Moin Michael!
Mann, Du machst Dir aber auch Sorgen um alles bei einem 150-EUR-Teleskop...
Ein TAL-1 (habe selbst so einen besessen) ist bei weitem nicht so sperrig wie ein normaler 114er Newton auf EQ-Montierung und Stativ! Bei TAL hast Du Tubus, Säule, drei Standfüße, Montierung. Das läßt sich alles sehr kompakt verstauen. Außerdem ist der TAL so robust, daß er schon mal einige grobe Behandlung abkann. Die zarten Montierungen und Tuben der Fernostgeräte nehmen da viel eher Schaden.
Es gibt keinen 114er Newton mit parabolischen HS, auch von Vixen nicht! Auch der TAL hat nur einen, dafür aber sehr guten sphärischen HS. Der Bildfehler der sphär. Aberration liegt bei dieser Teleskopgröße und dem Öffnungsverhältnis (f/7,3 bzw. f/8) unter der Auflösungsgrenze.
Früher habe ich sehr viele Vergleiche zwischen den einzelnden 114er Newton-Typen angestellt. Das Bild des Vixen ist zwar gut, die sonstige Konstruktion des Tubus aber schlecht (dreiarmige Spinne, viel zu kleiner Fangspiegel). Im direkten Vergleich zwischen TAL-1 und Vixen-114 zeigte der Russe das klar bessere Bild. Das ist nicht nur meine Einschätzung, das haben mir auch Kollegen aus dem Umfeld bestätigt.
Wenn Du ein brauchbares Einsteigerteleskop für 150 EUR haben willst, dann nimm den 114er Newton auf EQ-2 oder "EQ-3-1", wie er bspw. bei TS-Ransburg angeboten wird (149 EUR). Dann ist man zwar noch nicht durch mit allem notwendigen Zubehör, aber man fängt einigermaßen solide für den Preis an. (Generationen von Hobbyastronomen sind mit diesem Bautyp angefangen - bei mir selbst war es der Quelle-Spiegel Ende der 70er.)
Da ich nun einen Skywatcher 90/900 Refraktor als Drittgerät besitze, dazu auch noch was: Ein Refri dieser Größe braucht ein wesentlich höheres Stativ als ein gleichgroßer Newton. Das macht die Sache instabiler, und man muß sich mehr verrenken, um ans Okular zu kommen.
Von der Lichtmenge her sammelt der 90er Refri genauso viel Licht wie der 114er Newton - angenommen 30 mm Obstruktion und 90% Reflektion des jeweiligen Spiegels. Auflösungsmäßig ist der Newton (114 ggü. 90 mm) leicht vorn. Beim Newton stören aber wiederum die Spikes. Kontrast ist auch wiederum ein Fall für die Innenschwärzung bzw. -verblendung. Dafür sind die Standard-Teleskope dieser Preisklasse sowieso nicht gut drauf vorbereitet. Optimierungsbedarf gibt's immer.
Nochwas - und zwar das, warum ich mich jetzt wieder für den Refraktor entschieden habe: Beim Newton auf parallaktischer Montierung ist man oft gezwungen, den Tubus zwecke besserem Einblick in den Schellen zu drehen. Also, mich hat das auf die Dauer genervt - dann lieber ein leicher Farbfehler...
Okay, meine Lösung sieht momentan so aus, auch wenn das Dein Budget sprengen würde: 90er Skywatcher-Refraktor (als OTA neu angeschafft, um 120 EUR) auf Vixen Porta (gebraucht um 150 EUR) oder wahlweise auf Skywatcher SynScan-AZ mit verstärktem Alu-Stativ (neu um 200 EUR). Dazu kommen dann noch die Okulare und sonstiger Klöterkram wie RL-Lampe, Okularkoffer, Hocker usw.