Welches Kleinstfernglas taucht was??

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Kay
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Kay

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Hallo,
nachdem hier Kinderferngläser fachkundig diskutiert werden - ich habe gerade kindliche Fingerabdrücke von der Objektivlinse meines geliebten Jenoptem abgewischt - frage ich mal nach einem Glas für Papa:

-max. 8fache Vergrößerung
-klein, leicht, so max. 25mm-Objektive
-Sehfeld ist nicht entscheidend, aber 44 Grad wären dürftig, 50 akzeptabel
-die Qualität sollte gewissen Mindeststandards genügen, wobei ich mit CZJ-Gläsern wahrscheinlich sehr verwöhnt bin, aber mit ESDE-, Kronos- oder Orion-Gläsern auch schon gute Erfahrungen gemacht habe
Preis sollte 100-150 Euronen nicht unbedingt überschreiten

Gibt es DEN Tipp???
 
Hallo Kay,

den Tip gibt es. Sie Dir das Pentax 6,5x21 Papilio an. Ein "Immer dabei-Glas" mit ca 55 cm Naheinstellgrenze. Es wurde darüber hier im Forum des Öfteren diskutiert.

Grüße Aiolos
 
hallo, habe gehört, dass ein gutes fernglas, das was taucht von fujinon gebaut wird <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" /> es ist tauchbar bis 5 m wassertiefe! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" /> jochen
 
Ich habe längere Zeit auch nach einem kleinen Glas gesucht.
Gefunden habe ich ein Konica Minolta Activa 10x25 D WPXL.
Minolta hat die Fertigung eingestellt und die Restauflagen kann man eventuell noch günstig erhalten. Der Normalpreis war ca 150 €. Gekauft habe ich es über Ebay bei der Firma Foto-Dienst Zossen. Gibt es nur Sofort&Neu für 79 € + 7,95 € Versand. Die Abwicklung hat einwandfrei geklappt.
Eigentlich wollte ich ein 8x25-Glas; dies gibt es aber nicht mehr, außer für 140 €, eventuell.
Das 10x25-Glas kann ich aber überraschend gut halten; die Augenmuscheln sind ausdrehbar und somit kann ich das Glas fest an den Kopf drücken. In der Qualität kann ich es mit einem 7x42 von Rollei vergleichen, da ist der Kontrast des Minolta geringfügig niedriger. Ich bin mit dem Glas sehr zufrieden. Ich benutze es bei Bergwanderungen usw.
Noch einige Angaben:
Dachkant, faltbar, 71x46x108mm, 305 g,
BaK-4, Mehrfachvergütung, Phasenvergütung, Sehwinkel 50°,
Auge-Okular 17 mm, Sehfeld 87m,Kürzeste Entfernung 2 m,
wasserdicht 1m/5min, Dioptrienausgleich.
 
Da mich das Thema auch interessiert, habe ich ein kleines Sammelsurium für den persönlichen Test geordert. Ich werde berichten.

Vorab eine Frage: Wieso wird eigentlich Steiner von den meisten hier und auch im Jülich-Board so pauschal und gnadenlos abqualifiziert. Die Meinung von Uwe Pilz steht hier allein auf weiter Flur, mein erster Blick durch ein Wildlife 8x24 war allerdings ebenfalls sehr angenehm ...

Was hat Steiner - außer dem "Sports Auto Focus" - was so schlecht ist? Fujinon schreibt in der Anleitung zum 10x50 FMT-SX auch nichts anderes als Steiner: Beide Okulare auf 0 und ab 20 m bis unendlich alles scharf sehen.

Die ausführlichen optischen Begründungen von Walter E. Schön u.a. habe ich gelesen. Die Frage ist nur: Was "sehen" denn die vielen Anwender von Fujinon und Steiner Gläsern gerade z.B. im Marine-Einsatz? Oder anders: Wieso bestätigt hier die Praxis anscheinend nicht die Theorie?

Das aber nur als Exkurs, das Steiner Wildlife hat ja einen ordentlichen Zentralfokus ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Gruß
Adson
 
...
Vorab eine Frage: Wieso wird eigentlich Steiner von den meisten hier und auch im Jülich-Board so pauschal und gnadenlos abqualifiziert.
...

Vielleicht haben die alle Erfahrungen mit den Steiner 8x30 FERO-D12 der Bundeswehr gemacht - das ist wirklich kein Meisterwerk <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Ernsthaft, ich sehe bei Steiner das Problem, dass die Werbung irreführend ist, weil sie behauptet, die Einzelfokussierung sei optisch irgendwie anders und würde dadurch die Tiefenschärfe verbessern. Das ist schlicht gelogen und manche nehmen sowas übel.

Was die Anwender von Steiner und Fujinon sehen: die nehmen den Begriff 'Fernglas' ernst und wollen damit entfernte Objekte sehen (Schiff am Horizont oder Sterne), und haben deshalb kein Problem mit der Fokussierung. Die Kritiker sind oft solche, die die Vögel beim Nachbarn (oder die Nachbarn beim Vögeln <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> ) beobachten wollen, d. h. auf geringe Entfernungen. Und da ist das Nachfokussieren ohne Mitteltrieb natürlich lästig.

Hinzu kommt vielleicht auch das Alter: mit zunehmendem Alter lässt die Akkomodationsfähigkeit des Auges nach, d. h. der zusätzliche Dioptrienausgleich im Auge zur Scharfstellung des Bildes auf der Netzhaut bei nicht exakt fokussiertem Glas. Ich kenne Hr. Schön nicht, habe aber den Eindruck eines älteren Herrn - Typ Oberlehrer <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> Diese älteren Herren müssen also mehr fokussieren als jüngere und kommen deshalb mit dem Einzelfokus nicht so gut klar. Ich bin 43 und habe relativ viele Gläser mit Einzelfokus, und ich kann noch damit leben.

