Welches Fernglas für Naturbeobachtungen?

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Luis
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Luis

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Hallo allerseits,

ich frage nicht für mich, sondern für eine Freundin, die sich an mich gewandt hat da sie wusste dass ich als Hobbyastronom auch mit Optik zu tun habe, leider kenne ich Ferngläser bislang nur aus astronomischen Gesichtspunkten.

Sie möchte bis zu 100 Euro maximal ausgeben, und das Fernglas soll für Naturbeobachtungen verwendet werden. Da Wanderungen anstehen, soll es nicht zu schwer sein, wenn möglich mit Tragetasche.

Zur astronomischen Anwendung hätte ich ihr ein 10x50 Weitwinkelfernglas empfohlen (oder das TS 8x40), aber keine Ahnung ob in der Natur vielleicht eher die Vergrößerung oder Vergütung eine Rolle spielt... Bei Tchibo.de gibt es ein "Prismen-Fernglas 10x25", sieht aus wie ein Dachkantglas mit 245 Gramm für 10 Euronen - ob das was taugt?

Kann jemand Tipps geben?

Dankeschön im voraus.

Luis
 
Hallo Luis,

zunächst einmal würde ich von dem Tchibo-Ding abraten. Hier erwarte ich, ein flaues, etwas dunkles Bild, mit etwas Glück auch einen schönen Astigmatismus und wunderbare Doppelbilder, weil die optischen Achsen nicht übereinstimmen.
Wenn das Glas in dem Preisbereich bis 100 € noch eine vernünftige Optik haben soll, sollte es schon ein Glas mit Porroprismen sein. Da es für deine Freundin ist und auf Wanderungen mitgeschleppt werden soll, würde ich empfehlen, dass das Glas nicht über 500 g wiegt, eher weniger. Die Wanderungen und Naturbeobachtungen werden wohl im wesentlichen Tagsüber stattfinden, so dass man sich wohl auf maximal 30 mm Objektivöffnung einigen kann.
Ich würde unter diesen Aspekten hier ein 7x20- 8x24 Fernglas in Porrobauweise empfehlen, maximal ein 8x30.
Aber auch hier muss man aufpassen. Ich habe vor ein paar jahren mal ein Nikon Travellite IV 7x20 gekauft, welches eigentlich auch eine schöne, klare und scharfe Optik besitzt, zumindest unter Kaufhausbedingungen. Bei Tage, unter freiem Himmel, dann zeigte es ein höchst ungenügende Streulichtunterdrückung, die den Bildkontrast gänzlich ruiniert hat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> . Der helle Himmel führte zu einer Art Vernebelung des Bildes. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />

Eine direkte Kaufempfehlung kann ich dir leider nicht geben.

Gruß Jens
 
Hi,

da ich auch schon mal häufiger auf der Suche nach Piepmätzen, Kröten, Schmetterlingen, etc. bin, kann ich reinen Gewissens das Olympus 8*21 DPC I empfehlen. Auch im Fußballstadion leistet es gute Dienste <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Astronomisch gesehen ist es von der Öffnung her etwas sehr schlapp, aber zum Erkunden des hellen mag 4 Himmels reichts.

Das Einblickverhalten ist sehr gut, so dass auch Kinder, die meistens Probleme mit Ferngläsern haben, damit klar kommen.

Vorteile:

- 170 g leicht
- schön klein
- brillenträgertauglich
- Naheinstellung bis 2,2 Meter

Nachteile:

- keine Objektivschutzkappen dabei
- Augenmuscheln lassen sich schwer umstülpen, wie bei den LV Okularen

Es kostet so um die 60 Euro.

Viele Grüße
Andreas
 
Hi Luis,

nur kurz zum Tschibo-FG. Habe für meine Schwiegermutter zum Muttertag <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> gekauft, weil sie ein kleines haben wollte. Es ist gar nicht so schlecht, wie der Preis suggerieren will. Ich hab es natürlich mal am Tag ausprobiert.
Fazit:
- Rotvergütet; soll am Tag ja OK sein
- klares, helles Bild und recht randscharf
- vernünftiges Blickfeld
- keine störenden Reflexe bemerkt
- super leicht und handlich

Im direkten Vergleich zum wesentlich teureren Nikon 10x50 schnitt es am Tage nicht schlecht ab.

