Welches Teleskop für visuelle Planetenbeobachtung?

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andreas21

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Hallo,

ich überlege mir, ob ich mir ein neues Teleskop anschaffen soll. Seit ein paar Jahren besitze ich ein SN 10" Reflektor von Meade auf LXD 75 Montierung. Mein Ziel war damals Deep Sky und Astrofotografie.
Nun... mittlerweile bin ich umgezogen, so dass mein neuer Balkon (1. Etage, ruhige 30er Zone, Straßenseite :( ) als neuer Teleskopplatz dienen muss.

Da ich dort für Deep Sky schwarz sehe (naja, eher orange-rot dank Straßenlaternen) und Astrofotografie nicht so mein Ding geworden ist, wie erhofft, suche ich nun ein neues Instrument für Planeten-, Sonne- und Mondbeobachtungen, da lichtstärker.

Ich habe nicht vor, mit dem Teleskop spazieren zu fahren. Also kann es ruhig etwas größeres sein. Deep Sky und Astrofotografie habe ich ja bereits mit dem SN Reflektor abgedeckt. Daher soll das neue Teleskop genau die gegenteiligen Gebiete abdecken. Azimutale Montierung (mein Rücken wirds mir danken) wäre wünschenswert. Zenit Beobachtungen sollten aber auch möglich sein. Zudem soll das Teleskop gerade für schnelle Blicke herhalten. Beste Ergebnisse für visuelle Beobachtungen sind angestrebt. Ich vermute, dass die Apochromaten da in die engere Wahl fallen. Computersteuerung muss nicht unbedingt sein.

Preisgrenze liegt bei circa 2000€.

Mein erster Gedanke richtete sich an dieses Stück hier:
http://www.meade.com/product_pages/ed_apo5000/ed_127/ed_127.php

Leider ohne Montierung. Könnte natürlich meine LXD 75 Montierung nehmen, aber Azimutal oder Gabel sollte es dann schon sein.

Hoffe, ihr könnte mir ein paar Tipps geben.

p.s.: Gegen die Straßenlaternen ließe sich evtl. was machen. Ich versuche, dass die/das Stadt/Dorf (auf wessen Kosten auch immer) einen kleinen Blechschirm vor den Lampenschirm setzt, damit ich nicht von der direkten Einstrahlung betroffen bin.
Vielleicht klappts ja :)

Clear Sky
Andreas
 
Hallo.
Ich habe auch nach der Teleskopart gesucht die am besten für Planeten geeignet sind. Am Ende bin ich zu der Auffassung gelangt, dass auch dort nichts mehr hilft als Öffnung. Damit es trotzdem noch erschwinglich bleibt gibt es da nur den Newton. Worauf man dann aber achten sollte is sicher der Fangspiegel, der so klein wie möglich sein sollte. Hier kommen dann die Probleme. Die meisten Newton die ich gefunden habe werden mit Astrofotografie beworben und haben den entsprechend überdimensionierten Spiegel.
Wenn dein Balkon groß ist würde ich ein Dobson nehmen kann ja dann von höherer Qualität sein, ob diese ja Azimutale Montierung deinem Rückenproblem Rechnung trägt weiß ich nicht.
Die andere Variante wäre ein Mak. Die haben allerdings allermeistens auch eine sehr hohe Obstruktion, haben aber den Vorteil schon mit hoher Brennweite dabei zu sein und somit gut für die hohen Vergrößerungen sind.
Über die Auswirkungen von Obstruktion teilt sich ja wieder die Anhängerschaft der Gläubigen, ich persönlich kanns nich einschätzen.
Hier mal ein paar Idee von Teleskopen:

http://www.teleskop-express.de/shop...obson-350mm-Oeffnung---1600mm-Brennweite.html
Ein Dobson (passt er auf den Balkon?)

http://www.teleskop-werkstatt.de/Maksutov_Cassegrain_MAK.html
(Obstruktion?)

http://www.teleskop-service.de/Intes/IntesMicroNewtons.htm#MN78
(wenig Obstrukion und relativ wenig öffnung)
 
Hallo Andreas,

leichter wird eine azimutale Montierung, die einen Planentenspezialisten trägt nicht, als Deine LXD75. Mit der bist Du gut dabei, weil die auch nachführt, und ich finde nix nerviger, als bei hohen Vergrößerungen dauernd das Objekt aus dem Bildfeld zu verlieren.