Hans-Georg
 
Das ist natürlich eine interessante Erklärung.

Ich habe (bisher jedenfalls) kein Steiner. Derzeit befindet sich nur das Fujinon 10x50 FMT-SX2 als "Einzelokularfokussierungsvertreter" in meinem Bestand. Mit diesem habe ich keine Probleme. Ich käme auch nicht auf die Idee, Fujinon vorzuwerfen, dass es unlauter ist, dem Kunden zu erzählen, er müsse nur einmal fokussieren und immer scharf sehen ...

Dass Steiner im Gegensatz z.B. zu Docter oder auch Nikon (zumindest Nikon Deutschland) das Marketing besser beherrscht, kann man ihnen ja schlecht vorwerfen. Die Kunden sind ja in der Masse eben Leute, die es schnell und einfach wollen und auch daher auch auf entsprechend einfache und "schlagende" Kaufargumente ansprechen. Aber das "übertriebene" Marketing macht ja nun die Ferngläser weder besser noch schlechter. Anscheinend ist es so, dass allein der Begriff "Steiner" bei einigen rote Flecke im Gesicht hervorruft.

Um mal bei dem erwähnten Wildlife 8x24 zu bleiben, so kann ich bisher nur einen flüchtigen ersten Eindruck wiedergeben. Und der war nicht schlecht. Das Glas ist schon vom Anfassen her robust, die Augenmuscheln sind auch bei teureren Gläsern oft schlechter ausgeführt. Dass man den Gurt einfach an- und abklicken kann ist - englische Beschreibung hin oder her - wirklich eine praktische Sache. Zur Optik: Natürlich darf man von einem 8x24 keine Wunder erwarten, diese Teil hat bei Gegenlicht/Streulicht erhebliche Probleme. Die haben aber andere (teurere) Gläser in dieser Preisklasse auch.

Anmerkung: Wann führt man endlich ausziehbare Streulichtblenden a la Miyauchi auch bei "Hand-Ferngläsern" ein?

Zurück zum Wildlife 8x24: Das Bild ist klar und kontrastreich, weiße Flächen erscheinen auch tatsächlich weiß. Die Mittenschärfe ist sehr gut, die Randschärfe kann durchaus als gut bezeichnet werden. Natürlich sind solche Angaben immer subjektiv, daher werde ich weiter Vergleiche auch mit anderen Gläsern in dieser Größe anstellen.

Der "Transmissionstest" nach Walter E. Schön ergab neben meinem Docter 8x42 eine kaum sichtbare minimal schwächere Helligkeit. Ein Vergleich mit einem Nikon Sportstar IV 8x25 DC (ja, kostet nochmal nur die Hälfte vom Steiner, aber das entspricht ja lt. Steiner-Kritikern dem wahren Wert der Steiner-Gläser) war das Nikon dagegen deutlich dunkler.

Gibt es eigentlich ein bezahlbares 7x oder 8x30 Dachkant Glas in guter Qualität?

Gruß
Adson
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zurück zum Wildlife 8x24: Das Bild ist klar und kontrastreich, weiße Flächen erscheinen auch tatsächlich weiß. Die Mittenschärfe ist sehr gut, die Randschärfe kann durchaus als gut bezeichnet werden. Natürlich sind solche Angaben immer subjektiv, daher werde ich weiter Vergleiche auch mit anderen Gläsern in dieser Größe anstellen.

Und die Augenmuscheln sind wirklich funktional und schirmen seitliches Licht effektiv ab.
 
Hallo Carsten,

danke für den Tip, das Swift ist in der Tat für die Größe und den Preis ein feines Glas. Ich hatte auch schon ausgiebig Gelegenheit zum Test - an dieser Stelle wieder mal einen Dank an Simone von www.optixxx.de <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Wir sprechen ja hier von "Kleinstferngläsern" und es sollte eigentlich klar sein, dass man damit immer einen Kompromiss eingeht. Ich persönlich habe als "Universalglas" für alle Gelegenheiten ein Docter 8x42, mit dem ich auch sehr zufrieden bin. Für Astro habe ich größere Gläser, zum "immer dabei haben" ist das Docter aber etwas zu groß. Und es kommt noch etwas hinzu:

Ein Fernglas für Astro nutze ich nur für Astro und deshalb wird es am wenigsten beansprucht (die Nutzungsbedingungen sind i.d.R. vorher bekannt, der Transport ist kein Problem usw.). Daher kann (sollte?) man m.E. für ein Astroglas auch "viel Geld" ausgeben.

Ein "Universalglas" setze ich immer dann ein, wenn ich z.B. in der Natur unterwegs bin oder auch zu Hause bzw. im Urlaub für alle möglichen Gelegenheiten. Dieses Glas wird also "weniger geschont", die Einsatzbedingungen sind u.U. weniger optikfreundlich. Dennoch möchte ich eine möglichst hohe Qualität, da dieses Glas bei weitem am meisten benutzt wird.

Nun ist es - wie bei vielen anderen Dingen auch - eben so, dass man für die letzten 2 oder 5 % an möglicher Leistung oft das meiste Geld bezahlt. Die Frage ist aber, ob ich das auch tatsächlich nutze und brauche. Ähnlich ist es z.B. im HiFi-Bereich. Man kann sich eine Anlage hinstellen, die 'zigtausend EUR kostet und natürlich excellente Qualität hat. Aber wie die Augen mit dem Alter nachlassen so ist es auch mit den Ohren und was nutzt es denn, wenn so eine Anlage das "Datenmaterial" optimal in Schall umwandelt, aber meine Ohren bei 16.000 kHz "abschalten"?