Meine Meinung: Bei dem Preis kann man da nix verkehrt machen.

CS, Torsten
 
Meine Meinung (ich hatte/habe wirklich schon einige Ferngläser aller Preisklassen gehabt):

Niemals unter 30mm Öffnung gehen! Darunter wird's nämlich zu dunkel und zu wacklig (weil es ZU leicht wird)!

Gruß-
Peter
 
Das ist wirklich etwas schwierig - bzw ganz einfach, je nachdem was man noch mit reinnehmen will:

Für Wanderungen, allgemeine Naturbeobachtungen und so ist ein 8x20 bis 10x25 Dachkantglas das absolut
beste. Zur Unterscheidung der Marken: bißchen auf Gesichtsfeld achten, Naheinstellgrenze und Einblick (sollte
bequem und einfach sein).
Grundsätzlich sind die kleinen "Tchibo, Lidl usw." oft nicht schlecht (vor allem für den Preis)- aber keines mit rotvergüteten
Objektiven nehmen (verfälscht die Farben) und immer durch so 3-4 Stück durchgucken und das beste nehmen -
oft sind unbrauchbare dabei. Falls Markenglas, kann man z.B. bei www.foto-koch.de unter Minolta einiges finden.

So ein 10x25 ist vor allem immer dabei - und nur das Glas, das man dabei hat, nützt was.
Mit einem 10x25 braucht man aber gar nicht erst versuchen, Astronomie zu betreiben! Das ist der einzige Nachteil
(und bei Dämmerung hört es natürlich auch ziemlich schnell auf).

Dafür braucht es ein mindestens 35 bis 40er Glas, also 7x35 oder 8x40. Das 7x35 hab ich von Olympus (DPSR),
es ist noch recht gut universell geeignet, hat ein großes Sehfeld von real 9° und scheinbar 65° und ist in der
Mitte sehr schön scharf - dazu sehr nah einstellbar für Schmetterlinge und so (3m glaub ich).
Hab ich bei www.foto-erhardt.de für stark 60€ gesehen. Aber das ist dann schon halt so groß, daß es nicht mehr
immer dabei ist. Noch bessere Wahl wäre sicher das Minolta Sport 8x40 bei Foto Koch für 99€, das hat dann
sogar noch BaK4 Prismen und ist wasserdicht für Beobachtungen im Regen.

Vielleicht braucht man beides?

Gruß
 
Hallo!

Vielen Dank an alle, ich werde mal alle postings weiterleiten und bin gespannt wofür sie sich entscheidet. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Gruss,

Luis
 
Hallo,

ich habe schon einige Ferngläser ausprobiert und kann das Nikon Tavelite 8x25 empfehlen. Ich bin gesten aus dem Urlaub zurückgekommen und hatte es im Rucksack immer dabei. Es ist klein, leicht und superscharf. Man kann es auch recht ruhig halten, die 10-fache Vergrößerung würde ich aber nicht kaufen! Tagsüber reichen die 25 mm Öffnung völlig aus, es übertrifft tagsüber so manches 7x50 oder 8x40 da es extrem scharf und hochwertig vergütet ist !!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" />

Ich hatte auch ein Steiner Firebird 8x30 und ein Steiner Safari 8x30. Leider zeigt das Safari teilweise Reflexe und Doppelbilder (Mond, Laternen oder andere helle Lichtquellen), und durch die UV-Vergütung leichten Farbstich daher nicht unbedingt zu empfehlen. Das Gehäuse und die Einzelokulareinstellung fand ich klasse, einmal eingestellt war es nach dem Auspacken immer scharf, ohne dieses lästige hin- und herstellen der Schärfe.

Noch ein Tip, die ganz kleinen Ferngläsern haben teilweise eine zu kleine Augenmuschel. Je nach Sonnenstand ist das Steulicht dann extrem störend, zumal das Bild durch die kleine Öffnung recht dunkel ist.

Für die Astronomie habe ich dann ein 11x56 und zum Aufsuchen von Objekten für das Teleskop ein 8x40 mit 9,5° Blickwinkel.

Gruß Holger

 
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