Als Optik wäre die günstigste Lösung ein 6"f8 Newton, den man uneingeschränkt als Planetenspezialisten empfehlen kann (hier bist Du mit gut 200,- Teuros dabei, wenns nix edeles sein muss). Da Dein Budget ja etwas größer ist kannst Du natürlich auch den oben schon empfohlenen MakNewton aus Russland nehmen. Da kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass die wirklich gut sind. Wir hatten bei Regensburg mal eine Jupiter-Session mit Monddurchgängen usw. Vorhanden war ein Zeiss APQ 100/1000, skywatcher 8"f5, GSO 10" f5 und Selbstbau 16"f6 (die letzten drei Newtons), und ein MakNewton (6"f6). Der Mak Newton hat wirklich die meisten Details aufgelöst und den höchsten Kontrast gehabt. Ein Mond vor der Planetenoberfläche war in keinem Instrument besser auszumachen.
Der oben empfohlene MN78 dürfte jedoch die LXD75 überfordern, so dass für Deine Monti der MN6"f6 oder 6"f8 am besten wäre.

Sternfreundliche Grüße,

Gottfried
 
Hallo Andreas,

wenn man Deine Anforderungen an das potentielle Planetenteleskop zusammenfasst wird es schwierig: Ein Planetengerät lebt von seiner Auflösung, also Öffnung. Da ist man mit 10" eigentlich sehr gut aufgestellt, 8" zeigen weniger, 12" kämpfen noch mehr mit dem Seeing und können ihre mögliche Leistung bei hohen Vergrößerungen selten ausspielen, 10" sind also - vor allem wenn ohnehin schon vorhanden - nur schwer durch besseres ersetzen.

Auskühlung: läßt sich auf mehrere Arten regeln: sehr wenig Öffnung (kleiner Apo): schnell ausgekühlt, zeigt aber wenig, das dafür "knackig" u.s.w., also ein komfortabeles Gerät zum Schnellspechteln, aber kein Planetenspezialist.

Die (kleineren) Maks: geschlossene Systeme wie der SN, laufen ohne Lüfter der Temperatur ewig hinterher, hätten also den gleichen Nachteil wie der SN beim zusätzlichen Nachteil weniger Öffnung zu haben...

Ein offenes System: ein Newton mit 8" - 12" Öffnung läßt
sich mit Lüfter und isoliertem Tubus auf ca. 20 Minuten Auskühlzeit bringen, aber: das könnte man mit dem 10" SN auch machen, auch kein wirkliches Argument. Der hat außerdem den Vorteil von Haus aus spikefrei zu sein und die Koma ist um ca. 50% reduziert, beides schöne Vorraussetzungen für den visuellen Einsatz.


Darum mal eine Frage: was kann der SN nicht was er können sollte?


Viele Grüße Felix
 
Hallo Andreas,

sag mal etwas mehr zu Deinem Balkon.
Balkon wird in letzter Zeit häufig pauschal als newtonuntauglich bezeichnet, das ist so nur bei sehr beengten Verhältnissen richtig.

Wenn Dein Balkon ausreichend Platz bietet würde ich vorschlagen, den den 10" SN zu halten, ihn auf eine Rockerbox zu setzen (die wiederum auf einen massiven Untertisch um die Brüstungshöhe auszugleichen und ein ausreichendes Beobachtungsfenster zu gewinnen.
Eine EQ-Plattform für die Nachführung in Hochvergrößerung und die anschaffung passender Okulare für den Standort und die Beobachtungsvorlieben dazu, das alles liegt noch locker im Budgetrahmen.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo und danke für die ganzen Antworten.

Ich meinte ja, dass ich eine azimutale Monti wegen meines Rücken bevorzugen würde. Damit wollte ich nicht auf das Gewicht andeuten, sondern eher, dass man sich weniger verbiegen muss, als bei der äquatorialen LXD75 Montierung. Da habe ich schon einige Yoga Übungen unfreiwillig machen müssen, um noch ins Okular gucken zu können :)

@Felix:
Ich hatte noch nicht die Möglichkeit, mein SN mit einen Apo zu vergleichen. Daher habe ich mich immer auf anderweitige Informationen gestützt. Da liest man ja ziemlich oft, dass Refraktoren in der Regel besser geeignet seien als Reflektoren, wenn es um Planetenbeobachtungen geht. Ist das ein Irrglaube?

