Welches Teleskop für Camper Urlaub/Flugreise

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas blont
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blont

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Hallo,
ich bin Neuling ohne Teleskop, suche aber eines für Abende vorm Camper.
Daher durchforste ich seit Tagen Forum und Onlineshops, nur wird alles immer komplexer und die Wahl fällt auf immere teuere Geräte.
Ziel ist an vielen Orten schnell und unkompliziert zum Einsatz zu kommen, dabei alles anzusehen, was die Familie interessant finden mag. Während ich mehr zu Galaxien tendiere, würden die Kids eher mal kurz Planeten ansehen wollen.

Ich hatte an ein Celestron NexStar 4-6 gedacht, oder vergleichbares bis 1.000,-.
Ist jedoch ein Refraktor für Reisen nicht praktischer?
Da ich gerne in Afrika die Nächte und tagsüber die Tiere beobachte, würd ich dies auch gerne gleich mit abdecken.

Über hilfreiche Tipps würd ich mich wirklich freuen.
gruß Kay




 
Hi Kay,

um mit einem Refraktor auf die Öffnung und auf eine bequeme Brennweite zu kommen, müsste das ein recht großes sperriges Teil werden. Oder aber sehr sehr teuer, auch was die Montierung angeht.
Mit einem Maksutov Cassegrain oder einem Schmidt Cassegrain ab 5" Öffnung auf einer Nexstar oder ähnlichen Alt-Az Goto-Montierung bist Du wohl auf nem guten Weg. An den Details muss man evtl. noch ein wenig tüfteln, auch bei der Okularwahl - wobei die da zum Glück sehr genügsam sind.
In jedem Fall benötigst Du für die Erbeobachtung aber noch ein Amici-Prisma.

cs
Jürgen
 
Hi!

Bei der Reisetätigkeit und Naturbeobachtung würde ich zu einem guten Spektiv greifen, das auch 1,25"-Okulare verträgt. Für Naturbeobachtung stören die hohen Vergrößerungen von Teleskopen eher, und ein 80mm-Spektiv lässt sich ganz gut auf einem stabilen Fotostativ benutzen. Dazu noch ein Leuchtpunktsucher, damit du auch was findest, und das ist eine brauchbare Reisekombi. Nur ganz in den Zenit kommst du nicht unbedingt, dafür ist das Gerät schön transportabel und ggf. vor allem staub/wasserdicht. Nachteil: Spätestens bei rund 150x geht dem Gerät die Puste aus.

Wenn du bei der Naturbeobachtung mit 30x oder 40x anfängst, macht das keinen Spaß, vor allem wenn du an einem heißen Tag beobachtest, wo die Luft eh schon flimmert.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo zusammen,
Zitat von Kerste:
Wenn du bei der Naturbeobachtung mit 30x oder 40x anfängst, macht das keinen Spaß, vor allem wenn du an einem heißen Tag beobachtest, wo die Luft eh schon flimmert.
Das könnte echt problematisch werden. Ich nutze meinen Mak zwar eher selten terrestrisch - aber ab 40x (und weniger Vergrößerung geht kaum) sind Thermikablösungen schon störend; wenn es da schon mit dem unbewaffneten Auge flimmert, kann man's vergessen.
Andererseits wären da auch die 15x oder 20x eines Spektivs recht spassbefreit. Selbst die 8x oder 10x eines kleinen Fernglases dürften unbequem werden.
Vielleicht wäre es recht nützlich, etwas mehr über die Beobachtungsbedingungen in Afrika in Erfahrung zu bringen. Ich kenne da halt nur Europa, und da ist Tag wie Nacht ein himmelweiter Unterschied zwischen Frankfurt, Südfrankreich und den Alpen.
Und bei der Teleskopwahl könnte man noch in Betracht ziehen, dass man vielleicht nicht Eines für Alles besorgt, sondern Astronomie und terrestrische Beobachtung trennt.

cs
Jürgen
 
Hi!

