2000.0 Deluxe in der unlaminierten Version. Die gab es noch nicht als ich ihn mir gekauft habe (Vor ca. 17 Jahren).
Natürlich wird er feucht und ein bischen wellig wenn ich beobachte, vor allem bei mir in der tauverseuchten Elbmarsch. Die Qualität des Papiers ist aber so gut, dass er sich beim Trocknen wieder alleine grade zieht. Und auch beim Beobachten stören die leichten Wellen nicht. Kaffee habe ich noch nie draufgeschüttet ;) aber ich habe mit Bleistift im Laufe der Jahre viele Notizen darauf gemacht die heute ich nicht mehr missen möchte. Und die farbige Codierung der Himmelsobjekte macht den Atlas auch schön übersichtlich. Man kann die Farben auch unter Rotlicht gut unterscheiden.

Ich bin also sehr zufrieden mit der unlaminierten Version und würde sie mir wieder kaufen.

Marcus
 
Zitat von HelmutLang:
Früher hatte ich die 2 NSOG nie dabei, da ich in e&t im Beo-plan zu sehr vielen Objekten Notizen hinzugefügt hatte. Als ich mir dann in diesem Frühjahr ein neues Notebook mit Windows Vista zugelegt habe, konnte ich nicht einmal mehr die Originalsoftware (trotz gültiger Serien- und Lizenz-nummer) laden, geschweige denn meine bearbeitete Version überspielen! Ich wechselte (auch aus anderen Gründen) also das Betriebssystem, warf also Vista weg und lud (ein neues! da das alte "gerätegebunden" war) XP, so dass ich wenigstens die Originalsoftware von e&t 2.0 darauf laden konnte. Da ich seit Juli07 über einen Internetanschluß verfüge, habe ich inzwischen sogar die neueste 2.8 Version.
Aber meine "alten Notizen" (es fehlte irgendeine Sicherungsdatei "ini." oder so ähnlich) sind futsch, sieht man von etlichen Ausdrucken ab (die insofern nicht mehr zu gebrauchen sind, als sie für den 6" mit Zenitprisma gemacht wurden, ich jetzt aber mit Amiciprisma beobachte!). Ich habe von Computern nur wenig Ahnung und mache mir daher kein zweites Mal mehr die Mühe, alles neu einzutippen. Statt Logbuch führe ich ein Beobachtungsbuch, welches ich mittels Diktiergerät füttere. Als Planer ist mir e&t jedoch immer noch dienlich und ich bin damit ansonsten recht zufrieden, werde aber bei Gelegenheit konstruktive Verbesserungsvorschläge einreichen, bzw. mich belehren lassen, wie etwas, wider Erwarten, doch funktionieren kann!

Hallo Helmut,

ich habe selbst noch kein Vista im Einsatz, konnte E&T aber bei einem Arbeitskollegen mit Vista-Notebook problemlos ans Laufen bringen. Es wehrte sich anfangs ziemlich ;-)

Beim Start des Setups muss man zunächst angeben, dass es mit Adminrechten laufen soll. Ist die Software installiert, sollte man für die ET.EXE in deren Eigenschaften (Rechtsklick vom Explorer aus) unbedingt angeben, dass sie Adminrechte bekommt. Und keinesfalls den "Kompatibilitätsmodus" auf irgendwas einstellen, auch nicht auf XP mit SP2. Hatte letzteres ausprobiert, machte nur Probleme: "Löcher" in Sternkarten und Listen, alles sehr träge.

Trickreich war das Einspielen des Updates: beim Auspacken des ZIP-Archivs x Nachfragen, ob das erlaubt wäre. Trotz expliziter Angabe des Zielverzeichnisses landeten die Archivinhalte nicht dort, sondern in einer Art Sandbox-Bereich. Hier hat MS m.E. das Guten zuviel getan, wenn lauter Sicherheitsfeatures ein Normalbetrieb nicht mehr möglich ist. Wir haben die Dateien dann mit der Suchfunktion gefunden und irgendwie doch noch dahin kopieren können, wo sie gebraucht (bzw. von E&T gefunden) wurden.

Meine Erfahrungen und diese Hinweise zu Vista sind in der Versionsdoku zum neuesten Update 2.8 enthalten.

Alle Deine Benutzerdaten (auch Objektnotizen) und Logeinträge liegen in der Userdata.mdb. Diese Datei ist es, die es zu sichern und zu hüten gilt. Nach einer Neuinstallation kopiert man einfach seine "scharfe" Userdata.mdb in das Programmverzeichnis und startet. E&T fragt, ob eine Rücksicherung zum Katalog durchgeführt werden soll. Dem zustimmen und alles ist wieder da. Diese Sachverhalte sind in Handbuch und Hilfedatei ausführlich beschrieben. Bereits beim ersten Start öffnet sich die Hilfedatei und weist darauf hin. Auch der Umgang mit den Daten bei mehreren Installationen (das ist explizit erlaubt!) ist im Handbuch erklärt. Die wiederholte Installation überschreibt die Userdata.mdb vorsichtshalber grundsätzlich nicht. Mehr fällt mir dazu nicht mehr ein, ich kann's nur möglichst korrekt und verständlich dokumentieren. Warum Anwender im Zweifelsfall nicht einfach vor "gefährlichen" Änderungen mal im Anwenderforum auf oculum.de nachfragen kann ich nicht nachvollziehen. Dafür gibt's das Forum und von mir bekommt man i.d.R. sehr schnell Antworten. Dabei bemühe ich mich immer, dass es auch für "Nicht-Computerfreaks" verständlich ist.

Für Verbesserungsvorschläge oder Funktionswünsche bin ich aufgeschlossen, sofern sie in das E&T-Konzept (Tool für visuelle Deep Sky Beobachter) passen. Bitte so etwas im Anwenderforum auf oculum.de einstellen, damit auch andere Anwender die Möglichkeit haben, darüber mitzudiskutieren.


Papieratlas: mein letzter Kauf (und damit der 6. gedruckte Atlas im Regal) war der Pocket Sky Atlas von Sky&Telescope. Macht einen sehr guten Eindruck, viele Objekte eingetragen, übersichtlich gestaltet, kompakt und preiswert (19,90€). Bin gespannt, wie er sich bei "Schnellspechteleinsätzen" mit dem ED80 bewähren wird. Ich habe den Eindruck, dass man z.Zt. auf weniger Platz und mit weniger Gewicht keinen informativeren Atlas bekommen kann. Da lohnt es sich kaum noch, PDFs auszudrucken und im Copyshop heften zu lassen wenn man alles tipptopp und fertig fast zum selben Preis kriegen kann.

Gruß,
Tom
 
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