Definitiv bräuchte ich aber eine azimutale Montierung, damit die Benutzung angenehmer ist.
Dobson wäre vielleicht eine Möglichkeit, um mein vorhandenen SN dort draufzusetzen. (Balkon hat 12m² Fläche)

Also zusammengefasst. Wenn die üblichen Baugrößen von Refraktoren keinen Vorteil gegenüber meines 10" SN bringen, werde ich diesen wohl auch behalten und mir keinen neuen Tubus anschaffen. Bleibt nur noch die Frage der Montierung.

Gruß
Andreas
 
Hallo Andreas,

ich hatte in den letzten Wochen die Gelegenheit meinen 8"f6 ATM-Planetennewton mit einem geliehenen 12"f4 ATM-Newton zu vergleichen, beide Geräte haben nebeneinanderstehend unter dem Seeing gelitten, der 12er hat trotzdem immer deutlich mehr gezeigt, sowohl an Jupiter als auch bei Deep-Sky-Objekten. Beide Teleskope sind optimiert bis zum Anschlag (großer Tubus, dieser ist isoliert und mit Lüfter versehen, mit Velours asgekleidet, einmal Fokussierschlitten + gebogene Spinnemit kleinstmöglichem FS beim 8"f6, einmal 2" Crayford OAZ (Feathertouch) + Drahtspinne beim 12", die Geräte sind von der Fokuslage auf die jeweils vorhandene Okularpalette abgestimmt) und zeigen was die jeweilige Öffnungsklasse hergibt, ist also ein durchaus aussagekräftiger Vergleich.

Die Variante Rockerbox wäre am stabilsten und bezahlbarsten, wenn die Brüstung von der Höhe stört kann man das Ganze auf eine Kiste stellen. Multiplex wäre das Material der Wahl, wird leichter als Presspan und ungleich haltbarer und steifer wenn richtig gebaut.

Alternativ sowas: http://www.aokswiss.ch/indexayo70.html

Je nach vorhandener Okularpalette würde ich da ansetzen, außerdem: wie ist der Justagezustand des SN und wie ist die visuelle Leistung bisher? Optimierung wie Belüftung, Isolation und Velours etc. hört sich für den einen oder anderen erstmal wild an, ist aber mit einem geübten Bastler an zwei Nachmittagen erledigt, wenn's nicht schön sein soll auch in zwei Stunden und erhöht die Alltagstauglichkeit extrem.


Viele Grüße Felix

 
Hallo,
Hab ich das falsch verstanden oder ist ein 12" schlechter geeignet als ein 10"?
der 12" müsste doch noch mehr Auflösung bringen oder?

Gruß Deadlock
 
Hallo Deadlock,

hätte ich deutlicher trennen sollen: klar bringt ein 12" mehr Auflösung als ein 10", der Unterschied ist aber relativ gering und da fragt es sich ob der Aufstieg von 10" auf 12" lohnt oder ob man nicht zuerst daran arbeitet die vorhandenen 10" Öffnung besser zu nutzen. Dann kommt man mit einem kleinen Teil des angedachten Budegets aus und hat fast den gleichen Effekt. Oder er steigt auf den von Dir verlinkten 14" Orion um, diese Steigerung dürfte auch unübersehbar sein ich bezweifle aber daß man mit 14" auf Balkonien glücklich wird: an solch Seeingversauten Standorten sind 8 bis 10" meistens die nutzbare Obergrenze.

Bei 8" vs. 12" sieht es schon eindeutig aus, der Sprung ist auch bei mäßigen oder sogar schlechten Beobachtungsbedingungen unübersehbar, auch wenn man nicht optimierte Seriengeräte nebeneinander stellt.

Interessant wäre zu wissen welche Okulare vorhanden sind, wenn da wirklich nichts mehr zu verbessern ist kann man immer noch über nehr Öffnung nachdenken. Wenn 10" schon vorhanden sind und ein Budget von 2000,- zur Disskussion steht sollte sich das deutlich lohnen oder deutlich billiger werden.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Andreas,

wenn Dein 10" SN Dir bisher Spass gemacht und auch am Planeten was gezeigt hat, dann lohnt es sich auf jeden Fall, auf Basis dieses Teleskops eine Vereinfachung des Handlings und eine Optimierung in Richtung Mond-/Planetenleistung anzustreben.