Ähnlich sehe ich die Problematik bei Ferngläsern auch. Daher habe ich mich bewusst für das Docter 8x42 entschieden und nicht für ein 8x42 der "Großen Drei". Die "letzten 5%" sind mir einen Aufpreis von über 100 % nicht wert. Insbesondere, da ich vermutlich aufgrund Fehlsichtigkeit diese letzten 5 % gar nicht nutzen kann. Das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Bei mir war es nicht der finanzielle Aspekt im Sinne von "kann ich mir nicht leisten", sondern eine Vernunftentscheidung. Das Docter tut, was es soll. Und ich habe keine Angst, damit auch mal in den Wald zu gehen und es eben zu benutzen, täglich frei herumliegen zu lassen usw. usw. Was uns zu dem Punkt führt, dass das beste Fernglas eben das ist, welches man am meisten benutzt.

Um nun den Bogen wieder zum "Kleinstfernglas" zurück zu spannen: Ein solches kleines Fernglas kaufe ich sicher nicht, um damit auf die Pirsch zu gehen oder einen Messier-Marathon zu machen. Das Kleinstfernglas bietet mir aber die Möglichkeit, ein Fernglas wirklich "immer" dabei zu haben. Ohne mir über Größe und Gewicht Gedanken machen zu müssen. Und auch ohne Panikattacken zu bekommen, wenn meine kleine Tochter (3 Jahre) danach greift. Ich glaube, das wäre mir nicht möglich, wenn ich wüsste, dass sie da gerade mit 500 EUR jongliert. Deshalb ist für mich "eigentlich" schon ein 8x30 zu groß für diesen Zweck, wäre aber m.E. das max. machbare als "Klein(st)fernglas".

Nebenbei ist so ein "Kleines" auch praktisch, wenn ich für mich z.B. das Docter 8x42 dabei habe: Frau und Kinder sind sofort ruhig, wenn man ihnen auch ein Spielzeug gibt. Und Papa kann in Ruhe mit dem Docter beobachten ...

Pragmatische Grüße
Adson
 
Stimmt, ich bin mit der Empfehlung etwas übers 'kompakte' hinausgeschossen.

Ich bin ansonsten auch voll 'bei Dir'. Jeder richtige Optikfan wird über kurz oder lang nicht nur bei einem Glas bleiben, sondern sich komplette Sortimentskriterien zurechtlegen. Nur die wenigsten haben dann die finanziellen Mittel sich mit 3, 4 oder beispielsweise gar 6 Gläsern der 'Premiumhersteller' auszustatten. In so einer Situation kann man dadurch, dass man am Glas auf die letzten 5 bis 10% Leistung verzichtet, enorm viel Geld sparen.

Gut, manchmal sind es eben GENAU diese letzten 5%, die das Beobachtungserlebnis ausmachen, aber das soll dann jeder für sich entscheiden (und bezahlen).

Grüße
Carsten
 
Hallo Adson,

Du schreibst:

"Fujinon schreibt in der Anleitung zum 10x50 FMT-SX auch nichts anderes als Steiner: Beide Okulare auf 0 und ab 20 m bis unendlich alles scharf sehen."

Ich hab' mal die Fujinon Bedienungsanleitung durchgesehen, kann aber den zitierten Satz nirgendwo entdecken. Im Gegenteil, Fujinon schreibt unter "Schärfeeinstellung", Absatz 3: "Wenn Sie das Zielobjekt gewechselt haben, ist es eventuell nötig, dass Sie erneut die Schärfe (von einem Auge zum anderen) einstellen".

Wer ein 6- oder 7-fach vergrößerndes Fernglas mit Einzelokularverstellung sein Eigen nennt und über noch gut akkomodierende Augen verfügt, muß bei normalen Beobachtungsabständen wirklich nicht fokussieren. Steiner tut aber so, als ob dies nur die Steiner-Gläser mit Sports-Auto-Focus können.

Meiner Meinung nach sollten Ferngläser mit Einzelokularverstellung über eine hervorragende Schärfe, wie z.B. das Fujinon 7x50 FMT-SX oder das Zeiss 6x42 "Skipper" verfügen, um nicht ständig versucht zu sein, eine nicht vorhandene Schärfe herauszukitzeln.

Gruß,
Bernhard
 
Hallo Bernhard,

mangels vorliegender Bedienungsanleitung musste ich sinngemäß zitieren. Aber Du warst schon auf der richtigen Seite.

Steiner schreibt im aktuellen Katalog zum Thema "Sports Auto Focus":

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Der STEINER Sports-Auto-Focus macht die Handhabung besonders komfortabel. Wenn Sie nicht fehlsichtig sind, einfach beide Einstellringe an den Augenmuscheln auf 0 stellen und immer scharf sehen; von 20 m bis unendlich. Ansonsten drehen Sie jeden Okularring einmalig so, dass Sie einen weit entfernten Punkt scharf sehen.
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Lassen wir jetzt mal den Marketing-Begriff "Sports-Auto-Focus" weg und vergleichen die Aussage mit diesem hier:

(für volle Auflösung bitte anklicken)
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Link zur Grafik: http://www.bilder-speicher.de/07031919435522.direkt.jpg
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Das war aber ja nicht das eigentliche Thema, nur anscheinend (?) wird beim Steiner kritisiert, was man beim Fujinon einfach so hinnimmt. Die Frage ist: Warum?

Generell ist es verkäuferisch brillant, einen (wenn auch ohnehin vorhandenen) Produktnutzen mit einem einprägsamen Begriff zu versehen und dann damit zu vermarkten. Das hat aber nichts mit der tatsächlichen Qualität zu tun.

