Welches Teleskop für Wiedereinstieg

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

orcas

Mitglied
Hallo,

ich möchte mich nach Jahren wieder mehr mit Astronomie beschäftigen und möchte aus diesem Grund meine Ausrüstung aktualisieren.
Zur Zeit habe ich ein 114/1000 Revue (Quelle) Newton, das leider durch eine falsche Lagerung nicht mehr ganz in Ordnung ist (teilweise matter Hauptspiegel). Die 0,9" Okulare sind auch nicht die besten und neue sind fast nicht zu bekommen (oder gegenüber 1,25" relativ teuer). Daher möchte ich in diese Ausrüstung kein Geld mehr investieren.
Als Montierung bin ich gerade dabei, mir eine Betonsäule im Garten anzulegen, worauf meine Montierung (Tragfähigkeit wird mit 12-15kg angegeben) kommt.
Da ich später auch mal Fotografieren möchte, kommt ein Dobson für mich nicht in Frage.
Ziel soll es sein, wie auch jetzt schon unsere Planeten und auch einige DeepSky beobachten zu können.

Nun meine Frage:

welches Newton würdet ihr mir empfehlen. Ich dachte da an ein 6" oder 8" nur mit welcher Brennweite? Was ist da sinnvoll. Worauf soll ich sonst noch beim Kauf achten?

Einige Händler bei mir in der Nähe kenne ich und werde ich auch noch besuchen, aber vorab interessieren mich mal eure Empfehlungen, damit gezielter suchen kann, eventuell natürlich auch nach was gebrauchten, da durch den Hausbau nicht allzuviel Geld verfügbar ist.

danke, Andy
 
Hallo Andy,

willkommen im Forum!
Aber erzähl doch erst noch mal etwas. Dein Garten ist hoffentlich frei von störenden direkten Lichtquellen? Dein Himmel ist gut?

Hast du denn schon eine Montierung? Nach deinen Angaben ist es ein Vixen-Clone oder eine HQ5? Dann ist fotografisch ein 6" wohl das Maximum. Fotografisch wäre ein 8" schon ein richtiger Brummer. Kennst du die allgemeinen Probleme? Schau mal:
http://www.svenwienstein.de/HTML/einsteiger-astrofotografie.html
Workshop:
http://hatschie.de/EBV/Astro_gross/start.html

>>Da ich später auch mal Fotografieren möchte, kommt ein Dobson für mich nicht in Frage.

Das wird immer wieder steif und fest behauptet. Aber weder finanziell noch in der konkreten Praxis ist diese Behauptung durchdacht.
Es hängt natürlich viel von deinem Budget ab.

Mit Grüssen, Joachim
 
Hallo Joachim,

danke für deine Antwort und Links.

zu deinen Fragen, in meinem Garten am Rand einer kleinen Ortschaft habe ich fast keine Störenden Lichtquelen, nur eine Strassenlaterne in ca. 100m Distanz, etwa 15m niedriger als mein Beobachtungsplatz. Da möchte ich aber noch einen Sichtschutz davorbauen.
Es gibt sicherlich bessere Beobachtungsplätze, aber so schlecht glaube ich ist meiner auch nicht.

Betreffend der Fotografie habe ich mich, glaube ich zumindest, nicht richtig ausgedrückt.
Zur Zeit soll die Fotografie nur eine Option für die Zukunft sein, wenn wieder mehr Geld da, für eine entsprechende Montierung, usw.
Momentan geht es mir vor allem darum, dass ich für meine Montierung ein gutes Teleskop für die visuelle Beobachtung bekomme, mit dem ich später bei entsprechender Ausrüstung auch fotografieren kann.


lg, Andy
 
Hallo Andy,

du hast sicherlich schon die anderen Threads in diesem Bereich gelesen, z.B. 'Kaufentscheidung' von Elwood, welcher direkt unter deinem Beitrag liegt.

Die Fotografie ist nicht mein Steckenpferd, aber viele verwenden für Fotografie und visuelles Beobachten unterschiedliche Gerätschaften.

Aber um es kurz zu machen, ein 6"-Newton mit 900mm Brennweite ist ein guter Kompromiss. Der von GSO z.B. scheint auch recht stabil zu sein. Für die visuellen Belange ist er mit f/6 recht Okular und Justagefreundlich geraten und fotografisch ist f/6 auch noch vertretbar.

