Re: Welches Notebook für Astro-Software?
Hallo CSTom,
ja, ich habe E&T entwickelt. Und es freut mich natürlich, wenn es dir gefällt!
Dein Standpunkt ist gut: das Beste draus machen. Was hilft es, von einem 20"er in Namibia zu träumen und in Ermangelung dessen daheim gar nichts zu machen? Das Voyager 114 ist sowas wie ein Nachbau des Edmund Astroscan. Mich wundert nicht, wenn dir das Teil Spaß macht, denn ich bin bekennender Astroscan-Fan! Es gibt kein unkomplizierteres Fernrohr. Hinstellen und durchschauen; das helle und klare Weitwinkel-Gesichtsfeld ist einfach genial <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Trotzdem empfehle ich, die Dosis an dunklem Himmel nicht zuuuu klein werden zu lassen!
Sternkartenprogramme: jedes hat so seine Macken. Am Wochenende habe ich mal intensiver mit SkyMap Pro herumgespielt und habe es zum aktuellen Favoriten erkoren. Wenn man mal davon absieht, dass GUIDE der State of the Art in punkto Genauigkeit der Ephemeriden ist, dann hat SkyMap für mich das beste Gesamtkonzept und vor allem ist es bedienbar. Allerdings wirst du immer folgendes Problem haben: entweder bietet das Programm gerade diejenigen Features die du brauchst und die Bedienung kommt deinen Gewohnheiten entgegen oder es ist sehr mächtig und damit ist es dann immer erforderlich, sich mit der Bedienung mal intensiver auseinanderzusetzen. SkyMap hat mir lange Zeit nicht so toll gefallen, weil ich nicht erkannt hatte, wie ich es so einstellen kann, dass es mir gefällt. Nun habe ich entdeckt, dass und wie das geht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Viele dieser Programme verwechseln aber leider Datenflut und Relevanz miteinander: was helfen mir zwei Seiten Angaben zu einem Deep Sky Objekt, wenn ich trotzdem nicht erfahre, ob ich es sehen kann? TheSky missfiel mir aus genau diesem Grund ("Datenschleuder"). Das will E&T einfach besser machen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Im Moment benutze ich nur das Tool ?Dunkelheit?. Hier wäre es schön, wenn nicht das letzte Datum, sondern das aktuelle Datum vom Rechner angezeigt würde
Dieses "Gedächtnis" von zuletzt benutzten Werten zieht sich durch E&T wie ein Virus <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Die "Dunkelheit" kannst du ja auch aufrufen, wenn schon ein aktuelles Planungsdokument offen ist. Dann soll das Datum der "Dunkelheit" dazu passen! Tut es auch. Auf das aktuelle Datum kommt man ja mit nur zwei Mausklicks mehr (Kalender ausklappen, "Heute" wählen).
Gut, E&T ist mächtig und kann recht viel. Einige Konzepte sind völlig neu und daher kann ich nicht erwarten, dass die Benutzer *alles* gleich intuitiv bedienen können. Deswegen ist die Hilfe so ausführlich wie m.E. bei keinem anderen Astronomieprogramm.
Am Wochenende habe ich das nächste Update auf Version 1.3 fertiggestellt. Es ist gerade zum Webmaster von oculum unterwegs und in den nächsten Tagen wird es dann kostenlos zum Download bereitstehen. Neben neuen Funktionen habe ich dabei besonders darauf geachtet, den Bedienungskomfort weiter zu verbessern. Inzwischen würde ich mal selber sagen, dass manches bei 1.2 noch nicht so ganz rund war. Rein optisch hat sich an der Oberfläche kaum was getan, aber zahlreiche Abläufe sind einfach verbessert. Ich schlage vor, erst einmal das neue Update auszuprobieren - ich denke, es wird dir ebensogut gefallen wie den Betatestern, die kaum noch was zu Meckern gefunden hatten ;-)
Was ich auf jeden Fall an eye&telescope vermisse ist, dass das Sonnensystem nicht integriert ist. Wenn ich z.B. wie letzten Montag den Uranus suche, brauche ich ein weiteres Programm, das ist lästig.
E&T ist als Deep Sky - Programm ausgelegt. In der Version 2.0 werden aber neue Objekttypen hinzukommen: neben den Objekten des Sonnensystems auch noch Doppelsterne, Quasare und Dunkelnebel.
Mit den Objekten des Sonnensystems habe ich ein konzeptionelles Problem (nun bitte nicht lachen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ): sie bewegen sich. Das bedeutet, dass man stets die Zeit haben muss, wenn die Position zu berechnen wäre. In den Sternkarten von E&T gibt es aber keine Zeit, sie sind ja zum Starhoppen optimiert. Und noch schlimmer: bei den Kometen und Kleinplaneten bräuchte man eine Verwaltung für Bahnelemente, denn die ändern sich ja im Laufe der Zeit. Das wäre zwar rein technisch gesehen schon zu machen (schließlich habe ich einen riesen Sack Ephemeriden-Codes in der Schublade), aber ich will den Anwender nicht damit belasten, sich um aktuelle Elemente etc. kümmern zu müssen. Eine solche Erweiterung würde dann schon fast zwangsläufig zu weiteren Wünschen führen: Animation, GSC, und all' die tausend anderen Features der "richtigen" Planetariumsprogramme. E&T würde seine klare Ausrichtung auf Deep Sky verlieren, die einfache Bedienung würde ebenfalls auf der Strecke bleiben.
E&T soll eine "Spezialanwendung" für Deep Sky bleiben und dort optimalen Nutzen erzielen. Die Anbindung der Planetariumsprogramme ist aus meiner Sicht ideal, weil die offenen Fragen dann ruckzuck einfach vom Lieblingsprogramm des Anwenders beantwortet werden können. "One size fits all" oder die eierlegende Wollmichsau ist halt nicht mein Ziel. Sinnvolle Verbesserungen für Deep Sky (auch bei den Karten) sind aber vorgesehen und bereits konzipiert!
Die Objekte des Sonnensystems wird man im Logbuch eintragen können. Viele Anwender wünschten sich das und sie werden es bekommen! Das Logbuch wird in der Version 2.0 zahlreiche sehr attraktive Verbesserungen bieten (HTML- und XML-Export, "Sitzungen" zur Beschreibung der Beobachtungsbedingungen, mehrere Datei-Anhänge (Bilder!) je Eintrag, event. Audio-Notizen (damit man im Dunkeln nicht tippen braucht)) und das erklärte Ziel ist es, das *beste* verfügbare Logbuch auf dem Markt zu bieten. Und das für alle relevanten Arten von Objekten; nicht nur Deep Sky.
In der 2.0 soll man dann auch selbst Objekte in die Datenbank eintragen können. Und Teleskope steuern. Und vieles mehr, aber noch ist nicht 'raus, was genau kommt und was nicht. Die 2.0er wird aber sicher ein echter Hammer!
Ideen habe ich viele, Zeit aber nicht beliebig viel. Daher gilt es, durch Feedback mit den Anwendern deren Bedarf zu erkennen und das zu machen, was in der verfügbaren Zeit den meisten Nutzen bringt.
Mein Tipp: schau' dir E&T 1.3 mal an (kommt bald), und suche dir eines der von E&T unterstützten Planetariumsprogramme als Ergänzung heraus. Freunde dich damit an und sei nicht darüber traurig, dass es kein Programm gibt, dass dir sofort und 100% gefällt.
Wenn du Skymap noch nicht kennst, dann schau' dir doch mal die Demo an (www.skymap.com).
GUIDE wäre ein anderer Kandidat, aber alle Nutzer beklagen seine "gewöhnungsbedürftige" Bedienung. Nur die tollen Funktionen (die weit über das hinausgehen, was die anderen Programme bieten) rechtfertigen das ansatzweise...
Ich habe nichts gegen Freeware, aber CdC wäre mir auf dem Notebook viel zu lahm und bei HNSKY halte ich die Kartendarstellung zwar für sehr ästhetisch, aber nicht unbedingt feldtauglich: am Teleskop brauche ich "fette Sterne", weil ich auch beim Blick auf das Display aus drei Metern Entfernung noch was sehen will. Da sind GUIDE, SkyMap und E&T manchen Programmen mit tollem Rendering dann doch praktisch überlegen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Wenn ich jetzt schon DEN kompetenten Ansprechpartner habe, dann werde ich mich noch mal mit dem Programm beschäftigen und genau aufschreiben, wo meine Probleme mit dem Umgang des Programms liegen. Ich komme da gerne noch mal diesbezüglich auf Dich zu.
Sehr gerne! Ich freue mich stets, mit Anwendern ins Gespräch zu kommen. Nur auf eines musst du bei mir vorbereitet sein: ich habe eine recht klare Vorstellung davon, was E&T *nicht* werden soll (nämlich das "Universalprogramm") und wie die "Linie" aussieht. Deshalb scheine ich manchmal etwas stur zu sein, wenn ich gegen Features argumentiere, die nicht in die Linie passen. Damit man nicht eines Tages über E&T sagen muss, dass "man da nicht mehr durchblickt". Neben Features sind für mich die "nichtfunktionalen Qualitätsmerkmale" sehr wichtig: Stabilität, Performance, Benutzerfreundlichkeit (alles für den Feldeinsatz besonders wichtig!). Keine überfrachtete Oberfläche mit x Toolbars und Icons; lieber Beschränkung auf das Nötigste. Je weniger man sieht, umso weniger muss man verstehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Ich will ja nicht, dass der erste Eindruck nicht überzeugt und jemand das Programm dann gleich wieder an die Seite legt...
Clear skies,
Tom