Ich weiß nicht, was los ist, aber Mal tendieren "Berater" zum Tabettenröhrchen weil der Balkon ja so was von mies ist und dann soll jemand, der es einfacher haben will vom 10-Zöller auf 16" umsteigen. Land der Extreme? ?)

Der 10er SN wird schon, falls noch nicht vorhanden, ganz erheblich von einer simplen Tau-/Streulichtkappe profitieren, eine thermische Isolierung in Verbindung mit einer Zwangsentlüftung (saugend hinten) minimiert das Tubusseeing und macht so das Bild ruhiger und hochvergrößerungsfähiger.
Damit ist schon mal eine der störenden Seeingarten minimiert, bleibt noch der ungünstige Standort und das ganz normale Seeing als Begrenzung für Dein Teleskop.
Ich stehe häufig mit einem guten, komplett durchoptimierten 6" F/6 Newton auf dem Balkon und bin fast ebenso häufig in der Vergrößerung durch Seeing begrenzt. Aber eben nur fast, es geht schon mal was in Richtung volle Auflösung.
Der 10er wird fast nie auf voller Auflösung und V-Max. zu betreiben sein, aber da zählt das, was Felix bereits erwähnt hat. Auch unterhalb voller Auflösung zählt Öffnung, wenn man nicht schamlos übertreibt. ;)
Anstatt das komplete Budget in mehr Öffnung zu stecken wäre es m.E. eine sinnvollere Überlegung, den 10er zu peppen, ihm eine Rockerbox mit EQ-Plattform zu spendieren und noch etwas in die geeigneten Okulare zu investieren.

Gruß
*entfernt*

 
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Hallo,

also ich tendiere jetzt auch mehr dazu, mein bisheriges Teleskop mehr aufzupeppen. Schließlich sollte man sich ja auch mal etwas mit seinem Equipment befassen und nicht immer direkt was neues kaufen :)

also momentan besitze ich wie gesagt ein 10" SN von Meade:
http://www.meade.com/product_pages/lxd75/lxd75sn_10/lxd75sn_10.php

Das Teleskop selbst ist komplett "unbehandelt" =)
An Okularen (alle 1,25") besitze ich folgende:
TeleVue 3,5mm Nagler
TeleVue 8mm Plössl
TeleVue 15mm Plössl
Meade SuperPlössl 26mm

Da ich keinerlei Erfahrung habe, inwiefern ich das Teleskop umbauen muss, wäre eine detailierte Anleitung (vielleicht mit Bildern) gar nicht mal so schlecht.

Insofern könnte ich mein geplantes Budget komplett in den Umbau stecken.
- Taukappe
- Lüftung
- Dobson Montierung (siehe Änderung 2 Posts weiter unten)
- Okulare

Bin da aber auf eure Hilfe angewiesen, da ich mich vor Umbauten immer recht erfolgreich gedrückt habe. Ich will ja am Instrument nix unnötig kaputt machen :)

P.S.: Etwas Offtopic, aber bei meiner LXD75 sind durch Witterung alle Gummifüße vom Tripod aufgebrochen und abgegangen und ich hab Holzbodenbelag auf dem Balkon. Weiß wer, wie man da am besten etwas dran machen kann? Alufüße + Holz = böse Kratzer :(

Grüße
Andreas
 
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Hallo Andreas,

der wichtigste und leichteste Hinweis schon mal vorneweg:
Rohrstopfen (auch als Füße) in verschiedensten Ausführungen gibt es in jedem einigermaßen gut ausgestatteten Baumarkt.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Günther,

Rohrstopfen werden hier wahrscheinlich nicht funktionieren. Ich habe mal ein Bild vom Stativ hier:
http://www.grandeye.com.hk/image12/LXD75_mount.jpg
Dort kann man leicht die schwarzen Gumminoppen sehen. Da drunter sind in gleicher Bauform schmalere Aluspitzen. Ersatzfüße habe ich bei Meade nicht gefunden.

Änderung zur Montierung noch:
Da habe ich mich vertan. Nicht die Dobson, sondern die von
Felix gepostete Alternative hats mir angetan.
http://www.aokswiss.ch/indexayo70.html
Hat wer von euch damit schon Erfahrungen gemacht? Welche Ayo Version wäre hier zu empfehlen? Kann ich die Montierung auf den Tripod von Meade aufsatteln?