Die Investition in einen solchen Newton ist mit ca. 250€ auch noch recht moderat. Die Okularfrage hast du zwar nicht gestellt, ist aber visuell natürlich unumgänglich ... ;)

Ein 8"-Newton auf einer parallaktischen Montierung und dann noch fotografisch ist, glaube ich, für den Widereinstieg nicht anzustreben. Die Montierung wird dann auch teuer.

Also, der 6" GSO (f/6) ist das Kompromissgerät, aber um ehrlich zu sein, könnte ich mir auch andere Szenarien vorstellen, wie 8" Dob für das visuelle und eine gute Linse für das Fotografische.

Ach ja - wie hoch ist dein Budget anfangs?

CS,
Stefan
 
Hallo Stfan,

die anderen Threads habe ich auch schon verfolgt und ich muss dir recht geben, es gibt jede Menge Szenarien. Da ich mir momentan nicht allzuviel leisten kann, eigentlich wollte ich ja das alte 114er weiter verwenden und mir nur neue Okulare kaufen, aber das hat sich ja erübrigt. Daher muss ich mir momentan als erstem Schritt ein neues Teleskop besorgen (Montierung habe ich ja) und dazu wahrscheinlich noch 2 Okulare, vielleicht eines mit Zoom (für den Anfang).
Danach möchte ich, sobald ich mir wieder etwas erspart habe in einen Satz guter Okulare inverstieren und danach vielleicht in eine stabilere Montierung und was ich sonst noch für Fotografie brauche. Das ganze wird aber noch ein paar Jahre dauern, bis es wirklich soweit ist. Alles auf einmal geht nunmal nicht.

Wenn ich das richtig gelesen habe, würdest du mir auch bei rein visueller Betrachtung von einem 8" zur Zeit abraten oder wäre das noch vertretbar, wenn ich päter einmal für die Fotografie auf eine stabilere Montierung wechsle?
Oder ist sind die 8" f5-6 dann schon zu empfindlich bei den Okularen?

Szenarien gibt es viele, das ist auch der Grund, warum ich mich hier an Euch gewand habe, vorallem da meine Mittel (500-700) zur Zeit begrenzt sind und ich nun doch um einiges mehr kaufen muss als geplant.

danke Andy
 
Hallo Andy,

um welche Montierung handelt es sich denn? Hast du eine mot. Nachführung?
Falls diese Aufgabe gelöst ist, dann geht es bei dir um Tubus und Okulare, sowie ggf. sonstiges Zubehör.

Bevor viele Szenarien aufgezeigt werden - glaub' mir, auch ich habe begrenzt Zeit - Vorab die Klärung Linse oder Spiegel

Linse ist das sog. Grab&go, also robust, aber für einen bestimmten Betrag X erhälst du weniger Öffnung, als bei einem Spiegel. Für den Preis eines 150mm Newton erhälst du eine 80mm ED-Linse ... naja fast, wenn du nochmals 40-50€ drauflegst. Beides Allrounder, beide fotografisch anzuwenden, aber ein großer Öffnungsunterschied.
Außer putzen braucht eine Linse wenig Zuneigung. Sie liefert ein schönes und kontrastreiches Bild. Das Bild im Zenitspiegel ist aufrecht, aber seitenverkehrt.
Ein Newton will justiert werden und hat durch die Obstruktion ein weniger kontrastreiches Bild. Er hat zum gleichen Preis aber mehr Öffnung, was dieses Manko nach meiner Ansicht ausgleicht. Das Bild ist auf dem Kopf.

Tja, die Wahl hast du - sag doch nochmal was zu deinen liebsten Beobachtungsgewohnheiten. DS und Planeten ist ja irgendwie alles, könnte Weitfeld, aber auch Planetenstudium bei hohen Vergrößerungen bedeuten ...

Cs,
Stefan
 
Hallo Stefan,

erstmal danke, dass du dein Zeit für mich opferst.

Also ich will auf alle Fälle wieder ein Reflektor, die Unterschiede sind mir klar.

Zur Montierung kann ich nur sagen, dass sie wie eine EQ5 aussieht, aber deutlich schwerer ist. Der Vorbesitzer hat "max. 15kg" draufgeschrieben. Was es genau ist, kann ich nicht sagen, habe sie am Schrottplatz gefunden. Motoren sind noch keine drauf, aber da möchte ich mir was bauen (als Nachrichtentechniker kein grosses Problem). Stativ ist keines vorhanden, daher möchte ich mir auch die Betonsäule bauen.

