HelmutLang
Aktives Mitglied
Hallo Objekt suchende Sternfreunde!
Zu eurer Orientierung werde ich folgende 4 Himmelsatlanten vorstellen:
1. Schurig/Götz: Himmelsatlas, Neu herausgegeben von Karl Schaifers, Wissenschaftsverlag, Mannheim, 1960
2.A. Becvar: Atlas of the Heavens, Sky Publishing Corporation, Cambridge, 1969
3.Cragin, Lucyk, Rappaport, Tirion, Lovi: Uranometria 2000.0, 3Bände (Vol. 1 und 2 und DSFG), 1.und 2. Ausgabe
4.W. Tirion/R.W. Sinnott: Sky Atlas 2000.0, 2. Ausgabe, Cambridge University Press, 1998 Sky Publishing Corporation
zu 1. Abgesehen von einer drehbaren Sternkarte, habe ich mit dem Schurig/Götz (Äquin. 1950) meine ersten Beobachtungen begonnen. Ich weiß nicht, ob es diesen Himmelsatlas im Handel noch gibt, geschweige denn, was er kostet. Selbst wenn er auch nur noch antiquarisch erhältlich ist, so ist er durchaus empfehlenswert für Einsteiger!
Die Sternhelligkeiten sind in 0,3 mag-Klassen abgestuft und bis 6,3mag auf 8 dreifarbigen Karten dargestellt, wobei sich im Anhang auf der letzten DinA4-Doppelseite eine Mondkarte gibt. Doppelsterne und Veränderliche sind gekennzeichnet, und die Stellen an denen sich OH, KH, GX, GN und PN finden, mit dem jeweiligen Symbol gekennzeichnet. Kein schlechter Atlas für einen Anfänger. Nicht zu viel und nicht zu wenig Sterne werden hier gezeigt, sondern das, was in einer klaren Nacht mit bloßem Auge zu sehen ist. Einzig die doppelten Freiseiten, welche man wohl wegen des "Durchdruckes" (daher nur einseitig bedruckt) gelassen hatte, statt dickeres, stabilers Papier zu nehmen, ärgerten mich immer. Wegen seines Maßstabs ein ideales Beiwerk zu dem tollen "Atlas der Sternbilder" von Slawik/Reichert (für letzteren gibt es in diesem Forum auch eine Rezension)!
zu 2. Jahre später erstand ich dann auf einer Astromesse in Frankfurt einzelne 16 DinA3-Bögen des "Atlas of the Heavens" (Äquin. 1950) und ließ sie vom Buchbinder meines Dorfes in Himmelsblau kartonieren. Ich gab sie ihm sortiert, aber er vertauschte die letzte und vorletzte Seite (kannte wohl die darauf stehenden römischen Zahlen nicht) und zerriß so "meinen Sagittarius" und brachte mir dadurch den Südhimmel etwas näher! Der Atlas ist insofern interessant, als er den Himmel mit weißen Sternen auf schwarzem Grund darstellt. Die abbgebildete Sterngröße läuft mit 7,5mag (in 0,5mag-Stufen) über den Schurig/Götz auf einen Alpenhimmel hinaus! Variable Sterne sind in 5 Klassen abgebildet.KH, GX, PN und Radioquellen sind in vier verschiedenen Größen abgebildet, OH sogar in acht! Neben fünf visuellen Mehrfachsystemen (Doppel bis Sechs-fach), sind dem entsprechend auch (fünf) spektroskopische dargestellt. Die Umrisse diffuser Nebel, wie auch die von Dunkelnebel sind umrandet, bzw. gepunktet und hellere Novae eingezeichnet. Ein wahrlich schöner Atlas, übersichtlich, augenfreundlich und nicht nur bei gutem Wetter draussen zu gebrauchen, man kann auch über den toll eingezeichneten Dunkelwolken träumen! Ob dieser Atlas noch aufgelegt wird, und was er kostet, entzieht sich meiner Kenntnis.
zu 3. Wer den Deep Sky, die Tiefen des Alls ergründen will, braucht allerdings schon einen noch umfassenderen Wegweiser, zu den nahezu zahllos werdenden Objekten. Jetzt werden nicht mehr die Seiten, sondern die Bände (jeder mit ca. 220 Seiten) gezählt. Vol.1 stellt die nördliche Hemisphäre (bis Dekl. +5) dar, Vol. 2 die südliche, Vol.3 "The Deep Sky Field Guide" (=DSFG) beschreibt textlich die erwähnten Objekte. Die neue (2.) Ausgabe geht nicht nur mehr bis 9,5mag sondern bis 9,75mag, enthält 6300 Variable Sterne und die Deep Sky Objekte haben sich auf 30.000 verdreifacht! Aber das Wichtigste: Die 2 mikrigen Übersichtskarten eines jeden der 2 Kartenbände sind jetzt auf jeweils 22 Übersichtskarten dargestellt. Einem jeden Anfänger, der noch die alte Ausgabe besitzt, sei empfohlen, die vier Übersichtskarten gleich einmal heraus zu kopieren, um nicht beim Blättern zu verzweifeln! Neu sind auch 26 Ausschnittsvergrößerungen (2 bis 3-fach) von besonders interessanten Objekten. Es handelt sich hier um den "Standart-atlas" auf den sich die meiste Literatur bezieht und welcher ein "Kult-objekt" für die Deep Sky Gemeinde darstellt. Für denjenigen, der den Himmel und dessen Sternbilder erst einmal kennen lernen will, m.E. weniger zu empfehlen. Jeder Band kostet ca. 60 Euro, alle drei zusammen ca.170 Euro.