Mir ging es mit meiner Frage ja eben nicht darum, wer das "sauberere" Marketing hat, sondern ob die Gläser von Steiner ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis haben. Dass z.B. die Billig-Serie Safari mehr oder weniger grenzwertig ist steht ja nicht in Frage. Mir scheint aber, dass Steiner-Gläser von einigen hier nicht angefasst und einfach pauschal mit "teurer Schrott" abqualifiziert werden.

Ich zweifle natürlich auch, dass Steiner ein Glas im Angebot hat, welches meinem Fujinon auch nur annähernd das Wasser reichen kann. Dennoch ist es verwunderlich, dass sich hier mitunter seitenweise über die "Qualität" und "Preiswürdigkeit" von inzwischen recht teuren Chinaoptiken ausgelassen wird, bei denen aber Punkte wie Service und Garantie anscheinend völlig außen vor gelassen werden und man sich lobend darüber äußert, dass die Chinesen inzwischen eine Vergütung (mit vermutlich geklauter Technologie, wie immer) fast so gut hinbekommen wie die Japaner oder sogar die Deutschen.

Was das Marketing angeht ist es jammerschade, dass manche Anbieter anscheinend denken, verkaufen sei etwas unmoralisches und Marketing stehe unter Strafe. Wenn ich mir ansehe, was Docter oder Nikon Deutschland in dieser Hinsicht anbieten, dann bekomme ich nicht übel Lust, denen als Vertriebler mal richtig Dampf zu machen.

Viele Grüße
Adson
(überzeugter Verkäufer)
 
Waschmittelsprueche den Waschmitteln

Das war aber ja nicht das eigentliche Thema, nur anscheinend (?) wird beim Steiner kritisiert, was man beim Fujinon einfach so hinnimmt. Die Frage ist: Warum?

Generell ist es verkäuferisch brillant, einen (wenn auch ohnehin vorhandenen) Produktnutzen mit einem einprägsamen Begriff zu versehen und dann damit zu vermarkten. Das hat aber nichts mit der tatsächlichen Qualität zu tun.

Mir ging es mit meiner Frage ja eben nicht darum, wer das "sauberere" Marketing hat, sondern ob die Gläser von Steiner ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis haben.

Hallo Adson,

Was an dem Steiner 'Sports Auto Focus' falsch ist? Dass es ihn nicht gibt! Das Fernglas hat keinen Autofokus. Viele Kameras haben jedoch einen, und ein schlecht informierter Kaeufer koennte den falschen Eindruck bekommen, Steiner habe hier eine innovative Technik in seine Fernglaeser eingebaut.

Es ist falsch. Wenn man so etwas kritiklos hinnimmt, dann zwingt man indirekt andere Hersteller dazu, mit einem schrillen Marketing nachzuziehen. Ich bin aber strikt gegen eine Verbloedung der Verbraucher, denn sie fuehrt langfristig zu einem Verlust an Qualitaet der Produkte. Es lohnt sich irgendwann fuer einen Hersteller nicht mehr, Geld in wirkliche Innovationen zu investieren, wenn andere ihm durch falsche und schrille Sprueche die Schau stehlen.

Nun zu Steiner: Ich stimme Dir voellig zu: Man darf eine Firma nicht pauschal verdammen, sondern muss jedes Produkt einzeln beurteilen. Ich kenne das 8x24 Wildlife nur fluechtig, aus dem Kaufhaus sozusagen, und ich fand es auch nicht schlecht, wenn auch das Sehfeld sehr eng ist. Ich habe einige der groesseren Porros etwas genauer gesehen, und durchweg fiel mir auf, dass die Sehfelder recht eng und auch die Bildhelligkeit enttaeuschend flau war, auch im Vergleich mit viel billigeren Fernglaesern von der Nikon Action Klasse. Daher finde ich, dass die Steiner Fernglaeser zumindest teilweise ueberteuert sind, weil deren optische Leistung einfach dem Preis nicht gerecht wird.

Jeder darf hier gern anderer Meinung sein, das respektiere ich. Ich finde es auch tragisch, dass Docter, mit eigentlich besseren Produkten, wegen seines miesen Marketings nirgendwo bekannt ist. Dasselbe gilt fuer die erstklassigen Nikon SE und EII Porros, die auch nur wenige Leute zu sehen bekommen. Ein gutes Marketing muss nicht schrill sein, sondern dem Produkt angemessen. Ich will ein Fernglas verkaufen, also ein Produkt optischer und mechanischer Praezision, dann sollte ich auch in meinem Werbetext eine entsprechende Praezision ansetzen, das wirkt kompetent und schafft Vertrauen. Der Kaeufer muss spueren, dass die Firma etwas von ihren Optiken versteht, und diese nicht nur, gemeinsam mit Badelatschen und Fussmatten, aus China einkauft. Das muss aus dem Werbetext herueberkommen. Waschmittelsprueche sind fuer Waschmittel, nicht fuer Optiken.

Viele Gruesse,
Holger
 
Re: Waschmittelsprueche den Waschmitteln

Hallo,

das erklärt zumindest, warum manche bei "Steiner" den besagten Ausschlag im Gesicht bekommen. Ist für mich persönlich zwar nicht nachvollziehbar, aber ich muss ja nicht alles verstehen.

Im Sinne der Aufklärung von potentiellen Käufern wäre es allerdings sinnvoll, wenn Steiner dann - die Qualität ist ja per definitionem eher niedrig anzusiedeln - trotzdem in Vergleichstests berücksichtigt würde. Es bringt ja nichts, wenn grenzwertige Produkte einfach ignoriert werden. Chinaoptiken werden schließlich auch seit Jahren in einschlägigen Foren hoch und runter diskutiert und bestenfalls wird leicht amüsiert bemerkt, dass die Chinesen wohl ein Fujinon ohne Bildfeldebnung bei eBay gekauft haben, nach dem dann TS Marine und andere Fuji-Clones produziert werden. Wird deshalb der Hersteller, der Händler, wird letztlich der Produzent dafür entsprechend bewertet? Ich denke, wir werden hier an dieser Stelle keine Lösung dafür finden.