Fragen über Fragen :)

Gruß
Andreas
 
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Hallo Andreas,

ich bin seit 8 Jahren "Planetenbalkonspechtler" und Planetenfotograf. Mit einem 8" f=5 Newton. Deinen SN kenne ich von einem Beobachtungsfreund. Der ist für Mond und Planeten sehr gut geeignet. Du hast viel Öffnung und eine vernünftige Montierung. Da würde ich nix ändern. :)


Aber Du solltest etwas in die Optimierung Deiner Montierung und in neue Okulare, eine gute (beheizte) Taukappe sowie einen bequehmen Beobachtungsstuhl investieren. Dein Rücken wird Dir für den Stuhl danken ;)

Zieh die Beine vom Stativ so weit raus, daß Du auf dem Beobachtungsstuhl sitzend bequehm in den Okularauszug gucken kannst, wenn das Teleskop in Südrichtung zwischen 30 und 60 ° Deklination ausgerichtet ist. Dreh den Newton so in den Schellen, daß Du beim Kulminieren der Planeten genau wagrecht in den Okularauszug reingucken tust. Leg Dir ein dunkles Tuch zu, das Du mit Klettstreifen am Tubus (von der Sitzposition aus hinter dem Sucher) befestigen kannst. Zieh es über den Kopf beim Spechteln. Das hilft gegen Blendung durch die Straßenlampe. :super:

Tune den Okularauszug mit ner 1/10 Übersetzung, oder laß ihn tunen, falls Du noch keine Übersetzung hast.

Neue "Füße" an Deine Stativbeine, dann noch Dämpfungspads drunter. Mit den Pads drunter einmal alles aufbauen und sauber einnorden. Die Umrisse der Pads auf das Holz des Balkons mit Bleistift anzeichnen. Aus selbstklebender, weißer Kunststofffolie Kreise ausschneiden (4 mm mehr Durchmesser als die Pads), auf´s Holz kleben. Zukünftig brauchst dann nur noch die Pads und das Stativ sauber da drauf stellen, schon kannst spechteln. :teufelgrr:

Bist basteltechnisch begabt? Dann mach Dir eine Versteifung vom Stativ in Form einer dreieckigen hölzernen Ablageplatte etwa 30 cm über dem Boden zwischen die Stativbeine. Das verringert die Schwingungsanfälligkeit und mehr Ablageplatz ist nie falsch!

Zu den Okulare:
ich empfinde den Einblick in Okulare mit großzügig bemessener Gummiaugenmuschel als angenehm. Also langen Augenabstand. Da würde ich sehr hochwertige anschaffen. Dein 3,5er Nagler wirst in der Stadt selten einsetzen können, ich würde da zu nem 5er Nagler raten oder dem 5er Pentax. Aber ehe Du dafür viel Geld ausgibst, probier doch erst mal, Dein 8er Plössel durch das 7er Nagler oder Pentax zu ersetzen. Das 8er Plössel kannst ja im Biete Board verkaufen...


Zu der Straßenlaterne:

Blendung als Amateurastronom auf dem Balkon wird selten die Behörden zu ner Handlung veranlassen. Versuch lieber die Schine: Straßenlampe stört mich beim Schlafen. Bitte Blendschirm anbringen... :biggrin:

Grüße
Fee
 
Hallo,
ein Freund von mir hat die Vorgängerversion des 10" SN, der hier im Gespräch ist. Der optische Tubus ist, vor allem wenn man den Einstiegspreis berücksichtigt, erste Sahne. Im Sterntest ließ sich kaum ein Unterschied zur perfekten Optik feststellen. Um die Optik aber wirklich ausreizen zu können sind die üblichen verdächtigen Okulare am oberen Ende des Preisgefüges nötig. Weiterhin ist der Okularauszug randständig. Den gegen was vernünftiges auszuwechseln ist bestimmt sinnvoll.
Der Tubus ist ein ziemlicher Brummer. Auf der LXD55 war er unzureichend montiert. Die Goto-Funktion konnte man komplett knicken. Habe einige Male zusammen mit dem Besitzer die Monti zerlegt, um Getriebespiel zu optimieren. Goto mit dem Tubus drauf war nicht möglich. Später hat auf der LXD55 ein 4"Refraktor seinen Platz gefunden und es gab überhaupt keine Probleme mehr. Der 10"SN wohnt jetzt auf eine EQ6 und fühlt sich wohl dort.
Aus diesen Gründen bin ich weiter oben nicht auf den 10"SN eingegangen. Die LXD75 unterscheidet sich, außer durch die Lackierung und Software, nicht von der LXD55. Deshalb halte ich die Kombi nicht für empfehlenswert. Den 10"SN sehe ich eher als Weitfeld und Fotomaschine, nicht jedoch als Planetenteleskop, denn die Obstruktion ist nicht unerheblich und der stumpfe Strahlenkegel fordert okularseitig seinen Tribut.