Vorallem bin ich mir bei der Brennweite/Lichtstärke nicht sicher, vorallem bezüglich Tauglichkeit zur Fotografie und dann hab ich noch was von Schwierigkeit mit Okularen bei Lichtstarken Optiken gelesen.

lg, Andy
 
Hallo Andy,

bevor es ins Wochenende geht (folgendes hat eher draft-charakter): ein f/5- Gerät, d.h. z.B. ein Newton mit 200mm spiegel und 1000mm Brennweite oder ein Gerät mit einem noch geringeren Verhältnis (200/800) ist zwar sehr fototauglich, aber okularkritisch. Bei den okularen äußert es sich vornehmlich in mangelnder Randschärfe. Bei langbrennweitigen Okularen wird es schlimmer - da kann ein Okular dann u.U. mal 200€ oder wesentlich mehr kosten.

Naja, aber f/6 oder nochmehr bedeutet, dass der tubus länger wird. Dass hat einen größeren Hebel zur Folge - da ist mitunter gar nicht das Gewicht des Tubuses entscheidend. Dass bringt ein Montierung bei hoher Vergrößerung u.U. wieder zum Wackeln.

Also: Ein 150mm f/6 hat einen moderaten Hebel und ein moderates Gewicht. Der GSO ist ein wenig auf die Fotografie hin entwickelt, macht sich aber sicherlich auch visuell ganz gut.
Für deine Anwendung vermutlich (wenn du Galaxienjäger bist eher nicht) ein geeignetes Kompromissgerät.

CS und ein schönes Wochenende,
Stefan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Andy,

bei begrenztem Budget, würde ich mich vorerst auf eine visuelle Ausrüstung beschränken und dabei zählt hauptsächlich Öffnung.
Optiken mit großem Öffnungsverhältnis (schnelle Optik) sind anspruchsvoller bei den Okularen - allerdings nur, wenn Du genau so hohe Ansprüche stellst ;-)
Es ist ja nicht so, dass man durch preiswerte Okulartypen gar nichts sieht.
Wenn die Tragkraft der Montierung bei 15 kg liegt, ist ein 8" f/5 durchaus "tragbar".

CS
Chris
 
Hallo Chris,

bei vielen Beobachtern kommt der Anspruch mit dem Beobachten. Muss nicht, passiert aber recht häufig.

CS,
Stefan
 
Hallo Andy,

so wich Dein Konzept verstanden habe finde ichs etwas zweifelhaft: Du hast ne Montierung vom Schrott ohne Motoren ohne Steuerung ohne Leitrohr, weisst nicht was für eine, ob sie stabil ist und präzise genug läuft, vielleicht demnächst ne Säule, 700EUR und willst jetzt ein Teleskop mit dem Du in ein paar Jahren vielleicht auch fotografieren kannst?

Damit vergibts Du Dir zumindest viele Möglichkeiten.

Schau mal bei www.svenwienstein.de unter den Einsteigerthemen den Artikel über Fotografie an. Vielleicht änderst Du dann Dein Konzept. Insbesondere stehen da die tatsächlichen Schwierigkeiten beschrieben, wie Präzission der Montierung bei höherem Teleskopgewicht und die Schwierigkeit lange Brennweiten nachzuführen. DAS ist das Problem bei nem üblichen Dobson, nicht die Tatsache, dass das Rohr in ner Rockerbox montiert ist. Jeden Dobs kann man auf ne Montierung schnallen. Schaffen muß die Montierung das.

Für Fotografie nimmt man gern schnelle Teleskope um die Belichtungszeiten gering zu halten. F6 bei nem Spiegelteleskop ist dann bereits etwas langsam.

Ein 8"-Teleskop ist jetzt zur Zeit genausogut/schlecht wie sonst auch. F5 heisst, dass einfachere Okulare (sagen wir unter 200EUR) am Rand Unschärfe zeigen, insbesondere bei nierigbrennweitigen Okularen also nierigen Vergrößerungen. Wie sehr das dann stört ist Geschmackssache, kein Ausschlusskriterium. Planeten kann man damit genauso beobachten, der Kontrastverlust durch Obstruktion wird durch die größere Öffnung im Vergleich zum Refraktor höchstwahrscheinlich wett gemacht. Denn für deutlich weniger Geld kriegst Du deutlich mehr Öffnung beim Reflektor. Der Superkontrast des Refraktors kommt ja nur dann zu tragen, wenn man auch entsprechende Qualität bzw. Linsenkonstruktionen benutzt oder sehr lamgsame Refris.