Ob Steiner die Verbraucher verblödet, ist natürlich eine interessante Frage. Ich denke, dass sie sich eher dem ohnehin verblödeten Verbrauchen angepasst haben. Seien wir doch ehrlich: Die Masse der Verbraucher ist heute eher einfach strukturiert und kauft das, was entweder billig ist oder durch den Vertrieb des jeweiligen Produktes als preis-wert im Sinne von "hochwertig und gar nicht mal so teuer" kommuniziert wird. Der Vertrieb hat nun einmal die Aufgabe, das Überleben der Firma zu sichern. Die besten Produkte in der höchsten Qualität nützen keinem etwas, wenn die Firma pleite geht weil keiner (oder zu wenige) dieses edle Zeug kauft. Immerhin hat Zeiss sogar reagiert und verkauft mit der Conquest Serie durchaus interessante Ferngläser zu weniger abgehobenen Preisen für den breiteren Markt. Irgendwo muss ja das Geld herkommen, um Forschung und Entwicklung zu bezahlen. Um nun den Bogen zu den anderen erwähnten Marken zu schlagen, muss man sich doch sehr wundern, dass z.B. Docter sich im Markt anscheinend mit dem Ziel bewegt, möglichst nicht aufzufallen. Das Problem ist nur, wer nicht auffällt wird auch nicht gekauft. Von einzelnen ambitionierten Händlern abgesehen ist das, was Docter an "Vertrieb" bietet ein absoluter Lacher. Gleiches gilt für Nikon. Wenn man bei denen einen Messestand besucht, muss man Ferngläser suchen (selbst so erlebt). Auf Nachfrage bekommt man dann - fast verschämt - ein paar Exemplare gezeigt. Die m.E. hervorragenden Porrogläser, die Du auch anführst, hat man schon gar nicht dabei. Das ist jammerschade und die Geschichte von den Leuten die nur noch billige Chinagläser und Eschenbach-Kram kaufen, wird zur selbsterfüllenden Prophezeigung. Klappern gehört zum Handwerk, aber das haben Firmen wie z.B. Docter oder Nikon entweder verlernt oder noch gar nicht begriffen.

Noch kurz zum Steiner Wildlife 8x24. Du schreibst, dass das Sehfeld sehr eng ist - 112 m auf 1000 m finde ich so schlecht nicht, wir reden ja von einem Kompaktglas, das Vixen ApexPro 8x25 kommt auf satte 91 m.

Gruß
Adson
 
Re: Nikon Porrogläser

Hallo Holger,

mir ist auch schon aufgefallen, dass Nikon seine Spitzenporros geradezu versteckt, nicht einmal bei der letzten Photokina waren sie vertreten. Wer verkaufen will, muss am Markt präsent sein, das hat diese Firma wohl nicht verstanden.

Ich habe aber den Eindruck, dass dieses Verhalten auf Nikon Deutschland ( oder Nikon Europa? ) beschränkt ist, in den USA bespielsweise wird in den Foren eifrig über die Nikon SE`s und E`s diskutiert, dort scheinen diese Gläser weit verbreitet zu sein. Warum man ein gutes Nikon Porroglas bei uns suchen muss wie eine Stecknadel im Heuhaufen, wird wohl für immer das Geheimnis von Nikon bleiben.

Beste Grüsse

Manfred
 
Re: Nikon Porrogläser

... es ist schon interessant, welche Wendungen manche Threads nehmen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Der Punkt ist meiner Meinung nach relativ einfach: Man will sparen, also spart man am Außendienst und an der Präsenz vor Ort bzw. im Vertriebsgebiet. Billige Produkte kann man über Versandhandel und Internet vermarkten, deshalb gibt es z.B. von Nikon die "bis 150 EUR" Klasse durchaus häufig zu kaufen, alles was hochwertig ist fällt aus. Bei Docter ist es ähnlich, nur haben die keine "bis 150 EUR" Klasse, d.h. bei denen gibts von wenigen Fachhändlern abgesehen kaum Möglichkeiten, ein Fernglas zu kaufen. Nur: Wohin gehen denn die Leute, wenn Sie ein Fernglas kaufen wollen? Und - noch wichtiger - was tun die Firmen eigentlich, um den vorhandenen Markt zu erweitern. Nur mal ein Beispiel: Viele ältere Leute haben ein - oft sogar recht gutes - Fernglas, welches i.d.R. etwas älter ist. Damals waren die Leute noch jünger, Brillenträger-Okulare gab es ohnehin nicht. Heute sind sie älter, die alten Ferngläser sind vielleicht auch zu schwer, oft braucht der Anwender eine Brille. Das Fernglas, welches er früher vielleicht gern und oft benutzt hat, ist zum Schrankglas geworden, weil es mit Brille nicht so optimal ist und ohne Brille gehts vielleicht auch nicht, ist unbequem usw. - wenn man den Leuten ein interessantes Angebot zur "Inzahlungnahme" machen und dafür ein neues hochwertiges Glas anbieten würde, gäbe das ein gigantisches Marktpotential. In vielen Branchen erkennt man nach und nach, dass gerade die "Generation 50+" eine kaufkräftige und kaufwillige Zielgruppe ist und diese Altersgruppe nimmt zu. Aber leider scheint auch beim Vertrieb von Ferngläsern das Denken in alten Strukturen einfacher zu sein als das Erschließen von neuen (alten) Zielgruppen. Der klassische Fernglaskunde ist ja Jäger, Skipper oder Birder. Alles andere einschließlich Astronomen sind Randerscheinungen. Solange die Vertriebler bei Docter, Nikon und anderen Marken an dieser Denke nichts ändern, wird sich auch an der Situation im Fernglasmarkt nichts ändern. Die Aufgabe des Vertriebs ist es auch und vor allen Dingen, aktiv Bedarf zu wecken. Das was die genannten Firmen aber unter "verkaufen" verstehen ist eigentlich ja nur "verteilen" und "Bestellungen aufnehmen" um einen ohnehin vorhandenen Bedarf zu befriedigen. Trübselige Aussichten sind das ...