Herzliche Grüße,

Gottfried
 
Hallo Andreas,

okay, wenn Du es ordentlich und ohne Bastelei haben willst, dann bleibt m.E. nur, sich mal direkt an Meade Europa (Tassilo) zu wenden.

Mit der Tragfähigkeit Deiner Monti, ob sie den SN auch in Hochvergrößerung ohne Zitterpartie trägt, damit kenne ich mich nicht aus.
Ich habe mal irgendwann, bei Öffnungssteigerung auf die teure parallaktische Monti verzichten müssen und den 8-Zöller als Dobson gekauft. Das war zwar eher erzwungen, hat sich im Nachhinein aber für mich als geniale Fügung herausgestellt.
Den SN auf einer AYO händisch nachzuführen, sehe ich aber (mit Ziel Planeten) kritisch. Das kostet in Hochvergrößerung Konzentration, die Dir für die Beobachtung verloren geht.
Falls die Monti weichen soll/muss, dann halte ich einen Dobsonmonti mit EQ-Plattform oder Dobdrive für die wesentlich bessere Variante.

Man kann nun über die Planetentauglichkeit Deines SN orakeln, letztlich musst Du das ergründen und dazu lohnt m.E. der Versuch zunächst einmal durchaus. Die Alternativen sind dünn gesät und laufen m.E. wieder auf ähnliche Öffnung hinaus. Das System welches dann am günstigsten und sichersten, mit relativ einfachen Mitteln zu einem mechanisch, optisch und thermisch beherrschten Teleskop führt, ist der Newton.
Mal angenommen Du baust oder lässt eine RB für den SN bauen. Höhenräder an die Rohrschellen und rein in die Kiste. Später erkennst Du, dass der SN doch nicht so leistungsstark ist, wie zunächst erhofft (Qualität, Obstuktion sonstige Probleme).
Die RB nimmt dann auch einen entsprechenden Newton.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Welches Teleskop für visuelle Planetenbeobacht

Hallo Andreas,

Zitat von andreas21:
Ich meinte ja, dass ich eine azimutale Monti wegen meines Rücken bevorzugen würde. Damit wollte ich nicht auf das Gewicht andeuten, sondern eher, dass man sich weniger verbiegen muss, als bei der äquatorialen LXD75 Montierung. Da habe ich schon einige Yoga Übungen unfreiwillig machen müssen, um noch ins Okular gucken zu können :)
Rotationsrohrschellen (oder eine entsprechende Ersatzkonstruktion)?

Da liest man ja ziemlich oft, dass Refraktoren in der Regel besser geeignet seien als Reflektoren, wenn es um Planetenbeobachtungen geht. Ist das ein Irrglaube?
Ein perfekter Newton mit eine Öffnung D und einem Fangspiegel(halter)durchmesser d zeigt am Planeten ungefähr soviel wie ein perfekter Refraktor der Öffnung D-d, dazu allerdings evtl. noch die Spikes der Spinne. Und nun überlege mal, wie teuer diese beiden Teleskope sein werden ...

Grüße

fquadrat
 
Re: Welches Teleskop für visuelle Planetenbeobacht

Hallo,

habe bisher auch immer den Tubus etwas lockerer in den Rohrschellen gelassen, damit ich dann bei Bedarf nachdrehen konnte. War aber eben nicht das gelbe vom Ei. Damals habe ich auch nach rotierenden Rohrschellen gesucht, aber nix gefunden. Vielleicht einfach nur falsch gesucht.

Da die angedachte neue Montierung eben nur der Bequemlichkeit beim Beobachten dienen sollte, würde ich dann doch lieber Rotationsrohrschellen ausprobieren. Kann wer von euch auf Erfahungen mit solchen Teilen und mit 10 Zöllern zurückgreifen? Soll ja auch etwas stabiles sein.