Zitat von Kerste:
Bei der Reisetätigkeit und Naturbeobachtung würde ich zu einem guten Spektiv greifen, das auch 1,25"-Okulare verträgt. Für Naturbeobachtung stören die hohen Vergrößerungen von Teleskopen eher, und ein 80mm-Spektiv lässt sich ganz gut auf einem stabilen Fotostativ benutzen.
Man kann auch einen guten 80-mm-ED-Refraktor oder 80-mm-Apochromaten nehmen. Der läßt sich im Gegensatz zum typischen Spektiv auch für hohe Vergrößerungen einsetzen. Die niedrigen sind aber ebenfalls erreichbar! Nachteil aber: Der Triplet-Apo kommt recht teuer. Dafür gibt es Spektive fast nur mit 45°-Einblick oder geradsichtig, während man dem Apo auch einen 90°-Einblick verpassen kann.

Grüße

fquadrat
 
Hallo Kay,

ein Gerät mit dem Du Objekte angefangen von Galaxien bis hin zu Tieren beobachten willst und das ganze Flugreisetauglich und im Camper von Erwachsenen und Kinder zu bedienen ist, gibts meiner Meinung nach nicht.

Tiere würde ich mit dem Fernglas oder Spektiv beobachten, je nach Anspruch und was Du beobachten willst (Vögel oder Flußpferde?).

Nachts: Für Galaxien brauchst Du Öffnung. Mit 4" habe ich auch schon Galaxien beobachtet, aber mehr als Fitzelchen siehst du da nicht. Gut der dunkle Himmel, den du in Afrika (wo denn da?) haben wirst, wird dir einen anderen Kontrast liefern als unser hiesiger Siff. Ein Maksutov ist auch kein ausgezeichnetes Galaxiengerät, sondern für Planeten, Mond und Sonne brauchbar. Tagsüber eher nicht... Meiner Meinung nach...

Viele Grüße
Matthias

 
Hallo allerseits,
vielen Dank für eure Gedanken und Empfehlungen.
Naturbeobachtungen waren nur ein nice to have. Mir geht's erstmal um die Nächte.
Zur Info: Ich hab bislang eine Reihe von Ferngläsern genutzt und einige Kameras für die Tiere. Säugetiere langen allemal mit Feldstechern und langen Zooms, Vögel gehen auch, werden aber aufgrund der geringen Vergrößerung ebenso schnell langweilig wie Impalas.
Ja, die Sache mit dem Hitzeflimmern ist ein guter Einwand. Ich hab Bilder von Namibia, wo einfach alles nur wabert.
Die Idee, ein Teleskop für Naturbeobachtungen zu nutzen, kam von einem Youtube Video zum NexStar 6. Es gibt z.B. im Kafue in Sambia die Möglichkeit für Jäger, Tiere zu erlegen, was dazu führt, dass man die Herden nur in einer Distanz zum Auto antrifft, die ein Teleskop erforderlich macht!
Da Tiere in den frühen Morgenstunden am ehesten aktiv sind und da das Licht auch besser ist, kann das störende Hitzeflimmern dann auch minimal sein.
Ich hab allerdings eh schon an ein Spektiv gedacht und werde das auch zusätzlich zukünftig zum Bird Watching mit Stativ kaufen. Denn Vögel sind im südlichen Afrika einfach viel abwechlsungsreicher und optisch interessanter als die Big Five.
Zurück zum Thema: Also dann wohl ein Nexstar5 oder ein 125 slt?

Besten Dank
Kay
 
Hi!

Dann empfehle ich dir das NexStar 5SE - deutlich stabiler als das SLT. Und denk über eine Taukappe nach (als Streulichtblende) sowie 2"-Zenitspiegel + Okular, um mehr Feld rauszuholen.

Problem bei allen azimutalen Goto-Montierungen ist, dass du sie eigentlich nur über die Handsteuerbox verstellen kannst, also mit den Motoren. Das ist ggf. gewöhnungsbedürftig, gerade bei der Naturbeobachtung. Packmaß und Gewicht sind beim Teleskop natürlich größer als beim Spektiv.

=> fquadrat: Ich hab ja beides - 80mm-ED-Refraktor und 80mm-Spektiv. Der Refraktor ist flexibler (2"-Zubehör, hohe Vergrößerung, Filter), aber ich habe auf Urlaubsreisen (nicht reinen Astro-Reisen) meist nur das Spektiv dabei, weil es auf das Fotostativ passt, das ich eh dabei habe, und es eben robuster ist. Ein gutes Spektiv packt auch ähnliche Vergrößerungen wie ein kleiner Refraktor.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo zusammen
Zitat von Erposs:
Abgesehen von Billigfliegern passt ein C5 mitsamt Nexstar problemlos ins Handgepäck - schlimmstenfalls trennt man die beiden halt und verteilt die auf 2 Reisende. Selbst bei einem C6 oder gar C8 geht letzteres - da wird es dann halt mit dem Budget schwierig bzw. unmöglich.