Gruß
Adson
 
Re: Nikon Porrogläser

Hallo Adson,

Deine Überlegungen sind auf alle Fälle richtig, nur ist die wahre Welt leider sicher noch schlimmer:

während Canon uns gerade gezeigt hat, daß eine gute SLR-Digitalkamera keine 3000€ kosten muß, weil der Amateur mit 700€ Endpreis bereits viel höhere Gesamtgewinne einträgt als der Profi mit den paar "Einzelstücken" und derselbe Hersteller auch eine ganz klare "Amateurstrategie" mit seinen "kleinen" IS Ferngläsern fährt - zu dem Preis unschlagbare Qualität - zeichnet es sich leider nicht ab, daß nur wegen der optisch wirklich extrem guten Leistung der 10x30 und 12x36 IS Gläser jetzt plötzlich die "Riesenstückzahlen" gehen.
Also liegt Zeiss und Leica halt wohl doch richtig, indem sie von den Interessenten für Spitzengläser auch wirklich extreme Preise fordern (macht Canon im Profi-Segment ja genauso) - der "Otto Normalverbraucher" hat halt genauso wenig ein brauchbares Fernglas wie ein Stereomikroskop (das für mich eher noch wichtiger ist) und daß es Fernrohre (Spektive) von Topherstellern in guter Qualität gibt und nicht nur den Kaufhausramsch ist wohl der Mehrheit der Deutschen so unbekannt, wie daß man Arzneimittel nach dem Wirkstoff verkaufen kann.

Eigentlich ein Trauerspiel, denn Canon hat für mich mit dem 10x30IS ganz klar eine neue Ära eingeläutet - die jetzt von den Kunden nicht angenommen wird, genauso wie die tollen Pentax Papilio Nah-Ferngläser.

Wer will da über die ungenutzten Qualitäten der Nikon E philosophieren, wenn Nikon selbst diese Gläser wohl auf der internen Abschußliste hat und nur in USA wegen der "birder" noch weiter macht?

Wer sich in D eine Gleitsichtbrille verschreiben läßt, weil er mit seinem Sehvermögen eh nie was rechtes anzufangen wußte, ist da schon eher ein typischer Kunde (ich habe 3 Brennweiten "Lesebrillen" und mit jeder ein scharfes Gesichtsfeld von >60°), da fließen die ganzen Euros hin und in sinnlose randlose Optik - wo das Streulicht wegen der ungeschwärzten Linsenkanten ein vernünftiges Kontrastsehen sowieso verunmöglicht! Aber wenn wegen des jugendlicheren Stylings dann die Traumfrau nicht nur noch besser weil unschärfer aussieht sondern auch noch ins Bett zu bekommen ist, ist wohl unser genetischer Auftrag eher erfüllt als mit physikalisch optimalen optischen Eindrücken.

Gruß
 
Re: Nikon Porrogläser

>>>... wenn wegen des jugendlicheren Stylings dann die Traumfrau nicht nur noch besser weil unschärfer aussieht ...

-----------------------------------------------------------

Ich dachte immer, die jungen Leute suchen nach einer scharfen Traumfrau :-)


Es mag sein, dass viele Leute die Vorteile der IS Technologie noch nicht erkannt haben. Oder auch, dass diejenigen, die sich nach einem kleinen Fernglas der 30-40mm Klasse umsehen, so sehr auf Kompaktheit und Gewicht fixiert sind, dass die batteriegetriebenen IS Glaeser nicht gut wegkommen. Fest steht Eines: Die ganz billigen Fernglaeser werden in riesigen Stueckzahlen abgesetzt.

Wenn die Hersteller es irgendwie schaffen wuerden, diesen Kaeufern zu verklickern, was ihnen dadurch an Sehgenuss entgeht, dann waere die Mittelklasse wieder ein grosser Markt. Aber jeder faehrt ja immer nur die 'ich bin billiger' Linie, und die Leute fahren drauf ab. Das meinte ich auch mit der Verbloedung der Kunden. Gestern hatte ich mal 'geGoogled', um die Kennzahlen des Steiner Wildlife 8x24 nachzulesen. Hier nur eine kleine Auswahl der Seiten:

www.guenstiger.de
www.billiger.de
www.geizkragen.de
www.geizhals.at
www.finanztip.de
www.ihr-preisvergleich.de
www.preissuchmaschine.de

Es ist wie eine Gehirnwaesche - immer nur Preis, guenstiger, sparen. Wenn man den Leuten immer wieder einpruegelt, dass nur ein billiger Kauf ein guter Kauf ist, dann raffen sie es irgendwann nicht mehr. Die Marketingleute haben dieselben Konzepte, die sie aus der Waschmittelwerbung kennen, auf alle anderen Produkte ausgeweitet. Dabei war das Konzept zunaechst richtig: Ein billiges Waschmittel reinigt genauso gut wie ein teures. Dass dieselbe Argumentation bei Optiken nicht mehr greift, interessiert niemanden, oder diese Marketingleute sind selbst schon zu bloed, um ihre Strategie an das spezielle Produkt anzupassen. Ich bin aber davon ueberzeugt, dass die Gehirnwaesche reversibel waere, wenn man es ernsthaft versuchen wuerde. Wenn das Marketing endlich einmal auf Qualitaet, Praezision, Langlebigkeit, Garantie abfahren wuerde, dann wuerde man womoeglich viele Kaeufer der Mittelklassefernglaeser zurueckgewinnen koennen.