Desweiteren habe ich mir einige Taukappen von Astrozap angeschaut. Die gibts mit und ohne Heizelement. Heizung ist ja was feines, aber muss ich da nicht mit noch schlechterem Seeing rechnen, wenn die warme Luft vor der Schmidtplatte wabert?

Außerdem wollte ich den OAZ austauschen. Der serienmäßige von Meade lässt sich nicht fein genug einstellen. Dazu kommt, dass beim Fokussieren ständig alles verwackelt. Und eigentlich bin ich kein nervöser Typ, dass ich meine Hände zittern würden :)

Könnt ihr mir da was empfehlen?

Gruß
Andreas
 
Re: Welches Teleskop für visuelle Planetenbeobacht

Hallo Andreas,

ich habe nur mit unbeheizten Taukappen Erfahrung, die können - je nach Standort (!) - Wunder wirken, schaden tun sie nie.

OAZ: da ist die Verarbeitung bzw. der zu erwartende Bedienkomfort recht genau proportional zum Preis. Diesen Teilen: http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p780_2--Crayford-Auszug-fuer-Newtons---1-10-Micro-Untersetzung.html kann man eine ganz ordentliche Qualität atestieren, es gibt aber vereinzelte Exemplare bei denen die am OAZ-Rohr gefräste Laufbahn für dne Antriebswelle nicht 100% parallel zur Achse des OAZ-Rohres ist, äußert sich dadurch daß es beim rein- bzw. raus-Fokussieren etwas leichtgängiger oder strammer wird. Ist minimal und läßt sich durch leichtes anziehen der Klemmung ausgleichen, merkt man nur wenn der OAZ annähernd senkrecht steht und ein schweres Okular trägt. Der Baader Steeltrack läuft schöner, der Feathertouch noch schöner... ;)


Wenn Du auf Rockerbox oder andere azimutale Montierung umsteigst kann das Rotieren des Tubus in den Schellen entfallen, wenn der OAZ bei waagerechte gestelltem Tubus ungefähr 45° seitlich hoch zeigt sollte man vom Horizont bis zum Zenit zurechtkommen.


Viele Grüße Felix
 
Re: Welches Teleskop für visuelle Planetenbeobacht

Hallo Andreas,

beim OAZ musst Du nur aufpassen, dass er nicht deutlich höher baut, als der Alte. Niedriger geht schon besser, wenn man dann nicht in den Fokus kommt, kann man mit Verlängerungshülsen arbeiten, aber Verkürzungshülsen gibts halt nicht. :/

Gruß
*entfernt*
 
Re: Welches Teleskop für visuelle Planetenbeobacht

Hallo Andreas,

den von Felix vorgeschlagenen OAZ habe ich auch (ohne Untersetzung) für meinen 6" f/8 Newton genommen. Die Basis war für 6" Tuben (ca. 180mm), mein neuer Tubus hat 200mm. Die 4 Befestigungsschrauben erzeugen eine Kraft, das der Tubus sich in den Radius der Basis zieht. Musste mit Spachtelmasse unterfüttern. Für den TS OAZ gibt es verschiedene Basen. Die für Tuben ab 260mm könnte passen. Besser mal nachmessen.

CS

Michael
 
Re: Welches Teleskop für visuelle Planetenbeobacht

Hallo allerseits,

also ich werde mir dann mal eine passende Taukappe _ohne_ Heizung zulegen. Ich denke, dass das schonmal ein guter Anfang ist.

Dann auch einen riesen Dank an Heiko mit seinen Hinweis auf die Bastelei mit den mit Teflon umgebauten Rohrschellen. Das werde ich definitv mal ausprobieren. Im Betrieb habe ich einige Möglichkeiten, das zu realisieren.

Die von euch vorgeschlagenen OAZs werde ich mir mal genauer angucken und bei eventuellen Rückfragen mich nochmal melden.

Bleiben noch 2 Punkte offen, bei denen ich noch etwas Entscheidungshilfe benötige: Okulare und Tubuslüftung.

Momentan habe ich ja folgende Okulare:
TeleVue 3,5mm Nagler
TeleVue 8mm Plössl
TeleVue 15mm Plössl
Meade SuperPlössl 26mm

Gibts an diesem Sortiment etwas auszusetzen? Kommentare/Kritik höchst erwünnscht :)

Wie nötig seht ihr eine Tububslüftung? Wenn zu empfehlen, könnt ihr eine Bauanleitung zur Verfügung stellen, oder sonstige Tipps geben?

Danke

Gruß
Andreas
 
Re: Welches Teleskop für visuelle Planetenbeobacht

Hallo Andreas,


die Tubuslüftung reduziert vor allem bei geschlossenen Systemen wie SCs oder SNs die Auskühldauer drastisch. Bei geschlossenen Tuben wird geraten sie möglichst mehrere Stunden vor der Beobachtung aufzustellen und auskühlen zu lassen, ein Bekannter mit einem C8 bestätigt den Sinn der langen Auskühlphase. Mein 8"f6 mit Lüfter braucht je nach Temperaturdifferenz maximal 20 Minuten, dann herrscht Ruhe im Tubus. Bei Deinem SN sollte es reichen hinter dem HS wie beim Newton einen saugenden Lüfter anzubauen, die Luft wird einfach durch den OAZ angesaugt, evtl kleinen Staubfilter aus PC / Strumpfhose anbringen da der angesaugte Luftstrom genau auf den FS pustet. Genauso interessant ist ein Isolation des Tubus, eine Lage Heizkörpertapete um den Tubus gelegt verhindert eine ungleichmäßige Abkühlung des Tubusrohres und reduziert Tubusseeing nochmal erheblich, unter Umständen kann der Lüfter nach der Auskühlung ausgeschaltet bleiben. Gerade beim Beobachten von Mond oder Planeten mit hohen Vergrößerungen lohnen sich diese Maßnahmen, ein Übersichtsokular zeigt auch mit Tubusseeing noch schöne Bilder weswegen der Sinn der Belüftung bzw. Isolation gerade von Freunden der geringen Vergrößerung kritisch gesehen wird.



Viele Grüße Felix
 
Re: Welches Teleskop für visuelle Planetenbeobacht

Hallo Andreas,

die Sache mit den Okularen geht ein wenig hand in Hand mit den Optimierungen.
Auffällig ist ein Loch zw. 3.5 und 8 mm Brennweite und dass die Plössls halt keine großen Felder liefern, das ist aber für den Betreff (Planeten) auch nicht zwingend, zumal Du ja zunächst mal bei der Monti mit Nachführung bleibst.
Wenn du vom Feld her nichts vermisst, die Plössls Dir zusagen, kann man das so lassen.
Das Teleskop hat F/4 und da bin ich persönlich mit der Schärfe der Plössls (nicht nur am Rand, auch auf der Achse) nicht mehr wirklich zufrieden.

Sehr gut anwendbar an solchen Teleskopen werden Plössls wieder, wenn man eine gute Barlow davorsetzt, z.B. eine Televue 2fach Barlow. Das Okular sieht denn quasi F/8 (2x4) und damit kommt es sehr gut klar. Das würde Dir auch noch mit den vorhandenen Plössls die Reihe 15/7,5 mm und 8/4 mm einbringen. Noch besser wäre sicherlich die Kombination des 15er Plössls mit einer guten 2fach Barlow in einem Zoomset von mir, damit hättest Du das Loch ziemlich genau dicht, ich schätze, dass sich 7,5 bis 4,5 mm Brennweite erreichen lassen. Willst Du bei Festbrennweiten bleiben, wäre z.B. das 15er Plössl + 3fach Barlow eine Idee für 5 mm.
Du kannst auch, nach ersten Versuchen mit den Plössls und einer Barlow, wenn Dich das Ergebnis zufriedenstellt, mal auf eine weitere Brennweite und dann auf ein gutes Ortho schielen, z.B. ein 12,5er Baader Genuine.
Das 3,5er Nagler wird wohl auf dem Balkon selten einsetzbar sein (Seeing), aber wenn es mal klappt und Dir gefällt, was Du siehst, z.B. weil auch das große Feld Dich reizt, dann kann man natürlich auch an ein 5er oder 7er Nagler denken.
Trotz der Einschränkung durch F/4 also reichlich
Möglichkeiten und auch ein 4,9er oder 7,5er Speers Waler UWA sind da brauchbar, allerdings nicht mit dem letzten Tick Leistung am Planeten.

Gruß
*entfernt*

 
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