zu 4. Wer jedoch die Übersichtlichkeit sucht und liebt und dennoch auf (moderaten) Inhalt setzt, der greife zum Sky Atlas 2000.0 und somit auf dessen 26 Karten im Großformat (55cmx41cm), (für ca. 50 Euro), wobei der Atlas um 90° gedreht, also nach oben aufgeschlagen wird. Dem Einsteiger genügen ja vielleicht auch die ca. 2700 Deep Sky Objekte, die sich zwischen 81.000 Sternen (bis Grenzgröße 8,5mag) tummeln. Da ist man dann auch schon einige Zeit mit Beobachten beschäftigt und wenn/bis man die alle durch hat, gibt´s sicher schon den Uranometria 2000.0 3.Ausgabe mit noch mehr Objekten, so dass man dann zu den nun preiswerten weiteren (!) 27.300 Objekten der 2. Ausgabe zurückgreifen kann. Für die harten Schlachten, draussen, unter freiem Himmel gibt es diesen Großformat-atlas auch laminiert, allerdings mit 119 Euro nicht ganz billig! Ganz optimal durchdacht, ist aber auch der Sky Atlas nicht: Beim Aufschlagen könnte man auf zwei Seiten einen doppelt so großen Himmelsausschnitt darstellen. Statt dessen ist immer nur eine bedruckt und es grinst einem eine leere DinA3- Seite entgegen! Weißes Papier in Großformat! Was sich Verlag oder /und Autoren dabei gedacht haben, bleibt mir ein Rätsel! Die Legende hätte man ja abwechselnd am oberen und unteren Kartenrand einer jeden Seite drucken können, wobei in diesem Fall sogar eine Legende pro Doppelseite genügt hätte. Es gibt also immer noch einiges zu verbessern, Cambridge University Press!
Alle vier Atlanten benötigen natürlich für ihren Gebrauch -"Klare Himmel und gute Durchsicht"!
Sternfreund Helmut
Dort, an jenem Ort, wo es am allerdunkelsten ist, ist Licht in Sicht!
Zu eurer Orientierung werde ich folgende 4 Himmelsatlanten vorstellen:
1. Schurig/Götz: Himmelsatlas, Neu herausgegeben von Karl Schaifers, Wissenschaftsverlag, Mannheim, 1960
2.A. Becvar: Atlas of the Heavens, Sky Publishing Corporation, Cambridge, 1969
3.Cragin, Lucyk, Rappaport, Tirion, Lovi: Uranometria 2000.0, 3Bände (Vol. 1 und 2 und DSFG), 1.und 2. Ausgabe
4.W. Tirion/R.W. Sinnott: Sky Atlas 2000.0, 2. Ausgabe, Cambridge University Press, 1998 Sky Publishing Corporation
zu 1. Abgesehen von einer drehbaren Sternkarte, habe ich mit dem Schurig/Götz (Äquin. 1950) meine ersten Beobachtungen begonnen. Ich weiß nicht, ob es diesen Himmelsatlas im Handel noch gibt, geschweige denn, was er kostet. Selbst wenn er auch nur noch antiquarisch erhältlich ist, so ist er durchaus empfehlenswert für Einsteiger!
Die Sternhelligkeiten sind in 0,3 mag-Klassen abgestuft und bis 6,3mag auf 8 dreifarbigen Karten dargestellt, wobei sich im Anhang auf der letzten DinA4-Doppelseite eine Mondkarte gibt. Doppelsterne und Veränderliche sind gekennzeichnet, und die Stellen an denen sich OH, KH, GX, GN und PN finden, mit dem jeweiligen Symbol gekennzeichnet. Kein schlechter Atlas für einen Anfänger. Nicht zu viel und nicht zu wenig Sterne werden hier gezeigt, sondern das, was in einer klaren Nacht mit bloßem Auge zu sehen ist. Einzig die doppelten Freiseiten, welche man wohl wegen des "Durchdruckes" (daher nur einseitig bedruckt) gelassen hatte, statt dickeres, stabilers Papier zu nehmen, ärgerten mich immer. Wegen seines Maßstabs ein ideales Beiwerk zu dem tollen "Atlas der Sternbilder" von Slawik/Reichert (für letzteren gibt es in diesem Forum auch eine Rezension)!