Zitat von Erposs:
Damit fallen wohl alle paralaktischen Montierungen raus.
Wurde bisher noch gar nicht vorgeschlagen. Aber ja, parallaktisch muss echt nicht sein und bringt da keine Vorteile. Allein durch die Gegengewichte aber einige Nachteile.

Zitat von Erposs:
Bleibt also nur ein Reiseteleskop, für Galaxien benötigt man viel Öffnung, also ein Newton auf Dobsonmontierung.
Klar, Öffnung hilft immer, erst recht bei Gx. Bezahlbar ist die nur als Newton, vzw. als Dobson. Solls auch noch transportabel sein, dann als Reisedobson. Für einen Astrourlaub also sicher die erste Wahl - aber für 'am Abend mal Gx kucken, oder Planeten'? Mir wäre da der Aufwand von Montage & Justage zu hoch. Ein C5 oder C6 ist sicher kein Galaxienjäger, sondern eben ein "Kompromissteleskop".Aber sicher kein soo schlechter Kompromiss, als dass man damit nur Mond/Planeten beobachten könnte.

cs
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

Zitat von Nasus:
Zitat von Erposs:
... Selbst bei einem C6 oder gar C8 geht letzteres...

Für den C8-Tubus hätte ich hierfür gern einen Fotobeweis!

Selbst wenn man Montierung und Tubus trennt, kann ich mir DAS beim besten Willen nicht vorstellen. Ich habe selbst ein 8" ACF-OTA, der plus/minus ein paar Zentimeter dem C8-Tubus entspricht. Mir ist kein Flugzeug-Handgepäckfach bekannt, das so etwas aufnehmen kann, schon gar nicht mit auch nur marginal gepolsterter Packung.

VG Christian
 
Zitat von Nasus:
... aber für 'am Abend mal Gx kucken, oder Planeten'? Mir wäre da der Aufwand von Montage & Justage zu hoch...

Ich hab einen 12,5er Newton. Zum zusammenbauen oder zerlegen muß ich 8 Schnellspanner lösen. Incl. Justageprüfung brauche ich unter 5min. So schnell ist kein anderes Teleskop einsatzbereit.
Zuhause baue ich den gar nicht auseinander, nur zum Transport.
 
Hi Christian,

ich habe hier weder ein C8, noch ein Gepäckfach oder den Fußraum. Insofern werde ich den Fotobeweis schuldig bleiben. Einzwei Mitforenten haben eine Flugreise mit C8 jedoch geschafft - und bei 'offiziellen' 25cm Maximum in der Höhe sollte das tatsächlich machbar sein. Praktisch aber nicht, zumindest in dem Fall - ein C8 sprengt das Budget ja um 100-200%, je nach Okularpalette.

Und hallo Jörg,

klar geht bei einem durchdachten System die Montage in wenigen Minuten. Und nachzujustieren ist erschreckend oft gar nicht nötig - aber falls doch, mit ein wenig Übung auch in zweidrei Minuten erledigt.
Nur muss eben klar sein, dass man je nach Übung da seine 5-50 Minuten drauf verwendet. Oder wie manche Kandidaten sogar daran verzweifelt, auch wenn ich letzteres nicht nachvollzihen kann. Ferner bekommt man damit halt 'Push-to' anstatt GoTo.
Andererseits bringt einen dieses GoTo mit engen 5" eh nur zu Kugelsternhaufen. Oder zu erahnbaren, teils sogar erkennbaren Galaxien. Beobachten sieht aber anders aus.
Insofern wäre ein kleiner Reisedobson und ein wenig Auseinandersetzen mit der Astronomie wohl kein Fehler.

cs
Jürgen
 
Hallo Kay,

ich bin selbst seit Jahren mit einem recht ähnlichen Reiseteleskop unterwegs, das ich mir bei Bedarf ausleihen kann. Da man damit unter dunklen Bedingungen beobachtet, wie man sie von zu Hause aus einfach nicht mehr erreichen kann, bleiben diese Nächte im Gedächtnis.
Ein Reiseteleskop mit recht schnellem Öffnungsverhältnis macht auch viel Sinn, weil man damit den dunklen Himmel erst richtig nutzen kann. Ich persönlich würde daher eine solche Lösung auf Basis eines Newtons bevorzugen - bzw. ich tue das ja schon Urlaub für Urlaub. Dadurch kann man vor allem am Himmel niedrige Vergrößerungen verwenden. Trotzdem muss man auch keine Abstriche machen, wenn man höher vergrößern möchte. Der 200/1200 Reisedobson lässt sich problemlos zwischen 30x und 250x betreiben. Bei 300x wäre ich vorsichtig, denn dafür muss alles passen. Bei 30x stehen je nach gewähltem Okular 65° bis 72° scheinbares Gesichtsfeld zur Verfügung, also angenehm weitwinklige Eindrücke. Ein SC mit f/10 hat schon mächtig Ausleuchtungsprobleme, wenn man es mit dem notwendigen 55mm Okular gerade mal auf 50° scheinbares Gesichtsfeld bei mehr Vergrößerung (37x bei 8") bringt. http://www.svenwienstein.de/HTML/weitwinkel.html

Der Vorteil dieser Geräte mit teilbaren Stangen ist, dass sie meist komplett in einer Kiste verschwinden, die vom Volumen her mit einem 8" SC als Tubus konkurrieren kann. Nur braucht man eben für ein SC immer noch eine Montierung - die man eben nicht in den Tubus stopfen kann. Dadurch ist der Unterschied zwischen C5 und C8 auch eher eine Frage des Gewichts denn des Volumens. Man merkt jedenfalls, dass man mit so einem Reiseteleskop elegante 8" Öffnung mitnehmen kann.
Was die Wildbeobachtung angeht, so würde ich dafür einfach noch etwas anderes anschaffen, damit man beides konsequent machen kann. Sonst ärgert man sich nämlich bei beiden Beobachtungen. Da ich die Leistung so eines 8" Spiegels kenne, würde ich bei der Himmelsbeobachtung nur mit z.B. 80mm Öffnung vermutlich viel Thermik erzeugen, weil dort stetiger Wut-Nachschub verrauchen müsste. Zumal man ja auch so einen 80mm Refraktor nicht aus der freien Hand auf den Himmel richtet! Eventuell wäre für die Wildbeobachtung anzudenken, einen Feldstecher sinnvoll auf einem Einbein-Teleskop-Stativ zu befestigen. Natürlich lässt sich auch alles in ein Gerät packen und man kann mit einem 80mm Volks-Apo losziehen nach dem Motto "was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß", aber angesichts der aktuellen Preise dieser kleinen Allrounder fällt der Vergleich mit so einem 8" Reisedobson wirklich mies aus. Mit 80mm Öffnung kann man einfach nicht gegen 200mm Öffnung an - es sei denn man verlangt ausdrücklich sehr niedrige Vergrößerungen, für die man vielleicht doch besser den Feldstecher nimmt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Kay,

ich bin mit meinen NexStar Teleskopen mehrfach im Flieger unterwegs gewesen. Mit dem N8SE ein paar mal auf Teneriffa und mit dem N6SE sogar in Argentinien. Ich hatte den Tubus jeweils im Handgepäck (Rucksack oder Trolley) und es gab bei der Gepäckkontrolle niemals Schwierigkeiten.

Man sollte sich nur darauf einstellen, daß man wegen des ungewöhnlichen Aussehens beim Durchleuchten, zwecks "Spezialkontrolle" zur Seite gebeten wird. Dann erfolgt die übliche Untersuchung auf Sprengstoff, aber selbst daran gewöhnt man sich irgendwann! :D

Da die Monti und das Stativ samt Eneloops und Ladegerät im Reisekoffer mitfliegen, braucht man sich darum nicht großartig zu kümmern.

Auf jeden Fall macht es Spaß, mit 6" oder 8" Öffnung irgendwo in der Pampa entspannt (und nachgeführt) den Himmel zu genießen. :)

Clear skies,

Jörg
 
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