Viele Gruesse,
Holger
 
Re: Nikon Porrogläser

Hallo Holger,

wie immer ein nicht nur sympathischer, sondern auch sehr sachlicher Beitrag.

Aber eigentlich geht es um den Preis für Qualität. Daß sich die Qualität schlecht definieren läßt, darauf reiten derzeit fast alle Fernglashersteller (von "ED-Optik" bis "Phasenbeschichtung" gibt es alles auch in unbrauchbar), und daher ist mir dieses Forum hier so sympathisch, da es den Wortführern hier echt um Qualität geht - vom Lidl bis zum Zeiss FL.

Und daß der Preis der besten Qualität für fast alle nicht ohne starke Einschränkungen bei anderen Projekten bezahlbar ist, ist die andere Seite der Medaille, sonst wäre das alles ja problemlos.

Was Dir leider noch nicht aufgefallen zu sein scheint, ist, daß gerade die deutschen Firmen mehr und mehr "Imagewerbung" machen, da bessere Produktqualität ja echt Geld kosten würde und unser deutsches Image im Ausland sowieso bereits "beste Qualität" suggeriert, da baut man dann beim Management gern Arbeitsplätze ab und bezieht fast alles aus Asien, weil es halt billiger ist (z.B. Leica Digifoto). Und verscheuert es unter dem "made in germany", das die Kunden in USA und Asien ja noch immer als Topqualität einstufen.

Schön finde ich dagegen, daß es immer noch Firmen gibt, die neue Horizonte anstreben und erreichen, z.B. Zeiss bei den teuren Gläsern oder Canon bei den IS. Das ist für mich echter Fortschritt. Nikon dagegen weiß wohl selbst nichts mit Ferngläsern und Amateuren anzufangen. Deren Leute bekommen ihr Geld wohl vom Management und nicht von den Kunden.

Und bei Pentax, die mit den Papilio Gläsern neben Canon's IS eine echt neue Produktgeneration im Haus haben, ist das Management sowie die Marketing Abteilung wohl komplett unfähig - keine [zensiert] kennt oder hat die Dinger, während Canon's IS wenigstens in den wichtigsten Supermarktketten zu besichtigen sind (allerdings habe ich auch noch nie eine Werbeseite für Canon IS Ferngläser in wichtigen Zeitschriften wie z.B. Spiegel, Fokus oder Spektrum gesehen, d.H. die haben keine Ahnung, daß sie wirklich gute und viel breiter verkäufliche Produkte besitzen!)

Gruß
 
Re: Nikon Porrogläser

>>>... wenn wegen des jugendlicheren Stylings dann die Traumfrau nicht nur noch besser weil unschärfer aussieht ...

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Ich dachte immer, die jungen Leute suchen nach einer scharfen Traumfrau :-)


Es mag sein, dass viele Leute die Vorteile der IS Technologie noch nicht erkannt haben. Oder auch, dass diejenigen, die sich nach einem kleinen Fernglas der 30-40mm Klasse umsehen, so sehr auf Kompaktheit und Gewicht fixiert sind, dass die batteriegetriebenen IS Glaeser nicht gut wegkommen. Fest steht Eines: Die ganz billigen Fernglaeser werden in riesigen Stueckzahlen abgesetzt.

Wenn die Hersteller es irgendwie schaffen wuerden, diesen Kaeufern zu verklickern, was ihnen dadurch an Sehgenuss entgeht, dann waere die Mittelklasse wieder ein grosser Markt. Aber jeder faehrt ja immer nur die 'ich bin billiger' Linie, und die Leute fahren drauf ab. Das meinte ich auch mit der Verbloedung der Kunden. Gestern hatte ich mal 'geGoogled', um die Kennzahlen des Steiner Wildlife 8x24 nachzulesen. Hier nur eine kleine Auswahl der Seiten:

www.guenstiger.de
www.billiger.de
www.geizkragen.de
www.geizhals.at
www.finanztip.de
www.ihr-preisvergleich.de
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Es ist wie eine Gehirnwaesche - immer nur Preis, guenstiger, sparen. Wenn man den Leuten immer wieder einpruegelt, dass nur ein billiger Kauf ein guter Kauf ist, dann raffen sie es irgendwann nicht mehr. Die Marketingleute haben dieselben Konzepte, die sie aus der Waschmittelwerbung kennen, auf alle anderen Produkte ausgeweitet. Dabei war das Konzept zunaechst richtig: Ein billiges Waschmittel reinigt genauso gut wie ein teures. Dass dieselbe Argumentation bei Optiken nicht mehr greift, interessiert niemanden, oder diese Marketingleute sind selbst schon zu bloed, um ihre Strategie an das spezielle Produkt anzupassen. Ich bin aber davon ueberzeugt, dass die Gehirnwaesche reversibel waere, wenn man es ernsthaft versuchen wuerde. Wenn das Marketing endlich einmal auf Qualitaet, Praezision, Langlebigkeit, Garantie abfahren wuerde, dann wuerde man womoeglich viele Kaeufer der Mittelklassefernglaeser zurueckgewinnen koennen.

Viele Gruesse,
Holger

Oh ja, da hast du auf der ganzen Linie Recht, Holger !
Besonders in den letzten Jahres hat diese Geiz ist geil-Haltung der Kunden eine regelrechte Billigpolitik ausgelöst und die daraus resultierende Folge ist in nahezu allen Bereichen zu bemerken.
Kein Mensch fragt mehr nach den genauen Prozessen der Fertigung und interessiert sich erst recht nicht mehr für die enthusiastische Hingabe des Herstellers. Stattdessen interessiert nur noch der Preis. Eine sehr traurige Wandlung des Konsumverhaltens. Aber: Ein Zufall ist das alles nicht!

@ Uwe Pilz:
Danke dir übrigens für deine Mail rund um die Himmelsbeobachtung. Werde deine Tipps beherzigen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
Re: Nikon Porrogläser

Hallo Leute,

ja der Uwe hat Recht, aber auch eine Kleinigkeit vergessen.
Es geht nicht nur um Geiz ist geil, sondern auch darum, dass Marketing nicht mehr nur ein
Produkt für ein bestehendes Bedürfnis vermarkten will, vielmehr ist es verstärkt Ziel, potenziellen
Käufern ein Bedürfnis für ein Produkt zu suggerieren.
Das geht gut über die "Geiz ist geil" Masche, wenn ein Produkt so billig ist, dass es "Sünde"
wäre, es jetzt nicht zu kaufen, auch wenn man gar keinen Bedarf dafür hat.
Solche Produkte sollen und müssen ihren Verwendungszweck kaum erfüllen.

Bleiben wir beim Fernglas, so ist es recht mühselig, gerade mit günstigen und doch brauchbaren Produkten
um eine begrenzte und doch anspruchsvolle Käuferschicht zu werben, die tatsächlich Vögel beobachten
oder Himmelsbeobachtungen durchführen will.

Hat jedoch der Held des drittklassigen Aktionfilms mit einem Gerät welches einen rötlichen
Schimmer ausstrahlte, in stockdunkler Nacht den Feind ausgekundschaftet und anschließend
schön platt gemacht und dann steht da plötzlich eine Umverpackung im Regal wo ein Fernglas
quitschrote Linsen hat, dann muss da nur nach NACHTAKTIV draufstehen und der Preis unter 20 € liegen.
Das Ding ist der Renner, verkauft sich 50 Mal pro Laden und es wird sogar 100 Mal durchgeguckt,
2 Mal pro Stück.
Kein Plan, was man wenigstens sehen sollte, auch nicht was denn für mehr als ein Mal gucken
interressant sein könnte, aber das ist auch wirklich nicht wichtig. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" />
Das Ding fliegt in die Ecke und das Marketing hat funktioniert. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/appl.gif" alt="" />

CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Nikon Porrogläser

Als Beitrag meinerseits (ich bevorzuge Porrogläser auch zum Wandern oder gerade da, weil sie das größere Gesichtsfeld haben) kann man aus dem Anhang schließen, daß "Fern"gläser durchaus auch den Nahbereich abdecken.

Gruß hanno
 
Re: Nikon Porrogläser

Hallo Andreas,

whow, eine ganze Werbeseite für Ferngläser und das zusammen mit den Imageprodukten Digicams! Das ist vielleicht ein Zeichen, daß man die Nikon Gläser in Zukunft auch wieder breiter im Handel findet? Ist ja sonst oft echt schwer, ein "ausgegucktes" Glas auch irgendwo zur Ansicht zu finden!
Während andererseits die im Katalog aufgeführten Digicams sicher auch das Prosumersegment umfassen, hält Nikon sowas bei den Ferngläsern nichtmal für erwähnenswert! Nur die billigsten Typen sind abgebildet und kein Hinweis auf weitere Produkte (wohl die "ergebnisstärksten" wegen Fertigung in China?).

Jedenfalls hat Nikon also hier wohl nicht vor, Zeiss, Leica und Swaro Konkurrenz zu machen.

Gruß

PS: den Hinweis über "höchste Sehkultur" hatte ich übersehen, dafür habe ich jetzt noch beim Monarch die "umweltverträgliche Öko-Optik" gefunden, das ist ja zum Schieflachen! Wird wahrscheinlich ausschließlich an Nichtraucher abgegeben!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Nikon Porrogläser

Hallo Hanz,

der war gut.

Ich hatte inzwischen Gelegenheit, dass 8x25 etwas ausführlicher zu testen. Muss sagen: Gutes Glas für < 70 EUR. Einzig für Brillenträger dürfte der Einblick ggf. etwas knapp werden. Aber ansonsten: sehr preis-wert!

Gruß
Adson
 
Re: Nikon Porrogläser

>>>dafür habe ich jetzt noch beim Monarch die "umweltverträgliche Öko-Optik" gefunden, das ist ja zum Schieflachen! Wird wahrscheinlich ausschließlich an Nichtraucher abgegeben!

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.. oder: Es verrottet ohne giftige Rueckstaende und kann nach Gebrauch noch als Kompost benutzt werden?
 
Re: Nikon Porrogläser

Hallo Adson:

mir gefiel das Sportstar IV, das etwa dasselbe kostet und als 8x25 ein (!) 65° Gesichtsfeld hat, sehr gut bis auf die Reflexe.

Gruß
 
Re: Nikon Porrogläser

Hallo Hanz,

ja genau, Sportstar IV 8x25. Im Gegensatz zum Tunnelblick (z.B. beim Vixen New Apex) hat man beim Nikon "Weitwinkel-Feeling".

Reflexe könnten systembedingt sein, ich habe noch kein Glas in dieser Größe gefunden, bei dem Reflexe und Streulicht wirklich optimal unterdrückt wurden. Ein aktuelles Leica 8x20 hat mich auch in dieser Hinsicht etwas enttäuscht, insbesondere wenn man den Preis bedenkt. Daher denke ich, es liegt an Größe und Bauart, die dort gewisse Grenzen setzen.

Gruß
Adson
 
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