Übrigens: für 1"-Auszüge gibts Adapter auf 1.25", damit kann man dann "handelsübliche" Okulare auch benutzen. Vielleicht langt bei Deinem Spiegel ja auch ne Reinigung.

Wenn Du Bedenken vor einer Investition hast, die Du nach ein paar Jahren nicht zum Fotografieren nutzen kannst gibts ja noch den Gebrauchtmarkt. Ein 8" F6 mit guten Okus ist Bei Deinem Budget sicher zu machen. Wenns Dir in ein paar Jahren nicht mehr taugt kannst Du das Equipment mit moderatem Verlust wieder verkaufen und dann in die Fotografie einsteigen.

CS

Klaus
 
Hallo,

@ Stefan und Chris: danke für eure Erklärungen.

@ Klaus:

nunja, vielleicht bin ich doch etwas blauäugig in das Projekt gegangen, doch als ich von meinem Freund die alte Montierung bekommen habe, dachte ich daran, einfach das alte Teleskop meiner Eltern, mit dem wir früher viel am Nachthimmel beobachten konnten, zu reaktivieren und auf die doch viel stabilere Montierung zu schrauben.
Da der Tubus aber leider ausfällt, dacht ich mir, einfach einen neuen Tubus zu besorgen und wenn ich schon einen besorgen muss, dann sollte der auch in Zukunft für weitere Projekte (Fotografie) verwendbar sein.
Dass ich für Fotografie dann wahrscheinlich eine neue Montierung mit Nachführung, Leitrohr, ... brauche ist mir klar, aber das kann ich mir sowieso erst in ein paar Jahren leisten und sicherlich auch nicht alles auf einmal.

Das alte Teleskop habe ich natürlich schon versucht zu reinigen, mit weichen Tüchern, neutralen, nicht aggresiven Putzmitteln. Leider ohne Erfolg. Der Spiegel ist auch an dem trüben Bereich komplett rau. Es sieht so aus als ob irgendeine Flüssigkeit in das Teleskop gekommen ist und den Hauptspiegel eingetrübt hat.

lg, Andy
 
Zitat von stefand:
Hallo Chris,

bei vielen Beobachtern kommt der Anspruch mit dem Beobachten. Muss nicht, passiert aber recht häufig.

CS,
Stefan

Hi Stefan,

das ist richtig. Und so ist es mir auch ergangen.
Die preiswerten Okular habe ich dann mit etwas finanziellem Verlust verkauft. Dieser Verlust wiegt für mich jedoch geringer, als wenn ich auf die vielen schönen Beobachtungen hätte verzichten müssen, weil ich auf die besseren Okulare erst hätte sparen müssen.
Oft ist der Spatz in der Hand besser, als die Taube auf dem Dach.
Vor Jahren wurden im Forum die Panos als "endgültige" Okulare angepriesen. Es folgten die Nagler, heute sind es die Ethos. Also - auf was soll man warten?

CS
Chris


 
Hi
Du wirst jetzt sicher nichts kaufen mit dem Du auch dann beginnst zu fotografieren. Also konzentriere Dich aufs Seherlebnis und die Anforderungen.
Wenn Du ein Monti dieser Tragkraft hast, kommt bis zu einem 8" f/5 Newton in Frage. Der f/6 könnte schon wackeln - gefühlsmäßig aus der Erfahrung heraus. Darunter ist eh kein Problem.
Ckeck das mit der MOnti aber um sicher zu gehen, sonst geht das mit dem Geld nie aus.

CS
 
Hallo,

ich möchte mich mal bei allen die mir mit Ihren Tips und Ideen geholfen haben bedanken.

Ich werde in nächster Zeit mal bei den Geschäften bei mir in der Gegend vorbeischauen, um mir die Geräte auch live anzuschauen und vielleicht kann ich ja auch das eine oder andere zu testen.

danke, Andy

PS: ich bin natürlich auch weiterhin über jeden Beitrag der mir weitere Tips gibt froh.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben