Hi Kafka,
An die Fachausdrücke gewöhnst Du Dich schon noch. Kennst Du die Einsteigerseiten von Sven und den Deepsky-Brothers
http://www.svenwienstein.de/HTML/einsteiger-ecke.html und
http://www.deepsky-brothers.de/Einsteiger.htm ? Da erfährst Du viel über die Zusammenhänge. Lies Dich einfach mal durch, Astronomie ist kein einfaches Hobby es dauert eine Weile, bis man verinnerlicht hat, wie was zusammenhängt, aber danach ist es ganz einfach
Zu Deinen Fragen:
Eine Barlowlinse verlängert die Brennweite des Teleskops, sie verengt also den Lichtkegel und weitet das Bild auf. Dadurch wird aus einem 'schnellen' Teleskop mit großem Öffnungsverhältnis (vgl. Blende) ein 'langsames' Teleskop.
Der visuelle Beobachter erzielt damit größere Vergrößerungen bei gleichen Okular, bzw. kann ein längeres Okular für gleiche Vergrößerung verwenden - und hat damit ggf. einen längeren Augenabstand, was das Beobachten einfacher macht. Auf der anderen Seite bedeutet der Einsatz einer Barlowlinse zusätzliche Glas-Luft-Flächen und Glaskörper im Strahelngang, was zu einer Bildverschlechterung führen kann - vor allem bei billigen Barlows.
Dein H20mm OKular liefert Dir an Deinem Teleskop eine 45-fache Vergrößerung (Teleskopbrennweite geteilt durch Okularbrennweite). Da Dein Teleskop ein Öffnungsverhältnis von F/8 (Öffnung ist Brennweite/8) hat liefert Dein Teleskop Dir mit dem Okular eine Austrittspupille (AP=Durchmesser des aus dem Strahl ausfallenden Strahlenbündels) von 2.5mm (Okularbrennweite (20) geteilt durch Nenner des Öffnungsverhältnis (8)). Das bedeutet, dass Dein dunkeladaptiertes Auge (7mm Pupillendurchmesser) flächige Objekte und den Himmelshintergrund durch das Teleskop mit Okular rd. 1/8 mal (2.5/7*2.5/7) so hell sieht wie mit dem bloßen Auge. Für Sterne gilt das nicht so einfach, weil die nahezu punktförmig sind und durch die 45-fache Vergrößerung dem Auge heller erscheinen als ohne Vergrößerung.
Mit Deinem Teleskop kannst du rd. 200-fach sinnvoll vergrößern (Öffnung in mm mal 2). Als Übung rechne Dir doch mal aus, welche Okularbrennweite Du dazu brauchst und welche AP Du damit erzielst. Für die Beobachtung großer Objekte wie Sternhaufen, Nebel etc. brauchst Du eher geringe Vergrößerungen, dabei solltest Du darauf achten, dass die AP nicht größer wird als 7mm, weil Du sonst nicht die volle Öffnung Deines Teleskops nutzt - denn das Licht würde ja auf die Iris fallen und nicht in die Pupille. Übung: Welche Okularbrennweite wäre maximal sinnvoll und welche AP würdest Du damit haben? Außerdem sollte die AP des Okulars nicht größer werden als die Qualität Deines Himmels zulässt, weil sonst der Himmelshintergrund sich kaum von den Objekten abhebt - die Faustregel dazu heißt: AP in mm = Himmelsqualität als fst-Wert. Die Übung dazu kannst Du Dir schon denken, oder?
Frohes Lesen bei verhangenem Himmel, ansonsten CS wünscht
Holger