zu 2. Jahre später erstand ich dann auf einer Astromesse in Frankfurt einzelne 16 DinA3-Bögen des "Atlas of the Heavens" (Äquin. 1950) und ließ sie vom Buchbinder meines Dorfes in Himmelsblau kartonieren. Ich gab sie ihm sortiert, aber er vertauschte die letzte und vorletzte Seite (kannte wohl die darauf stehenden römischen Zahlen nicht) und zerriß so "meinen Sagittarius" und brachte mir dadurch den Südhimmel etwas näher! Der Atlas ist insofern interessant, als er den Himmel mit weißen Sternen auf schwarzem Grund darstellt. Die abbgebildete Sterngröße läuft mit 7,5mag (in 0,5mag-Stufen) über den Schurig/Götz auf einen Alpenhimmel hinaus! Variable Sterne sind in 5 Klassen abgebildet.KH, GX, PN und Radioquellen sind in vier verschiedenen Größen abgebildet, OH sogar in acht! Neben fünf visuellen Mehrfachsystemen (Doppel bis Sechs-fach), sind dem entsprechend auch (fünf) spektroskopische dargestellt. Die Umrisse diffuser Nebel, wie auch die von Dunkelnebel sind umrandet, bzw. gepunktet und hellere Novae eingezeichnet. Ein wahrlich schöner Atlas, übersichtlich, augenfreundlich und nicht nur bei gutem Wetter draussen zu gebrauchen, man kann auch über den toll eingezeichneten Dunkelwolken träumen! Ob dieser Atlas noch aufgelegt wird, und was er kostet, entzieht sich meiner Kenntnis.
zu 3. Wer den Deep Sky, die Tiefen des Alls ergründen will, braucht allerdings schon einen noch umfassenderen Wegweiser, zu den nahezu zahllos werdenden Objekten. Jetzt werden nicht mehr die Seiten, sondern die Bände (jeder mit ca. 220 Seiten) gezählt. Vol.1 stellt die nördliche Hemisphäre (bis Dekl. +5) dar, Vol. 2 die südliche, Vol.3 "The Deep Sky Field Guide" (=DSFG) beschreibt textlich die erwähnten Objekte. Die neue (2.) Ausgabe geht nicht nur mehr bis 9,5mag sondern bis 9,75mag, enthält 6300 Variable Sterne und die Deep Sky Objekte haben sich auf 30.000 verdreifacht! Aber das Wichtigste: Die 2 mikrigen Übersichtskarten eines jeden der 2 Kartenbände sind jetzt auf jeweils 22 Übersichtskarten dargestellt. Einem jeden Anfänger, der noch die alte Ausgabe besitzt, sei empfohlen, die vier Übersichtskarten gleich einmal heraus zu kopieren, um nicht beim Blättern zu verzweifeln! Neu sind auch 26 Ausschnittsvergrößerungen (2 bis 3-fach) von besonders interessanten Objekten. Es handelt sich hier um den "Standart-atlas" auf den sich die meiste Literatur bezieht und welcher ein "Kult-objekt" für die Deep Sky Gemeinde darstellt. Für denjenigen, der den Himmel und dessen Sternbilder erst einmal kennen lernen will, m.E. weniger zu empfehlen. Jeder Band kostet ca. 60 Euro, alle drei zusammen ca.170 Euro.
zu 4. Wer jedoch die Übersichtlichkeit sucht und liebt und dennoch auf (moderaten) Inhalt setzt, der greife zum Sky Atlas 2000.0 und somit auf dessen 26 Karten im Großformat (55cmx41cm), (für ca. 50 Euro), wobei der Atlas um 90° gedreht, also nach oben aufgeschlagen wird. Dem Einsteiger genügen ja vielleicht auch die ca. 2700 Deep Sky Objekte, die sich zwischen 81.000 Sternen (bis Grenzgröße 8,5mag) tummeln. Da ist man dann auch schon einige Zeit mit Beobachten beschäftigt und wenn/bis man die alle durch hat, gibt´s sicher schon den Uranometria 2000.0 3.Ausgabe mit noch mehr Objekten, so dass man dann zu den nun preiswerten weiteren (!) 27.300 Objekten der 2. Ausgabe zurückgreifen kann. Für die harten Schlachten, draussen, unter freiem Himmel gibt es diesen Großformat-atlas auch laminiert, allerdings mit 119 Euro nicht ganz billig! Ganz optimal durchdacht, ist aber auch der Sky Atlas nicht: Beim Aufschlagen könnte man auf zwei Seiten einen doppelt so großen Himmelsausschnitt darstellen. Statt dessen ist immer nur eine bedruckt und es grinst einem eine leere DinA3- Seite entgegen! Weißes Papier in Großformat! Was sich Verlag oder /und Autoren dabei gedacht haben, bleibt mir ein Rätsel! Die Legende hätte man ja abwechselnd am oberen und unteren Kartenrand einer jeden Seite drucken können, wobei in diesem Fall sogar eine Legende pro Doppelseite genügt hätte. Es gibt also immer noch einiges zu verbessern, Cambridge University Press!
Alle vier Atlanten benötigen natürlich für ihren Gebrauch -"Klare Himmel und gute Durchsicht"!
Sternfreund Helmut
Dort, an jenem Ort, wo es am allerdunkelsten ist, ist Licht in Sicht!