Hallo Braunstronomie,
für ein Allround-Fernglas würde ich mich Patricks Empfehlung eines 8x40/42-Glases anschließen.
10-fach ist für Detailbeobachtungen m.E. nicht mehr jederzeit gewinnbringend nutzbar. Dann nämlich nicht mehr, wenn man unruhig ist, weil man sich gerade bewegt hat, wenn man schon etwas müde ist ect.
Dann überwiegt der Wahnehmungsverlust durch erhöhtes Zittern den Wahrnehmungsgewinn durch die höhere Auflösung oder macht ihn wenigstens wett, es bleibt aber dieses unruhige, anstrengende Gefühl beim Beobachten (bei 10-facher Vergrößerung).
8-fach-Gläser sollten deutlich mehr Gesichtsfeld bieten als 10-fach-Gläser (darauf achten!). Insoferne sieht man mit 8-fach-Gläsern mehr.
Mein konkreter Hinweis wäre hier etwa das wasserdichte (,robuste), daher etwas schwere Bresser Corvette 8x40, das z.Zt. wirklich günstig zu haben ist und ein großes Gesichtsfeld zeigt. Eine FMC-Vergütung wird für das Corvette in Datenblättern angegeben, wäre aber eventuell noch genau nachzuprüfen.
Falls du doch 10-fache Vergrößerung willst, wäre zu unterscheiden: Kommt es dir auf geringes Gewicht an und erwartest du eher mäßige Himmelqualitäten (Aufhellung), solltest du dir vielleicht das Hawke NatureTrek Porro 10x42 ansehen
Hawke 10x42 und ca. 40€ dazulegen. Ich habe das höchstwahrscheinlich baugleiche 7x30 von Celestron (Nature, als 8x30 vertrieben) aus der gleichen Serie und bin von dem sehr positiv überrascht (habe meine Behauptung beim Hersteller United Optics nachvollzogen
United Optics 7x30 bzw. 10x42). Der Unterschied in der Bildhelligkeit ist bei einem Fernglas mit Austrittspupille 4,2 oder 4,3mm zu einem Glas mit AP 5 überraschend gering! Das 8x42 aus der BW11-Serie (United Optics) ist aufgrund seines mickrigen Gesichtsfeldes übrigens nicht zu empfehlen.
Wenn du aber tatsächlich ein (schwereres) 10x50 möchtest, würdest du bei TS fündig werden
TS 10x50. Ich selbst habe ein gleichwertiges 10x50, das einen Tick leichter ist, von Lajos Szantho (teleskop-austria). Natürlich könntest du auch hier auf das Bresser Corvette 10x50 zurückgreifen.
Bei einem Dachkant-Fernglas (etwa TS Adventure 8x42) hättest du sicher die kompakteste Variante, müsstest aber ebenfalls ca.40€ zulegen. Angegebene Phasenvergütungen zweifle ich allerdings bis auf Weiteres in dieser Preisklasse generell an, seit der von Walter E. Schön letztes Jahr im Jülich-Forum angestoßenen Diskussion um Fujinon- und William Optics-Kleinferngläser
Fehlender Phasenbelag.
Verknappend würde ich dir am ehesten ein 8x40/42 (Corvette/Nachteil schwer, oder TS Dachkant/sehr kompakt u. leicht) nahelegen oder das erstaunlich leichte, wenn auch etwas sperrige (Porro-typisch) Hawke 10x42. Ein 10x50 läßt man sowohl wegen seines eher hohen Gewichts (+/- 1kg), als auch wegen seiner sperrigen Dimensionen lieber öfters zu Hause und muss sich dann erst wieder ein kleineres Fernglas für unterwegs anschaffen (auch eine Möglichkeit). Du willst das Glas ja mit in den Urlaub nehmen. Dasjenige Fernglas ist letzlich das bessere/geeignetere, das man öfter mit sich führt und nützt! Wenn du keinen dunklen Nachthimmel hast, ist das 10x50 ohnehin überdimensioniert und ein 8/10x40/42 leistet dir dann (nahezu) gleich gute Dienste (oder bessere) - auch oder besonders bei der Vogelbeobachtung.
Herzliche Grüße
Herbert